Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 14 (1920)
- Issue
- 5 (6.2.1920)
- Date
- 1920-02-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 jüdische zErrass Nr. 5 aiuinikationsid.i)eiiS't awlschien. Palästina und dem Auslande zu schaffen und alle Bedürfnisse und Wünsche der Reisenden zu berücksichtigen; auch soll für koschere Speisen an Bord gesorgt werden. Bevor sie an die Arbeit gehen, sollten diese Gesellschaften natürlich genau die Bedingungen in Palästina studieren und sich dagegen sichern, daß sie mit ähnlichen Unternehmungen in Kollision geraten. Das Handel- und Industriedepartement wird den neuen Unternehmungen alle Informationen geben, die sie wünschen. Sie können auch auf die Unterstützung der zionistischen Organisation rechnen, wenn Ihre Arbeit im Einklang mit deren allgemeinen Plänen für die Kolonisationsarbeit in Palästina steht und wenn sie mit den Grundsätzen überein stimmt, die die Organisation für den Landerwerb und für die Arbeitsbedingungen aufstellt. Spredtsaal Zur Sprachenfrage. Eine der größten Epochen der jüdischen Geschichte, die mit der Balfour'schen Erklärung begonnen hat und sich jetzt dem Höhepunkt nähert, scheint das jüdische Volk ganz unvorbereitet una ungerüstet zu treffen. Sonderbar und gefährlich ist die Teilnahmslosigkeit gegenüber dem tausendseitigen Problem des Aufbaus der jüdischen Heimstätte, denen Grundstein wir jetzt legen. Es ist gewiß richtig; , daß nicht wir hier in der Galuth die Maurer sein werden, aber die Galuth wird den Bauplan beeinflussen und die Baumeister beistellen, und von den Mitteln, die wir anwenden und aufbringen und von dem was wir tun oder — nicht tun; wind das Schicksal unserer Zukunft abhängen. Eine riesige Ver-, anwOrtung liegt auf uns. Wehe!, wenn wir sie nicht erkennen. Ich will nur auf eine Seite des Problems hin weisen ohne Einzelheiten und1 ohne sie zu klassifizieren (denn das Problem ist ei n gewaltiges und alle Teile haben gleiche große Wichtigkeit). Es ist nicht mehr nötig, Stallung zu nehmen zur Frage: Hebräisch oder Jiddisch, nicht zu polemisieren mit den Extremisten beider Richtungen, noch den demagogischen Unsinn der Poale Zion zu widerlegen, der da sagt: Die Massen sprechen jiddisch, daher sind sie gegen Hebräisch, oder: Hebräisch ist Assimilation! Die Sprachenfrage existiert für uns nicht, & h. wir haben uns für Hebräisch entschieden. Hier ist es nötig, an einige Ereignisse der letzten Zeit zu erinnern, zunächst aus Palästina. Das junge hebräische Gemeinwiesen hat dort Gegner in drei Lagern: Die erzreaktionäre Rabinnerclique in Jerusalem, die den alten Jischub beherrscht, die Aliianz und die französischen Schulen und die jüngst entstandenen „Erneuerten Poale Zion“. Dieste Gegner könnte der junge, hebräische Jischub ganz selbständig durch friedliche Erziehungsarbeit überwinden, so wie z. B. die Arbeiterpartei Hapoel-Hazair durch ihr vorbildliches Pioniertum auf die jüdischen Arbeiter ' und das jüdische Leben indirekt hebräisferend gewirkt haben. Die Gefahr, die dem Hebräischen dort droht, kommt von außen, von der Galuth, durch die Immigration. Es wirkt geradezu komisch, zu sehen, wer die Bundesgenossen jener oben erwähnten reaktionären, klerikalen Gesellschaft sind: die Poale Zion! Man1 darf ihre Bewegung nicht unterschätzen, denn bei ihren Mitgliedern besteht sowohl in Rußland und Polen als auch speziell in Amerika ein starker Palästinawille und die Poale Zion sind ja bekanntlich jüdischistisch (wenn man von einem Teil der amerikanischen Organisation absieht). Wir. müssen uns klar sein, daß unter dem Auswanderern nur die Jugend, die C ha! uz im, die unbedingten Träger dfes Hebräischen sein werden und die größeren Massen der Aeiteren unbewußt und indirekt die Jidischisten unterstützen werden. Was tun? Sollen1 und können wir den nicht hebräisch Sprechenden den Eintritt ins Land verwehren? Nein! Die zionistische Organisation muß den Chaluzim die größtmögliche -Förderung zuteil werden lassen und muß sofort in der Galnth mit der Hebräisiernng aut der breitesten Grundlage beginnen. Das Mittel, das hier wirken müßte, heißt: Organisation. Es wäre folgende Arbeit zu leisten: Propaganda in den breitesten Schichten zur Erlernung des Hebräischen, Schaffung und Organisierung von Lernmöglichkeiten für die großen Massen. Ein besonderes Augenmerk müßte auf die hebräische Erziehung der Kinder (in modernen Kindergärten, Spielnachmittagen etc.) und der Jugend gerichtet werden. Organisierung der Hebräisch- Sprechenden. Die deutschösterreichische Organisation hat einen Sekretär für Hebräisch gewählt, aber das ist natürlich bloß ein erster Anfang. Keine Sprache hat an und für sich irgend einen Kulturwert; diesen erlangt sie nur in dem Maße, als sie die Trägerin irgend welcher objek-' tiv wertvollen Literatur ist (Ostwald). Es gilt den bevorstehenden Spracbenkämpfen in Palästina den Stachel zu nehmen, damit das in seiner Heimat zu neuem Leben zuückkehrende jüdische Volk die Möglichkeit habe, in seinerhebräischen Sprache Kuiturwerjce zu schaffen und nicht gezwungen werde, seine Energie auf solche unfruchtbare Kämpfe zu vergeuden. L S. Vereinsnadmditen Gründung einer zionistischen Ortsgruppe in Mödling. Montag.!den 26. Jänner, Winnie in Mödling eine zionistische Ortsgruppe gegründet. Nach einer Begrüßung durah den Obmann des Warnderbitndes Blau-Weiß in Mödling, Br. L. Rose tili eck. sprach Abgeordneter Ingenieur Stricker über die Bedeutung . des Nationaljudentums vot etwa hundert Zuhörern, in einstündiger Rede. Er hatte sioh die Hochachtung der Anwesenden erworben und1 dem Zionismus neue Anhänger zugeführt Rudolf Seiden brachte das Statut zur Verlesung und sprach über den Arbeitsplan. Das vorbereitende Komitee wurde mit der Weitertührung dter Vorstandsarbeiten bis zur nächsten Versammlung, die Mittwoch, den 4. Februar stattfindet, betraut Mitgliederstand: 71; doch ist Aussicht vorhanden, daß sich 'diese Zahl bald auf 100 erhöht Es soll bemerkt wenden, daß im Kultusausschiiß die Zionisten jetzt die Majorität besitzen. Auch Kultuspräses Dr. Moser äst Zionist geworden. Wer hätte das vor Jahresfrist gedacht? Freie jüdische Volksbühne. Samstag, den 7. Februar 1920 wird im Wiener Bürgerthaater um 2 Uhr .nachmittags zum zweitenmale „Der Stimer“, Drama in 4 Akten von A. We r t e r aufgeführt. Mitglieder, die noch keine Freikarten erhalten haben, beheben dieselben im VereLnslokale zwischen 6 bis 8 Uhr abends. R’epertoir für den Monat Februar: 14. d. M. zum drittenmale: „Der Dorfsjing“, Drama in 4 Akten von L. K o b r i n. 21. d. M. zum erstenmale: „Eisik Scheitel“. Drama in 3 Akten von D. P i n s k 1. 28. d1. M. zum zweitenmale: „Eisik Sc/ieftel“, Drama in 3 Akten von Dr. P i n s k i. Dr. H. Mandl-Prerau gestorben. Von der zionistischen Ortsgruppe Preran erhielten wir die traurige Mitteilung, daß am 28. Jänner unser Gesinnungsgenosse, Herr Dr. Heinrich Mandl, im Alter von 32 Jahren gestorben ist. Dr. Heinrich Mandels Wirken rst hauptsächlich in den Städten Mährens bekannt wo er unserer Bewegung viele Anhänger zugefiihrt hat. Durch seine vorzüglichen menschlichen Eigenschaften verstand er es, sich überall Freunde zu verschaffen und seine Wahl zum Vertreter der bewußten Juden wurde im Gemeinderate der Stadt Prerau nicht nur von den Juden, sondern auch von den Nichtjuden mit voller Befriedigung aufgenommen. Alle, die ihn kannten, werden Heinrich Mauöe! in innigstem Gedenken behalten. Die zionistische Oitsgruppe fordert alle Freunde und Bekannten des Verstorbenen auf. Beiträge zur Schaffung eines H einr ich - M andel-H a i - n es für den Nationalfonds zu leisten. Dieser Aufforderung zur Ehrung eines zu früh verstorbenen tüchtigen Gesinnungsgenossen schließen wir uns mit vollem Herzen an. Landwirtschaftliche Ausbildung jüdischer Mädchen. Das Frauen-referat des Palästina-Amtes ist im Begriffe, eine Möglichkeit zur praktischen Ausbildung in landwirtschaftlichen Berufen für junge Mädchen zu schaffen. Bis zum Beginn der Arbeit auf dem betreffenden Grundstück wäne es sehr vorteilhaft, jede theoretische AusbÜduitgsmöglichkeüt nach Kräften auszunutzen. Die Sn der Urania demnächst beginnenden Kurse für Gartenbaii, Obst. Gemüsezucht, Kleintier- und Bienenzüchterei bieien häeinzu -die beste Gelegenheit. Mädchen und Frauen, die sich für diese Kurse interessieren, wollen sich sofort melden beim Fr auenr ef er at des Palästina- Amtes, II., Zirkusgasse 33. Promotionen. Die jüdisch-akademische Verbindung „Jordlania“ teilt allen ihren Bb. Bb. und Gg. Gg. mit, daß am 26. Jännerdie aktiven Burschen MUC. Leopold- Frucht, dzfc x. und Fischei Sigel zu Doktoren der gesamten Heilkunde promoviert wurden. Palästina-Sektion des Jüd. Medizinervereines. Am 31. Jänner 1 J. fand! im jüd. MedSzinerveneine die konstituierende Versammlung dter Pal äs tina-Sektion des akad. Vereines j ü dl. Me di z in er statt. In -einer kurzen Begrüßungsansprache legte der Einberufer der Versammlung, Med. Cluaim Hammer, die Ziele der zu gründenden Sektiondar. Diese sei als Vorschule für die bereits bestehende Aerztegruppe des Palästina-Amtes zu betnachten. Als Vertreter der Aerztegruppe begrüßte Herr Dr. Lauterstein die Versammlung und versprach der neuzugründenden Sektion die sweitgehendste Unterstützung der Aerztegruppe, und zwar durch Organisierung von Fachkursen, nachTunlichkeit unentgeltich duichBeistellung vonKursleitern undReferenten für wissenschaftliche Verträge In den darauffolgenden Diskussion wurden-einstimmig die allgemeinen Ricii>li"ieii und Satzungen der Sektion festgelegt.Nach diesenverbleibt diePalästina-Sektion.die auf dem Boden des Baseler Progranunes steht im Verbände des A. V. I. M-. arbeitet aber zwecks Erfüllung ihrer Aufgaben iim innigsten Kontakte mit der Aerztegruppe dfes Palästina-Amtes. Zum Vorsitzenden wurde Med. Chaim Hammen zum Sekretär Med. Jakob Krattenstein gewählt Die nächste Zusammenkunft findet am 14 Feber 1. J. um 2.30 im Vereinslokale, 9. Bezirk. Alserstraße 28, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die sanitären Verhältnisse Palästinas. Ret: Dr. Lauterstein. 2. Palästina-Seminar. Ref.: Med. Großkopf. Die Palästina-Sektion wird demnächst für ihre Mitglieder einen unentgeltlichen praktischen Kurs über „kleine Chirurgie“ eröffnen. Neuanmeldungen werden 'an jedem Freitag in der Zeit von 11 bis halb 1 Uhr dm. Lokale des.,Jüd. Med. Vereines entgegemgenommen. Austritte aus dem Judentum Altmann Dionyse. geh. 25. November 1891. StanisLau, Wien III.. Hegergasse 13; Altmann Karl geb. 21. April 1873, Wien XV-III., Gen-tzgasse Nr. 55. Baumgarten Karolinie, geb. 30. Mal 1890, Esseg, XVIII., Türkenschanzstraße 21; Becker, geb. Rudych Lea, geb. 20. Dezember 1885, Odessa, XX., Wasnergasse 9; David Richard. Kontorist, geb. 16. Februar 1890, Wien; XVII., Homekgasse 5; Durst Fritz, geh. 11. Oktober 1888, Prag, VII., Zollergasse 6. Fleischmann Elisabeth Amalia, geb. 15. November 1898. Wien, II., Praterstraße 66; Gjerasi Leon. Techniker. geb. 15. November 1900, Schabatz, III., Sechskrügelgasse 1; D -r. Goldscheider Felix, Oberinspektor, geb. 30. März 1870, Rohatyn, XVIII., Türkenschanzstraße 1; G rünb erg Klara, Schneiderin« geb. 30. Mai 1887, Wafeni, XIIL, DiiO* paltplatz 4; Hauser, geb. Zuckermanii neleme, geh. 2. April 1876, Pisek. XVIL, Kalvarienberggasse 37; Hermann Max, geb. 22. Juli 1893, Niskovits, XV., Firöbelgasse 16; Hitz Oskar, geb. 29. Mai 1892 Wien, XVIII., Michaelergasse 22; Ho-rnek Riza, geb. 10. August 1881. Bacsa, I., Walfischgasse 7; Klempner Rafaei. geb. 29 Juni, 1862, Wien, III.. Lechnerstraße 18. : €ffa TRaQfer, €gon Grüner Verfaßte. Wien, feöruar 1920. Wien II., Leopoldsgasse 23 Amerikanische Kronen und Brücken. Im Munde festätzend. Schmerzloses Zahnriehen. Plomben all» Art. Zähne und Gebisse. .Mäßige Preise. Kulante Zahlungsbedingungen! Moses Hatli’ a) „Sefath Amenu“ Lehrbuch der hebr. Sprache für Schul- und SELBST¬ UNTERRICHT m;t Schlüssel u. Wörterverzeichnis. Es ist das einzige praktische Lehrbuch teil DEUTSCHER Unterrichtssprache zur völligen Erlernung der hebräischen 1 Sprache in Wort und Schrift. 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