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Der Israelit · 1860-07-11 · Heft 7 (11.7.1860) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 7 (11.7.1860)
Date
1860-07-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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biner Fass el in seinem Sendschreiben an dem Schreiber Diesesin dem er bekennt, schon in einem Bruchtheile des PH. Commentareszu 122 bedeutend mehr Schnitzer gefunden zu haben, als der Protest nächweist, einzulösen fortgefahren hat; abgesehen davon, heißt es wirklich allem Heiligen Hohn sprechen, wenn wir mit unserm kostbarsten Besitze, dessen Buchstaben unsere Massoreten abgezählt, das: mit dem Blute von Mllionen besiegelt, daß wir G. s. d. Jahrtausenden hindurch rein und unverfälscht erhalten, so 6Q baAatelis umgehendaß ein Rabbiner es wagt zu behaupten, wir könnten uns wohl mit einer „im Allgemeinen richtigen und nur in sehr wenigen Stellen abweichenden" Uebersetzung begnügen. Nein, mein Lieber, mir und sicherlich sehr Vielen mit mir, hat solch leichtfertiger Ton über das theuerste Kleinod des Judenthums die Schamröthe ins Gesicht getrieben, und ich muß meine ganze Kraft zusammenraffen, Um hier objektiv ruhig zu bleiben. Eine „im Allgemeinen richtige -und nur in sehr wenigen Stellen abweichende" Uebersetzung ist eben durch diese Stellen verfehlt, und von Gefahr, ja wenn durch Stereotyp verewigt, von höchster Gefahr, gefährlicher als die Missionsbibel, die Rede OpuGehen wir nun zum eigentlich wissenschaftlich sein sollenden Theile des ,-Gegenprotestes" über. Auch hier isteine Vorbemerkung im Interesse der objektiven Wahrheit dringend nothwendig. Wer aus freiem Entschlüsse *) Bemerkungen über besonders wenn diese reformistischer Art sind in die Welt schleudert, muß natürlich die O.-Literatur kennen. Hierzu aber gehört unter Andern eine Stelle des hochberühmten Nestors und Autors der jüdischen Archäologie, des Oberrabbiners L. L. Rapp 0 p 0 rt in Prag, welche nvrk o-w?. 223 miv abgedruckt ist. Dieser tiefe Denker kommt, nachdem viele Stellen mit dessen bekannter Gründlichkeit citirt und beurtheilt, zu folgendem Resultat : Ö. hat richterliche Objekte, weil dort Ksnntniß der dirigirenden Tradition vorausgesetzt werden könnte, wörtlich, die andern aber traditionell übersetzt. Ganz abgesehen von der Richtigkeit dieser Ansicht habe ich hier von meinem objektiven Standpunkte aus nur das Faktum selbst zu registriren. Warum hat Hr. Z. diese große Autorität nicht angeführt? entweder weil er die O.-Literatur nicht kennt, dann ist er ganz unberufen, sich in solche Dinge zu mischen. Oder weil ja übrigens auch „in den meisten Stellen richtig und nur in sehr wenigen Stellen abweichend" lesen -wird. -Jagefährlicher als diese, weil nicht der brutale Räuber, sondern der zuckersüße Schleicher gefährlich ist. sie ihn genirte und seinem „Gegenprotest" die Spitze abgebrochen hafte; nun, dann gehört er zu jenen Char- . 2 antworte ich, daß ein Friede ä tont xrix eine Beleidigung unseres Seelenadels, eine Triebfeder unendlicher Verwirrungen, und ein Hochverrath an (der Wahrheit ist. Hätte Herr Z. z. B. in der Mortara-Angelegenheit, auch zum Frieden gerathen? Und was will diese gegen eine von Juden ausgehende Fälschung der Schristübersetzung sagen? Den Orthodoxen ist die Orthodoxie das heiligste Objekt, dem zu Liebe sie den angebornen'Geschlechtstrieb beschränkendas natürliche Sehnen nach Erwerb und Besitz zügelndem Gaumenkitzel Schranken -setzen. Vom objektiven Standpunkteaus ist ein Friede zwischen Orthodoxie und Heterödoxie so wenig denkbar, wie zwischen Tag und Nacht; und der, für den es noch objektive Wahrheit gibt, wird über das Heiligste nicht laviren, nicht pactiren, weil er seine - Seele -nicht schändet. Friede um jeden Preis ist Schwäche, nicht Schönheit,- und 'von der Verbindung des Schönen und des Friedens, i ift in der von Ihnen citirtenStelle die latanen, denen die Wahrheit nur dann Recht ist, so lange sie ihnen bequem ist. Wir aber sagen Hrn.Z. Dank dafür, daß er uns Gelegenheit geboten, dieses O.-Thema, von welchem in letzterer Zeit überhaupt sehr viele Tiraden verbreitet worden, näher ins Auge zu fassen. Was nun eben uns betrifft, so war uns bis jetzt die höchst gediegene Auseinandersetzung im O-o, worauf wir am Ende unserer weitern Untersuchung zurückkommen werden, ganz überzeugend: Außerdem aber müssen wir noch eine Bemerkung vorausschicken- Orthodoxe Anschauungen können, wie selbst Herr Z. zugibt, nur ihnen selbst gemäßd. h. nach ihren Grundsätzen beurtheilt werden. Hiernach ist eine Paralele zwischen uns und O. eine Leichtfer- 1) Anmk.. Verschieden von dem Standpunkte des Apologeten , der nicht alle Quellen zu kennen braucht, und im vollen Rechte ist' dem Gegner die Unterdrückung nachweislicher Stellen vorzuwerfen: So bemerke ich gegenwärtig, den "U nicht zu besitzen, der. aber Herrn Z. um so weniger zu. Güte kommen kann, ' alser, wie ein redlicher Schriftsteller, denselben hätte anführen: müssen.. ^Etwaige Aenderungen meiner^ Ansichten in Bezug auf meine demnächstige Leetüre dieses Buches wttde ich in diesen Blattern folgen lassen:

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