Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 10 (1.8.1860)
- Date
- 1860-08-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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120 von allen übrigen Arten derselben Gattung, und von dieser selbst besonders heroorzuheberu Da nun der Begriff des Judenthums entschieden ein einfacher, , also untheilbarer ist, so ist meines Erachtens der Ausdruck „orthodoxes Judenthum" nicht zu billigen. > Wohl gab und gibt es im Judenthum die verschiedenartigsten Parteien, von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken. Jede Partei glaubt recht zu handeln und die Wahrheit der Lehre Gottes erfaßt zu haben. Rach dieser Seite hatten wir also ein mannigfaches Judenthum, und der Begriff derselben wäre also kein einfacher. Allein für uns, die mir für die göttliche Lehre, in ihrer doppelten Form .->->-r> den Kampf unternommen haben, und nur diese in ihrer Gegenseitigkeit allein als wahr anerkennen, hingegen jede andere Auffassung schon als einen Abfall vom Judenthum bezeichnen, — für uns ist der Begriff derselben ein einfacher, und wir müssen jede nähere Bestimmung, weil sie zu irrigen Folgerungen führt, zurückweisen. Orthodoxe und Hypcrorthodoxe einerseits, wie selbst Hetcrodoxe u. Reologen andrerseits — nach dem bekannten Ausspruche unserer Alten: rr>.-i?"prr, sind Juden und gehören also einem und demselben Judenthum an, weil gerade das Judenthum als solches in seiner Unteilbarkeit keine Secten. keine Parteien . kennt. Ja, nach der Lehre unser Alten: ^>2 i .m muß der Hyperorthodoxe den Hetero-! deren zu sich herüberzuziehen suchen, wenn er es kann,! darf nicht seine Bruderhand ihm entziehen. Lasten wir also unfern Gegnern ihre Begriffsauffassung vom Judenthum und dessen verschiedenartige Bezeichnung, für uns gibt es nur ein Judenthum. Hiermit soll die diesem Blatte beigefügte Bestimmung: „Centralorgan für das orthodoxe Judenthum" keinesweges als falsch bezeichnet werden; denn ich weiß wohl.-nn von r^rr 'Z2 pvd zu unterscheiden. Der Usus hat auch seine Berechtigung. — Ll. Aus Barer». Wiederum erhebt in Nro. 29 der allgem. Zeitg. d. Judenth. ein Lehrerchen aus Baiern seine winselnde Stimme gegen den Distrikts- Rabbiner Nürnberger in Würzburg. Was doch die Leute Alles thun, um einmal Etwas von sich gedruckt zu sehen, wenn es auch nur Verdächtigungen und Beschimpfungen sind. Wiederum klingt hier die alte Leier, die eine gewisse Partei stets gegen den sehr geachteten und berühnrten Distr.-Nabbiner Nürnberger anstimmt, wiederum die Jeremiade, daß jede wissenschaftliche Bildung dem Rabbiner Bamberger ein Dorn im Auge; und doch ist es factisch, daß der Rabbiner Bamberger nicht allein seinen Schülern, die seine Jeschibah besuchen, das Besuchen der Universität nicht verbietet, sondern dasselbe noch sogar fördert, indem er durch Zeugnisse denjenigen seiner Schüler, die eine regelmäßige Gymnasicrlbildung nicht genießen konnten, dennoch aber tüchtig vorbereitet sind, es ermöglicht, als außerordentliche Studenten die Universität zu besuchen, sobald nur ihr religiöser Lebens-! wandel unbezweifelt ist und ihre Kenntnisse in der rabbinischcn Literatur einen entsprechenden Grad ziemlicher Reife erreicht haben. — Das wissen Sie auch, liebes bairisches Lehrerchens, das wissen Sie Alles ganz gut, aber wenn man blind sein will, sieht man so Manches nicht. Ja, liebes Lehrerchen, Sie meinen, es würde Einem lächerlich Vorkommen, wenn man die Oppositionspartei in Mainz und Würzburg betrachten würde: wie lächerlich würde es aber der ganzen Welt erst Vorkommen, wenn sie betrachtet, welche Persönlichkeit in Baiern gegen den Distrikts-Rabbiner Bamberger opponirt. 8. Preußen. Berlin, 15. Juli- Die Ernennung des Barons Alphons v. Rothschild zum preußischen General- Cnnsul in Paris führt zuerst 'einen Juden in eine derartige preußische Stelle ein. Vor einigen Jahren kostete es noch Mühe, das; ein vom Sultan zum türkischen General Consul für Preußen ernannter Jude das diesseitige Exequatur erhielt. — Diese Darstellung wird von der Pr. Ztg. folgendermaßen berichtigt: Die vor Kurzem erfolgte Ernennung des Barons Alphonfe de Rothschild zum preußischen Generatconsut in Paris hat zu der Bemerkung Veranlassung gegeben, daß bisher niemals ein Jude in dem preußischen Consulatdienst angestellt gewesen sei. Diese Voraussetzung ist nicht richtig. Vielmehr sind immer Inden als Consularbeamte verwendet worden und befinden sich solche auch gegenwärtig auf verschiedenen Handelsplätzen i im preußischen Consulatdienst. — Viel Aussehen