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Jüdische Zeitung · 1920-12-17 · 32 (17.12.1920) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
14 (1920)
Issue
32 (17.12.1920)
Date
1920-12-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 denn die einzige Arbeit; die es noch gibt, ist die beim Straßenbau zwischen Haifa und Nazareth (man ist noch froh, daß man eine Solche Art gefunden hat) und diese Arbeit ist sehr schwer. Auch das Fieber grasiert in dieser Jahreszeit (am Ende des Sommers). Viele der Einwanderer beschwören sich darüber, daß jnan ihnen die Lage nicht früher - dargestelit hat; hätten sie sie gekannt, so wären sie nicht gekommen; sie schimpfen über die zionistische Organisation und über alle Palästinaämter. Und wenn die Sache schon so ist, wo sich die Zahl der Einwanderer auf Hunderte berechnet und es schließlich ja doch noch Lücken von früher * her gibt, in die man einzelne Arbeiter hineinstecken kann, was wird geschehen, wenn Einwanderer nach Tausenden kommen und die noch vorhandenen Plätze von alten Einwanderern bis auf den letzten Winkel ausgefüllt sein werden? „Nach den letzten Nachrichten,“ sagt „Hapoel Hazair“, „\yird die Lage infolge dies Anbei tsmangels immer schwieriger. Gefahr und Untergang droht sogar den bereits bestehenden Arbeitengmippen. Die zionistische Organisation befindet sich gegenwärtig in einer schweren Krise infolge des Mangels eines detaliierten Arbeitsplanes und' der nötigen Geldmittel zum Aufbau des Landes.“ .Wenn dem' so ist so ist das Heilmittel dagegen dile Schaffung eines Planes und die Gewinnung von Geldmitteln, . nicht aber „der Aufbruch von Einwanderermassen, weiche Fleiß. Arbeit mid schöpferische Kraft in das Land bringen“ — und dann dort beschäftigungslos herum gehen. Di© Organisation ist Schuld •^(laran, daß sie kein Geld hat, gut, aber bevor sic Geld hat um Boden zu kaufen und ihn vorzubereiten, Boden zu kaufen zur Aufforstung, Geräte anzuschaffen. Holz und Steine zu erwerben und Häuser zu bau-e^i oder sonst irgend welche Arbeiten zu beginnen, muß di© Einwanderung mit allen möglichen. Mitteln gedrosselt werden. Es ist besser, daß die Auswanderungsbereiten an Ort und Stelle bleiben, als daß si'e in den Straßen von Jaffa herumgehen, den Palästinaämtem fluchen und an die Türen des „Waad Hazirim“ klopfen, damit er ihnen Arbeit gebe, obgleich doch keine Arbei t da ist All das ist jedermann. bekannt und trotzdem gibt es noch immer eine ßichtunz. die predigt: Die Massen sollen aufbrechen usw. Nicht' etwa; weil diejenigen; die so predigen, überzeugt wären. d3ß Massen ohn© Geld zu irgendeiner schöpferischen Arbeit fähig wären, sondern aus einem anderen Grande: sie glauben nicht an die Kraft des Volkes und der Organisation und meinen, daß man sie vor entscheidende Tatsachen stellen muß. Es wird ..Arbeiter“ geben, die nach Brot hungern, in den Straßen von Jerusalem und der anderen Städte' henungehen und ein lautes Geschrei erheben. das an allen Ecken und Enden der Diaspora , ..vernehmbar sein wird, und dann wird das Volk erwachen und die Taschen öffnen. Das äst das System, das unter den europäischen Juden traditionell war. euch wo es sich tun ihre privaten Angelegenheiten handelte: hat man irgendeinen Pfennig in -der Tasche, beginnt man ein Geschäft und — Gott wird weiterhelfeo. Ein gewisser Politiker hat dieses System durch ein Bild bezeichnet: Man muß nur ein Grübchen graben, das Kügelchen wird schon kommen. Aber wir sollten aus der Erfahrung doch schon, etwas gelernt haben, ln unserer Bewegung gab es schon zweimal eine Panik, die erste im Antang, als die ,J3 i 1 u“ nach Palästina gingen: -die meisten von ihnen kamen zurück, wie sie gegangen waren, und der übrigen erbarmte sich der ..Baron” in seiner Gnade und baute ihnen . im Verlauf von 20 Jahren Kolonien, die zehnmal teurer kamen, als wenn man systematisch nach einem bestimmten Plan vorgegangen wäre. Die zweite Panik trat . nach der Vertreibung von Moskau ein und auch damals gab es keinen Erfolg. obwohl diesmal auch Kapitalisten beteiligt waren. Und jetzt stehen wir vot der dritten Panik, deren Ende -nicht anders sein wird als .das der früheren, wenn wir nicht Mittel ergreifen, um -die wirkliche Krise, die ihr auf den Fersen 'folgt, iim vorhinein abzuwenden. Es ist ein allgemeines Gesetz: Ein Aufbau, der durch äußeren Druck veranlaßt ist, der dazu dienen soll, um Arbeitern Beschäftigung und armen Teufeln Verdienst zu geben, ist kein Aufbau. Aufforstung um der Aufforstung willen an geeigneten Stellen, mit einem bestimmten Zfelim Sinne und mit einein überlegten System von Anfang an ist nötig- Anders kann man nicht aufbauen. Aber diese Aufforstung um des Lohnes der Arbeiter willen, die hungrig dastehen und Beschäftigung brauchen, wird scheitern und der daraus entspringende Schaden wird größer sein als der augenblickliche Nutzem AH die ..öffentlichen Arbeiten“. über die jetzt soviel geredet wird, -erfordern ganz besondere Vorsicht denn zum größten Teil gehören Sie gar nicht in den Kreis zionistischer Arbeit, da der aus ihnen erwachsende Nutzen nicht uns zugute kommt sondern der Landesbevölkerung., Der Bau einer Straße durch ein Gebiet. das nicht uns gehört bringt Vorteil für die Grundbesitzer der Umgebung und für 'die Bauern, ■die m der Nachbarschaft siedeln, verteuert den Boden und festigt die Lage anderer, nicht aber de unsrige. Unsere Arbeiter werden während einiger Monate Lohn bekommen, dann aber in der Luft hängen oder nach Amerika auswandern. Und ebenso liegt die Sache in anderen Zweigen und insbesondere auf dem Gebiete der Bewässerung. nach der wir so dringend verlangen, weil sie so viel Arbeiter beschäftigen kann. Die Tatsache. daß es Einwanderer im Lande gibt die hungern, kann alle wirkliche schöpferische Arbeit unmöglich machen. Geld und Pläne müssen vorher •da sein und nicht nur Geld und Pläne, sondern ä-uch der Boden, die Geräte und alles, was sonst nötig ist. damit der Arbeiter sogleich nach seiner Ankunft im Lande auf seine Arbeitsstelle gehen JÜDISCHE ZEITUNG kann. Nicht auf der Zahl der Einwanderer beruht die Arbeit sondern im Gegenteil, die Zahl der Einwanderer ist abhängig von der Summe des Geldes, die für gine andere Arbeit zur Verfügung gestellt wird. Einwanderer, die haufenweise zu' ihrem eigenen Ueberdruß in Jaffa liegen und Zeire Zion, oder andere, die das Land kreuz und auer durchstreichen, wirken schädlich -und leisten keine schöpferische Arbeit Ich kenne die gepflegte .und ungeduldige Golusseele. die so rasch als möglich in die Freiheit hinaus will und sicli die „schöpferische Arbeit im Lande der Väter sicli in d-rn schönsten, Farben ausmalt Solche Menschen haben wir nach Millionen, und wenn einige Tausende von ihnen aufbrechen und sogar wirklich das Ziel ihres Stre- •bens erreichen, wird die .Bedrängnis der Gesamtheit nicht kleiner werden. Wenn wir zweitausend Jahre gehofft haben, muß es möglich sein, noch ein paar Monate zu hoffen, der Keren Haiessod hat bereits seine Arbeit aufgenommen. es werden Mittel da sein, sicherlich nicht im Ueberfluß. aber ausreichend für den Anfang. Wenn aber derFonds zunächst eine philantropische Tätigkeit airsüben muß. bevor noch Arbeit vorhanden ist. nicht Arbeiter bezahlt, sondern :Leute, -die auf die Arbeit warten, und sich mit Aufgaben -befaßt' die nach Wohltätigkeit schmecken, nicht aber schöpferische Arbeit darstelleri. dann fürchte ich, daß die Arbeit überaus schwer sein wird und vielleicht, vielleicht -sogar für lange Zeit unmöglich. . . Die Lage der Chaluzim Die amerikanische Journalistin Barbara de Porte, welche gegenwärtig Europa bereist veröffentlicht im Jüdischen Korrespondenzbüro unter dem Titel „Eine ideale Bürgerschaft für einen Idealstaat“ ihre Beobachtungen über die Palästinawanderer in Triest: I .„Ein Zionist der jetzt nach Triest kommt dort die Baracken besucht, wo die künftigen Bürger Palästinas vor ihrer Abreise sich aufhalten und mit den jungen Leuten spricht wird von geteilten Gefühlen beherrscht: einerseits eine außerordentliche Bewunderung für diese jungen-Burschen, und Mädchen, für ihren Mut ihre Selbstverleugnung und Intelligenz, für den Frohsinn, mit dem sie ihre Opfer darbringen, für die Geduld, mit welcher sie Hunger, Kälte und Erniedrigung ertragen, alle .Entbehrungen, denen sie sich selbst für ihr Volk unterwerfen; anderseits ein tiefer Zorn über ein System, welches ihnen dertartiges auferlegt und sie soviel ihres Selbst geben läßt — Zorn und Entrüstung über' ein Volk,' welches seine Jugend sc in Anspruch nimmt und ßo gedankenlos ausbeuten läßt. Ich verstehe nichts von der von der zionistischen Organisation. ipraktizierten -EinwandernngspoK-t8k...yon den Plätten .nach welchen ihre Komitees "afbegt-at. Ich ^fiß. nicht welche; Mittel: in ihrem 'Budget für d*e Auswanderung-bereit. ge- " stellt sind und ob sie, den. ..Chaluzim“ finanziell können oder nicht Aber das .weiß ich und ich habe' das bestimmte Gefühl, daß -ein System, auf welches die Situation der „Chaluzim“ keinen großen Eindruckmacht lieber nicht-bestehen sqllte unddaß ein Volk, welches seine Jugend so -schändlich vernachlässigen kann, das Ideal, welches es anstrebt, nicht verdient Ich kam nach Triest mit einer Freundin, welche fremden Stammes ist und: ging mit ihr die „Chaluzim“ besuchen. Ich muß gestehen, daß einer der Gründe, weshalb , ich sie mitnahm. das nicht allzu edle Bedürfnis war,, ihr etwas Großes zu zeigen. Ich war so stolz auf diese Offenbarung der Verwirklichung unseres Ideals.. Ich sagte zu ihr: „Ihr Christen stellt euch gar nicht vor. daß wir unser Zion schon aufbäuen. Ihr denkt noch, daß der Zionismus eine esoterische Bewegung -ist. eine Abstraktion. Kommen Sie und sehen Sie sich unsere jungen Einwanderer an und Sie werden sehen, was für ein© reale Sache es ist.“ Und ich sagte ihr noch: „Ein Volk, -das eine -solche Jugend hat, hat keinen Grund, zu verzweifeln.“ , ✓ So kam sie mit mir. Ich hatte wohl zuviel geprahlt Hier waren siel unsere Pioniere, wenigstens 250 von ihnen. Blasse, müde Gesichter, aber kein einziges gewöhnliches Gesicht in der ganzen Gesellschaft Sie waren alle jung, der Jüngste 16. der Äelteste 25. Alles, in allem eine ideale Bürgerschaft für einen -idealen Staat ,.Da zog mich meine Freundin beiseite und fragte mich, was sie wohl für den Verkauf ihrer goldenen Uhr bekommen könnte, des einzigen Schmuckstückes von. Wert, das sie hatte. Sie' ‘verkaufte sie noch denselben Nachmittag Darm betrachtete sie ihre Kleider und zog jedes Stück aus. welches sie nicht unbedingt selbst brauchte und als wir wenige Stunden später wieder zu den Baracken kamen, nahmen wir das Bündel mit. Wir sprachen nicht viel, aber eine Bemerkung machte mich stutzig. Sie war zugleich eine Warnung und eine Anklage: „Es sei wahr, daß ©in Volk, welches eine solohe Jugend hat. viel zu hoffen hat Aber ein Volk, welches seine Jugend grausam und undankbar behandelt, hat eher Grund zu verzweifeln“. Wie war denn -die Lage .dieser iüdischen Kinder, daß sie meine Freundin so tief berührte? Diese 250'„Chaluzim“ lebten unter Bedingungen. die einen gewöhnlichen Menschen unbedingt verkrüppeln, wenn nicht umbrivigen müßten. Die Reise von Triest nach Alexandrien macht ein gutes Schiff unter normalen Umständen iii vier Tagen. Aber die „Chaluzim“ reisten eben nicht unter normalen Umständen, ebensowenig war. ihr Gesundheitszustand und ihre Ausrüstung ©ine normale. Sie fahren auf 'einem Frachtboot, für welches ©ine 23tägige Fahrt schon eine -Höchstleistung -bedeutet Sie fahren ferner vierter Klasse, was bedeutet daß sie täglich 24 Stunden auf Deck verbringen- Und sie waren nicht einmal schlecht, sondern sie waren -einfach überhaupt nicht ©auipiert Ich sah. was sie'anhatten. Sie sprachen nicht selbst darüber, aber als ich mit Kreuz- und Nr. 32 ■ Querfragen in sie drang, hörte'ich eine.Jammervolle Geschichte. Sie sind .17 Wochen von Lemberg naoh Triest gereist iMau hat sie mit: Visen und Pässen gequält vor altem aber hatten Sie' .unter der andauernden Entwertung ihres Geldes, der Krone; zu ieiden. Ihre Heimat haben sie mitten - im Sommer verlassen. Das gaben -einige als Ghidd -dafür an. daß sie keine Winterkleider hatten. Die Kleider sind jetzt so teuer nnd sie dächten, sie würden -sie jetzt nicht brauchen, so ließen sie'sie zu Hause für Schwestern und Brüder. Manche haben einiges Bettgeivand mit. -aber im übrigen nur die Kleider, welche sie anhatten. Ein Mädchen und zwei Jungen hatten nicht einmal leichte Ueberröcke.. Un i während man auf einer gewöhnlichen Reise mit Nahrung gilt versehen ist hatten diese Passagiere -für ihre Verpflegung während der' 23 Tage selbst zu sorgen und es war ihnen natürlich unmöglich, ach mit warmen, nährenden Speisen zu versorgen, -die auf einer solchen.Reise unbedingt notwendig sind. Ich habe früher gesagt, daß ihr Gesundheitszustand kein guter war. Wie hätte es auch anders sein können? So wie sie' waren, während langer Reisewoohen. dem-Hunger, der Kälte und Unannehmlichkeiten ausgesetzt, irgendwie und .irgendwo schliefen sie. in Ställen auf dem Lande, in Betten, die aus Tischen und Stühlen in einem Pratercafe in Wien improvisiert ■ waren, auf Stroh in -nassen Feldern, in zugigen Baracken ohne Wärme und Licht -aber immer mit der. blau-weißen Falrne und einem -Bild, von Herzl ausgerüstet Sie hatten niemals auch nur halbwegs genug zu essen. Einige Wochen waren sie von dem allgegenwärtigen und allgewaltigen Joint gefüttert worden, zu anderer Zeit von ihren; zionistischen Organisationen, aber sie -bekamen niemals mehr als eine. Mahlzeit täglich ohne Fleisch, ohne Brot -lange nicht genug, -um den Hunger zu stillen Das war .ihr Leben .während vier Monaten Aber zu der physischen Oual des Hungers waren auch noch seelische Oualen getreten. Sehr oft mußten sie fürchten, daß man sie zurückschicken und sre nicht in das versprochene Land lassen werde. Sie wurden vielfach aufge- - halten und verbrauchten so ihr Geld, welches sie beiseite gelegt hatten, um auf dem Viehtransnorfdampfer nicht Hungers zu sterben. Mit wenigen Ausnahmen hatte jeder von diesen Pionieren von zu Hause genug Geld für -die Reise mitgenommen. Aber natürlich nicht genug, um vier Monate zu leben. Solchen Prüfungen kann keine Lebenskraft standhalten. „Wieviel Geld habt Ihr jetzt für Nah- ' rang?“ fragte ich. „Wie wollt ihr, euch :etwas kochen während dieser 23 Tage auf Deck?“ Sie . schüttelten bloß die Köpfe und sagten mit -ihren herzbrechenden Lachen: „Es wird sohon vorübergehend1 Sie müßten sich für Palästina abhärten und müßten an Entbehrungen gewöhnt sein, wenn sie an' den' Straßen von Palästina Steine brechen sollten. Um zu verstehen.- -was. diese Reise für diese Kinder bedeutete, muß man sich nur die Ver- : hältnisse -'vor-stellen.' Bin: früher -.WS-rrter.-Latte in ■ Mittel- und Osteuropa eingesetzt, an -$lem Tag. an dem -diese Kinder .abreisten, wehte die Bora. Auch . wenn man erster Klasse fuhr, warm -und -gut gegessen hatte. WollWäsche -und P-elzröcke hatte, drang einem dieser Wind bis ins Innerste. , Es - schauerte uns davor, uns auszumalen, -was -diese ausgehungerten blutarmen -Kinder in diesen drei Wochen und Deck erwartete. Vielleicht kommen sie später in wärmere Gegenden, aber diese sechs ■ Stunden hatten fast genügt, um meiner Freundin eine Lungenentzündung -zu verschaffen. -Und: wenn sie in' wärmere -Gegenden kommen, so kommen sie in Regenzeit , . Wenn einer von ihnen Erez-Israel. das Land seiner Väter lebend erreicht so weiß nur der Gott Izraels wie das möglich war. Als die „Chaluzim“ erfuhren, daß ihre Geschichte Journalisten von der christlichen Presse erzählt wurde, baten sie uns. nicht -darüber zu schreiben. „Es wird1 vielleicht ein schlechtes Licht auf .pnser Volk werfen“, sagten sie. Wir mußten ihnen versprechen, daß wir es den Christen nicht erzählen würden- Gut Wir haben ihnen unser Wort gehalten, so wie sie Wort und Treue -den Juden der ganzen Welt -halten. Brief aus Kohstantinopel Die zionistische Bewegung iin KoMstarnffnopel ist.noch sehr jung . Obwohl Konsfcantinopel' stets der Wohnsitz bedeutender zionistischer Männer, wie Jakobson, Jabotinsky Lichtheim, Dr. Elias Auerbach, war auch Dr. Ruppin hat eine Zeitlang dort gewirkt), konnte die Bewegung keline -tiefere Wurzel fassen. Nach federn Aufschwung kamen wieder . Rückschläge, welche die ganze geleistete Arbeit zunichte machten. Die Ursache dieser Rückschläge ist äm Mangel an wirklicher Intelligenz und im groben Materialismus bei den dortigen Juden, besonders bei den Spaniolen, zu suchen. Erst nach San Remo beginnt ein neuer AuL schwung, welcher <fen vielen russischen Flüchtlingen ,di.e ihre zionistische Gesinnung bereits mitgebracht haben, zu verdanken ist. Die Arbeit Wird aber durch die „Allianz“, die durch vi-eljähriffe Tätigkeit großen Einfluß auf -die dortigen Juden gewonnen hat, wie schon früher durch den'gewesenen Chachambaschi Chaim Nachum 'und seine Anhänger .erschwert Trotzdem gelang es durch unermüdliche Arbeit Dr. Caleps; des offiziellen; Vertreters der zionistischen Organisation, der noch als Student in Wien als einer der ersten der zionistischen Bewegung sich angeschlossen hat so wie seiner Mitarbeiter Moritz A-bram, Gezelter und anderer die zionistische Föderation für die Türkei zu schaffen. Diese Föderation, die früher für -die ganze Türkei gedacht war, beschränkt jetzt ihre Tätigkeit, zufolge -der politischen Verhältnisse, nur auf Konstantinopel und seine Vororte und um-

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