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Der Israelit · 1860-06-27 · Heft 5 (27.6.1860) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 5 (27.6.1860)
Date
1860-06-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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67 . entfernteste ÄrunS^'züx'? BefürchtuÄg vorliege." Der dritte Mmfch aber beweist, daß die Bande der Liebe, ivelche WiL'' und strenge Mebewnftiininung^rKgiöser Gesinnungen und Grundsätze zwischen dem' geistlichen Oberhäupte und' der W'emeinde^'geHaffeü,' mit dem Abgänge^'des etstern Nicht gelöst ÄerdeN. Möge es den: würdigen Manne eine' beruhigende Gewährleistung sür die Zukunst sein, däß die Gemeinde aus dankbarer-'' Anerkennung seiner Um sie erworbeNen Verdienste und in der innigsten Verehrung seines wertheN Andenkens die von ihm hier geschaffenen religiösen Gimndsätz'e hegen und pflegen wird' angeeifett durch das Bewußtsein, daß das liebevolle Auge ihres weisen Lehrers aüch' aus weiter Ferne ihr zugewendet bleiben wird. Möge aber auch 'andererseits ' dieser ausgesprochene Wunsch der Gemeinde eine sichere Bürgschaft' zum Tröste bei ihrem herben Verluste sein) däß ihr ferneres Geschick und das Gedeihen ihrer religiösen Entwickelung an ihm den thätigsten Mitwirker behalten wird. N. H. Fe « L l l e t o n. ihme ivuittlerbinse Fügung. . __ In''einer' Herberge der' großen' Stadt. B. wälzt sich Samuel Herz unruhig auf seinem ärmlichen Lager; er ächzt und stönt und weint, denn die bittre Sorge verscheucht'den Schlaf von seiner Ruhestätte? Samuel war dereinst in seiner Heimath ein geachteter Kaufmann' gewesen. Thorastudium hatte seine Mußestunden ausgefüllt, und die Armen waren seine Hausgenoffen gewesen. Allein die Hand Gottes fing an schwer auf ihm zu lasten.' Sollen wir die Reihe der Unglücksfälle herzählen, die aus dem'wohlhabenden Manne einen beklagenswerthen Bettler machten? Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie dem, welchem sie just paffiret, ewig neu, und mit gebrochenem Herzen mußte Samuel sich zu einer „Wanderung" entschließen, um Brod für seine Familie und wo möglich auch die Mittel zu sammeln, die' ihn in den Stand setzen würden, sich wieder emporzuschwingen. Er hatte einen Bruder in Hamburg, der, zwar selbst nicht wohlhabend, doch sich vielleicht' für ihn verwenden könnte. Wonach greift nicht der Ertrinkende? Die bedeutendsten Nabbinen seiner Provinz hatten (B e ilage z rr St r o. ihm gern Empfehlungen gegeben, Empfehlungen, die sie'-gerührLen Herzens schrieben, und aus denendeßhälb 'die Spräche der Wahrheit überzeugend' redete. Mit diesen und wenigem Neisegelde versehen, hätte' Samuel se'ne Wanderung ängetreten/ von Bl hatte eß große 'Erwartungen gehegt/ wenn auch nur; das Reisegeld.'nach Hamburg zu erschwingen. Allein es gehört zu Allem in dm! 'Wett Geschick und Glücks und das 'AlmosensammelN' soll/gar ein besonderes Talent und ein besonderes Glück erfordern. 'Unser SamUel ward überall abgewresen. ops 2?^ Ops 2212 nx 22m'. Jede Thür, an die er klopfte, fand er verschlossen, jeden Helfer, auf den er gerechnet hatte, fand er nicht zu Hause, und war er einmal so glücklich, einen bekannten (Möaffeh) überhaupt und frei von dringenden Beschäftigungen anzutreffen, sä war sicherlichskürz vor ihm Jemand dagewesen, der den Wohlthäter alle Hilfsquellen hätte erschöpfen lassen, so daß es ihm unmöglich war, außer aus eigenen Mitteln auch das Geringste für unfern Samuel zu thun; — und selbst in die Häuser zu gehen, das vermochte dieser nicht, das war ihm nicht gegeben. Jetzt war seine geringe Baarschaft völlig zu Ende, es blieb ihm Nichts übrig, als in die Heimath zurückznkehren " ^r^-Kü^av.JierrwLifluna.LN Lbeilen; daher seine Schlaflosigkeit, seine Seufzer, seine Thräneu. — Neben ihm schläft auf ebenso ärmlicher Streu <1 Jemand einen gesunden Schlaf, auch ein Bettler, aber ein munterer, fröhlicher Bettler, dieser trägt, sein Geschick freudigen Muthes; wiewohl schon, gebeugt von der Last der Jahre, lebt er fröhlich seinem ihm lieb' gewordenen „Berufe". Zu was Allem kann der Mensch doch Beruf in sich tragen! Jsak Schwarz ist auf der Landstraße ergraut; er würde Großes zu leisten vermögen, so ergreifend vermag er fingirtes Unglück zu schildern, so gut versteht er die Herzen zu rühren; allein man kennt ihn zu genau, und um in eine fremde Gegend anszuwandern, fehlen ihm gute Empfehlungen; diese zu erschwindeln ist ihm noch niemals gelungen. -—'Endlich wird es Tag, Jsak erwacht und hört Samuel seufzen. „Was fehlt Euch denn, ruft er diesem zu, seid ihr krank?" Samuel, der unterdessen aufgestanden, schildert ihm seine traurige Lage. „Habt Ihr Empfehlungen?" fragt Jsak. Der Andre reicht ihm statt der Antwort die Papiere. „Und mit diese n Empfehlung könnt Ihr Nichts machen!" ruft s -es Israelit.)

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