Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 12 (15.8.1860)
- Date
- 1860-08-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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144 begriffliche Inhalt die ihm eigentümliche, ausseinem - Wesen hervorgehende Form haben , muß. Dadurch ist jedoch Herrn F/s' Bestreben auf religiösem Gebiete beurtheilt — und verurtheilt.' Das Gesagte, wird in dem folgenden Aufsatze des Hrn. Rabbiners Kuttna seine Bestätigung finden. — . Ueber Herrn Löw, den andern „Reformator" der Juden Ungarns ein andres Mal. Wir sind bereits im Besitze einer ausführlichen Darstellung der Stuhlweißenburger Wirren, die wir nächstens geben werden; in ihr findet auch Herr Löw seine Abfertigung. Gin Gutachten, das nicht gut zu achten, nach dem ersten Eindrücke 6 eurtheitt von M. L. Kuttna, RaWinvr zu Zvnta. Mit gewohnter Kaltblütigkeit nahm ich das letzte Heft des Ben Chananjah -zur Hand, um mit nüchternem Blicke und ruhigem Ernst den Inhalt desselben zu erwägen; denn ich gehöre nicht zu den Sentimentalen, welche bei der leisesten Berührung sich verletzt fühlen und, vom schwachen Lippenhauch angeweht, in Fieberhitze gerathen, gehöre auch nicht zu den Furchtsamen, die so ängstlich dreinschauen, die scheu das Weite suchen und aus jedem fremdklingendem Worte einen Geist der Verderbniß entstehen sehen, der mit unbesiegbarer Gewalt die heiligen Blütheu der rnm verwüstet, die schönen Pflanzungen des Glaubens niedertritt; — ich gehöre nicht zu diesen, denn die schönen Namen: Pilpulist, Romantiker, Neuorthodox, ja sogar Finsterling, unter welchen ich mich gekennzeichnet sehe, lassen mich kalt und ruhig, und alle gegen dieselben geschleuderten Pfeile verwunden mich nicht. Auch bin ich mir dessen bewußt, daß der Lebensbaum der ,-imr> im Herzen des Judenthums viel zu tief wurzelt, als daß er den schwachen Angriffen nicht genügenden Widerstand leisten könnte. Die Zeit ist noch lange nicht da, in der das blutige Schwert, zum Kampf für Religion und nmn auffordernd, durch's Land getragen werden müßte. Mit Unempfindlichkeit und Seelenruhe lese ich darum die Zeitung des Judenthums, B. CH. und Consorten, und wollte in dieser Stimmung auch das jüngste Heft des B. CH. lesen. Allein, als ich Seite 353 das mit dem Titel „die SLuhlweißenburger Wirren" überschriebene Gutachten vom H. Oberrabb. Hirsch B. Fasset zu Gesichte bekam, da-erfaßte es mich unwiderstehlich ^und, ein innerer Dräng zwingt mich die Feder zu ergreifen, um auf die Gefahr hin, zum Slichölatte der beißenbsten'Jro^ nie zu werden/)eine/kurze,-nur idem ersten Ueberblicke ihre Entstehung verdankende- Erwiderung. nieder - zu schreiben. Ehe ich jedoch den Inhalt dieses in 'B. CH) zum Theil veröffentlichten Gutachtens änalhsire, erlaube ich mir, mit größter Achtung vor dem H. Verfasser desselben eine einfache Frage aufzustellen. Da doch, wie es der H. Verfasser selbst gesteht, der Charakter des H. Rabbiners vr. Guggenheim sowohl, als auch der innere Knoten der Stuhlweißenburger Wirren demselben nicht genau bekannt sind, wie konnte er nach einer einseitigen Darstellung der Sachlage, auf welche hin doch jedes Artheil zum Vorurtheil gestempelt werden muß, ein Gutachten abgeben? — iw-ni" schreibt die Bibel und rm j'Nn bx zeichnet die Mischnah als Grundbedingung eines gerechten Urtheils vor. — Oder, sollte der geehrte Herr Verfasser, dessen wohlwollende Absicht ich nicht in Zweifel ziehen will, im Entferntesten gedacht haben, ein in diesem Sinne abgefaßtes, mit so viel Spott und Ironie bekleidetes Gutachten wäre geeignet, den ersehnten Frieden in der Gemeinde herzustellen? — so weit verirrt sich ein Verfasser der Tugend- und Nechtslehre rc. nicht. Doch diese Frage könnte vielleicht durch die in neuerer Zeit moderne, schiedsrichterliche Friedensstiftung, welche mehr scheidet als entscheidet, auf die eine oder andere Weise gelöst werden. Zur Sache denn. 1. Der Hr. Verfasser bemerkt, „daß die von Hrn. vr. G. eingeschlagene Verfahrungsweise der Neformpartei Vorschub leiste, welche damit umgeht, die heiligsten Gebote aufzuheben, die traditionelle Lehre zu verleugnen rc. und bezieht sich, zur Bekräftigung dieser Absicht auf — Allein auch ohne Zuziehen der wnwn und sonstiger weitläufiger Belege ist diese aus dem praktischen Leben geholte Ansicht eben so falsch, als die Beweisführung unbegründet ist. Wenn Orgel, Chor, Auslassung der-Omns, ein mit zusammengerolltem wdu Stehen des Vorbeters, die geeigneten Mittel sein sollten , dem bezeichneten Reformwesen einen Damm zu setzen, sowie die entgegengesetzte Richtung als demselben förderlich sich ergeben soll, dann iffs sehr