Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 14 (1920)
- Issue
- 8 (27.2.1920)
- Date
- 1920-02-27
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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KV 8 JÜMSCRE ZHTUNO iteite / Durchführung dieses Beschlusses begleitet sein müßte. Man erfährt hier ferner, daß diese „Weltkonferenz“, auf der weder die russischen Misrachisten noch die Jugend vertreten war, sich aus ernannten und nicht ausgewählten Vertretern zusammensetzte, so daß sie gar nicht als kompetente Sprecherin für den Misrachi betrachtet werden kann. Damit erscheint die Autorität der Misrachistenkonferenz in einem völlig anderen Lichte und es ist erlaubt, hier die Kompetenzfrage aufzurollen. Was jedoch das Tatsächliche anlangt, so bleibt dieser Beschluß entschieden bedauerlich und - die Misrachisten, die ihn gefaßt haben, haben vielleicht imbewußt in das Horn jener starren und 'weltfremden Trennungsorthodoxie gestoßen, welche bisher jede zionistische Betätigung verketzert und die zionistische Arbeit zu stören versucht und in Palästina selbst eine schädliche Propaganda bis in die allerletzten Zeiten entfaltet hat Die Resolution des Misrachi verlangt nichts weniger, als daß im künftigen neuen Jischuw zwei getrennte Judenämter aufgerichtet werden sollen. In dem historischen Augenblick, da wir den Grund legen für die große Vereinheitlichung unseres gespaltenen und zerklüfteten Volkes, haben es einige, offenbar von dem Gedanken der verknöcherten Orthodoxie deutscher und ungarischer Prägung angekränkelte Misrachisten für gut befunden, das Trennende zwischen den verschiedenen Anschauungen innerhalb des Zionismus über Gebühr in den Vordergrund zu schieben, statt das Ihrige dazu beizutragen, daß bestehende Gegensätze in jüdischem Geiste der Versöhnlichkeit überbrückt werden. Die künftige jüdische Jugend in Palästina soll also nach diesem Beschlüsse — dem sich charakteristischerweise die anwesenden polnischen Misrachisten, die einen lebendigen Zusammenhang mit der jüdischen Masse und mit deren Fühlen haben und deren religösem Traditionalismus nichts Gekünsteltes innewohnt, mit aller Macht widersetzten — nach der religiösen Einstellung der Eltern gewissermaßen in „orthodox“ upd „freisinnig“ geschieden werden, der künftige jüdische Mensch, der auf dem altneuen Boden der Heimat in einer ihm naturgemäßen zu einem harmonischen Wesen erzogen werden soll, soll von Jugend an eine bestimmte religöse Marke tragen. Es wäre natürlich und begreiflich, wenn die Misrachisten forderten, daß im jüdischen Schulwerk Palästinas die Garantie gegeben werde, daß nichts gegen den Geist der religösetr Tradition unternommen werden soll und wenn sie für sich die Möglichkeit forderten, die Jugend in ihrem Sinne religiös erzogen zu sehen. Die Misrachisten von Amsterdam sind aber weiter gegangen und haben durch ihren Beschluß zum Ausdrucke gebracht, daß sie auch die gemeinsame allg em el n e Schule, deren Unterricht sich ja auch auf die profanen Wissenschaften erstreckt, perhorreszieren. Ueber das Gefährliche und Verstiegene eines solchen Beschlusses sind nicht viele Worte zu verlieren. Seine Ausführung würde bedeuten, im künftigen Palästina mit einem neuen Ghetto zu beginnen und an Stelle der Religion einen dem Judentum wesensfremden Klerikalismus zu setzen, in dessen Gefolge alle Unduldsamkeit und Verhetzung auftreten müßte, die uns in Europa nur als eine Folge der gesamten abnormalen jüdischen Volksexistenz erscheint. , Das kann nicht der Sinn des Zionismus sein und es ist sehr zu bezweifeln, ob die Mehrzahl der Misrachisten auf diesem Standpunkte steht. In der misrachistischen Jügend Deutschlands regt sich bereits der Widerstand gegen diese Beschlüsse und einige Gruppen haben bereits entsprechende Resolutionen gefaßt. Man vermag nicht zu glauben, daß 'der Misrachi gerade im gegenwärtigen Augenblick von einem seinem Wesen nach unjüdischen Trennungsgedanken erfüllt ist wie man ihn bei der antizionistischen Kämpforthodoxie findet. Und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die große Mehrheit der Parteigänger des Misrachi diesem Beschlüsse die Gefolgschaft verweigern wird, dessen Legalität angesichts der Art der Zusammensetzung und der Beschickung jenes Kongresses keineswegs außer Frage steht Das Berliner Büro des Misrachi sieht sich nun veranlaßt, den Standpunkt der Konferenz zu verteidigen. In dem ausführlichen Memorandum ist manches gesagt das immerhin versöhnlicher klingt als das Ultimatum und dem Gedanken der ■ zi onistisch en.. Einheitlichkeit sein Recht widerfahren läßt Aber so lange sich die Misrachisten nicht auch auf den Standpunkt der jüdischen Einheitlichkeit stellen, die stark genug sein muß, um sich gerade im jüdischen Schulw.erk zu bewähren, so lange bleibt das ■ Ultimatum von Amsterdam ein bedauerlicher Mißgriff. F. den die Sammler nicht erreichen sollten, möge seine Pur im spende an obige Adresse* äbführen. Der Aufruf hat folgenden Wortlaut: Wien, Purim 5680. Jüdische Brüder und Schwestern! Zu Purim wurde einst von unseren Feinden das Los geworfen, uns zu vernichten. Der Anschlag ward zuschanden und wir leben noch! Wir leben noch, aber in der Galuth, als Fremde gescholten, in Unfreiheit und Schande. Wenn wir Purim froh und aufrecht feiern wollen, müssen wir, jeder von uns, etwas für die Befreiung, für die Heimkehr unseres Volkes nach Erez Jissrael tun. Der Volksbund verleiht uns ein jüdisches Palästina, Wir aber müssen es uns durch Opfer erkämpfen. Der JüdischeNationalfonds hat . die Aufgabe, unten Land anzukaufen und es jüdischen Siedlern in-Erbpacht zu geben. Er hat bisher an 20 Millionen Francs aufgebracht. Wir aber brauchen Milliarden! Die.jüdische Jugend ruft Euch, helft ihr zu einer schöneren Zukunft in Freiheit und Ehre! Gebet'Pur imsp enden in die Büchsen der legitimierten Sammler. Der Ausweis erfolgt in der nächsten Nummer der „jüdischen Zeitung“. Jüdischer Nationalfonds Zentralstelle für Oesterreich, Wien II., Zirkusgasse 33. Zur Lage in Syrien Die „Neue Züricher Zeitung“ meldet aus Jaffa: Die militärische Lage ist immer noch ungemütlich. In einzelnen Dörfern an der Grenze zwischen dem westlichen (Küste»-) Gebiet und dem arabischen Osten sind kleine Scharmützel und Ueberfälle auf Franzosen ah der Tagesordnung. Es vergeht kein Tag. an dem nicht Schießereien mit blutigem Ausgang vorkommea Im Dorfe Harram überfielen neulich die arabischen Freischärler ein Automobil mit -%cht französischen Soldaten und Offizieren und töteten alle auf der Stelle. Auch in anderen Dönern sind ähnliche Fälle vorgekommen, die beweisen^ daß trotz der formell als abgeschlossenen geltenden Verständigung zwischen der' französischen Regierung und den Arabern der Kampf in Syrien noch, nicht aufhören zu wollen scheint Die Araber rüsten sich überall und die Damaszener provisorische Regierung ergreift förmliche Kriegsmaßnahmen. So wurde jetzt die Ausreise aus dem Gebiete dies arabischen . Syriens von einer speziellen Erlaubnis abhängig gemacht. Männern im Mrlitäralter ist das Ver-, lassen des Landes verboten. Am 14. Jänner, morgens 10 Uhr. langte der -Emir Faisul an Bord des französischen Kreuzers „Waldeck Rousseau“, von Frankreich kommend, in Beirut an. Der Empfang war ein herzlicher, und es beteiligten sich daran Franzosen und Araber ir. gleichem Maße. Aus Damaskus kamen die Stadtnotabilitäten mit Emir Said an der Spitze dem Het racher Syriens entgegen Faisul bleibt nur fünfzehn Tage in Syrien, um, gemäß seinem Clemenceau gemachten Versprechen, das arabische Volk auf die endgültige Verständigung mit Frankreich vorzuöereiien. und seine Zustimmuiig zu den bisherigen Abmachungen zu erlangen* Dann kehrt er wieder nach Paris zurück, um beim Abschluß des Friedens mit der Türket gegenwärtig zu sei». Zionistische Bewegung Ankündigungen Mazzothversorgungsstelle für Oesterreich. Büro: L. Seitenstettengasse 4. Anmeldungen zum Mazzothbezuge von Parteien. welche den Anmeldungstermm bis inklusive 28. Februar versäumt haben, werden ausnahmsweise in der Kanzlei. II.. Tempelgasse 3, bis zum 5. März täglich in der Zeit von 2 bis 3 Uhr nachmittags ‘entgegengenommen Nach diesem Termin einlaufende Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Es wird bei diesem Anlasse neuerlich darauf •hmgewiesen. daß die zum Mazzothbezug angemeldeten Personen auf den Brotbezug in der Zeit zwischen 4. und 10. April 1. J. zu verzichten haben. , * Jüdisch-akademische Verbindung „Ivria". Die Chargenwahlen für das S. S. 1920 (58. Sem.) hatten folgendes Ergebnis: Med. Paul Földes x. Med. Arpad Groszmann xxFx, Med. Bertold Güttin arm xxx. Freie jüdische Volksbühne. Samstag, den 28. &, um halb 3 Uhr nachm., wird im Wiener Bürgertheater zum zweitenmal „Eistk Scheitel“, Dramas ein drei Akten von Dawid Pinski, gespielt. Mitglieder beheben ihre Freikarten im Vereinslokale Cafe „Rembrandt“, 2. Bezirk. Untere Augaxtenstraße 11. Porlmagltatlon des Jüdischen Nationalfonds. Die Zentralstelle Oesterreich des Jüdischen National!onds, Wien II., Zirkusgasse 33, Telephon 45-3-25, Postsparkassenkonto 100.208, hat auf Anregung der letzten Konferenz ihrer Wiener Bezirkskommissäre beschlossen, zu Purim einen großzügigen W erb efeldzug einzuleiten. Die Schüler der hebräischen Schulen werden, mit Sammelbüchsen, bzw. Sammelbögen und einem Aufruf ausgerüstet, bestimmte Adressen aufsuchen und die jüdische Bevölkerung an ihre Pflicht gegen unseren Volksschatz mahnen. Jene Schüler, die sich besonders eifrig zeigen, erhalten einen Magen-David. Durch diese Aktion wird an einen alten Brauch, die Sammlung für Erez Jissrael vor dem Krist-Megillah, glücldich angeknüpft. Jeder, Lese- und Redehaüe jüdischer Hochschüler. Samstag, den 28. <L. spricht sm Vereinslokale, 9. Bezirk. Türkenstraße 9, um 6 Uhr abends. Herr Dr. A. Z. Schwarz über „Maimonides“. Gäste willkommen. Austritte aus dem Judentum Bild Friedrich, geh. 20. Mai 1901. Wien. 11.. -Ybbsstrtße 14; Blau Berthold, geb. am 3. Juni 1885, Wien, II., Valeriestraße 108; Blau Felix, geb. 13. Jänner 1890, Wien. II.. Obere Donaustraße 59; Bloch Robert, geb. am 11. Juli 1884, Wien, II.. Kieme*Stadtgutgasse 12; Blum Genti- Ioma (Oskar Georg Robert, geb. 19. Dezember 1903, Wien. IL, Valeriestraße 8; Breueer Bela, Zahntechniker, geb. 3. Mai 1877, Prag; Ehrenfest EmH, Pfandleihanstaltsinhaber. geb. 16. Dezember 1865, Wien. I.. Kärntnerstraße 21; Engel Alfred, geb. 31. Juli 1874, '' Wien, IL, CzeraiOr gasse 4; Engel Franz Josef.*geb. 9. August 1892L Wien, IL, Obere Donaustraße 13; Fischer Rosalia, geb. 7. September 1892, Wien, II., Bliunauergase 7; Fleck er Erich geb. 15. März 1887, Dzieditz, II., Nordbahnstraße 32; Freund Josef. Ingenieur, geb. 8. Mai 1897, Prag. I„ Maria Theresienstraße 22; Freund, geb. Seligmann Marie, geb. 14 Dezember 1891, Wien, L. Maria Theresienstraße 22; Fuchs Leo, Fabriksrdirektor, geb. 6. September 1868. Wien, L, Wipplingerstraße 32; Fuchs Paul Ferdinand, Student, geb. 24 Februar 1904 Budapest. L, Wipplingerstraße 32; Fuchs, geb. Fayer Rosa, geb. 1. Dezember 18831, Budapest, I.. Wipplingerstraße 32; Giesing er, geb. Stupka Elisabeth Katharina Helene, geb. 2. Jänner 1887, Wien. I., Bellariastraße 4; Halb er Stadt, geb. Hahn Leopoldine, geb. 31. Oktober 1877, Wien. L, Rotenturmstraße 21; Halb er stadt Otto. Besamter der Staatsbahnen, geb. 24 November 1875, Wien, I., Rotenturmstraße 21; Haslinger Ludwig, geb. 21. Dezember 1897, Wien, IL. Sbephaniestraße 10; Hirsch Leopolds, geb. 20s. Dezember 1886, Trebitschl. IL, Praterstraße 46; Huth Moritz. Fabriksdirektor, geb. 28. März 1866. Proß- -mitz, IV., Blechturmgasse 24; Kahanei. geb; Fernandez Amalie, geb. 3. Dezember 1861. Sailoneika, I., Bauernmarkt 2; Kar plus Eduard, -Hochschüler, geb. 7. September 1899. Mödling, L. Oppolzergasse 6; K a r p 1 u s Heinrich, Gymnasiast, geb. 26. Oktober 1905, Wien, I„ Oppolzergasse 6; Kar-plus Dr. Johann Paul. Universitätsprofessor. geb. am 25. Oktober 1866. Troppau, L, Oppolzergasse 6; Kar plus, geb. Lieben Valerie, geb. 7. April 1874, Wien, L. Oppolzergasse 6; Kleinberg Dr. Abel, Industrieller, geb, 27. März 1872, Drohobycz, I.. Opernring 11; Landau Alexander, Kaufmann, geb. 24 Juli 1884 Wien. I.. Adlergasse, Hotel „Habsburg“; Landau Edith geb. 30. Juli 1900, Wien. II., Kaiser Josefstraße 40; Le ith Paul, geb. 30. November 1888. Wien, IL, Rembrandtstraße 7; Löbl Malze, geb. 3- Juni 1900, Ulma, 1I„ Rueppgasse 16; Löwy, geb. Wohlfart Anna. geb. 1. September 1846; Reichenberg, II.. Kurzbauergasse 5; Löw Beer Felix, Fabrikant, geb. 3. August 1879. Brünn. I„ Hegelgasse 3; May, geb. Hamburger Hedwig, geb. 28. Jänner 1871. ülmütz, I., Biberstraße 4; Mayer Jakob, geb. 29. Juni 1895. Wien, IL. Czemingasse 8; M e 11 i o n Isidor, Musikschulinhaber, geb. 16. Jänner 1868, Zbennitz bei Mirowitz, Böhmern II., Taborstraße 31; Metzl Rudöfo. geb. 18. August 1892, Groß-Meseritsch, II.. Engerthstraße 213; Natscherodetz Hilda. Zeichnerin. geb. 12.Oktober 1897, Wien. L, Franz Josefskai 19; Or tany Felix, Hochschüler. geb. 24. September 1895. Wien. I.. Zelinkagasse 5; Platzer Otto. geb. 29. November 1892, Wien, II., Oredlerstraße 10; Pollitzer Fanni, geb. 11. Dezember 1883( Szentgyöry, II.. Ybbsstraße 3; Rosenzweig Albino, geb. 21. März 1888. Wien, IL. Nordbahnstraße 21; Schüller Erwin, geb. 9. August 1896. Wien. II.. Taborstraße 45. Moses Rath's a) „Sefath Amenu“. Lehrbuch der bebr. Sprache fUr Schul- und SELBST¬ UNTERRICHT ra t Schlüssel u. Wörterverzeichnis. Es Ist das einzige praktische Lehrbuch mit DEUTSCHER Unterrichtssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache inWort und Schrift. Einführung in die Literatur. Serben ersohioean vierte verbesserte Aeflage. Die .HlstuarutWbrith* tu Berlin end Lemberg, «vie auch die gesarare’Tach- und i'agesprease hat dos Buch als bestes und für den Selbstunterricht als geeignetstes anerkannt. 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Wenn Sie sich ah Ihre Freunde in den Vereinigten Staaten um UnterslUtjung wenden, erbitten Sie die Geldsendungen durch Peoples Bank, Philadelphia, Pa. Event. Zuschriften an den Vertreter der Peoples Bank sind zu adressierenAlbert N. firayev, Assist.-Direktor, per Adresse; Wiener Bankverain Zentrale, Engl. Büro, Wien, |. 6655