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Der Israelit · 1860-07-18 · Heft 8 (18.7.1860) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 8 (18.7.1860)
Date
1860-07-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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manche andere, vor. jedem Winde^sich Zeuge, und von dem Sturm der Gegner entwurzelt werde; denn das Kriterium aller" ehrlichen Oppositionen ist doch die Zukunft Q'pNTid nsD Indem ich nun diesen Wunsch niederschreibe, er-' laube ich mir eine kleine BemerkungEHmzuzufügenA Jeder einsichtsvolle Kenner des Judenthums kann es nicht leugnen, daß dasselbe seiner Natur und seiner äußern und innern Bestimmung nach Nicht anders als „orthodox" und ewig unveränderlich aufgefaßt werden dürfte Der Mensch als solcher kann und muß nach dem Bedürfnisse der weltlichen Interessen modellirt und umgebildet Werden. Nicht aber auch die von Gott geoffenbarte Lehre, die Ausstrahlung der göttlichen Wahrheit, getragen und fortgepflanzt von dem Geiste der begabtesten und edelsten Propheten und Weisen aller Generationen, die den Kanal bilden, vermittelst dessen dieser heilige Erguß des Himmels bis auf uns gekommen ist. Es hieße einen gewaltigen Strom.bis in seine Quelle zurückdrängen wollen, wollte man das von Gott gegebene und erhaltene Judenthum beschränken und reformiren. Die jüdischen Bürger mögen sie reformiren, aber nicht dem bürgerlichen Juden! weil Judenthum und Neologie in der That antipodische Begriffe sind, da Gott nur Vollkommenes, die menschliche Vernunft hingegen nur Unvollkommenes geben und setzen kann, , Allein nichtsdestowenigex ist auch das orthodoxe Judenthum als solches, wenn auch sicherlich nicht „rationalistisch", doch höchst rationell und lichtvoll; wenn auch sicherlich nicht „materialistisch", doch ganz gewiß zum Heile und Nutzen materieller Menschen gegeben, um diese naturgemäß zu veredeln und ihren Geist über die Gelüste des Körpers zu erheben. Die jüdische Lehre und das jüdisch-monotheistische Dogma können nur als die höchste Potenz der Vernunft begriffen und beherzigt werden; aber auch als solche keinesweges mit der ehrlichen und gewiffenhaffen Vernunft des beschränkten Menschen in Widerspruch stehen, da beide, Glaube und Vernunsterkenntnrß, ihren gemeinschaftlichen Quell und letzten .Grund rn Gott haben. — Wir dürfen uns nicht erst ab-, mühen, eine Accomodationsbrücke zu schlagen, auf der die vermeinten Gegensätze „Vernunft und Glaube" im Judenthum sich friedlich begegnen und freundlich aussvhnen könnten; denn diese'ist'längst gebaut, von dem Schöpfer selbst entworfen und ausgeführt; das 'wahrhafte, innere'Judenthum in seinem Prototypen und konkreten Unrfange, in allen seinen Nüancen und Verästungen, ist Nichts als die vollendete und erhaheue .r-hpv der Abfall der göttlichen Vernunft ist die Lehre (Midrasch), weil diese selbstverständlich allerlei noch so geringfügigen Interessen der Wissenschaft in ihren Bereich zieht, um sie nrit dem Gedanken „Gott", mit der Krone des Meisters, erst recht als wahrhaft wissenschaftliches - und - wissenswerthes Moment der Schöpfung weiht und krönt. „Wistenschaft' und Judenthum" standen nie im Konflikt bei dem aufrichtigen Denker und Forscher, und auch in unsern Tagen erscheint es überflüssig, der Versöhnung beider das Wort zu redendes sei denn, die Organe der Wissenschaft zwängen sich, sich als Materialisten zu geriren, waS aber eben nur materialistische Heuchelei und keineswegs heiliger Ernst sein kann. — Die heil. Schrift verheißt der jüdischen Nation den ehrenvollen Character eines weisen und vernünftigen Volkes, pQn rwn Op, Angesichts aller Völker, in so fern Israel der Ausführung 8er göttlichen Gebote sich befleißigen wird , Denn'die genauen und gewissenhaften Untersuchungen aller Momente des Wissens zum Zwecke der Bethätigung und Ausübung der Thora können nicht anders als die Thorabeflifsenen weise und verständig machen. Allerlei Systeme des Forschens und Erfindens auf dem Boden der Spekulation und Naturkunde, der Nationalisten, Idealisten , Realisten, Neptunisten, Vulkanisten u. s. w. werden von dem ernsten Thoraforscher mit Freundlichkeit vernommen und zum Nutzen schärferer Beweise über Gott und Glauben ausgebeutet. - -Der Talmud gibt hievon einen eklatanten Beweis, wie tief er eindringen-wollte und konnte in die natürliche Beschaffenheit aller Dinge, in allerlei Thieruird Pflanzengattungen, in allerlei Erscheinungen^ des Himmels und besten Gestirne, um darnach die Ausführung der darin einschlägigen Gottesgesetze genau und wissenschaftlich bestimmen zu können. Darin zeichnet sich eben das orthodoxe Judenthum so besonders aus, daß es mit heiliger Weihe und edler Absicht d er KenNtniß der Natur Rechnung

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