Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 12 (15.8.1860)
- Date
- 1860-08-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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143 Wir wenden nns nun in dieser großen, unendlich wichtiges Angelegenheit an Euch, theure Glaubensgenossen in der Nähe und in der Ferne, sammelt) spendet! Zeigt, daß Eure Kraft nicht bloß im Verneinen besteht und widmet Eure geistigen und materiellen Kräfte einem Unternehmen, das, so wolle es Gott, ein großartiger Anfang sein wird zu andern, wichtigen Schöpfungen, an denen die Kraft des Einzelnen erlahmen würde, die hervorzudrtngen aber der Gesammtheit so leicht ist, und so schließen wir mit den Worten, mit denen wir diese Zeitung eröffnet«!: 12'dp N1U12 12N' SPI 'N'l 1NU12 15'1' So möge denn Gottes Huld über dem in reiner Absicht ohne irgend selbstsüchtige Zwecke begonnene» Unternehmen walten; möge es bei Allen, denen es um Hebung und Kräftigung des echten Iudenthnms Ernst ist, Anklang und Unterstützung finden; möge die Ermöglichung des Werkes und die Tüchtigkeit desselben Herzenssache sein für Alle, die sich berufen fühlen dazu Leizutragen! — Zis SiublMWendurM Wirrem i. Bereits in Nro. 6 und Nro. 9 dieser Zeitung wurde uns über die traurigen Wirren in der Gemeinde Sinh lweißenburg in Ungarn berichtet. Der verdienstvolle Rabbiner' vr. Guggenheim kämpft daselbst in Uebereinstimmung mit der Majorität der Gemeinde gegen einen reformsüchtigen Vorstand. Für diesen Vorstand treten die Ungarischen „Reformatoren" Löw und Fasset in die Schranken; in welcher Weise, wird der geehrte Leser ausfolgender Begutachtung eines Gutachtens von F. ersehender sich nicht entblödet, die orthodoxen Nabbinen den Baalspriestern, und sich selbst dem Propheten Elias gleichzustellen. Heißt das nicht, sich-jenen mpwLgleich gebahren, von denen es im Talmud heißt: OM'-n Herr Rabbiner Fasset, der bet Halbgebildeten den Ruf eines Gelehrten genießt, ist ein. Mann von vielem Wissen, aber ein durchaus unlogischer Kopf, der die Wissenschaft nach seinen eigenen verworrenen, subjectiven Einfällen malträtirt und sich dadurch in den Augen wirklich wissenschaftlicher Männer nicht wenig lächerlich gemacht hat. Hievon ein Beispiel. Herr F. erhält eine österreichische Nechtslehre zum Geschenk. Diese gibt ihm das Schema, um einen Theil der jüdischen (talmudischen) Nechtslehre in eine Form hineinzuzwängen, die derselben durchaus nicht adaequat ist. Jeder Denker weiß, daß Form und Inhalt sich nicht gleichgilkig gegen einander verhalten, sondern sich gegenseitig bedingen. Statt nun aus der talmudischen Rechtslehre heraus die für dieselbe passende Form der Anordnung, Einteilung rc. erstehen zu lasten, wählte Herr F. ein der Sache durchaus fremdes Schema und schuf dadurch ein Werk, das bei gelehrtem Anschein vielleicht Alles an Lächerlichkeit und Unwissenschaftlichkeit überragt, was jemals geschrieben worden: Uns stieg die Schamröthe ins Gesicht, alswir obiges Werk in gelehrten, nichtjüdischsn Zeitschriften beurtheilt, und aus demselben einen Schluß gezogen fanden auf die: wissenschaftlichen Arbeiten der Juden der Gegenwart. Win erlangen hierdurch zugleich, ein Urtheil über Herrn Fassels Geistesrichtung: er sucht inadaequate Formen und. kann'sich nicht zu dem Gedanken erheben, daß jeder