Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 6 (4.7.1860)
- Date
- 1860-07-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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65 zu versäumen. ^Frühes.?,. Ja wohlL. Wenn die Wichtigsten undtheuersten,, Hande^, die - höchsten Interessen des. Judenthums gewahrt.. sind^. wenn in dem Hau s e Alles wohl bestellt,,Älles.. in, schönster Ordnung ist, dann gewinnt ,das sogenannte- Gotteshaus eirle ganz andere. Bedeutung; dann heißtes. allerdings I22 QV, dann wird die Andacht; die jüdisch e, von In ne n her aus kommende erhöht in dem erhebenden Bewußtsein, die gleichgesinnten Brüder um sich zu wißen, welche Ein Gefühl, Eine Stimmung, gleiche Pflicht hier vereinigt- und die Synagoge -weiht und veredelt noch den Genuß, den wir so leicht im Gebete finden. Wo aber, wie hier in unserm Kassel, jene Voraussetzungen in gar manchem Hause noch fehlenwo , wie hier , im Allgemeinen eine so krasse Unkenntniß unserer Religion an der Tagesordnung ist, rvo unsere Jugend aufwächst, ohne nur so viel, wie in einer gewöhnlichen Dorfschule, vom Judenthum und jüdischem Wissen erfahren zu haben; da ist es nicht an der Zeit, daß ein Rabbiner sich auf die Kanzel stellt, um zum Synagogenbesuch einzulaven, zur Verbesserrmg des Chores die Söhne der Reichen "äissZMMrn. und^den- Gottesdierlsi noch durch deutsche Gebete und'häufige Predigten zu verlängern: da sollte ein Rabbiner seine Gemeinde über das wahre Verhältniß der Synagoge zum Judenthum äufklären; er sollte ihr zurufen: Verschließet in Gottes Nanien? die Pforteneurer Synagogen! Schließet aber auch z u g l ei ch 'd ie'P forten eurer Werkstä t t e n am Sabb ath^Wollt ihr beten so betet immerhin im einsav.ren Kmnmerchen; ^>22 ^2221X2X 'YL-' aber laßt. euch dafür doch ßie Sp e iseg esetz e — im Hause., und auf der Reise — an das Herz gelegt sein! Mstch.-der einsame Dorfbewohner kann wohl ein echter,,rechtschaffner Jude sein , ohne im ganzen Jahre auch nur einmal die-Synagoge gesehen zu haben. Wer jedoch die, Sabbath- und Speisegesetze nicht hält, aber am hohen Feiertage dem Herrn die Aufwartung zu machen für Bedürfniß,,— vielleicht für Pflicht, — erachtet; dabei auch,,noch Manches Hält, weilcA,-seiner Pietät, seiner Ansicht^, seiner, Bequemlichkeit .entspricht, oder weil er den Muth.nicht besitztgayz mit dem Judenthum zu brechen, der ist nichts weniger als Jude, selhst wenn er. a ls e Pflichten der Nächstenliebe j erfüllte; , er^ .isthöchstens nur ein incynseqüenter Mensch.!-^... ' ... ,, Dchwetzingen, im Juni. Als jüngst S. K-! H., der Großherzog von Baden^ Schwetzingen und seil nen weltberühmten. Garten von Mannheim aus besuchte, wurde Höchstderselbe bei einer dort errichteten Ehrenpforte von. der Gemeinde- und Staatsbehörde! aufs freudigste empfangen. Drei festlich gekleidete Jungfrauen überreichten ein Gedicht und einen Blumenstrauß. Jene drei Mädchen wurden absichtlich von der Gemeindebehörde aus den drei Bekenntnissen: Israeliten, Katholiken und Protestanten, gewählt, um damit factisch zu beweisen, wie in dieser Stadt jedes . Vorurtheil längst verschwunden sei. — Preußen. Berlin, Ende Juni. Sonntag den 27. Siwan! hielt der im Entstehen begriffene Verein der 'Uiw mv eine Generalversammlung. Von einer in einer! früheren Generalversammlung gewählten Commission i waren die Statuten entworfen, und diese wurden > in der gestrigen Versammlung von den Vereinsmit- ' gliedern, deren Zahl sich schon bis gegen 100 ge-! steigert hat, als gut anerkannt. Die Tendenz dieses Vereins besteht hauptsächlich in der persönlichen Krankenpflege durch die Vereinsmitglieder. Neben diesem! wohlthätigen Streben gibt dieser Verein seinen innern i Drang nach Befriedigung religiöser Bedürfnisse dwi durch kund, daß für die üblichen Gebete während! der Krankheit, wie auch nach einem Todesfälle! gesorgt wird. Zu diesem Zwecke wird dieser Ver- , ein eine eigene Synagoge haben, in welcher ganz! nach altem Ritus, ohne Zulassung der geringsten! Reform, der Verein sein Gebet vor Gott verrich-! ten wird. Oe st errei chischer Ka iserst aat.! Batorkeß, Ungarn. Unsre kleine Gemeinde hat,einen sehr großen Perlust erlitten, Der.durch seine,-vielen, unvergleichlich guten Eigenschaften im ganzen Kreise hervorragende -und hochgeachtete,' Herr I e chi el Bin et, Sphn. des Pabbiners zu Stampfen .bffm-wupdeam S. Siwan, im 64. Lebensjahre in ein besseres Jenseits berufen.