Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 6 (4.7.1860)
- Date
- 1860-07-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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wissenschaftliche. Bildung, keine Forschung: -7^ wi r wo llen geistige Finsterniß und weltliche Knechtschaft für-die Juden» Geht in. Eure Ghettis, nehmt den: Trödelsack auf -den Buckel, mauschelt - und, jüdelt -, seid die Verachtung der Welt und das Sprichwort -der Völker, und Eure Religion sei ein? Götzenthum des Buchstaben —- dann seid Ihr Juden! So sprechen sie, das verlangen sie." Er nenne uns einen orthodoxen Rabbiner, der so spricht, der das verlangt! - Es ist eben abgestandener Kohl abgedroschener Redensarten. Derselben Kategorie gehören die unlauteren Motive an, die er wiederum den Unterzeichnern des Protestes unterschiebt, derselben Kategorie die Art und Weise, wie in Nro. 26 der Ph.'schen Zeitung wiederum von den ehrwürdigen Herren Nabbinen Bamberger und Weißkopf und ihren höchst würdigen Söhnen gesprochen wird. Diese Letzteren könnten nicht besser empfohlen werden, als durch die Wuthausbrüche der Ph.'schen Zeitung; man sieht daraus, wie würdig dieselben sein müssen, da sie von der entgegengesetzten Seite so geschmäht, werden. Es sollte uns freuen, wenn, große Gemeinden auf eine derartige Empfehlung hin, sich diese Männer zu ihren geistigen Führern wählten. Und nun zum Schlüsse eine Warnung. Wird Herr PH. uns gerichtlich belangen, so find wir bereit, uns zu vertheidigen; aber misten soll er, daß uns Bände seiner Zeitung zu Gebote stehen, aus denen wir mit leichter Mühe. Dutzende von Jnjurienklagen gegen ihn und seine Knappen herauszulesen vermögen.*) Bange macheu gilt nicht!! Kastei, 1. Juli. Wir haben den Lesern Ihres geschätzten Blattes allerdings ein düsteres Bild, von den Zuständen unserer Gemeinde gegeben; allein was Hilst es, die Wirklichkeit beschönigen, die Wahrheit verschweigen zu wollen? Es bleibt allerdings, Gott Lob! auch des Tröstlichen in unserer Gemeinde nicht, wenig übrig; der jüdische Sinn ist keineswegs in-ihr erstorben, er zeigt sich in gar mancherWohlthätigkeitsanstalt, in -mancher Handlung der Nächstenliebe, die, - das unveräußerliche Erbtheil der Söhne Abrahams, auch bei uns unverwüstlich fortdauert. Aber *): Bezerchnet doch Herr PH. seine Gegner aus orthodoxer Seite, die „hyper-orthodox" zu nennen ihm beliebt, als geistig niedrig stehend und sittlich verkommen. Hört, hört, Ihr Unterzeichner:des Protestes! > . mn so - gebieterischer mahnt uns die .Pflicht, das - noch Vorhandene auch für die Zukunftuns zu .erhalten - und das leider Entschwundene von Neuem uns wieder.zu erwerben: Es wäre -dieswenigstens des Versuches werthr /—7 Allein - dafür geschieht nichts — inan läßt es. eben gehen, wie es geht.-Zwarkann man unfern Rabbinen durchaus. keiner Lässigkeit beschuldigen. . . Er arbeitete über seine Kräfte, bietet freudig zu allem Guten die Hand, unterstützt jedes gemeinnützige. Unternehmen, und laut ertönt sein Wort. > dafür:- Allein wir müssen bekennen, daß es uns scheint, als ob diese Thätigkeit nicht das richtige Object getroffen und daß eines jüdischen Volkslehrers wichtigste und dringendste Aufgabe durchaus nicht - d i e sei, welche Herr Landrabbiner Dr. Adler als? Ziel und Mittelpunkt seiner Wirksamkeit zu erkennen scheint. Wir wissen wohl, welche billige Rücksicht inan der schwierigen Stellung eines Rabbinen unsrer Zeit, der. es gern Allen recht machen möchte, schuldig ist, und wir wiederholen es, daß wir durchaus nicht an den guten Willen des Herrn A d l e r zweifeln; - denn was er verfehlt, ist in der That nur eine Verirrung/ die gar mancher Rabbiner .seit mehr als? dreißig Jahr^ mit ihm theüte und tyM — Wer vie Tyangkett des Herrn Adler seit seiner Bestellung als. Landrabbiner in Kurhessen mit ruhigem,^-unbefangenen Auge beobachtet hat, den muß es bedünken, als wenn er den inneren Halt des Judenthums hauptsächlich...in dem fleißigen Besuch der Synagoge an Sabbath- und Festtagen, und innerhalbdes Gottesdienstes die Predig t als dessen Culminationspunkt erblickt. - Wir können dariu irren und lassemuns mit Vergnügen eines Bessern belehren, glauben aber, daßunsere Auffassung von des? Rabbinen Wirksamkeit die richtige ist. Das Wesen des Judenthums besteht aber keineswegs darin, daß man das Gotteshaus frequentire, Chorgesänge darin anhöre oder mit anstimme und Predigten halte oder zuhöre. Ja, der ganze Synagogenbesuch ist im Vergleiche mit andern religiösen Pflichten von untergeordnetem Werth, so daß in der ganzen Thora nur eine Andeutung davon vorkömmt, und nur mit wenigen Worten des Gebetes .Erwähnung geschieht.- Zwar wird man uns entgegenhalten, daß ja die Alten so viel auf Gebet -und /-,fleißiges Schulengehen" gehalten hätten, und daß man in früheren Zeiten es als Kriterium eines „frommen Juden" gehalten, keine Schule