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Der Israelit · 1860-08-08 · Heft 11 (8.8.1860) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 11 (8.8.1860)
Date
1860-08-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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138 hier vorgetragenen Gegenstände kennen und in denselben zu unterrichten vermögen. Wie wenig das aber hier bei den Behörden heißen will, die an den jüdischen Lehrer natürlich keine andere Forderungen als an den Dorfschullehrer stellen, das muß man eben ans Erfahrung wißen. Und noch obendrein werden überall Schulen organistrt und in einer Weise, daß die bessern Kräfte, die als erstes Lebenselement einen größern Spielraum wünschen müssen, entweder sich ganz zurückzichen, oder doch nutzlos verloren gehen; um aber dem Bedarfe zu genügen wird auch jeder nur irgend Taugliche autorisirt. Und wie ist es da um die Eultur der dem Juden doch so nöthigen Hähern, geistigen Elastizität bestellt, und wie dann gar um seine speziell jüdische Ausbildung? In frühern Zeiten betrachtete man doch fast allgemein deutsche Bildung als direkten Gegensatz zur jüdischen und wollte die erstere sich geltend machen, so mußte sie auch auch wohlgerüstet auftreten. Das war die Zeit, wo der deutsch gebildete Jude wirklich auch klassisch gebildet war; heute aber denkt kein Mensch auch nur im entferntesten mehr daran, deutscher Bildung entgegentreten zu wollen; dafür kann sich auch jeder Scheinrepräsentant derselben breit machen, wie seicht das Wissensbächlein auch in ihm fließen möge. Früher konnte der Jude der vorwaltenden religiösen Opposition halber sich größtentheils nur bei einer entschiedenen Hinneigung zu christlichen Anschauungen der allgemeinen wissenschaftlichen Ausbildung zuwenden, wodurch diese dann auch ihre ursprünglich jüdisch religiösen Anschauungen in katechetische Formen zu bringen gesucht, was doch nur für das spezifisch christliche Bekenntniß aus hier nicht zu erörternden Gründen einen Sinn haben kann. Heute aber kennen unsere jüdischen Lehrer die jüdische Religion selber kaum anders als eben aus solchen Katechismen, und da möge sich Gott bald darüber erbarmen, wie es bei uns um religiösen Unterricht und um religiöse Erziehung bestellt ist! Früher war selbst der Mis allenfalls dem Gemüthe und der nationalen Liebe nach ein und wie sehr er auch in sich die religiöse Verehrung für jüdisches Wissen und hebräische Literatur zu unterdrücken versuchte: so konnte er doch die heilige Sprache und ihre Schätze lieben und pflegen, war ihm ja der Sinn für deren Schönheiten von früher her erschlossen. Heute aber sind unsere Lehrer größtentheils im strengsten ' Sinne des Wortes und was Anderes, als die strenge Regierungsvorschrift sollte sie eben dazu bewegen, einige Stunden wöchentlich hebräisch zu unterrichten, so gut es eben in ihre, den Dorfschulen entnommene, Schablone Hineinpassen will? Wer darf , unter solchen Umständen auch nur eine Kenntniß r der ich will nicht sagen des Talmuds und der hebräischen Literatur fordern? 'izn, .imn .-.mrr nun hat man dich auch aus den Kin- - derschulen vertrieben! l (Schluß folgt.) ZL M z e i g e A. Die Expedition des Israelit. zimstigm B-dinglmg-». <gn-r in Halb-rsi-d!.

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