Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 11 (8.8.1860)
- Date
- 1860-08-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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mit Kartenspiel und Tabakraucher!, ereifern sich über so manche Zurücksetzung, die den Juden hier und dort widerfährt, und rühmen sich dann, echte Juden zu sein. Aufsicht zur Besserung dieser traurigen Lage ist bis jetzt nicht vorhanden. Der hebräische Unterricht wird in viele» Gemeinden von höchst unwissenden Leuten, ehemaligen Händlern oder Handwerkern betrieben, denen das Hebräische eine terra iuaoxinttr ist. Eo läßt sich nun leicht vorstellen, welch eine Jugend in religiöser Beziehung answächst und wie sich das Iudenthum in unserer Provinz gestalten wird, wenn dieses Treiben so sortgeht. Unsere Rabbiuen sind leider zu rücksichtsvoll, als daß sie mit Energie gegen diese Uebel anfzutreteu vermöchten. Gott gebe, das; Ihr geschätztes, viel und gern gelesenes Blatt die Gemüther zu einen! besseren Geiste uud Wirten wecken möge, damit wir zu den! Bewußtsein gelangen, welche Aufgabe wir als echte und wahrhafte Israeliten zu erfüllen haben. U. Oesterreichisch e r Kai s e r ft aat. Wien. Der verdiente jüdische Gelehrte Joseph Werth ei me r in Wien wurde von dem Kaiser mit dem Ritterkreuze des Franz-Ioscplwrdens geschmückt. Ingleichen ward der außerordentliche Professor au der Prager Universität, Rabbiner Oe. Kaempf, in den engern Kreis des leitenden Prosessoren-Colleginms der philosophischen Faeultät berufen und erhielt in demselben Sitz und Stimme. (Dr. I.) Drcstbrr S. Ul. Thamus. Am gestrigen Abend hat uu'er hochverehrter Herr Oberrabbiner seine talmudischen Vorträge für das Sommersemester mit einer Ansprache an seine Schüler beschlossen, da seine angegriffene Gesundheit ihn veranlaßt, in den Badem von Sliatich Heilung zu suchen. Indem cr eine Parallele zog zwischen der Ehrfurcht, die mau den Eltern tlnd der, die man dem Lehrer schuldet, ermahnte er seine Hörer auch während der Zeit seiner Abwesenheit fleißig ihrem Studium obzuliegen und ersuchte ne zugleich, für die Herstellung seiner Gesundheit zu beten. Welch' einen ergreifenden. Eindruck diese Bitte auf die mit kindlicher Liebe ihrem hochverehrten Lehrer auhangruden Studirenden machte, laßt sich nicht beschreiben. Möge der Allgütige unsere inbrünstigen Gebete erhören und unfern geliebten Lehrer stärken und kräftigen, damit er noch lange als Träger der Wahrheit und Verbreiter des göttlichen Wortes zum Heile des Indenthums, dem er schon viele Kämpfer erzog, kräftig wirken kann? H. L. Pollak, Nabbinats-Eaud. aus Eisenstadt. Zerrta, am 22. Inli. Der gestrige Tag, 21', brachte sämmtlichen Bewohnern hiesigen Ortes, ein freudiges Ereignis;. Der erst jungst von der MH. Regierung zum Eivil und Militärgouverneur, der Vojwodina und des Temeser Banats ernannte k. k. Generallientenant Graf St. Ouentin, berührte auf seiner ersten Rundreise iu diesem Kroulande, auch diese Stadt, au die sich so gewichtige historische Erinnerungen aus den letzten Decennien knüpfen. Unter lautem Elsen! Zsivio! und Lebe hoch! der jubelnden Menge, der ungarischen, illyrischen und israclilischen Einwohner, zog der hohe Gast, durch den zum festlichen Empfange errichteten Triumphbogen in sein Quartier. Dort angelangt wurde Hochberselben von den hiesigen Seelsorgern des röm.-kath., altgr. und mos. Glaubens in ung., ill. und deutscher Sprache begrüstt. Rach freundlicher Dankeserwiedernng lud Se: Exc. der H. Gouo. vor Allem die genannten H. Seelsorger zu sich und hielt an dieselben eine kurze, aber durch ihren Inhalt, für sämmtliche Israeliten des österr. Staates und darum auch für die Leser dieses Blattes wichtige Ansprache, worin der Herr Gouverneur seine Freude, über das sichtbar gme Einvernehmen der H. Seelsorger, das allein den Gemeinden Eintracht uud Erstarken von Innen und eine ruhige, sichere Stellung nach Außen, sichern können, ausdrückte und besonders hervorhebend, das; diese, zur Eintracht und Verbrüderung der verschiedenen Rationalitäten und Glaubenskonsessionen im Staate rührende Richtung von der Mh. Regierung angesrrebt werde, schloß dieselbe mit der Anfsorderung, Geistliche und Ra bläuen mögen der MH. Negierung! in diesen! den Zeitereignissen entsprechenden Bestreben von Kanzel und Schule ans, zu Hilfe kommen. — Kurz hierauf, nachdem sich. Gemeiudevorftände und sonstige Korporationen dem Herrn Gouverneur i präsentirt hatten, verfügte sich Hochderselbe in die Kirchen uud in die Synagoge. Hier nun begrüßte .< gbermals H. Rabbiner M. L. Kutna im Namen Got-