Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 6 (4.7.1860)
- Date
- 1860-07-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2446952-2446959--00074-2455228- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
63 hat-kein WeWÄch^existirt/ Niit deMIsrael "nicht gekämpft und" das es! nicht lüderdäüerl"Wie; Abraham schon kämpfte mit dein ersten Weltbeherrscher'Nimröd einen ungleichen Kämpf' und obsiegte; in der Kindheit feines Volksthums'! war Israel dem Drucke des mächtigsten Volkes der Urzeit, der-Egypter, preisgegeben und ward nicht erdrückt." Assyrer, Babylonier, Meder, Perser, Griechen, Nönrer, all die Völker, vor denen die Welt im Staube lag, haben ihre Kraft an Israel versucht,-sie haben es beugen, aber nicht vernichten können — jenem Röhre gleich, nach dem Prophetenwort, das vor den Winden sich neigt, aber nicht von ihnen entwurzelt werden kann — die Stürme schweigen und es erhebt sich wieder —, jenem Rohre gleich, von dem der Kalamos (Griffel) genommen wird, mit dem man ,->mn schreibt. Israel behauptet seine bevorzugte Stellung unter den Nationen der Erde, selbst da-sein Land verödet, seine Bäche vertrocknet, sein- Gärten verwüstet, seine Aloe umgehauen; seine Zedern gebrochen, seine Gewässer versiegt, seine Nachkommen zerstreut sind unter den Nationen; wdv o->'i es . wird dennoch höher als Agag sein König sein, und^erheben wird sich ssein Königreich! Möge sich Israel -seine sittliche Größe bewahren, möge es stets durchdrungen sein von der unendlichen Kraftfülle seiner erhabenen Religion, und auch seine politische. Größe hat ihre Zukunft, iinp rrch Ich sehe ihn, doch nicht jetzt; ich schaue ihn, doch nicht nahe, es geht hervor ein Stern aus Jakob, es entsteht ein Scepter aus Israel'. — . Es liegt nicht in . unsrer Macht, diesen Stern hervörzurufen, dieses Scepter emporzuheben „nicht durch Kraft, nicht durch Gewalt, sondern durch meinen Geist!" spricht Gott. —- Zeitungsnachrichten. Deutschland. Mainz- 27. Juni. Vier Wochen -lang hat der Red. .der a. Z. d. I. versucht, uns todt zu schweigen; aber es geht nicht mehr. Unser Blatt hat eine zu große Verbreitung gefunden. In Nro. 26 seiner Zeitung erweist uns Herr PH. die doppelte Ehre, aus uns Zu schimpfen und uns als Judensbin'de' zu bezeichnen^ Im klebrigen hat er es nur zu einer doppelten Retourkutsche gebracht. Wir hatten in Nummer^ 3. dieser Zeitung Herrn PH. und - Herrn Brunner zufannnengestellt und bei einer andern Gelegenheit vor dem Schmutzt der Wschen Zeitung gewarnt; nun sucht Herr PH. den Pfeil nmzukebren, nur mit dem lluterschiede, daß wir uns ans Thatsachen stützten, während Herr PH. aus der Lust greift. Zum Schlüsse droht Herr PH. nrit einer gerichtlichen Klage. Mag er doch! Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir freuen uns vielmehr über das hiermit gemachte naive Zugeständniß, daß uns Herr PH. mit geistigen Waffen nicht zu bekäncp f e n v e r m a g; fehlt es ihnr doch dazu an zulänglichem, jüdischen Wissen. Für Letzteres nur einen Beweis aus der jüngsten Zeit : In Nro. 25. des unparteiischen Organs vertheidigt ein Herr Mendelssohn aus Hamburg die dortigen Klausrabbiiieli , Abfasser des auch in Nro. 4. dieser Blätter erwähnten Protestes gegen die Wiederverheirathung einer Frau, die keinen Get erhalten hatte. Die Klausrabbinen waren in der Zeitung des Judenthums, aus unverantwortliche Weise verspottet worden. Zu dieser Verteidigung macht nun Herr PH. folgende Bemerkung: „Man erinnere sich jedoch> daß es sich nicht geradezu um eine Frau handelte, welche von ihrem Manne noch keinen Get erhalten hatte, sondern um eine solche, welche Wittwe von ihrem, ihr von einem Rabbiner angetrauten zweiten Manne geworden, jedoch von ihrem, unter erschwerenden Umständen nach Amerika entwichenen ersten Manne keinen Get erhalten hatte." Nun frage ich Dich, lieber Leser, der Du das jüdische Gesetz kennst, ob jemals Jemand, der auch nur flüchtig pcn gelernt hat, einen solchen Unterschied zu machen vermag, es aussprechen kann, daß die Trauung eines Rabbiners eine vorhergeschlos^ sene Ehe auszulösen vermag? Was gilt die zweite Trauung nach der ersten, unaufgelösten nach jüdischen' Gesetzen? Nichts, gar Nichts! Aber das weiß Herr PH. nicht; er versteht nur zu schimpfen, zu verdächtigen. Höre, wie er in neuster Zeit die orthodoxen Rabbinen zu characterisiren sucht. „Die Antwort (der orthodoxen Rabbinen) lautet einfach: wir wollen keine Emancipation, keine bürgerliche Gleichstellung, keine