Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 5 (27.6.1860)
- Date
- 1860-06-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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ung glänzendes sein müsse, ü Hier: aber-in der FranbsÄrtevlneuenkSynagoge-r zeigt sich-Wieder! einmal: in eclatänter Weise, - wie alle> die äußern Mittel) Andacht zu erregen) unwirksam bleiben, wie alle: die neuersundenen Lockspeisen doch den alten 'Kern voninnerer Frömmigkeit nicht ersetzen- -können, die den echten Juden innewohnt. — Zwar war bei der: Gelegenheit ihrer Einweihung'die Synagoge gedrängt voll. Selbst viele Christen waren begierig , der Feierlichkeit mit beizuwohnen und die Einweihungspredigt mit anzuhören) die Herrn Stein so viel Ehre und Ruhm bringen sollte! — Allein schon am ersten Sabbath-Morgenals einSynagogen-Vorstandsmitglied, eine U eb erfüllung des Hauses befürchtend, den Gensdarmen scharfe Ordre gab, Niemanden ohne Eintrittskarte zuzulassen, zeigte sich ein so schwacher Zudrang von Andächtigen, daß dasselbe umsichtige Synagogen-Vorstands-Mitglied sich bewogen fühltejenes Verbot schleunigst wieder austuheben, damit im buchstäblichsten SiNne durch Lückenbüßer aller Art die leeren Räume gefüllt würden. Geht man aber jetzig also nur drei Monate nach der Einweihung, in die neue Synagoge, so' erblickt man kaum die Hälfte der Stätten besetzt, und diese Hälfte besteht zum kleinsten Theit aus Mitgliedern der Gemeinde. Außer den besoldeten Dienern der Synagoge erblickt man unter den Besuchern meist solche, welche entweder schon gebetet haben oder überhaupt nicht beten, viele Neugierige, Arme, Soldaten, Gähnende und Singende. Die deutschen Gebete, die Rabbiner Stein abwechselnd mit den hebräischen des Cantors vorträgt, beschämen manches schöne Stückchen uns an Länge, und wenn Herr Stein, — was mit zur Weihe und Salbung gehört — die vielverschiedenen Plätze auf und absteigt, von denen aus er seine Gemeinde haranguirt, so wird es einem gar wunderlich und schwindlig zu Muthe. War nün überhaupt der ganze kostspielige Bau kein Bedürfniß gewesen, so hatte er doch das Gute, daß die arbeitende Classe etwas dabei verdient hat, obwohl die ungeheuren Summen allerdings nutzbringender hätten verwandt werden können. Bleibenderer Nutzen würde jedoch daraus erwachsen, wenn andere Gemeinden sich dieses Beispiel zu Warnung; dienen ließen und zu der Einsicht gelangten, daß das Heil des Judenthums nicht auf gottesdienstlichen Reformen beruht, und daß das ganze theatralische? Beiwerk nicht im Stande - ist, '..1/ die Herzen zu erwärmen, noch weniger einen d endenden Kops auf, die Dauer zu, fesseln. , -. , . Preußen. Der Didaskalia wird Folgendes berichtet: Köln, 9. Juni. Eine kurze Erzählung der Geschichte des Friedhofes unsrer Israeliten dürste sich um so mehr rechtfertigen, als dieser Todtenacker. gerade jetzt unfern Stadtrath Im Mittelalter begruben die Söhne Abrahams ihre Heimgegangenen südlich von Köln, am s. g. „tobten Juden"; als aber die Israeliten in jener barbarischen Zeit, wo man sie allenthalben in Deutschland mit Feuer, Schwert undi— Brunnen verfolgte, auch Köln verlassen mußten, 4m Ich in Deutz, anzusiedelnkonnten sie dennoch Mcht -on der Pietät lassen, die Gebeine der Kinder zu denen der Väter zu versammeln: Sie fuhren in der Nacht in Nachen ihre Verstorbenen über den Rhein und bestatteten sie am „tobten Juden." Natürlich konnte das dem Kölner Magistrate auf die Dauer nicht verborgen bleiben, und er beschloß in seiner Entrüstung, diesem Treiben dadurch ein Ende zu machen, daß er am „tobten Juden" einen Galgen errichten lasse, um daselbst fortan die Verbrecher zu richten. Die Israeliten, durch diesen Vorgang tief verletzt, richteten sich in Deutz einen Friedhof ein. Als im Laufe der Jahrhunderte mildere Grundsätze Fuß faßten und Israeliten wieder der Einzug nach Köln gestattet war, begrub man auch von hier aus die Tobten nach Deutz. Jetzt, wo die Militärbehörde zu fortificatorischen Zwecken einen Th eil des israelitischen Friedhofes in Anspruch nehmen mußte, wodurch dieser für Deutz-Köln zu klein wurde, beantragte die hiesige Gemeinde von der städtischen Verwaltung das nöthige Terrain zur Anlage eines Friedhofes. Der Antrag wurde in die gemeinderäthliche Commission verwiesen. Diese faßte den in der That überraschenden und denkwürdigen Beschluß, die Israeliten könnten ihre Tobten auf dem Kölner Friedhof, also zwischen Katholiken und Protestanten, bestatten. Da klage man noch einmal über Intoleranz der h. Stadt! Sie dürfen aber nicht erwarten, daß die Israeliten daselbst schon mit dem Begraben den Anfang gemacht; denn dazu wird es doch nicht kommen, und nicht kommen. können. Der Herr Oberbürgermeister und die Majorität des