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Der Israelit · 1860-07-25 · Heft 9 (25.7.1860) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 9 (25.7.1860)
Date
1860-07-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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imposantenOrgeltönen - zur Erbauung Aller vermischen: und da unten unbewußt"ganziandere^ Gefühle erregen, als die Gefühle den Demuth', der Verchrung des Unendlichen, der Reue und der geistigen Selbsterhebung'Ällein was schadet'sd.Wenn nur der: die Synagoge besuchende christliche Mitbruder unfern Gottesdienst schön findet,-unserer fortschreitenden Bildung seinen Beifall, seine Bewunderung zollt, wenn er nur gezwungen ist beim Eintritt in unser Heiligthum zu sagen, was der fromme Jude in dieser Beziehung oft mit - Aufrichtigkeit nicht mehr - sagen kann: nv Ach, es ist das eine traurig-süße Genugtuung! Eine alte Wahrheitdie ewig neu bleibt! Wir lächeln: über die mittelalterliche Schwärmerei vergangener Jahrhunderte und schauen vornehm auf sie herab. Aber wir Gescheidten, .wir Nüchternen verfallen blind in den entgegengesetzten Wahn, und wissen nicht, daß spätere Jahrhunderte — vielleicht unsere Enkel schon, mit Achselzucken, mitleidig auf uns zurückblicken werden. Die Reformen werden austauchen und werden wieder verschwinden. Eine Orgel wird unser Tempel erhallen, aber diese wird binnen Jahresfrist von Wenigen, und von diesen Wenigen nur selten gehört werden. Möchte dies Alles doch unser verehrter Rabbiner mit unbefangenem, klarem Auge erkennen und einsehen. Möchte er vor Allem einsehen, daß durch den Gottesdienst nicht der religiöse Sinn, wohl aber durch religiösen Sinn der Gottesdienst wieder gehoben werden könne, und möchte er diesen Sinn dadurch wieder erwecken, daß er mit aller Kraft darauf hinarbeite , daß in unserer Gemeinde und vornehmlich bei unserer Jugend die Kenntniß der Thorawieder heimisch werden und ihr die Erfüllung folge. So lange aber das nicht geschehen sein wird,' so lange unserer Jugend unsere große Geschichte wie ein Mährchen aus Vergangenen Zeiten, und unser einzig dastehendes, erhabenesJudenthum wie ein ewiges Siech 1hum erscheinen wird; so lange darf sich ein Rabbiner auf der Kanzel abmühen, daß ihm der Schweiß von der Stirne rinnt,' so lange darf' ein Vorsänger seine schönsten Melodien hervorholen/ so lange mag: ein Chordie erschütterndstenHallelujah-Gesänge anstimmen, so lange können -die bezauberndsten Harmonien -einer Orgelt die Räume des: Gotteshauses: Erchströmens -7es -ist. vergebens, .es wird^doch.nicht bester. Ihr könnt den:Kaufleuten nicht zumuthen, dast sie um^ eines Ohrenschmauses willen, den sie ja auch anders-- * wö ''-sich -holenkönnen/:<ihrn Läden- und ComptÄrs^"/^ am Sabbat schließen sollen, Ihr dürft iwch 'weniger von dem fleißigen, strebsamen Handw erker er-- warten, daß er feine Werfftätte am Sabbat verlasse, und sich aus seiner Arbeit > herausreiße, daß Principäte und Meister ihre Söhne; Commis, Gehülfen, Buchhalter, Gesellen, Werkführer, Lehrlinge rc. feiern lasten sollen, um der Orgel, willen! Ihr dürfts nicht erwarten! Es müßte denn sein, daß , wie unlängst von einer Seite vorgeschlagen wurde, der Sabbat auf den Sonntag verlegt würde. Dann geht's. Aber dann sagt auch nur getrost: Valet Judenthum. Dann packt in Gottes Namen Eure sieben Sachen wieder zusammen! Dann braucht Ihr keinen Ehasan, keine Synagoge, keine hebräische Gebete, keine Predigten, keine Chorgesänge, keine Orgel, und — keinen Nabbin e n m e h r! — (Forts, folgt.) L. N. Bad Hombur g , im Juli. Es wird den verehrlichen Lesern dieses sehr gediegenen Blattes gewiß erwünscht sein, wenn sie aus unserer, auch in den fernsten Ländern rühmlichst bekannten Curstadt die edle Gesinnungsweise unseres hochverehrten Landesfürsten aus Folgendem ersehen werden, was einen erfreulichen Beweis liefert, in welcher Achtung unser Herr Rabbiner und unsere Gemeinde bei dem Landesfürsten stehen: Der hohe Geburtstag -unsres edlen Landesfürsten wurde, wie üblichauch in unserer Synagoge durch besondere Gebete, Psalmen und durch eine: Predigt würdevoll gefeiert, bei welcher Gelegenheit auch die höchsten Spitzen unserer Behörden in der Synagoge erschienen waren. Die geist- und inhaltreiche Rede unseres Herrn Rabbiners Fromm, in den herrlichlichsten und blühendstenoratorischen Schmuck gekleidet, mit Herzenswärme und überzeugender Beredsamkeit vorgetragen, machte einen erhebenden Eindruck auf alle Zuhörer. Die Kunde davon drang auch zu den Ohren unseres gnädigsten Landessürsten und bewog Höchstdenselben, die Abschrift cher: Gezeichneten Rede von dem Herrn Rabbiner Fromm zu verlangen. Als diese nun dem Fürsten überreicht wurde, nahm er dieselbe huldvoll entgegen und äußerte sich äußerst wohlwollend gegen unfern -geschätzten und geliebten Herrn Rabbiner, sowie überdie hiesige: israelitische

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