Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 11 (8.8.1860)
- Date
- 1860-08-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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137 nach Juda, nach der Stadt, welche die Gräber seiner Eltern in sich schließt, damit er sie ausbaue. Der hohe Ernst des Ortes, der wohl nicht ohne Grund genannt wird, wo die aufgeworfenen Grabeshügel daran erinnern, daß im Menschen Etwas lebt, was das Erdenreich überragt, wo die der Verwesung entkeimenden Gräser aller Art das ÜL'PH IL'LU lebhaft vergegenwärtigen, wo der Unsterblichkeitsgedanke schon durch die Präscntirung der Wichtigkeit des Leibes wach gerufen wird, — trug nicht wenig dazu bei den lebhaften Eindruck, welchen die Kraft des Vortrages auf die Zuhörer sichtlich machte, bedeutend zu erhöhen. Weihevoller noch als obgenannter Tag war der des vnZ'2 ^2 denn an demselben hielt der Neuerwählte seine ergreifende Antrittsrede, in der er die heilige Mission eines jüdischen Volkslehrers und die zwischen ihm und seiner Gemeinde obwaltenden Beziehungen und Verpflichtungen in einer Weise besprach, die des Eindruckes auf die Zuhörer nicht verfehlte. Unter diesen befanden sich auch die höchsten Beamten des Bezirks und die Geistlichen der hier wohnenden, verschiedenen Consessioncn; sie Alle stimmten darin überein, daß sich die Gemeinde zu ihrer Requisition Glück wünschen könne. Mögen unsre Hoffnungen realisirt werden. Schm—d. Kalocfa in Ungarn, 24 Juli. Die hiesige isr. 2 klassige Schule wurde zufolge eines h. Erlasses der h. k. k. Statthaltern-Abthcilung zu Ösen vom 28. Mai d. I. Z. N. 236. zu einer öffentlichen erhoben. Der 22 Juni, an welchem die Einweihung derselben stattfand, glich einem wirklichen Festtage, den zu verherrlichen sich die festlich gekleidete Schuljugend in dem prächtig dekorirtcn Schullokal versammelte. Bald erschien der edle, hochverehrte Herr Oberstuhlrichtcr von Schmied, und verlas den h. Erlaß der k. k. Statthaltcrci-Abtheilung, dann hielt er eine gediegene und kräftige Ansprache, in der er auf die von Schulvorstand, Lehrern und Jugend zu erfüllenden Pflichten hinwies. Hierauf nahm unser würdiger Herr Rabbiner Joses Wolf das Wort, und sprach sich über das Bedürfuiß einer Schule und besonders einer „israelitischen" aus, und dankte im Rainen sämmtlichcr Schulbetheiligten der k. k. Behörde, für die uns gewordene Begünstigung. Nach dein einige pas- (Berlage zu Mro. sende Gedichte und Gesänge vorgctragen, wurde die Feierlichkeit mit dem Absingen der österr. Volkshymne geschloffen. Daß in dieser Anstalt nebst den gesetzlichen Erfordernissen, auch der Pflege unserer heiligen Nelgion und dem Unterrichte der Bibel im Urtexte genügend Rechnung getragen werden wird, dafür bürgt, daß unser Herr Rabbiner, der bei streng orthodoxen Grundsätzen auch moderne und zeitgemäße Bildung besitzt, zum Direktor dieser Schule erwählt worden. — Diese Begünstigung ist für die hiesige isr. Gemeinde eine sehr wohlthnende! Ihren Kindern ist es somit erleichtert, dem Studium sich zu widmen, da sie nunmehr in der isr. Schule die Vorbildung zu den höheren Gymnasialklaffen rite erlangen können. Aus Rußland. Wir erfahren von einem auswärtigen Freunde, daß der Kaiser von Rußland bei seiner jüngsten Reise durch Podolien fast immer bei Israeliten logirte. Zu Mohilew am Dniester nahm der Kaiser seine Nachtherberge in dem Hause eines Israeliten, Namens Aschkenasi, den er zum Thee einlud. Morgens drückte der Kaiser den Wunsch aus, daß ihm die ganze Familie vorgesicllt werden möge, und gab seinem Adjutanten den Auftrag, der Hausfrau ein Paar Ohrringe zu überreichen. (I. C.) Feuilleton. Zelrrrckümgeil eines Knien, m. Ja, unsere hochcivilisirten Schullehrer, die jetzt alle von der Negierung autorisirt und angestellt werden, die müssen eine Massige Hauptschule und eine! Präparandie mit Erfolg besucht, oder doch darüber Prüfung abgelegt haben, daß sie die in einer Volksschule LI des Israelit.)