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Der Israelit · 1860-08-08 · Heft 11 (8.8.1860) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 11 (8.8.1860)
Date
1860-08-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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131 dieie Reform erklärt im Gcgenllwile ans dem Boden des orthodoren Iudentbunrs zu stellen, mit den: unbedeutenden Unterschiede jedoch, dost sie ein historisches, während die Qrthodorie par exrx-ll<-ve<> ein traditionelles Indenthnm kennt. Oberflächlich betrachtet, scheint der Unterschied allerdings ein nn bedeutender blos zu sein; denn ist die Tradition nickt auch Geschichte? spinnt sich durch die Tradition nicht der geschichtliche Faden, an welchem das eine Ende Mosche, das andere Ende das talmudische Zeitalter und seine Heroen sesihalten? Tiefer indessen die Cache beschauet, stellt sich der Unterschied als ein schneidender Gegensatz heraus, der sich durch keine Phrase, und wäre sie noch io wohl gedrechselt, versöhnen läßt. Das geschichtliche Indenthnm ist das Indenthum, wie es in der Geschichte zum Ausdrucke gekommen ist, die Thatsachen des jüdischen Bewusstseins treten da, wie die Thatsachen der Geschickte als ein Nacheinander in die Erscheinung, wie sie sich eben genetisch im Verlaufe der Zeiten entwickelt haben, und wenn die Frage z. P. aufgeworfen wird -X22 xv.w 2.2-227?.-2, so wird diese Frage zu einem Kriterion für das geschichtliche Indenthnm-, indem hierdurch für -X22 22'H" der tl-imimw .1 <ju«, gegeben ist. — Von diesem Standpunkte aus ist das Iudenthum einer fortdauernden Entwickelung fähig, ja der Talmud ist der Träger dieses fortschreitenden Princips, in dem Talmud modisicirt sich das Gotteswort nach den zeitweiligen Bedürfnissen und Umständen, da wird, wie ein Anhänger dieser Scknle versichert, „das Lelnn der Gegenwart in den Bnck- .,staben der Vergangenheit hineingelcgt, und es ist „kaum zu unterscheiden in dieser eigenthnmlich-.n »Handhabung des alten Schriftwerkes, ob mehr aus „dem Gegebenen heransgelwlt oder in dasiel>e hinein „getragen worden." Wenn mall diele Worte liest, so wird es einem klar zu Sinne, dast das traditionelle Judenthum solche Ansichten vom Talmud unmöglich haben kann. Nein, das traditionelle Iudenthum weist nichts von einer geschichtlichen Genesis, das Iudenthum ist kein Werdendes, sondern ein Gewordenes, das traditionelle Iudenthum kündigt sich schon bei seinem Eintritt in die Erscheinung als ein von und durch Gott vollendetes au. Dem traditionellen Iudenthum ist der Satz: P-.-.p-. rm'27 2"7p2 1.2X-.22 2272 .-.722-, u-r-v '-7222 22: ''"22 '^2-2: vgl. auch die Sätze r"h L—2 2"2^.-. -2-, 2'2?2 x-72; 1 "2 2-2-2) 222 .-lwod -1:2: 2-77 -7-7 .HXl -"2 keine, wie die Vertreter der. historischen Jlldenthums sagen, blos „agadische Emphase", sondern, Wahrheit, und wenn der letzte x^2x eine religiöse Satzullg aus dem Gottesworte eruirt, so hat sie dem traditionellen Illdenthum schon ursprünglich darin gelegen. Das historische Iudenthum verleugnet so wenig seinen Charakter wie die Reform, beide kündigen sich vorzüglich als Wissenschaft an; Religion, d. h. die Neberzengung, daß sowohl der speeiale als totale Inhalt des Indenthnms ein Erzeugnis; des in ihm waltenden Gottesgeistes ist, das; deßhalb z. B. die 22x72 22x 2"? mit ihren 22^2 am 272 ein integrirender Thei! dieses Gottesgeistes sind, daß ferner z. B. 25.227 22: -2x Ausfluß desselben Gottcsgeistcs ist, vermögen wir in beiden Richtn.ngen nicht zu finden. Es wird aber Sacke der Drthodorie sein, gerade das traditionelle Indenthnm immer stark zu betonen, immer bedeutsam hervorzuheben, daß sich ihv Judentbnm in keine andere Kategorie als in die der Religion will bringen lasten., daß darum die Kritik als ein ganz unberechtigter Faktor in Bezug aus das Iudenthum, cs sei dies das Indenthum der Bibel, oder das Iudenthum des Talmuds, ja selbst das Iudenthum des ihr erscheint, weil eben der Orthedorie das Iudenthum des x"»^ das Indenthnm ses Talmuds und das Indenthnm des Talmuds wiederum das Indenthnm der Bibel ist, daß die Religion aber, wie sic ihr in diesen Büchern vorliegt, als ein Erzeugnist des Gottesgeistes viel zu erhaben ist, als dast sich die Kritik an sie heranwagen dürste. Freilich wird dann der Drthodoxie der Vorwurf der UnwistcnschaftlichkUt ins Gesicht geworfen werden, sie wird sich aber gern bescheiden, lieber unwissenschaftlich als nnreligiös zu sein. 2ur Scknlfrrrge. (Fortsetzung.)! U Die schwierigste Aufgabe hat der Lehrer auf dein Lande zu lösen; mehr als bei irgend einem

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