Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 10 (1.8.1860)
- Date
- 1860-08-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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124 erhebenden Anblick des glücklichsten Friedens. Sowohl im Gemeindeals im Familienleben findet Palota selten Seinesgleichen; keine Parteiung sucht die holde Eintracht zu stören, welche von jeher hier feste Wurzel geschlagen, und dürste es in der That keinen! Sturme gelingen, den Baum des Friedens nur wankend zu machen, weil er in der wurzelt und von ihren Trägern gepflegt wird. Doch haben wir leider eines Gebrechens zu ermähnen, es ist der Mangel an Übereinstimmung in Betreff der Pflanzstätte unserer jungen Welt. Zwar herrscht in Ansehung des Zweckes nur eine Idee, welche keine andere ist, als die der Tugend und Frömmigkeit, zu welcher die junge Generation sowohl durch Lehre als durch Beispiel hingeleitet werden sollte; jedoch in Ansehung der benöthigien Mittel herrscht eine chao-! tische Verworrenheit und kreuzen sich so viele Willens-! Meinungen, als es in der That verschiedenartige Kinder zur Erziehung gibt. Sollte es mir ge: gönnt sein, so will ich in einem spätern Artikel mich über diesen Uebelstand etwas umständlicher verbreiten, vielleicht gelingt es mir, durch Freilegung der Schäden, die Aufmerksamkeit der bezüglichen Aerzte zu wecken und zur energischen Thätigkeit anzuspornen. Tir .-ini fcop. Stern. Holland. Mainz, 25. Juli. Unser Eorrespondent von Amsterdam berichtete uns bereits Ende Juni über die Bestrebungen eines gewissen vr. Chronik, in Amsterdam eir e Ncformgemcinde zu gründen; derselbe war in Hamburg nicht würdig gesunden worden, d i e 2. Predigerstelle am dortigen Neformtempel zu erhalten. Es wurde damals in Nro. 7. dieser Zeitung zum energischen Widerstande, jedoch nur zum Kampfe mit geistig en Waffen aufgefordert. Jetzt nun berichten die Tagesblätter von bedauerlichen Vorfällen, daß man nämlich versucht habe, Dr. Chronik und seine Parteiführer thätlich zu mißhandeln. Indem wir hiermit unser ernstlichstes Mißfallen au derartigen Excessen aussprechen, nehmen wir Gelegenheit unsre Brüder in Amsterdam nochmals zu mahnen: .12 u nd, nicht das ist der Weg, der zum Ziele führt, sondern die Creirung eines talmudisch durchgcbildeten, streng orthodoxen Rabbiners, die Creirung von orthodoxen Unterrichtsanstalten, die zugleich den gerechten wissenschaftlichen Anforderungen der Zeit Rechnung tragen. Excesse schaden Euch und der guten Sache, setzen Euch herab in den Augen von ganz Europa und sind mit den Lehren und Vorschriften unsrer heiligen Religion nicht vereinbar, sind ein Ov.i vH'i; deßhalb leget rasch Hand ans Werk, daß die gute Sache würdige, geistige Vertreter und Institutionen finde — jeder Tag der Versäumniß ist ein unwiederbringlicher Verlust! Frankreich. Paris, im Juli. Wir haben neulich über den nicht sehr rühmlichen Zustand der hiesigen Schechitah und den Mangel an Beaufsichtigung der Fleischbänke berichtet. Nunmehr ist diesen Mißständcn in sofern abgeholfen, daß ein Verein orthodoxer Israeliten einen eigenen Fleischscharren errichtet hat, in dem den strengen Anforderungen des Neligionsgesetzes genügt wird. — Es hat sich hier unter dem Namen Alliance isr. universelle ein Verein gebildet, der es sich zur löblichen Aufgabe macht, die Emancipation allüberall zu fördern, diejenigen Israeliten, die um ihrer Religion willen zu leiden haben, zu unterstützen und die sich um die Emancipation verdient machende, Presse zu ermuthigeu; wir werden noch darauf zurückkommen. — Von Herrn Dberrabbiner Klein in Kolmar ist eine Druckschrift erschienen, die den Zweck hat gegen die Philippson'sche Bibelübersetzung, resp. die Stereotypirung derselben, zu protestiren. Herr K. schließt sich damit thatsächlich dem Proteste der orthodoxen Nabbinen an und theilt uns mit, daß er den erwähnten Protest deßhalb nicht unterzeichnet habe, weil er die Gefahr einer deutschen irreligiösen Stereotypübersetzung für Frankreich nicht als so dringend erkenne. Italien. Padua. Die israelitische Gemeinde zu Padua betrauert den Tod eines ihrer edelsten Mitglieder, des Herrn Gabriel Triefte, der nach einem ruhmreichen, frommen und wohlthatigen Leben im 76. Jahre seines Alters von dieser Welt abberufen wurde. — Wir entnehmen den ai-ek. isr. folgende (Hierbei eine Beilage.)