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Der Israelit · 1860-06-27 · Heft 5 (27.6.1860) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 5 (27.6.1860)
Date
1860-06-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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68 Jsak erstaunt, nachdem er einen Blick hineingeworsen. Nehmt mir's nicht übel, Ihr seid sehr ungeschickt. Mit der Halste derselben wollte ich Hunderte zusammenbringen. „Ach, spricht ver Andre seufzend, könnt! ich nur das Neisfgevr nach, Hamburg;dürch^fte.erwexben.^..,,Wieviel braucht Ihr bis nach Hamburg?" — .„tOLHaler!"'— Das. Geschäft wird abgeschlossen; ohne Notar und Zeugen wird die Hälfte der Empfehlungen um den Preis von 10 Thalern an Jsak abgetreten; Samuel eilt in die Synagoge, und. nach dem Schlüsse derselben macht er sich, auf den Weg nach Hamburg. Bon seinen 10 Thalern ist wenig mehr übrig, da er die große norddeutsche Handelsstadt erreicht. Er findet seinen Bruder nicht mehr; der ist vor zwei Monaten nach England ausgewandert. Mildthätige Glaubensgenossen nehmen' sich seiner an, machen ihm ein Sünnnchen zusammen, das er sofort durch die Post nach Hause schickt, um den Hunger seiner Familie zu stillen; er selbst. tritt zu Fuß die weite Rückreise an. /. Jsak hat sich, unterdessen, beeilt,, hie eignen Papiers zu vernichten; ep heißt jetzt Samuel Herz und reist in eine Gegend, die ihn noch nicht als Jsak Schwarz gesehen hat. Er versteht sein Geschäft; bald ist er im Stande, sich einen, bessern Anzug und eine goldne Uhr anzuschaffen. Je nobler er austritt, desto reichlicher "unv reicher fließen "die'Gäben ihm ' zu, die er in Gold umwandelt, denn . Silber wiegt zu schwer und von Papier ist Pseudo-Samuel kein Freund. Jetzt kömmt er nach F., dem Eldorado aller Hilfsbedürftigen. Auch, hier weiß er Alles für sich, zu interessiren; schon hat er 200 Dukaten eingenäht. Allein, es war ihm nicht bestimmt, als Besitzender. zu leben, wohl aber als solcher, zn sterben. Pseudo-Samuel erkrankt, wird in das jüdische Hospital gebracht und stirbt, noch ehe er Zeit gewinnt, Verfügungen über seinen Besitz zu treffen. Er wird begraben, und seine 200 Dukaten nebst der goldnen Uhr werden an die aus seinen Papieren sich ergebende Adresse geschickt. Die, Frau des Samuel Herz erhält die. Trauerbotschaft vpn. dem Tode ihres Mannes nebst dem für -die Arme so bedeutendem-Capitale. Zwar verwundert sie sich schier darob, daß ihr H^rnn noch nach F. gereist sei, wiewohl er vor zwei Monaten geschrieben, daß et den Heimweg anzutreten im Begriffe stehe. Allein die, 200 Dukaten, sprechen zu, deptlich, als daß ein Zweifel aufkommenkönnte. Sie, und ihre Kinder,beweinen den Hingeschiedenen; Gatten und Vater nach Vorschrift. Die Trauertage .sind vorüber; mnter Beistand rund. Rath guter Freund ewird ein GeAäft etabftxt, und .der Wohlstand kehrt wieder ein- — es trübt nur: eins chas. Glücks der Familiedaß der gute Mann und.Vater nicht Theil daran nehmen kann. . Samuel hat,sich unterdeß lange auf dem Heimwege aufgehalten; ex hat es hundertmal versucht, manchen sauren Schritt zu thun,. und neunzigmal ist's ihm mißlungen. Lange . ha.t er in der, Hauptstadt seines Vaterlandes verweilt;, seine Baarschaft . ist' zwar nicht geschmolzen, sie hat sich,-aber auch , nicht.bedeutend vermehrt; nach. Hause hat er nicht geschrieben, er wollte, gern beschwerte Briefe senden und keine bedeutende Bescheerung wollte ihm die Beschwerung ermöglichen. Jetzt kömmt er bekümmert nach B., Wt wieder, die Herberge von damals auf und..gedenkt traurig jenes Geschäfts und .seiner fast nutzlosen Reise. Da öffnet sich die Thür; ein. Bekannter aus derHeimath tritt ein, bietet, abep picht die Hand zum freundlichen Gruße, sondern fährt entsetzt zurück. .->"2 -p-w, nuft er aüs, bist Du denn nicht in F. gestorben? „Ich bin in meinem Leben nicht in F. gewesen," spricht Samuel erstaunt. „Und die 200 Dukaten und die aöldne^ULrL^-- . . Unsernr armen- Samuel häuft sich Näthsel auf Nsithsel. Er eilt in bie.Heimath und findet bgld die Auflösung; allein vergebens bemüht er sich, einen rechtmäßigen Erben des alten Jsak zu finden, dem er als ehrlicher Mann wenigstens einen Theil des Erbes zurückerstatten könne. Jsak hatte weher Frau noch. Kind jemals gehabt, weder Bruder noch Schwester; Samuel beräth sich mit demMabbiner,, und dieser, spricht: „Genießet froh, was Gott Euch beschießen. Sagt' ich's Euch nicht, als ihr Euch fürchtetet, die Reise anzutreten: ^.p,. Gott, stehen viele Mittel zu Gebote, um zu helfen? Ihr verstandet nicht für Euch zu sammeln, da schickte Euch Gott den altep Jsak, der auf Eure Empfehlungen hip- und in Eureiu Namen jene bedeutende Summe zusansprengebracht; und nun hat sie Euch Gott geschickt, als, dem rechtmäßigen. Efgenthümer , dem hie. Mildherzigen ihre Spenden -zu geben vermeinten. „Der Böse bereitet^, und der Fromme wird's genießen!". — 8.-8.,

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