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Jüdische Zeitung · 1919-07-25 · 30 (25.7.1919) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
13 (1919)
Issue
30 (25.7.1919)
Date
1919-07-25
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 L ' JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 30 t \r- -r,*> Das Dogma von der ewigen Galuth (Eine Kardinalfrage der zionistischen Ideologie.) Nachstehender Aufsatz - wurde uns aus ~ - dem demnächst erscheinenden. Heft-des -Juden“ zur Verfügung gestellt . Das war beim Erstehen des Zionismus die wichtigste Einwendung gegen ihn und ging bis in die Tiefe seiner Fundamente: Palästina kann alle Juden nicht fassen. Die Zionisten antworteten: Man vermag über die Fassungsfähigkeit eines Landes Im vorhinein Bestimmtes nicht zu sagen. Es ist dies von so vielen anderen Umtänden außer der Leistungsfähigkeit des Bodens, und was damit in Beziehung steht abhängig:. IJjid {licht nur {layon. was -das Land bietet, sondern auch' davon, 'was die Bewohner brauchen. Es gibt so yieje und unübersehbare Faktoren, die die Große und Art der Bedürfnisse' pder - die sogenannte^ Bedürfnislosigkeit der Bevölkerung und deren" Befriedigung bestimmen Man wies auf Belgien hin. als auf den am dichtesten bevölkerten Staat wobei niemand sagen konnte, daß dies schon ein nicht zu überstreifendes Maximum darstellte. Außerdem, sagten die Zionisten, sollten alle Juden nicht hinüberwandern können, so wird die Position der in der Galuth bleibenden (deinen Zahl eine ganz andere als bisher sein, dadurch daß |n Palästina ein Zentrum pad eine Heimstätte der jüdischenNation bestehen wird. . ~ Zu Anfang also, besonders in der ..Judenstaats*'‘-Epoche, solange sich die Zionisten ihre Aufgabe recht leicht und in kurzer Zeit durchführbar vorstellten, gingen sie außerhalb der Apologie auPe'we breite Erörterung dieses Gedankens nigbt ein.': . ........ Aber Jahrzehnte vergingen und mit Ihnen der -holde Leichtsinn“ und der 'Glaube an das rasche und leichte Work. Die Zionisten bekamen Zeit zum Nachdenken und zum^Sich-selbst-fragen. Und mehr als einer antwortete sich: Wirklich. Palästina kann alle Juden nicht fassen und hebst dem Teile, der hinükergehen wird, dürfte dipsps Land höchstens etwa den jährlichen jüdischen Geburtenüberschuß der Diaspora aufnehmen. so daß immer große Massen in der *) Galuth werden Zum Teil war diese — an sich wehmütige — Einsicht doch in einer tieferen Seelenschicht balb unbewußt erwünscht. Sie war von dem Wunsche gezeugt den national-kulturellen und politischen Galuthforderungen des Zionismus die Grundlage der Notwendigkeit zu geben. Da nämlich allenfalls Millionen in der Diaspora Zurückbleiben werden, so müssen Diaspora-Programme aufgestelit ind curchgefüfcrt sein. Jetzt, da-äußere politische Konstellationen uns die Möglichkeit für Hoffnungen gegeben Haben, die zu hegen wir aus eigenem, direktem -—;-r '( *) lei gebrauche „Galuth“ " nlS'FemininUm. wie im Hebräischen. Man sollte überhaupt bei allen dem Hebräischen entlehnten Wörtern auf ihren Genus in dieser Sprache bedacht nehmen, blieben müssen. *) JDoch muß. wer an die Ewigkeit der Galuth nicht glaubt deswegen nicht gegen die Befriedigung der Galuthbedürfnisse. gegen die Galuthpolitik. gegen die .Gegenwartsarbeit sein. Dies alles ist schon wichtig, sehr wichtig, wenn es sich bloß für einige Generationen als dienlich erweist, wenn es dazu dient das MenscLenneservoir für Palästina oder für eine andere Konzentration nicht nur zu konservieren.-sondern auch immpr widerstandsfähiger, immer geeigneter, immer bereiter zu machen. Verdienst — im - gewöhnlichenstaatsoolitlschen Sinneeigentlich keine Berechtigung haben: jetzt da wir — ob unsere Hoffnungen sich verwirklichen oder nicht — jedenfalls die Pflicht haben, nicht nur an die Notwendigkeit sondern auch an den Plan, einer Großkolonisation, in irgendeinem .Maße, zu . denken: jetzt, da wir-eben durch das Nachdenken über diesen Plan iind seine wahrhaft tausendfältiger und übermächtigen Schwierigkeiten um so stärker an der schon lange früher gewonnenen Einsicht uns stoßen, daß Palästina nicht;groß genug sei. um usw.— jetzt halte ich cs für tief-notwendig und dringend, daß Wir uns gege-n diese dogmatische Einstellung im Zionismus, im prinzipiellen, ganzen, von Grund auf wenden. ' - Daß wir uns dagegen wenden, picht indem wir das Gegenteil beweisen — die Verfechter der änderen Meinung vermögen ihre Ansicht auch nicht zu beweisen —sondern indem wir unseren festen, unbeirrbaren Willen zur totalen Aufhebung der Galuth als Primat setzen ppd der Beweiskraft der gegnerischen Argumente unsere berechtigten Zweifel ent'gegenhälten." Weil niemand wissen kann, welche ökonomisch' Politischen Formen das Land und die Nebengebiete und die Welt überhaupt in iden nächsten Generationen smnehmen werden ~Herzl setzte für Palästina ejpe Entwicklungshöhe der Technik voraus.'7 die zu erreichen — und mit ihr ein enormes Fassungsvermögen — mir allenfalls leichter- und wahrscheinlicher erscheint als so manchen sozialen Höhepunkt, den viele für imser'Land in der nächsten Zukunft erwarten. Viele Fachmänner batten uns ia'früher bewiesene, hatten ausgerechnet. daß das Land nur noch eine verschwindend kleine Ail?ahl yöp Menschen, wenige Hiin- - derttausende werde aufnehipen können. Da kam- Ballod pnd errechriete sechs Millionen schön gewissermaßen für den Anfang der Entwicklung. Beweisen kann er dies im direkten und strengsten Sinne nicht Bewiesen wird es nur sein, wenn wir diese sechs Millionen bereits hineingebracht haben werden. Schon daß der Zionismus, sagen wir. zwei Millionen auf palästinensischem Boden ansässig zu machen vermag, wird erst, bewiesen sein, wenn) sie dort bereits sein werden. Wir polemisieren ja; alle täglich gegen unzählige Gegner, gegen kluge, praktische, informierte und sachkundige- Menschen. die auch diese Möglichkeit bestreiten. . Allenfalls werden bei diesen ersten zwei Millionen, bei. denen die Fassungsfrage keine Rolle SDieien wird, die anderen Frat gen. Hindernisse. Unzulänglichkeiten und Widerstände so schwerwiegender, so geradezu erschreckender -Natur sein, daß man niemandem die Möglichkeit schlechtweg zu beweisen vermag. Ich kanri .es nicht beweisen, ich weiß selber nicht ob das -Hiriüberfüh'ren der ersten etwa zwei bis drei MiUiöripu'fn'das im kleinsten undJgrößten von Tiefgrund ans erst zu kultivierende Land, nicht eine größere Schwierigkeit — nach der Meinung der Gegner: Unmöglichkeit — darstellt, als später das Hineiribringeri der siebenten bis. sagen wir. sechzehnten Million. Ich weiß überhaupt nicht, wozu' sich die Juden entschließen werden, nachdem z: B. die Ballodschen Millionen hinübergewandert Sein werden: einerlei, ob dies während einiger oder einer Generation wird geschehen können. Ich wejß nicht, ob sie sich dann, wenn schon ^vielleicht eramal in Palästina für die restlichen Millionen absolut kein Platz sein sollte, nicht in-einem der Nachbarländer ein zweites Konzentralticmsgebiet suchen werden. Vielleicht in dem inzwischen bewässerten Mesopotamien. Vielleicht irgendwo anders..;Eine Koaz eti t r aff o n — d a s empfinde ich im wesentlichsten Sinne als-Gegensatz zur Galuth. der Zerstreuung. War irgend ein Uganda vor der Erlangung Palästinas mit Recht eine Gefahr, so wird .es das nicht mehr sein, sobald Palästina durch Millionen Juden gesichert ist. — Ich weiß jiichi . . . Abei d a s weiß ich: Wenn Millionen Juden einmal gekostet haben werden, ohne Galuth zji leben, so wird keine Schwierigkeit der Welt die . anderen abhalten, sich mit aller Gewalt und Anstrengung aus der Galuth hinauszudrängen. Und das auch: Die Not und die wehe Bleflast und der Ekel der Galuth werden von immer mehr Juden und immer unerträglicher empfunden werden, mit ftjrfschrpitepdjer Freiheit der Welt * immer stärker empfunden werden. Das Gefühl für die eigene nationale Art und ihre Sopderßedürfnisse wird, nejjeji den verschiedenen übprnatjßnaleri Bestrebungen, bin ich überzeugt. letzt überhaupt zumindest für weit absehbare Zeiten, nicht nur bei uns immer stärker, werden —. und das Gefühl auch für die feilten Nadelsfiche tpif. weil alles Volk iipmer fpifer wirdfiäfür. Die Kinder der Heloten werden schon nach Freiheit schreien. Als Coiifalonieri. Bacchiega. Pellico u. a.' in den Zwanzigerjahren des. 19. Jahrhunderts als die ersten yon der nationalen Auferstehung und Befreiung Italiens träumten., da waren sie el?en-c|io > einzigen, die 'das Fehlen dieser Freiheit wahrhaft schmerzte Das Italien, das: in i h r e m Herzen lebte, das nur war unfrei. Die anderen Italiener stöhnten freilich, wenn sie bedrückt wßFffPP. suchten der Unterdrückung, jeder wie er konnte, zu entgehen und inwieweit einem das gelang, bereiteten ihm die Fesseln Italiens, der italienischen Nation, wahrlich wenig schlaflose Nächte. Erst nach und nach erwuchs die Reife itß Volke fßr die Unzufriedenheit, für das Gefühl des Schmerzes über die Unfreiheit — bis die Nation 1870 das Aeußerste wagte und so sich befreite. Auch bei uns konstatierte Herzl mit mehr Betrübnis als Ironie die gebräuchliche ..individuelle Lösupg der Judenfrage“ und daß. wenn man gesund ist und die Geschäfte gut gehen? das andere sich ertragen lasse. — Der Zionismus sollte eben diese Behaglichkeit stören. Zionismus ist mir im primären, sensorischen Sinne: Auflehnung gegen das Galuthsein. gegen das immer Miriderheit-sevn, gegen die Ouai der Erniedrigung und Hilflosigkeit des Zerstreutseins, gegen die Gefahr, vom Haß und der Verachtung der Guten und Bösen in der Welt mit Selbstverachtung infiziert zu werden. Ich habe gestern einem jüdischen Hausierer im Volkscaffi zugesehen: wie er hineinkam. wie er grüßte. . wie er etwas anbot. wie man ihn ansah. wie er wieder grüßte, wie er-fortging. Er tat nichts Besonderes, män tat auch ihm nichts — aber mein ganzes Volk der Galutfcsah ich-in ihm vor.-mir: wieder grüßte und wie man ihn ansah! — Zionismus ist mir nicht so sehr der große Seufzer, der sich von Zeit zu Zeit erhebt, als vielmehr das leise. Unbehagen. das - scheinbar leichte, scheinbar unschwer zu übersehende und zu überwindende, das aber unablässig, ewig bohrt, fein und still; wie der zähe Holzwurm, bis zur Verzweiflung bohrt — bis man auf schreit und — kann man nur irgendwie— aus der Galuth hinausrast wie von Furien gejagt. Wem Zionismus nur Weltanschauung ist. Aufgabe in der Weit, in der Menschheit - Menschlichkeit. dem kann eine Aenderung seiner allgemeinen Ansicht die Fundamente seiner zionistischen Gesinnung untergraben. Darum können diese -. Fundamente nicht primitiv genug, nicht nackt - . Brief aus Palästina A. D. Gordon.. Meine Freunde! . „ Was kann, sollte man glauben, einfacher und klarer sein als der Gedanke, daß wir alle, das ganze jüdische Volk, eins sein, einen Wißen haben, nach einen: .Ziele streben 'müßten? Und besonders jetzt in diesem schweren Augenblick, da bei uns alles zerstört und vernichtet wird, so daß es schwer zu sagen ist wo die Vernichtung .größer ist, in den Gölusländern oder in Palästina, unserer letzten Zuflucht und es keine Hoffnung mehr gibt außer auf uns selbst — worüber, sollte man meinen, mußten wir mehr nachdenken. wonach mehr streben, als nach Vereinigung 'aller unserer Wißen zu einem nationalen Wollen, aller unserer Kräfte zu einer nationalen Arbeit? Was fet sollte man denken, da viel zu fragen, zu erklären, zu reden? Und doch ist das bei uns eine bittere, tiefe Frage — gerade weil das bei uns eine Lebensfrage ist So sind alle unsere Lebensfragen, so ist priser ganzes Leben, weil es kein Leben ist, nicht vop uns'und nicht nach unserem Maß und Ebenbild geschaffen. Unser Leben ist aicjtts als das Werg aus fremdem Flachs, ein Äbfa]L des fremden Lebens und so verstrickt Im fremden Leben, daß wir nieüi feststellen können,, wo das eigentlich beginnt Und endet, was wir unser Leben.pennen. Es gibt auf der ganzen Welt kein Volk, das ach in so eigenartig tragischer ' Lage befände. ' Wir haben nicht einmal die drei realen Gnmdsäulen, ilpren auch ein politisch unselbständiges Volk nicht enträten kann: Land, Sprache und Arbeit Wir haben weder unser Land, noch unsere einzige lebende nationale Sprache, die Sprache unserer Seide, noch unsere nationalökonomische Arbeit (Wenn wir auch in den Gölusländern arbeiten'und in großen Massen arbeiten, so ist unsere Arbeit doch nicht nätional- *) Aus dem im Berliner -Welt-Verlag“ erschienenen Buche: A D. Gord-on: Briefe aus Palästina ökonomisch, sondern s o z 1 a 1 - ökonomisch, weil wir durch sie nicht unser national-ökonomisches Leben schaßen. Chinesen z. B. arbe|ten national-ökonomisch in China, aber nicht in Amerika. Und daher , steht bei uns der Sozfalis- •m»* iu nönerem Ansehen als bei anderen! d’ h. das soziale Ideal wirkt auf uns stärker als das nationale.) Wir haben nicht das Tiefste des Lebens: den nafipnaien Wißen/ das nationale Denken, das heißt'uns fehlt die nationale Seele. Und was ist tragischer, beinahe kann man sagen, tragikomischer:' Gerade?n der Zeit, da pnser Golus am finstersten war, da wir iß einem besonderen GhetfQeingeschlbsspn wären, hatten wir noch einigermaßen einen nationalen Willen, eine nationale' Seele. Aber damals hatte unser Wille, unsere Seele keinen Körper und daher auch, keine Kraft. Wir. lebten in der Vergangenheit, in der Welt' unserer Eifern, d. b. — in der Luft. Jetzt, da es. bei uns etwas beiher ist, da .wir immerhin eiriep Körper, eine Kraft zu fühlen beginnen, habet/wir keinen \ViIIem keine Seele. Wir leben in fremden Welten, das heißt — wieder }Ü .der Luft Unäer Wifle, urigere Seele ist in so yjele Stüpkp zerrissen, uriter wieviel Völker wir zerstreut und äufgefeilt sind'pder wie viel es bei diesen Völkern Parteien gibt, wieviel Ideale pnd Theorien sich äUS; ihrem Leben schoflen lassen. Bpi uns tritt der’riatlpnale/Wiße/'das nationale Ideal hinter jedem^ Parteiwißen. ieflemTdjeal. Jeder jheorie zurück. Sogar pris. als Volk zu fühlen, hris selbst eänzugpstehen, daß %1r national leben Wpße'n. haften" %ir nicht die Kühnheit so lange andere ri'chf den' Nationalismus offiziell für erlaubt erklärten. das beißt sö länge ihr Leben sie nicht dazu gebracht. hatte, in einer Theorie das zum Ausdruck zu bringen, was in fhrer Serte ppd in. Ihrem Lehen . niemals zü wirken äufgehört hätte. Bei uns zririi Beispiel hat einer Zionist sein und sogar in Palästina arbeiten und zu gleicher Zeit Arti-Natiooalist sein können., als die Zelt kam. da der offizielle Sozialismus offiziell erlaubte, Nationalist zu sein. Ueberhaunt. für unser Volk arbeiten, wie jeder lebende Mensch'für sein Volk arbeitet, öder-wie viele von den Unseren ' für andere Völker gearbeitet haben oder arbeiten, - sich vollkommen den idealen unseres Volkes hingeben — das heißt noch heute bei uns: zu engherzig. Das beweist euch nicht nur jeder Theoretiker, sondern jeder berufene und Unberufene. Und nicht selten kömmt es vor, daß man euch, wenn ihr-*von der Ganzheit des Volkes sprecht, „Kal-Jisroel-Politikl“ vorwurfsvoß zuruft. Die Haltlosigkeit ppseres;Lebens führt dazu, daß wir Luftriienscben sind, nicht nur ökonomisch, sondern auch geistig. Wir schreien stets „Menschheit" lauter als alle Menschen, nicht weil wir wirkßch ethisch höher stehen als alle, sondern weil " „Menschheit“ eine Abstraktion ist. ein Luftbegriff — itjl Leben gißt es nur Völker: lind in Wifk-.- lichkeit'arbeiten wir, obwohl wir '„Menschheit" schreien, doch' nur ‘ für das Volk, unter dem wir leben, nur'nicht für uns selbst. Unsere-geistigo Welt ist eine Art Spinngewebe aus Aether, aus freradgr Lijffc Sig ist nieptaufzuzeigen, /nicht ärizutääten. ' Nur wer' sein Jeigeries, Tgr‘urideigen'es> lebendiges Denken'bat, kann an unserem Leben iind auch'an unserer'Literatur erkennen, wie tief wir verkne.chtet pnd hypnotisiert sind. Wir fühlen seihst njght, wie. tigf fremde Leben in unserer ' Seele herrscht, unseren Wißen und 'unsere Gedanken am ’ Gängelbände führt, auf 'unser Schaßen eiriwirkt, so ‘daßwir picht mehr wir selbst, sondern irgend welche andere sind. Und wie oft seht' ijir .bei -ijos 'giften flSö^Ken.-'der nachlseirier geistigen PhYstogi}ptriie, so scheirit^s, vollkommen ‘der Unsere isf,'ein Eriker des alten: Israel, in dem - aber doch eine Art wandernde Seele aus einem fremden Leben mit fremden Gedanken und Gefühlen lebt, dig g«? ih|i| redet und wirkt, während er'ganz ernst glaubt, daß'er es selbst'sei. Wir empfinden die fremde, Wirkung nicht' und können sie nicht empfinden, weil nur der empfinden kann, wie Gefühle und Gedanken aus fremden Welten , wirken, der seine eigene Weit hat. die aus seinem eigenen. Leben, aus seiner eigenen Seele empor- ' gewachsen ist. Wir aber, - in heutiger Zeit, habenkeine eigene nationale Weltanschauung, daß heißt eigentlich, wir legen uns keine bewußte Rechen- schaftab über unser eigenes natiönai-psycho-

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