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Der Israelit · 1860-08-08 · Heft 11 (8.8.1860) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 11 (8.8.1860)
Date
1860-08-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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132 andern Lehrer kann man bei ihm von einer Erziehung^ und Unterrichtskunst sprechen. In Stadtschulen, wo die Kinder nach dem Alter und dem Gc schlechte in Klaffen abgetheilt sind, isl jedem Lehrer eine ungemeine Erleichterung geboten; auch ist die Jugend in der Stadt von .>?ause aus gemeiniglich für den Unterricht besser vorbereitet und in ihren Sitten verfeinerter als die Landjugend, das erleichtert schon sehr die Disciplin. Aber der Lehrer auf dem Lande hat unsägliche Schwierigkeiten zu bekämpfen. Wir wollen ganz davon absthen, welche leidige Stellung er gemeiniglich seiner Gemeinde gegenüber einnehmeu muß, wie oft Rohheit und Unverstand ihm feindlich, oder doch hinderlich in den Weg treten, wie wenig Trost und Stütze er inuerlialb feines Wirkungskreise» findet, welche große Ansprüche man an ihn stellt, und wie selten er eine anfmunternde Anerkennung findet. Wir wollen von den mancherlei Sorgen schweigen, die den mit Glücksgütern dieser Erde nicht allzu reichlich bedachter: Lehrer oft durch das ganze Leben begleiten, und ihm die Aussicht aus seinen Lebensabend eben nicht in d.m heitersten Lichte erscheinen läßt; es ist dies ein Thema, das auch schon in andern Kreisen vielfach besprochen und dessen Wahrheit allgemein anerkannt ist. Der wachsende Geist der Humanität wiro einst das Loos derer zu verschönern suchen, welche das kommende Geschlecht zu Tugend und Menschenliebe heranbilden. — Aber der Schwierigkeiten wollen wir gedenken, die jeder jüdische Volksschullehrer zu besiegen hat, wenn er gleichzeitig Knaben und Mädchen vom sechsten bis zum fünfzehnten Jahre zu unterrichten hat, und das in den Schul- und gemeinnützigen Kenntnissen leisten soll, was sein christlicher College leistet, obwohl ec doch das Hebräische daneben lehren muß. Und dabei hat der jüdische Leh rer ans dem Lande Rebensunetioneu, die seine Zeit in Anspruch nehmen und seine Kräfte absorbiren! Es spricht sehr zu Gunsten unserer kurhesstschen Lehrer, daß, wie wir als Thatsache aufstellen können, bei weitem die größere Zahl derselben ihre umfangreiche Ausgabe zur Zufriedenheit ihrer Jnspectoren und Vorgesetzten Behörden lösit, und daß die jüdische Schule keiner christlichen im Allgemeinen nachftehet. — Was die Lehrer in ihrer Thätigkeit lähmt und hemmt, das ist n. A. der Mangel an einem guten Schul plan. Derjenige, welcher bisher im Gebrauche war, ist vor langen Jahren von dem weiland Oberlehrer Dl-. Büdingcr entworfen worden. Erwürbe schon damals mangelhaft gesunden, in manchen Schulen schlechthin unausführbar. Er ist normal für kleine, wie für zahlreich besetzte Schulen, und ist etwaigen individuellen oder localen Rücksichten keine Rechnung getragen. Viel sachgemäßer ist Herr Landrabbiner l)r. Adler zu Kassel verfahren, welcher, das Bedürsniß eines guten Lectionsplanes anerkennend, ein daraus bezügliches Aasschreiben an alle Rabbiner des Landes ergehen ließ, und zur Einsendung daraus bezüglicher Arbeiten anffordert. Ein Resultat ist bis jetzt nicht veröffentlicht worden, und es ist daher nicht überflüssig, wenn sachverständige Männer sich in öffentlichen Blättern darüber aussprechen; vielleicht, daß irgend ein Vorschlag benutzt werden kann. Der vom Einsender ausgestellte Versuch. welcher nächstens folgen wird, setzt Schulen mit einer größeren Schülerzahl voraus. Für kleinere Schulen ist überhaupt ein neuer Leetionsplan kein so dringendes Bedürsniß. Die voransgeschickten und angesügten Bemerkungen, mögen theils zur Vervollständigung, theils zur Erläuterung dienen, als Material zu einem vollständigen Lehrplan. Es sind nur solche Landgemeinden ins Auge gefaßt, welche nur einen Lehrer haben. Für Schulen, an welchen mehrere Lehrer wirken, kann dieser Leetionsplan natürlich nicht Anwendung finden. (Forts, folgt.) ZsLtrmftSrmchrichren. Deutschland. Mnterfranke». Als ein neuer Beweis der Humanität und Loyalität unsrer H. Königlichen Regierung, als ein neuer Beweis, wie sehr dieselbe stets bemüht, das erhabene Verfaffungswort „Gewissensfreiheit" zur Geltung zu bringen, ist mit Recht weiterstehendes h. Nescript anzusehen. Die Veröffentlichung desselben durch diese geschätzten Blätter wird von deren Lesern an und für i sich schoir willkommen begrüßt werden, dürste aber! auch — wenu gleichwohl bei vorliegendem Falle nicht von jüdischen Schulen die Rede ist — noch den! Zweck haben, unsre orthodoxen Nabbinen und Schul-

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