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Der Israelit · 1860-08-01 · Heft 10 (1.8.1860) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 10 (1.8.1860)
Date
1860-08-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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125 Bestimmungen seines Testamentes, daS sein wohlthä- > tiges Wirken auch nach seinem Tode sortsetzt: Gabriel Triefte hat testirt: 10,000 Frs. der isr. Schule und der isr. Alterversorgungsanstalt zu , Padua; 1000 Frs. jährlicher Rente als Stipendium für einen der jüdischen Theologie Beflissenen; 1100 Frs. jährlicher Rente als Zulage zum Gehalte des Chasan in Padua; 6000 Frs. zur Feier eines ewigen ^2!' an den Festtagen zu seinen Gunsten; 1000 Gulden als Preis für den Verfasser einer orthodoxen Schrift über die politische und religiöse Geschichte der Juden. Aus diesen Bestimmungen ersieht man die erhabene Geistesrichtung des Verewigten, und wir wundern uns nicht, daß er im naiv. isr. bezeichnet wird als ein vortrefflicher Mensch, ein tugendhafter Patriarch, ein erleuchteter Menschenfreund, ein erhabener Geist, der die Ehre seiner Familie, der treue und unerschütterliche Anhänger unsres Glaubens war, ein Beschützer der Wissenschaft und Literatur, eine Stütze alles Guten und Heilsamen, das in Israel vollbracht wurde, ein Freund der Armen, ein Tröster der Traurigen, ein edler Bürger, der vor keinem Opfer zurückwich, wenn es sich um das Wohl seiner Stadt, um die Rettung seines Vaterlandes und den Ruhm seines Fürsten handelte. Das Andenken des Gerechten sei zum Segen! — Rußland. Petersburg, 9. Juli. Ein kaiserlicher Ukas hebt sämmtliche Beschränkungen auf, welche bisher für Ausländer bestanden, die in Rußland Handel treiben wollen. Sie sind jetzt vollständig den russischen Unterthanen gleichgestellt. — Ein Paragraph bestimmt, daß auswärtige Israeliten, welche größere Handelsgeschäfte betreiben, fortan nur eine besondere Erlaubniß bedürfen, um den Christen gleichgestellt zu sein. (F. I.) Warschau, 16. Juli. Seit dem 13. Juni (1. vet. 8t.) erscheint in Odessa ein Organ unter der Leitung der Herren Nabinowitsch und O. Tarnopol, welche sich seit geraumer Zeit einen hohen Ruf in der russischen Journalistik errungen haben. Beide sind Juden und Irene Vorkämpfer für das Wohl ihrer Glaubensgenoffen. Die Zeitschrift erscheint unter (Beilage zu Mro. dem Titel: „Nazswiet" (die Morgendämmerung) und hat sich zur Aufgabe gestellt, für die Verbesserung der socialen Lage der russischen und polnischen Juden zu wirken. Wir werden oft Gelegenheit suchen über diese zeitgemäße Erscheinung zu sprechen, welcher wir das beste Gedeihen von Herzen wünschen. — Im Januar d. I. erschien in Kiew ein kleines Büchlein unter dem Titel: „Zydionok" („das Jüdlein"), dessen Verfasser Herr Goldenberg, ein Student der dortigen Universität ist, der sich als Baron von Tarnogohl zeichnet. Nächstens wollen wir als Probe seiner Ansdrucksweise und seines Gedankenganges einige Stellen übersetzt dem geneigten Leser mittheilen, für jetzt jedoch die Bemerkung vorausschicken, daß das Merkchen als in jeder Beziehung gelungen bezeichnet werden kann und die schönsten Hoffnungen für die Zukunft erweckt. Wir glauben, daß der junge Verfasser an größeren Arbeiten seine Kräfte erproben wird, die er jetzt durch geistige Speise zu stärken sucht. — E-. W—g. Asien. Syrien. Ein Schrei des Entsetzens durchzieht Europa. Furchtbare Aufstände wilder Bergvölker haben bereits Tausenden von Christen das Leben gekostet, und Roth und Elend ist das Loos der Familien dieser armen Gemordeten. Um dieses letztere zu lindern haben bereits zwei hervorragende Israeliten, Herr Crämieux von Paris und Herr Mos. Monte fi o r e von London, unsre Glaubensgenoffen zu Geldsammlungcn für die christlicher'. Flüchtlinge in Syrien aufgefordert. Letzterer eröffnet die Liste mit einer Beisteuer von L St. 200 (circa 2L00 fl.). — Möge es den europäischen Großmächten bald gelingen, dem grauenhaften Blutvergießen Einhalt zu thun. Wir lasten hier den Brief folgen, den Mos. Montefiore dem Redakteur der Times geschrieben: Mein Herr! Ich habe mit der tiefsten Thcilnahme aus dem am vergangenen Abend im Oberhause erstatteten Bericht vernommen, daß in Folge der jüngsten Unruhen in Syrien 20000 christliche Einwohner mit Frauen und Kindern über die Berge wanderten, wobei sie den größten Gefahren ausgesetzt waren. Da ich mit der Beschaffenheit jenes Landes und mit dem Zustande seines Volkes unmittelbar bekannt bin, so vermag LV des Israelit.)

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