Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 8 (18.7.1860)
- Date
- 1860-07-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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schriebene Etiyuette, in Glacehandschuhen.zu beten, der 'Moralische 'Zwang,'.'die /Cöncertstücke anzuhören und 'den verstümmelten oder neugebackenen Gebeten sich zu/beqüemen) m'Lsien/ am/'Ende 'beschwerlich', und ermüdend werden; und es wird nicht zu verwundern sein, wenn, nach' Verlauf.von abermals zehn Jahren Herrn "Steins Wirkungskreis sich, .so 'verklemert"M - LenUvE' daß' v'ort einer jüdisch-reformirlen Gemeinde - in 'Frankfurt am Main nicht mehr, die Rede, sein kaniU Die fortwährende Zunahme der israelitischen Religionsgesellschäst hingegen, die, 1849 von ElsMitglied ern gegründet, im Jahr 1853, in welcher die Schule errichtet wurde, schon auf 180 nnd heute auf 250 Gein eindegli.eder. an gewachsen' ist, die sich. Alle wie Ein Mann" unr unfern würdigen, unermüdlich thätigen Rabbinen schäarcn, und ihm so vertrauensvoll die Leitung ihrer heiligsten Angelegenheiten in die Hände legen, und Ihn,,.-so. thatkräftig. unterstützen', in' Allern, was' er 'mit' Besonnenheit unternimmt^ mit eisener Eonsequenz durchführt — sie ist die sicherste Bürgschaft für die Erfüllung der Verheißung ^->7 'SO NSL7N 'S, Md wenn 7vir auch mit. Schinerz Hinblicken müssen auf.mmlchen wackern, gesinnungstüchtigen Bruder, den der Jrrthum oder, eine falsche Lehre dein Jrrthum entfremdet, so bleibe das Wort des Propheten unser Trost: I- - .. . - . .. . - : Kassel, im Juli. Die Leser Ihres weitverbreiteten Blattes werden aus unfern bisherigeil Berichten den Geist und die Richtung kennen gelernt haben) Welche in unserer Gemeinde herrschen. Aus 'ihnen läßt sich Alles erklären , was. hier geschieht und buch , was hier nicht geschieht.. Unbehaglich fühlen sich Alle, denen, die Frage nicht gleichgiltig ist, ob das jüdische Element in Kassel fortbestehen, oder ob man es ruhig seinem Verfalle entgegen gehen lassen solle. Und da wird denn von Zeit zu Zeit allerdings ein Anlauf genommen, als wenn man Großes vollbringen wollte, allein der'Sturm geht meist ohne Gefahr vorüber, und gewöhnlich bleibt Alles hübsch beim ' Alten. Ob dies Resultat auch die in jüngster Zeit' hier vielbesprochene Orgelfrage haben wird, möchten wir gleichwohl doch nicht so bestimmt Voraussagen. Das, vermeintliche Bedürfnis; .einer Orgel ist) (Hierbei zwe erst..eine., .yeue, .Entdeckung; , früher. wurde nie^ im Ernste davon gesprochen/ Die nächste Veranlassung dazumag)wohlfdie/Betrachtung „des. Chores, gegeben'haben,' derobwohl von.einem süchtigen, musikalisch Lebildeten Dirigenten 'mit Fleiß und Umsichtgeleitet, sich doch in einein solchen. Zustande befindet, daß er zur .Erbauung-der. Gemeinde eben. nicht viel beiträgt.. Wenn unser Synagogen -/Chor, der schon seit .1824' bestAt, /früher, so vorzüglich war,/ — obwohl bis 1839) her. <sop,ran nur, von. Knaben', gesungen wurde, — und jetzt seit Jahren nur noch vege- - tirt, so. hat das seinen Gründ einzig, in dem/abnehmenden religiösen Sinn unserer Jugend, die . sich , nicht mehr, so,, wie in, früheren. Jahren)' zur Mitwirkung beim Synagogengesang, hindrängt. Die Söhne. der Wohlhabenden finden die Zeit nicht mehr dazu, vder halten es ihrer Würde nicht angemessen. Wird ja etwas von unsernn-Chorführer. dabei .übersehen, .so ist es) der ,Umstand, daß er nicht/genug Abwechslung/ hinsichtlich der Melodien Eintreten.läßt..Es iverden dieselben Piecen seit zwanzig Jahren gesungen, und wenn dies auch an sich nicht so viel zu sagen hat,, so haben sich allmählich, viel Fehler im Vorträge eingeschlichen, welche störende Disharmonien Hervorrufen, die aber) von keinem Chorführer unter dem angedeuteten Verhältnisse zu bewältigen sind. Die Compositionen sind fast durchweg schön, indessen sind viele in dem sogenannten galanten Styl geschrieben, enthalten oft schMerigeKision^anzM, hWen einDilettM ten-Chor selten gewachsen ist. Unter diesen Umständen hat man bei Gelegeilheit der Ausbesserung unsrer Syn agoge V eranlassun g Wn omm ewsil Äesid erien zur Hebung des Gottesdienstes vor eine eigens dazu bestimmte Commission zu bringen, und der thätigen Bemühung einiger orgelfreünölichen Gemeinde-Angehörigen ist es. gelungen, eine große..Anzahl Stimmen für die Einführung, einer Orgel,in unsrer. Synagoge zu' gewinnen. Eine Orgel im jüdischen Gotteshause wäre aber.ein Unrech.L und einLehler zugleich. Was soll uns die. Orgel? Den Gottesdienst verschönern?. .Der jüdische Gottesdienst, mag. alles feierlichen Gepränges entbehren; und^eher werde, das Gotteshaus geschlosien,.- als. baß der -heilige Sabbat auch nur. eine. Secunbe entlveiht . werde. Soll, die Orgel unser hinsinkendes Jndenthum wieder.heben? Wir haben noch nie gehört, daß je einer. Gei Beilagen.)