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Der Israelit · 1860-06-27 · Heft 5 (27.6.1860) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 5 (27.6.1860)
Date
1860-06-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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51 . . Alles durch N a tü r g e.s etz^. Wx. haj: denn..das Naturgesetz gegeben?: Es sich selhst? .^o »erklärt das Naturgesetz, so Wendet es atz,! Oder ist alles Dies nicht wahr-? Spricht er nicht, der Mensch, denkt er nicht, füblt, schmeckt, riecht, sieht er nicht, weilman es sich nicht .erklären kamt? Des Menschen ganzes Leben ist wunderbar, nur ist dieses Wunder ein so alltägliches, daß es uns nicht mehr als ein solches erscheint; und wie Gott täglich diese Wunder thut, so hat er zu gewissen- Zeiten wieder andere Wundergethan, über die nur Kleingläubige ungläubig den Kopf schütteln, weil -sie Seltenheiten sind. Je wundervoller man npch die Natur finden wird, He eher wird der Mensch wieder zum ehrwürdigen Glauben an Gott und seine Thaten zurückkehren, seine eigne Winzigkeit fühlen und anbetend vor dem Herrn der Natur in den Staub sinken. Der Nationalismus, der, wie nicht zu läugnen ist, sich mit dem Aufschwung der Wissenschaften so sehr entwickelt hat, er muß. bald Zusammenstürzen, weil ihn: die wahre. Basis fehlt. Die Wissenschaft hat sich seit den letzten Decennien überraschend, außerordentlich entwickelt und mußte auch manches Ueble als Folgen haben (aber nur, weit man es mcyr so icyneu versrano, sie richtig zu gebrauchen), Folgen, die eben so rasch verschwinden werden, wie sie aufgetreten sind. Sie sind wie die Meteore, die plötzlich in hohem Glanze am Firmamente erscheinen, um sogleich als dunkle, rohe Körper in der Erde Schooß zu fallen. — Wie aber soll man der Wissenschaft huldigen? Wie gewährt sie den ersprießlichen Nutzen? Durch Religion! mit Religion! Religion im Herzen und die Wissenschaft ist ein himmlisches Gut. Wie aber wird der Jude wahrhaft religiös? Durch das Studium im Gesetze. Das Gesetzesstudium muß das Fundament sein zu weiteren wissenschaftlichen Forschungen, denn es allein ist der Faden, an dem der Mensch aus dem Labyrinth von Jrrthümern ans Licht der Wahrheit sich hinzuleiten vermag. Aber diesen Faden läßt man so oft fallen, man glaubt bereits über das alte, ehrwürdige Gottesgesetz hinausgekommen zu sein. Abgesehen davon, daß das Studium des göttlichen Gesetzes, vom. Standpunkt der allgemeinen Wissenschaft aus betrachtet, schon als nothwendig erscheinen muß, so liegen für uns noch ganz andre Momente vor, die uns zu demselben veranlassen. Die . , heilige Schrift, und die. mündliche Lehre, Mschnah und Talmud, sind der reinste Ausstuß göttlicher Weisheit; wir schauen gleichsam die Gottheit in ihr. Durch unser Studium, das gewöhnlich das Beachten nach sich zieht, hauchen wir dem als todt vor uns stehenden Buchstaben Leben ein, Gott lebt in und um Utzs, . ,-WIL' .UM '"Ql I7V. Wer Nvck) ein Anderes muß uns die Thora lieb und werth machen, so werth, daß wir auch die kleinste Gelege'n- -heit, sich in ihr zu unterhalten, mit Freuden begrüßen müssen. „Die heil'ge Stadt, das heil'ge Land, Dies sind die Worte eines frommen jüdischen Dichters*), die in unser Gefühl tiefeingreifend zu uns reden. Gegenstände, die uns aus einer schönen Zeit übrig geblieben sind, wecken in uns die angenehmsten Erinnerungen; die schönen Zeiten, sie veranschauwir unser gegenwärtiges Leben an das vergangene an und erleben dasselbe abermals in unsrer Vorstellung. Ja, nicht einmal desselben Gegenstandes bedürfen wir: Alles, was uns nur an jene Tage erinnern könnte, was mit Dingen aus jener Zeit sich auch nur annührungsweise vergleichen läßt, erweckt eine selige Wonne in uns. Welch' eine Freude bereitet es uns, im fremden Lande einem Menschen zu begegnen, den wir in unsrer lieben Heimath oft gesehen! Ein Ton, den wir oft in unsrer Heimath gehört, eine Melodie, die in unsrer Kindheit oft unserm Munde entströmte, wecken sie nicht Frohsinn und Freude, fern von der Heimath, fern vom Kindesalter gehört? Ein Geschenk, das uns von einem theUren Freunde gegeben, wie gern sehen wir es nicht bei uns, um nur recht oft an diesen Freund zu denken, und hüten es zugleich mit ängstlicher Liebe, daß es nicht verderbe, daß es keinen Schaden nehme! Und die Thora, das Einzige, das uns noch erhalten ist O.i-Q-r ri'22 ->w/^ür den Rüsttag des Rosch-haschanah. i

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