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Jüdische Zeitung · 1920-01-16 · 3 (16.1.1920) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
14 (1920)
Issue
3 (16.1.1920)
Date
1920-01-16
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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a?tte 4 JÜDISCHE ZEITUNG ftr. .3 Das Rundschreiben des Londoner Palästinaamtes Wir haben in unserer vorigen Nummer das Rundschreiben der Londoner monistischen Leitang veröffent- ..., licht, welches die Grundzüge des künftigen Arbeitsplanes für'Palästina enthält Anschließend daran veröffentlichen wir den Fiktanzplan und) die Grundsätze für Säedlungsgiruppen im Wortlaute: Finanzielle Vorbereitungen (Anlage zum allgemeinen Bericht über den gegenwärtigen Stand der Vorberdttingsarbeiten.) Die Kapitalien, die für den Wiederaufbau eines jüdischen ‘Palästinas erforderlich sind, werden vor allem im ersten Stadium der Kolonisation sehr beträchtlich sein müssen. Der finanzielle Zusammenbruch fast dies gesamten europäischen Festlandes, wo Juden in größeren Massen leben, trifft uns daher schwer. Die, Liqiridterungsfrage in jenen- Ländern , stellt ein besonders kompliziertes Problem dar, dem wir unsere ganze Aiufmerksamkeit widmen,- ohne indessen bisher zu einer befriedigenden -Lösung gekommen zu sein. _ Die Kapitalien, die unter Mitwirkung bestehender oder zukünftiger nationaler Institutionen beschafft werden müssen, lassen sich ihrer Bestimmung nach in folgende vier Haiuptkafegorien einteilen: 1. Für Verwaltungszwecke. 2. Für Erziehungs- und' Untemcbtswesen. 3. Für soziale Fürsorge im weitesten Sinne, . einschließlich Immigraintenfiirsorge. Gesundheitspflege, Krankenfürsorge «nid medizinische Assanierung. 4. Für die eigentliche Kolonisation. 1. Die Kosten für Wer w al tun gsz we c k e sind von der Organisation zu tragen. Dafür äst eine Erhöhung des Schekels durchzuführen, welche so zu bemessen ist, daß nach Abzug der Quoten für die Land-esföder-ation noch 10 Shilling für Zwecke der Gesamtorgamäsation zur Verfügung bleiben. 2. Zur Aufbringung der Geldmittel für E rziehungSr und Unterrichtszwecke wird die Schaffung eines E rzäeh ungsf o nds in die Wege zu leiten sein. Dieser Erziehungsfonds soll — wie der Jüdische Nationalfonds — unter gesonderter .Verwaltung und doch im engen Zur sammenhang mit der Organisation stebea Es wird die Aufgabe der beiden Verwaltungen. — für den Nationalfonds und für den Erzlehungsxonds — sein, sich über die Wahl der Sammelmifctol so zu vienständigen, daß ihre Aktionen sich nicht nur nicht gegenseitig hemmen, sondern sich vielmehr ergänzen und das Höchstmaß ihrer Leistungsfähigkeit erzielen. - - Die Frage der Beschaffung der Gelder für soziale Fürsorge im weitesten Sinne und für die medizinische Assanierung unterliegt zurzeit besonderen Behandlungen; die Pläne sind jedoch so weit gediehen, daß die in Aussicht genommene Form der Geldbeschaffung zur Diskussion gestellt werden könnte. 4. Die Mittel, welche für die eigentliche Kolonisation erforderlich sind; übensteigen natürlich die bisher behandelten Kategorien 1., 2., und 3. zusammen um ein Vielfaches. Dabei ist zu beachten, daß nur für einen Teil -der erforderlichen Beträge ein geordneter Zinsenuud Tilgungsdienst in Aussicht genommen werdenkann. Die nationalen Mittel, die für den Bodenkauf bestimmt sind, können nur auf Grund freier Spenden — also durch den Jüdischen Nationalfonds — aufgebracht werden, weil die Verwendung dieses Bodens und die Bedingungen seiner Vergebung' an Kolonisten von volles- 'und privatwirtschaftlichen Erwägungen bestimmt werden müssen. Der nationaler Verwaltung unterworfene Boden hat in erster Linie den gesamten landwirtschaftlichen Boden zur Ansiedlung selbstarbeitender jüdischer Bauern zu umfassen. Darüber hinaus sollte der Jüdische Nationalfonds in möglichst großem Umfange städtischen. Boden Zukunft; Abg. S. Hirschhorn: Die Juden in Polen zur Zelt des Warschauer Herzogtums (1807 b*s->1813): Achad-Haam: Die Herrschaft des Verstandes (Maimomdes). übertragen von Dr. J. Frenke!; Matthias Mieses: Die Personifikation dar Natur im Talmud und1 Midrasch; Jechiel H a 1 p e r n: Grundlagen der zeire-zionSstischen Bewegung; Uri Nisan Gnesin: Othello, der Händler (aus dem Hebräischen). Rundschau: W. F..: Assimilation und Antisemitismus: Dr. Z. Ellenberg: Angesichte der zukünftigen jüdischen Emigration; Dr. J. F.: Aus der palästinensischen pädagogischen Literatur. Bibliographie: Dr. I. Schwarzbart: Ueber die Broschüre Heldheim. Preuß: Theoret QrwidL d. Zionismus. — Preis des Heftes K 4.50. — Verlag „Moriali“, Krakau. Stradom 15. Ein Adolf Stand-Gedenkbuch. Um das Andenken unseres früh verstorbenen Führers Adolf Stand dauernd zu 'ehren, beschloß die Exekutive der ostgalizisclien zionistischen Partei ein Gedenkbuch herauszugeben, welches u. a. die S c h r i f t e n und Briefe des Verstorbenen enthält. Die Redaktion -des Werkes wurde dem Prof. Dr. M. Bienenstock in Lemberg (Koptrnikgasse 52/1) übertragen. Die Exekutive wendet sich daher an alle Gesinnungsgenossen. Freunde und Bekannte des Verblichenen mit der höflichen Bitte, die in ihrem Besitze befindlichen Briefe (von allgemeinem oder erwerben und selbstverständlich den gesamten Boden, auf dem sich Nationalbesitz erhebt, mag es sich hiebei um Gebäude handeln, die nationalen Zwecken dienen oder Anpflanzungen, welche Aufforstung bezwecken, oder Gärten, welche der Volksgesundheit dienen. Die Frage des gesamten Bodenkaufs ans ausschließlich nationalen Mitteln wird erst später spruchreif. Wir verweisen hier auf unsere Ausführungen in der ‘Anlage „Grundsätze für Siedüergruppfen.“ Abgesehen vom Boden läßt sich indessen das weitere Kolonisationswerk selbst zum größten Teil in solcher Weise durchführen, daß sich die Ausgabe von Aktien oder festverzinslichen Anlagewerten rechtfertigt Der nationale Bodenbesitz — durch nationale' Spenden erworben — wird gleichzeitig den Ausbau dies Realkredäts erleichtern. Hier aber sind die Zwecke,, denen diese Gelder zu dienen haben, ihrem Wesen nach grundverschieden, was eine einheitliche Geldbeschaffung erschwert Es ist natürlich nicht angängig, bei einem KolonäsatiomsunteTnehmen so außerordentlichen Stils wie dem uusrigen, mit absoluten Zahlen; zu operieren. Wenn wir den von verschiedenen Experten als Minimaibetrag geschätzten Gesamtaufwand für die eigentliche Kolonisationsarbeit von 25 Millionen Pfund Sterling in. der ersten KolonisationsPeriode zur Grundlage nehmen,. so mag die folgende Unterabtedl-ung ein ungefähres Bild über die Verwendung einer solchen gewaltigen Summe gestatten: Pfund Sterling Bodenerwerb. 5,000.000 Bodfenvorbereituing. 3,000.000 Ländlicher Hypothekenkredit. 7,000.000 Städtischer Hypothekenkredit . 3,000.000 Handels-, Industrie- und Genosse aschaftskredit . . 2,000.000 O eff ent liehe Arbeiten . . . 5,000.000 Zusammen 25,000.000 Städtischer und ländlicher Hypothekenkredit muß bei uns — wie überall än der Welt — durch Pf andb rief ausgabe beschafft werden. Es wird unsere Aufgabe sein; die Bedingungen zu schaffen, welche die Sicherheit des Pfandbriefkredits 'gewährleisten. Oefientliche Arbeiten werden sieh in-einem Land wie Palästina nicht in allen Fällen von vornherein durch idie Einnahmen aus der Verwaltung oder dem Betrieb der öffentlichen Einrichtungen selbst bezahlt machen Es wird erst von Fall zu Fall festgestellt werden können, inwieweit noch andere Einnahmequellen 'des Landes für den Zinsen- und.' Amortisationsdienst hieramgezogen werden können. Danach bestimmt sich 'die Möglichkeit der Ausgabe festverpinücher Werte. Was uns angesichts dieser Sachlage deshalb vor allem notwendig erschien, war der Bestand eines starken Zentralinstituts, das sozusagen den Grundstock für alle dem Kolonisations- Werk für produktive Zwecke später zufließen- ■den Kapitalien bilden «und für eine sachgemäße Verteilung und Verwendung Gewähr bieten soll. Dieses Zentralinstitut brauchen wir nicht erst zu schaffen. Wir besitzen es bereits in der Jüdischen Kolonialbank (Jewish Colonial Trust), deren Statuten durch die Einrichtung der Grunderaktien dlie nationale Kontrolle sicherstellen. Die Jüdische Kolonialbank muß ausgebaut und reorganisiert werden, damit sie ihren zukünftigen größeren Zwecken dienen kamt Alle weiteren finanziellen Institute für die nationale Kolonisation haben sich dann in den Rahmen einzuordnen, den wir jetzt zu schaffen haben. Wir werden daher, sobald einige unerläßliche Vorarbeiten durcbgefüihrt sind, zur Beschaffung dfer fehlenden 1.6 Millionen Pfund Kapital für die Jüdische Kolonialbank auf,rufen, um diamit die von ihr ausgegebenen Aktien auf die Nominalhöbe des eingetragenen Kapitals von 2 Millionen Pfund zu bringen. Mit diesen 2 Millionen Pfund stehen der Jüdischen Kolonialbank in erster Linie folgende Aufgaben bevor: Parteiwert) und sonstige wichtige Schriiten des Verstorbenen der Redaktion des Gedenkbuches in Original oder Abschrift zur eventuellen vollständige, oder teilweisen Benützung zu überlassen. Die Originale werden nach Einsicht oder Benützung den Eigentümern sofort zurückerstattet werden. Alle Briefe und Sendungen sind direkt an die Adresse des Redakteurs rekommandiert zu senden. Alle jüdischen Blätter werden um gefL Wiedergabe dieser Ankündigung ersucht. Die Exekutive der zionistischen Partei für Ostgalizien. 1. Die Teilnahme an 'der Vergrößerung des Aktienkapitalsder. Amglo-Pälestkne Ca auf 1 Million Pfund dlarch Uebenniahme, von 501.000. Pfund Aktien, der Majorität der Aktien •dieser Bank. Den »Riest dies neuen Kapitals von 499.000 PiundyJhoffen wiraiif Gnund der soliden geschäftlichen Grundlage der .Anglo-Palestine Co. und -ihrer günstigen Aussichten in der Zukunft ohne Inanspruchnahme öffentlicher Subskriptionin größeren . Posten unterbringen zu können.- Schon heute können wir mit Befriedigung mitteilen, daß die ersten sieben Zeichnungen bereits 120.000 Pfand1 ergeben haben. Der Anglö-Palest'une Co. tdler Zukunft ob-, liegt die Entwicklung von Halhidelund1 Industrie ün Palästina. Alle anderen 1 Geschäftszweige, denen die Anglo-Pakestine Co. sich bisher in Ermangelung anderer geeigneter Institute zuwenden mußte, sind neuen Gesellschaften zuzuweisen. Durch die strenge. Durchführung dieses Grundsatzes wird) es der Angto-Palestine Co. mit ihrem erhöhten Kapital möglich sein, ihre dominierende Stelle in Palästina auch unter den neuen Verhältnissen aufrecht zu erhalten und. noch, weiter auszubauen. Das geschäftliche Vertrauen; das die Bank bereits genießt und welches in der Höhe ihrer Depositen zum Ausdruck kommt, wird sich weiter stärken und im Zufluß neuer Depositen dokumentieren, so daß die Bank bei einem' Aktienkapital von 1 Million Pfund in dler Lage sein, wird!, allen Ansprüchen, die für absehbare Zeit' ah sie benamtreten werden, zu entsprechen . 2. Eine ebenso wichtige Aufgabe ist die Schaffung einer Hypothekenbank für städtischen und ländlichen Kredit', die in der Lage sein wir,di, bis 10 Millionen Pfund Pfandbriefe auszugeben, sobald die gesetzlichen Voraussetzungen hiefür geschaffen sind. Hiebei weisen war der Jüdischen Kolonialbank eine noch wichtigere Rolle zu als bei der Anglo-Palestine Co., indem wir in Aussicht nehmen, daß die jüdische Kolonialbank nicht die Aktienmehrheit, sondern sämtliche Aktien der Hypothekenbank übernehmen soll, damit hier jedfe Rücksicht auf kapitalistisches Privatinteresse, die mk der Hergabe von Aktien an Private verbunden wäre, von vornherein •ausgeschlossen wird und bei der Hergabe von Krediten 'die national-kolonisatorischen Interessen im Vordergrund stehen können. Wir wollen an dieser Steife auf däe Einzelheiten des Planes, der der Prüfung durch eine Kommission erster Fachleute unterworfen wurde, ■nicht eingehen. Wir beschränken uns hier nur ■auf däe Mitteilung, daß wir fürs erste, die Grüniduog der Bank mit einem Aktienkapital von 1 Million Pfand mit 20 bis 25 Prozent Einzahlung , für ausreichend erachten, um daraufhin an die Ausgabe von Pfandbriefen' in dem erforderlichen großen. Umfang schreiten zu können. 3. Wir haben in unserem allgemeinen Bericht bereits mitgeteilt, daß Fonds im Betrage von 80.000 Pfund, unter Mitwirkung dfer Jüdischen Kolonialbank beschafft worden sind, um im Wege soliden Kredits die finanzielle Leistungsfähigkeit der verschiedenen Genossenschaftsgruppen von Arbeitern und Handwerkern zu heben. Die weiter erforderlichen Kapitalien für den ausreichenden finanziellen Beistand zugunsten von Arbeitern und Handwerker,n sollen so weit als möglich von den Arbeitern und Handwerker- Organisationen beschafft werden. 4. Im Rahmen des Nominalkapitals der Jüdischen Kolaniälbank von 2 Millionen Pfund stände dann noch etwa due Hälfte für andfere Zwecke zur Verfügung. Hierunter stehen' Gesellschaften zur Ausführung öffentlicher Arbeiten in erster Linie. Die besonderen Zweckbestimmungen werden sich natürlich erst in Verbindung mit konkreten Projekten ergeben. Auch dann erst wird es möglich sein, das Verhältnis festzusteJlen, in welchem die Jüdische Kolonialbank zur Gründung derartiger Gesellschaften beizutragen hat, um ihren Einfluß dauernd) zu sichern und in welcher Weise — etwa durch Schaffung von Vorzugsaktien und die Ausgabe von Anleihen — weiteres Kapital unseren Zwecken dienstbar gemacht werden kann. Was wir gegenwärtig an finanziellen Vorberei'fcungsarbeiten dürchzuführen haben, umfaßt ■einen relativ geringen Betrag, nämlich etwa 2 Millionen Pfund für die Jüdische Kolomalbank und Anglo-Palesline Co .zusammen. Worauf wir das allergrößte Gewicht legen müssen; ist zum Zeitpunkt der Mamdlatserteilung diese Summe gesichert zu haben, um daraufhin die weiteren Finanzpläne aufzubauen, die darauf berechnet sind, einen möglichst großen Teil der Kapitalien zu sichern; welche für die erste Periode unserer zukünftigen Kolonisationstätigkeit erforderlich sind! , Wir werden in Kürze den Landsmannschaften weitere Weisungen zukommen lassen1 iwbezug auf die Durchführung dieser wichtigen Akt;.men.' Esra. nine jüdische Monatsschrift Redaktion: Eugen H o e f 1 i c h. Soeben erschienen das Dezemberheft mit folgendem Inhalt: Dr. Artur Zänker: Zum jüdischen Kulturproblem. — Siegfried S c h m i t z: Zion und die Galuth. — Meir Wiener: Kern und Schale. — Eugen Hoeflich: Jerusalem ist gefallen. —L. Schapiro: Er und sein Diener. — Elijahu Rappeport: Aus den Lobliedern. — Weitere Beiträge von: Artur D. Levis (London). Alexander Rabinowicz uir.i Ernst M ii 11 e r. — Neue wichtige Bücher. Zahlet die jQdische Mfissteuer! Grundsätze Jur Siedlungsgruppen , Einzelpersonen und Gruppen, die landwirtschaftliche Unternehmungen in Palästina beabsichtigen, pflegten sich bisher zu sogenannten „Achusoth“ zusammenzuschließen. Der Begriff der Achusoth hat sich indessen im Laufe der Zeit etwas verschoben. Früher verstand man darunter PflanzungsgieseLtschaften mit überwiegender Lohnarbeit. In der fetzten Zeit ' haben ■sich aber auch solche Gruppen zu Achusoth zusammengeschlossen, welche fa Palästina Kleinsiedlungen errichten wollen, deren Bewirtschaftung hauptsächlich auf der Selbstarbeit des Siedlers beruhen soll Die beiden Wirtschaftsformen sind jedoch vom Standpunkt nationaler Kolonisation so ver-

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