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Jüdische Zeitung · 1920-08-20 · 24 (20.8.1920) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
14 (1920)
Issue
24 (20.8.1920)
Date
1920-08-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 24 mmzm zewarn oeite 5 stigten und idealistisch veranlagten, aber meist ohnmächtigen und oft unpraktischen Führern bisher nicht gelingen wollte, muß nicht auch dem großen Organisator und Verwaltungskünstler Samuel schwer fallen. Auch mit den Arabern kann man zu einem Verständnis kommen. Davon zeugen die Worte, die die zugleich mit Jabotinsky m Akko aus dem Gefängnis entlassenen arabischen Pogromhetzer sagten. Die zwei wegen Anstiftung der Judenkrawalle verurteilten arabischen Führer ergriffen gerührt die Hand Jabotinskys und sagten ihm im Angesicht einer größeren Menschenansammlung: „Wir bitten dich und dein Volk um Verzeihung für alles, was vorgeiallen ist. Wir sind geblendet und durch schlechte Berater irre geführt worden. Man hatte uns erzählt, daß der Judenmassaker für die gute Sache der Araber und gegen die Zionisten wirken werde. Jetzt haben wir die Deklaration des hohen Kommissärs gelesen und den Irrtum eingesehen. Wir sind überzeugt, daß uns nur Gutes beschießen ist, wenn wir mit den Zionisten zusammen arbeiten.“ Solche Bekenntnisse kann man jetzt häufiger hören, wenn auch die giftigen Stimmen von Unruhestiftern noch nicht aufgehört haben. Alles hängt jetzt mehr denn je von uns selbst ab. Und daß wir unsere Pflicht zu tun gewillt sind, müssen wir in allen Ländern und mit allen Kräften beweisen. (Isr. Wochenbl. i. d. Schweiz.) Palästina Kafr - Urieh (Kiriat - Mosche). Die „Palästina-Land-Erwerbs-Organisation“ (P.L.E.O.), -deren Sitz früher in Bialystok war und gegenwärtig in Warschau sich befindet, hat mit Unterstützung der „Orient Colonising Co.", dies Finanzinstituies der A.I.K.O.. zwischen Jaffa und Jerusalem an der Bahnstation Seyed die Kolonie Kafr-Urieh gegründet. Der Weltkrieg hat die Mitglieder dter P.L.E.O. an der Uebersiedlung gehindert und die vorläufige Bewirtschaftung der Kolonie zerrüttet, obwohl das Palästinaamt in Jaffa ihr während der kritischen Zeit nach Kräften bei stand. Im Juni beriet niun in Warschau ehre Versammlung der Mitglieder der P.L.E.O. untier Beteiligung von Dr. Alfred Nossig als Vertreter der „Orient Colonising Co.“ und der „A.I.K.O.“ über die Wege zum Ausbau, der Kolonie. Es wurde festgestellt, daß von den 30 beteiligten Familien -nach Beendigung des Krieges 5 ihre Angehörigen bereits nach Kafr-Urieh entsandt haben, und daß die Uebersiedlung von 10 weiteren Familien unmittelbar bevorsteht. Auch alle übrigen Mitglieder, von denen man Kunde erhalten hat, sind fest entschlossen, trotz der erschwerenden Valutaverhältaisse unter den größten Opfern baldigst nach Erez-Israel zu Ziehen und die Bewirtschaftung ihrer Bodenanteile zu übernehmen. Die meisten Familien haben Angehörige, welche mit Ackerbau, Gärtnerei, Milchwirtschaft, Geflügelzucht, Obst- und Gemüsebau bereits vertraut sind. Manche betreiben auch Industrien, die sie unter Mitnahme ihrer Maschine nach Kafr-Urieh verpflanzen möchten. Die für die. Ausgestaltung der Kolonie notwendigsten Maßnahmen sind die Parzellierung des Bodens, idle Anlage eines Brunnens und der Bau von Häusern oder Baracken. Die Versammlung beschloß, sich an däe großen jüdischen Institutionen mit dem Ersuchen zu wenden, dier Kolonie; in diesem schwierigsten Stadium ihres Aufbaues zur Seite zu stehen. Das von dter A.I.K.O. ins Leben gerufene „Hilfskomitee für Palästina“ hat Zugesagt, die mimdter vermögenden Mitglieder der Kolonie unentgeltlich mit landwirtschaftlichen Geräten zu versehen. Die Kolonie Kafr-Urieh dürfte eine der ersten sein, die in der neuen Siedlungsperiode in Betrieb treten wird. Die Adresse des leitenden Komitees der Kolonie lautet: Warschau. Ogrodowa 29, J. Ramberg. Wasserversorgung von Jerusalem. Während des Krieges war es die erste Aufgabe, reines Wasser vom NH nach Palästina zu bringen. Zu dem Zweck wurden aus dem sogenannten „Süßwasserkanal“ bei Kantara. der seinen Ursprung in dem Nil hat. täglich Wasser nach Kantara gepumpt und durch eine Rohrleitung durch den Suez-Kanal und bis 50 englische Miellen jenseits der Wüste gebracht. Hier wurde das Wasser von einem neu errichteten Reservoir aufgenommen und durch eine lange Leitung bis Gaza weitergeführt Die unmittelbar in den Sand gelegte Leitung folgte zum größten Teile der neuen Eisenbahn. Dieses Wasser des Nils versorgte nur den unteren Teil von Palästina, während Städte wie Jerusalem. Gaza, Betersheba und Jericho aus örtlichen Quellen mehr oder weniger versorgt werden. Jerusalem mit genügend Reinwasser zu versorgen, gelang den Engländern in weniger als 70 Arbeitstagen. Schon Pontius Pilatus baute mit römischen Ingenieuren die Quellen zu einer Galerie aus, sammelte das Wasser durch einen noch jetzt zum Teil vorhandenen Aquädukt und führte es nach Jerusalem. Die Engländer setzten die Quellen und das Reservoir wieder in Dienst, indem sie das Wasser mit einer Pumpe hoben. Praktisch hat jedes Haus in Jerusalem seine eigene Reinwasser-Zisterne. Da jedoch die meisten in schmutzigem Zustande befunden wurden. so muß vor Füllung einer Zisterne mit dem reinen Wasser der Eigentümer ein Zeugnis von der neu organisierten Gesundheitsbehörde erhalten, daß die Zisterne rein und frei von Mosquitos ist. Sodann wird durch eine zeitweilige Leitung eine Zisterne ohne Rücksicht auf deren Größe ganz gefüllt, wodurch die zurzeit 50.555 Einwohner von Jerusalem mehr Wasser als vorher erhalten. Es ist zu hoffen, daß die unter türkischer Herrschaft aufgetretenen schrecklichen Krankheiten rasclrder Vergangenheit angehören werden. Die kurze Zeit, in der die Versorgung mit klarem Quellwasser aus dem Arub-Tal zustande gebracht worden ist. steht einzig da. Schon vier Tage nach einer vorliegenden Untersuchung war ein Plai aufgestellt, doch infolge Mangels an Transportmitteln und ungewöhnlich schlechten Wetters der Beginn der Arbeiten erst am 12. April möglich. Es ist nun dafür gesorgt daß im Bedarfsfälle 1 Million Menschen täglich mit Wasser versorgt werden k-nnu Sir Samuel in Jaffa und Rischon. Sir Samuel setzt seine InspLzierungsreisen durch das Land fort Bei seinem Aufenthalte m Jaffa wohnte er auch der Feier anläßlich der Verteilung der Reifezeugnisse im H e r z 1- Gymnasium zu Tel-Awiw bei. Samuel wiederholte auch hier, daß die Häfen bald geöffnet werden dürften und daß alle, die nach Palästina kommen wollen, um zur Entwicklung des Landes beizutragen, keinen Einreiseschwierigkeiten begegnen werden. In Rischon-lc-Zion nahm Samuel an der Feier der Einbringung der ersten Trauben teil und besuchte die Synagoge. Zionistische Bewegung Appel an die jüdische Oeffentlichkeit! Unsere Schwestern und Brüder sind auf dem Wege nach dem Lande der Väter. Unsere schönste Jugend gehorcht dem Gebote der Stunde und eilt, um mit der Kraft der Hände und des Gemütes das verwaiste und verwüstete Land aufzubauen. Der Weg in die Heimat ist für unsere Pioniere dornig. Während ihres kurzen Aufenthaltes in Wien, zur Besorgung der nötigen Visa und Schiffskarten, leiden die Chaluzim Not und Hunger. Da das von uns errichtete Heim die sich fortwährend steigende Zahl der Chaluzim nicht umfaßt sind hunderte verurteilt, auf der Straße zu schlafen. Viele Chaluzim müssen auch die Reise infolge Mangels genügender Reisekosten unterbrechen. Wir bitten daher um Spenden zu gunsten unseres Emigrationsfondes. wir bitten um Adressen von Familien, die unseren Chaluzim Unterkunft bzw. Verpflegung für die kurze Dauer ihres Aufenthaltes in Wien gewähren wollen. Wir bitten um genaue Angaben (Männer oder Frauen, wieviel Tage in der Woche usw.). ferner bitten wir um Liebesgaben. Wäsche und Kleider. Mögen die Taten den Pflichten und der Bedeutung entsnrechen. Für das Palästina-Amt Fürsorgekomitee für jüdische Emigranten. Wien. II.. Praterstraße 9/4. Aufruf! Schicket uns Bücher. Briefe mit diesem Inhalt bekommen wir täglich von den in der Umgebung Wiens arbeitenden Chaluzim, aber auf dem Wege zur Erfüllung dieser Bitte finden wir. wie immer, und überall ein großes Hindernis, den Geldmangel. Deshalb schlagen wir den Weg ein. der uns imitier bisher zum Ziele führte: Wir wenden uns an die jüdische Oeffentlichkeit und übermitteln die Bitte unserer Chawirim: Schickt uns Bücher. Die wenigen, der Chaluzorganisation zur Verfügung stehenden Bücher sind bald zu Ende, und zur Anschaffung neuer fehlt uns das Geld. In jedem jüdischen Hause wird sich aber ein leicht entbehrliches Buch finden, sei es ein jüdisches. sei es ein hebräisches, oder ein Buch fremder Literatur. (Auch hebräiche Lehrbücher werden dringend benötigt.) Alle Bücher werden dankend entgegengenommen. Dieselben, wie auch eventuelle Spenden, sind an den Waad Hechalnz. II.. Zirkusgasse 33 zu richten. Die Berliner jüdische Repräsentanten-Versammlung. Die durch die Wahlen vom 20. Juni teilweise meugewählte Vertretung der Berliner Gemeinde hat ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Am Donnerstag, den 8. Juli, wurden die neugewählten Repräsentanten, darunter zum erstenmale Vertreter der Jüdischen Volkspartei, in die Repräsentanten-Versammlung eingeführt. Bei der Bildung des Büros beanspruchte die Jüdische Volkspartei die Stelle des ersten stellvertretenden Vorsitzenden mit dem Hinweis darauf, daß das Wahlergebnis sie als die zweitstärkste Partei gezeigt habe. Von der Jüdischen Volkspartei wurde Professor Heinrich Löwe für das Amt des ersten stellvertretenden Vorsitzenden vorgeschlagen. Die liberal-konservative Mehrheft erhob' jedoch, trotzdem sie bereits den Vorsitzenden aus den Reihen der Liberalen gestellt hatte, auch Anspruch auf den Posten des ersten stellvertretenden Vorsitzenden und wählte den konservativen Kandidaten Lewinsky. Darauf gab Doktor Abraham Löb namens der Jüdischen Volkspartei die Erklärung ab. daß sie an der Bildung des Büros kein Interesse mehr habe. Austritte aus dem Judentum Beck Arthur, geb. 7. Juni 1882. Wien, verheiratet, Wien, III.. Untere Viaduktgasse 51; Blum Henriette, geb. 25. September 1893, Wien, ledig, Pfaffstätten; Blum Therese, geb. 4. Februar 1873, Wien, verheiratet, Pfaffstätten; Brachfeld Oskar, geb. 16. Junli 1901, Wien, ledig. Wien, IX., Alserstnaße 20; Feuerstein Reg ine, geb. 10. März 1891, Czemowi tz. ledig, Wien, HI.. Hetzgasse 31; Dr. Fried Robert, geb. 18. November 1892, Sillein, ledig, Wien, III., Ungargasse 20; Friedmann Friedericke, geb. 16. April 1S79, Wien, verheiratet. Wien, VII.. Lindengasse 26; Friedmann Wolf Salomo n. geb. 14. September 1869. Hamburg, verheiratet. Wien, VII.. Lindengasse 26; Fröhlich Gustav Adolf, geb. 25. März 1877. Wien, ledig, Wien. VI., Mariahilferstnaße 33; G e i r L ng er Alfred, geb. 17. Juni 1878. Wien, verheiratet, Wien, I., Parisergasse 4; Goldberg Max, geb. 11. August 18S2, Lemberg, Witwer, Wien, IX., Bredtensterngassei 10 a; Goldwasser Lydia, geb. 1. Jänner 1893, Krakau, ledig. Wien, IX. Clusiusgasse S; Hammerschlag Wilhelm, geb. 8. September 1874, Dunay, Lublin; Honig Paula', geb. 12. Juli 1884, Wien, ledig. Wien. VIII.. Joseistädterstraße 30; Krämer Franz Heinrich, geb. 1. April 1914, Wien, ledig. Wien. VIII., Kochgasse 25; Krämer Leoni e. geb. 4. August 1892. Wien, verheiratet, Wien. VIII., Kochgasse 25; Krämer Maria, geb. 6. September 1919, Wien, ledig. Wien, VIII., Kochgasse 25; Krämer Richard Samuel, Dr., gelb. 24. Februar 1878, Wien, verheiratet, Wien, VIII., Kochgasse 25; Kreuczer Moritz, geb. 17. Februar 1858. Spalszentgrad, verheiratet. Wien, IL, Ferdinandsstraße 13; Kreuczer Otto, geb. 9. Juli 1883, Szakami, ledig. Wien, II.. Ferdinandsstraße 13; Landau Jütte, geb. 15. Jänner 1887, Rezitsa. ledig, Wien, ,VII1„ Neubaugürtel 34; Maged Max, geb. 30. November 1S96, Wien, ledig, Wien, XVIII., Ferrogasse 13; Matzel Leopold, gteb. 12. Mai 1887. Preßburg, verheiratet. Wien, XVI., Liebhardtgasse 11; Mayer Hermann, geb. 10. Mai 1851. Auiest, Witwer, Wien. XX., KJostermeuburgerstraße 62; Mayer Paul, geb. 28. Dezember 1894, Wien, ledig, Wien. XIII.. Auhofstraße 1; Mendel-Felsenburg Arthur, geb. 24. April 1S84. Wien; verheiratet. Wien, II., Darwingasse 9; M e n d' e 1 - F e l1 s e,n b u r g Ci 11 i, geb. 25. November 1877, Wien, verheiratet, Wien, II., Darwingasse 9; Mordo Renate, geb. 3. August 1894, Wien, ledig, Wien, XIII.. Hadikgasse 96. Empfehlenswerte Eirraen: (Jedes Wort 40 Heller, fett gedruckt 60 Heller) Isidor Trefcftscb, Schnelderzugehör, 9. Bezirk, Servitengasse 12. Löw & Weinmaiin. 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