Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1919-07-04 · 27 (4.7.1919) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
13 (1919)
Issue
27 (4.7.1919)
Date
1919-07-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2438141-2438727-2438754--6330-2446398
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG _ _ Nr. 27 zu werden. Redner halte sich für verpflichtet, diese Schmach von seinem Volke abzuwälzen.imd zu erklären, daß die bewußte ukrainische Gesellschaft die Pogrome auf das schärfste verurteile und den Wunsch hege, mit den.Juden, mit denen die Ukrainer seit Jahrhunderten durch gemeinsamen Wohnort, durch freundliche Nachbarschaft verbunden seien, in Frieden und Freundschaft zu leben. Er verweist darauf, daß es in der Bukow i n a, so lange die Ukrainer dort eine gewisse Macht repräsentierten, ru d e n f e i n d 1 i c h e Tendenzen überhaupt nicht gegeben habe, in allen anderen Gebieten aber seien die Ukrainer genau wie die Juden Regierte und Unterdrückte gewesen; er verweist weiter darauf, daß die erste Ra da in Kiew den Juden* volle Gleichberechtigung und nationale Autonomie eingeräumt habe. Redner schloß mit den Worten: Sollte es uns, was Gott geben möge, beschieden sein, unser staatliches Ziel zu erreichen und unseren ethnographischen Boden als selbständigen Staat, in welchem .wir die Führung haben, zu erhalten, so können Sie überzeugt sein, daß wir, so wie bisher, auf dem Standpunkte der vollen Gleichberechtigung, des vollen. Selbstbestimmungsrechtes gegenüber der Judenschaft stehen werden und: daß. wenn vielleicht durch den Krieg and durch Verhetzungen auch i>ei unserem Volke Instinkte gegen die Juden wachgerufen, worden sein sollten, wir mit größter Strenge uns genau der Pflichten bewußt, die-wir haben, wenn wir .über Menschen regieren, aber auch mit Anwendung aller Vernunft, Belehrung und Aufklärung "dafür sorgen werden, daß ähnliche Anklagen und Beschwerden, wie sie, heute gegen eine andere Nation erhoben werden, die ukrainische Natlon niemals beflecken. Hierauf sprach namens der iüdischnationalen Studentenschaft „ Dr. med. Felix Mandl: ' Nicht das erstemal — sagte der Redner — ■ sind wir beute aus demselben Grunde zusammengekommen, um anzuklagen, zu trauern und uns gewissermaßen zu versichern, daß es noch Juden . gibt, die jüdisches Leid mitempfinden und die das WeK, das einen Teil unseres Volkes trifft, als sich selbst zugefügt betrachten. Schon seif Monaten werden unsere Stammesgenossen im Osten auf die brutalste Weise, die ein Menscbenhirn ersinnen kann, systematisch gemartert und ge- . mordet Veranlassung hiezu ist .immer gegeben, sei es ein militärischer Sieg oder eine Niederigae, und schließlich war es die errungene Freiheit' eines .Kulturvolkes“, die sich auf solche Art laut machte.' Wir verstehen es gar nicht daß wir in Kilometerdistanz von äU diesen Dingen ruhig unser Tagewerk vollbringen können, daß wir schweigen sollen, wenn gerade der Teil der Juden, der am zähesten und unverbrüchlichsten an seinem Volkstum hängt, tagtäglich'* den Tiagelschauer eines bestialischen Hasses des Volkes von Polen,' das die Kultur und Menschheits- Phrase jederzeit im Munde führt, am eigenen Leibe zu fühlen bekommt Redner wendet sich dann -gegen das Treiben der Protestrabbiner, die stets in der Geschichte des nationalen Judentums eine unrühmliche Rolle gespielt haben, und brandmarkt mit scharfen Worten, daß gerade jene, von -welchen die Pogromopfer eine moralische Stütze zu erwarten berechtigt waren, schmählich zusammengebrochen sind. Unsere Brüder in Polen, fährt Redner fort, sind so gestorben, wie sie ge-: lebt haben. (Die Versammlung erhebt sich zum Zeichen der Trauer.) Zertreten, zermürbt und zerrissen von einer Umgebung, deren dunkelsten Instinkten eine Weltkatastrophe zur Freiheit verholten hat. Die heutige Versammlung hat nicht allein den Zweck, zu trauern, anzuklagen und zu protestieren. Zweck gewinnt unsere Versammlung nur dann, wenn sie uns zum Ansporn wird, unsere Zukunft endlich mit starker Hand selbst zu gestalten und jüdische Fragen selbst zu lösen. In unserem festen Zusammenschluß, in unserer Organisation im Galuth, in der-Tendenz nach einem nationalen und politischen Hinterland, in Palästina* liegt unsere ganze Zukunft und der beste Schutz für alles, was da kommen möge. Wenn auch auf Sie die' heutige Versammlung in ähnlichem Sinne gewirkt hat so entsühnen Sie dadurch am besten-unsere armen Toten und so ehren Sie am besten das Andenken dieser Helden der Stärke des Bekenntnisses und der unerschütterlichen Treue zu unserem Volkstum. Der nächste Redner, med. Federico M e h r e r.- der namens der „Fr eien Ve r e i n igung der sozialistischen Studenten" das Wort ergreift meinte, die Juden hätten es nicht nötig, sich zu organisieren, -sie sollten sich vielmehr dem Sozialismus zuwenden, aber nicht dem österreichischen Sozialismus, wie er ln3den heute Regierenden .verkörpert ist, sondern der wahren Internationale. Der Redner konnte seine Ausführungen, die dazin gipfelten;-daß die Juden Ihre Protestresolution nicht den Ententemissionen, den Vertr.etnneen kapitalistischer Staaten, sondern den sozialistischen Parteien aller Länder vorlegen mögen, hur mühsam, zu Ende bringen, da die gerechte Empörung der Versammlung über die Zumutungen des Redners sich ln zahlreichen Zwischenrufen Luft machte. Während .dieser Szenen betrat Abg. Robert Stricker. . von brausenden Zurufen und Beifall begrüßt -die Rednertribüne und ergriff das Wort zu nachstehenden Ausführungen: Wirhaben uns hier versammelt um gegen die Judenmörder in Polen und der Ukraine , zu protestieren. Wenn mir das grauenhafte BiLd dieser Judenschlächtereien, vorgeschwebt hat und wenn ich daran gedacht habe, welche Menschen das sind, die im Osten unsere Brüder morden, unsere Schwestern schänden. sie alle in bestialischer Weise auälen und . plagen, so mußte ich' mir_sagen: Es sind, mit weni; ' gen Ausnahmen. Soldaten und Bauern. Und wenn - Ich dann fragte: Sind denn diese Leute als Bestien zur Welt gekommen, sind sie aus anderem Fleisch geformt als wir. sind es geborene Erpresser. Leute, die ihrer Veranlagung nach dazu gedrängt worden sind, vom Blute der anderen zu leben, so mußte ich mir immer wieder sagen: Nein, es sind Bauern und Handwerker, die ihr ganzes armseliges Leben hindurch unter den härtesten Bedingungen und Entbehrungen gelebt haben, es sind Menschen, auf denen der: ganze Jammer der Menschheit lastet. Wer hat jiuh diese Leute zu Mördern gemacht? Wenn wir uns diese Frage vorlegen, so . dürfen wir nicht vergessen, daß diese Leute durch fünf Jahre gezwungen wurden. Menschen zu morden, fünf Jahre hat man ihnen weisgemacht, daß . es etwas. Vernünftiges und Ehrenhaftes ist. möglichst viel: andere Menschen aus der Weit, zu schaffen, daß man .Leute, die niemals eine Waffe gebraucht, jetzt gezwungen hat. Waffen zu tragen und zu gebrauchen. Nicht diese Menschen können wir schuldig sprechen, nicht gegen ihr Handeln protestieren. -Wir müssen protestieren gegen die. welche die Massen diesen Weg führten und führen und die durch;Lfigen und systematisch - verhetzende Bearbeitung diese, armen mißgelefteten Menschen dazu gebracht haben. Mörder zu werden. Wir haben vor allem zu protestieren gegen die-verlotterte polnische Gesellschaft gegen diese durchseuchte und •verfaulte Bande, die .von Betrug lebt und nichts kennt als Betrug. Wir haben diese Menschen im - alten Oesterreich kennen gelernt. Nie haben sie - gearbeitet sie haben nur genommen, nie war es -ihr Bestreben, an:den Einigungsbemühungen teilzunehmen. weil sie an der. Uneinigkeit verdient haben. Es sind dieselben Menschen, denen im; Kriege kein Mittel, zu schlecht war. um die Freiheit der polnischen-!Ausbeutergesellschaft zu erschwindeln, sie haben sich die Freiheit nicht er-, kämpft sie haben sich sie erlogen. Immer haben sie gelogen, sich immer an den Stärkeren gehalten, das war ihre Kunst.. Waren die Russen im Lande, waren sie russisch, kamen die deutschen, so waren sie deutsch.' Und m den Reihen dieser Leute, der .polnischen Schlachzizen, befinden sich auch die polnischen Sozialdemokraten! Wo ist Herr Daszynski? Er agitiert mit der politischen Lüge, er war es. der den gerechten Zorn der Westmächte wegen der Judenmetzeleien dadurch ablenkte, daß er erzählte, diese Schand- taten richten sich nicht gegen die Juden, sondern gegen die Juden als Agenten der Deutschen. Wo ist Herr Liebermann, der Sozialdemokrat Dr. Liebermann? Ei- Ist nicht in Warschau, er ist in Paris, um'für die edle, geknechtete, ritterliche Nation zii sprechen; Liebermänn gehört zu jener Kategorie von Juden;; auf denen die- Blutschuld der Pogrome läsfefc'fer'gehört zir jenen. die dem jüdischen Volke immer In den Rücken fallen, wenn "es sich wehren will. Er ist mit dem strikten Aufträge entsendet worden, in Paris zu erzählen, es gäbe keine Judenpogrome in Polen, das Polenvolk lebe mit den Juden im besten Einvernehmen und nur die jüdischen Hetzer tragen die Schuld, wenn es zu Ausschreitungen kommt. Eine ganz gleiche Figur macht der ..polnische“ Dr. Löwenstein, der. entgegen den strikten .Beweisen^ die-Herr Dr. Chaies erbrachte.'dem gewesenen Kaiser Karl im'Jahre 1918 versicherte, es sei alles nicht wahr, die Juden leben im besten Einvernehmen mit den Polen, sie (die Juden) können sich ruhig auf die „Ritterlichkeit“ der Polen verlassen. Und so finden sich immer Liebermanns und Löwensteins, die unserem Volke so sehr schaden, wie diese ehrvergessenen Schurken. Und da gibt es noch immer Juden und Parteien., welche uns zumuten wollen, auf jede Organisation zu verzichten, iede Selbstw6hr zu unterlassen und unser Schicksal dem Gewissen der. Welt*zu überlassen. Wo ist dieses Weltgewissen? Es fiat siefi bis jetzt nicht gerührt! In Paris sitzen die Vertreter der Kulturnationen, im Osten ermordet man in bestialischer Weise, und was tun sie? Nichts, gar-nichts! Herr Paderewski braucht nur vor sie hinzutreten und von Bolschewismus sprechen und alles ist in Ordnung. Können wir es dabei bewenden lassen, uns von anderen, wir. wissen ia. wie, schützen zu lassen? Nein! Wir müssen fordern und dafür sorgen. daß wir unsere eigenen Vertreter -im Völkerbund bekommen, daß wir selbst mit den anderen Nationen: sprechen können. Wir brauchen keine Unterhändler, denn sie sind unser. Fluch. Redner wendet sich dann gegen den Sprecher der freien Vereinigung der sozialistischen Studenten. der als Ursache der blutigen Judenverfolgungen bezeichnet hatte, daß die Juden sich auf der Linie des Schwächsten Widerstandes befinden und sagt, es sei charakteristisch, daß man so zu uns sprechet »daß man einer jüdischen Protestversammlung.' Ratschläge, erteile und daß wir eben aufbören müssen, auf dieser Linie zu liegen. Der jüdische. Arbeiter hat ebenso -das Recht."sich zu organisieren ^und zu wehren wie der nichtjüdische. Wir verlangen für uns nichts Besonderes, wir wollen aber' dahin gelängen, daß wir als Volk betrachtet und.respektiert werden. Wir sind nicht länger gewillt, alles über uns ergehen zu lassen. * Ist der Antisemitismus eine Mächtfrage. dann müssen wir bestrebt sein, dieser Macht eihe an- - dere entgegenzustellen. Die‘Pogromhelden recht- _ fertigen ihre Täten-damit, daß sie sagen, die Juden seien Bolschewiken. Sie brauchen» das nur erzählen und alles ist mitihnen versöhnt Wir Juden haben mit dem Böfechewismns*nichts zu tun. nicht, weil er keinen Punkt unseres Programms bildet sondern, weil wir Juden sind; Wir fassen das Judentum als die^wahre. Demokratie auf und wie wir uns nicht dem Diktat -einer oberen Klasse unterwerfen wollen, so lehnen wir es auch ab. uns der .Diktätur einer anderen Macht zu unterwerfen. Die* Diktatur eines'Bela Kun und Toller kam» uns ebensowenig passen wie die des Lüdendorff und Konsorten. Der Volkswille kommt nicht durch die Diktatur, sondern durch den Ausspruch aller Klassen der Bevölkerung ^um Ausdruck. Daß viele Juden unter den Führern der Bolschewiken simL hat seine Gründe. Ein Volksorganismus darf nicht unaufhörlich gequält und unterdrückt werden, sonst werden Teile kränk und eine Gefahr für die Umgebung. So ist es leicht möglich, daß es durch . die Brutalität und die Henkermanieren den Juden gegenüber dahin gekommen ist. daß einer von den. vielen Millionen der Verzweiflung anheimfällt. Die jüdischeu Desperados sind Opfer der anderen, die anderen tragen die Verantwortung dafür. Den Worten des Redners, dem die Versammlung' mit größter Teilnahme gelauscht hatte; folgte" nicht endenwollender Beifall. Nachdem wieder Ruhe eingetreten war. sprach stud. Jur. B i e r er namens der deutschfreiheitiichenStudentenschaft Wiens, der sich der Kundgebung gegen die Pogrome im . Namen seiner Gruppe anschloß und gegen gewisseä * Hetzereien in Wien das Eingreifen der Regierung” forderte. Hierauf wurde das unten folgende Memorandum an .die Mächte der Entente zur Verlesung gebrächt und einstimmig. angenommen. Auch in den anderen Räumen des Konzerthau- - ses.wurden gleichzeitig Versammlungen abgehalten, wo verschiedene .Redner das. Wort nahmen. Nach Schluß der Kundgebung zogen die Teilnehmer in einem nach Tausenden zählenden Zuge . über die Ringstraße'vor die i t a 1 i e n i s c h e G e « sandtschaft, wo-eine von Dr.,Chaies. geführte. Deputation dem General Segrd das an die Ententemächte gerichtete Memorandum überreichte. Es wurden noch einige Ansprachen ..vor dem Künstlerhaus gehalten, worauf‘sich der Zug nach Absjngung der „Hatikwah“ auflöste. Der Text des Memorandums. „In einer Vom Jüdischen Höchschulausschuß in Wien einberufenen öffentlichen Versammlung. für die der größte Saal der Stadt kaum ge- : nügte. haben die jüdischen Mitbürger von Wien eine Reihe von Rednern aus verschiedenen; Parteien gehört und eine Resolution des feindlichen Protestes gegen die Pogrome in Polen_ angenommen. 5 Die Berichte, welche von überall aus dem Bereiche der neuen polnischen Republik zu uns kommen,-zeigen, daß die Orgie von Blut und Mord fortfährt. Die Pogrome von der Regierung befohlen, durchgeführt, unterstützt oder geduldet, werden fortgesetzt. Alles Ableugnen prallt an der Wirklichkeit ab. Hunderte von unfreiwilligen Zeugen,-Männer, denen man vertrauen muß,. Bürger der Ententestaaten, diplomatische Vertretet. Milltärmissienen haben 'die Menscheniagd und-Ihr« Opfer gesehen: haben durch ihre; eigene Untersuchung die täglichen'Beleidigungen festgestellt. die man .den.Juden antut: haben die Gewißheit sich verschafft von der schweigenden oft gar nicht verheimlichten Mitschuld der Zivilbeamten und •Militärs. Hunderte von Ermordeten. Tausende * yon verletzten Männern. Frauen und Kindern,; angezündete Häuser, zerstörtes und geraubtes Gut und schließlich die Entehrung, die man allen zu- - fügte, sind keine Erfindungen. Und wo geschieht - es? In Mitten desjenigen polnischen . Volkes, welches durch mehr als ein Jahrhundert die Welt mit der Klage über sein Leid erfüllt hat. welches selbst schwach unter der russischen Knute -stöhnte, welches nicht aufhörte, das Mitgefühl . Europas für. sich zu erbitten. Und in demselben' . Augenblicke., wo seine nationalen Wünsche ihre Erfüllung finden, feiert es den Tag seiner Befreiung dadurch, daß es sich in wilder barbarischer, bluttriefender-und systematischer Weise auf die jüdische Minderheit stürzt, welche seit Jahrhunderten im Lande Iebtr Angesichts dieser* Explosion des Hasses, der seine Maske abwirft und sein verzerrtes Gesicht zeigt, haben die Juden sich nichts anderes vorzu Werfen. als treu bleiben zu wollen ihrer Religion und.Nationalität, die, geheiligt durch eine Vergangenheit von 5000 Jahren keine Macht der Welt entreißen wird. Erhobenen. Hauptes weisen die polnischen. Juden lügenhafte Anklagen und allzu leichte Verallgemeinerungen von sich. Wenn es unter ihnen Verbrecher gibt, und es gibt bet ihnen nicht mehr als bei den Polen, so möge man sie vor die Richter bringen,: dem Gesetze, entsprechend urteilen, wie es Brauch ist. bei den Völkern,, die sich' zivilisiert nennen. Aber man verurteile nicht alle heuchlerisch und'man suche nicht . obendrein darin einen Grund und eine Entschuldigung für feigen Mord und Vergewaltigung der Schwachen durch Starke. Vergebens bemühen sich die Juden den Polen zu beweisen, daß ihre jüdischen Ansprüche nichts, zu tun haben mit., ihren Pflichten ais gute Staatsbürger und ihre Ergeben- ’ heit an die Republik*., vergebens erklären sie sich bereit mitzuärfieiten an der moralischen und materiellen Entwicklung des Landes, dem sie so lange ' angehören; vergebens bemühen sie' sich, alles, was in ihrer Macht ist. alles, was sie an nützlichen Eigenschaften besitzen, im Dienste eines freien Polens-lind eines Polens, das menschlich ist gegen alle seine Einbewohner, vergebens berufen sie sich aiif:das Recht der Minorität, das in Versailles - proklamiert wurde. Alle diese Rufe. Erklärungen finden bloß taube Ohren:: Die Pogrome werden fortgesetzt; ,v-. Die Unterzeichneten Jüdischen Vertreter von Wien schließen sich den Protesten derselben, an. welche die Gemeinden von Paris, London, New- York erhoben haben:; wir solidarisieren mit unseren Brüdern. die dieselbe Rasse, dieselbe Abstammung; derselbe Glaube uns verbindet. Wir . leiden mit * ihren; unsagbaren Leiden und' trauern in gleicher Weise mit ihren Märtyrern. Wir wenden uns an die alliierten Regierungen. Indem wlP

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.