Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 20 (16.5.1919)
- Date
- 1919-05-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 durchgedaeht hat Es 'ist eine absolute Verzerrung; wenn mau die Dinge so darstellt, als wäre die zionistische Partei notgedrungen bürgerlich und müsse es durch die Verquickung mit der jüdischnatiorialen Gruppe : immer-: mehr’ werden. Daß die gegenwärtige Zusammensetzung der Zionisten in Wien einen prononeieri bürgerlichen Eindruck macht, hat zum Teil lediglich lokalbeschränkte Ursachen, zum Teil ist es einfach darauf zurückzuführen, daß der Zionismus bisher viel zu viel mit nationalen Fragen beschäftigt war, als daß er sich auch mit den sozialen Fragen hätte beschäftigen können. Die zwanzigjährige Epoche.der zionistischen Bewegung, die wir jetzt abgeschlossen haben, stellt jenes uns von allen anderen Völkern her bekannte Stadium des „Erwachens“ dar, in welchem die Aufgabe, überhaupt erst einmal die nationale Zukunft'zu sichern, durchaus jene zweite Frage verdrängt, wie diese zukünftige Gesellschaft nach innen zusammengesetzt sein -soll. Dieses Stadium ist heute innerlich abgeschlossen. Unsere Zukunft ist gesichert und darum, nicht weil es die allgemeine Zeitentwicklung erfordert, können auch wir nunmehr dazu übergehen, die soziale Frage auch in unserem eigenen Kreise. eingehender zu behandeln, als es bisher der Fall war. Vorausgesetzt nun, daß sich jeder des Rangverhältnisses zwischen national 'und sozial immer bewußt bleibt, d. h. daß er untpr allen Umständen ablehnt, den sozialen Gesichtspunkt dem nationalen überzuordnen, vorausgesetzt, daß er stets und unter allen Umständen sich bewußt bleibt, daß wir unsere Gesellschaft erst haben müssen, bevor wir sie sozialisieren können — unter dieser Voraussetzung wird niemand der Entwicklung sozialistischer Fraktionen innerhalb der zionistischen Partei, d. h. innerhalb der jüdischen Gesellschaft im status nascendi auch nur die geringsten Schwierigkeiten in den Weg legen. Es ist also einfach nicht wahr, daß aus dem sozialistischen Bekenntnis der Jugend die Berechtigung zu <äner ParteimüUigkeit gefolgert werden kann. Wenn man es tut, so erblicke ich darin tatsächlich nichts anderes als das Greifen nach einem unbeabsichtigten, aber sehr unbequemen Vorwand. Aber was hat es denn überhaupt für eine Bewandtnis mit diesem sozialistischen Bekenntnis? Wäre es ehrlich, wäre die Jugend wirklich sozialistisch, so würde sie ja gerade umgekehrt darin den stärksten Antrieb finden, den engsten Kontakt mit der Partei herzustellen, denn sozialistisch sein, heißt doch politisch sein, heißt doch die Gesellschaft politisch beeinflussen . wollen! Und darum würde ich in einer Erziehung zum Sozialismus an sich nichts sehen, was meiner Forderung nach einer Politisierung der Jugend widersprechen würde. Ich betone es ausdrücklich, unter dieser Politisierung verstehe ich keineswegs die Festlegung auf ein bestimrates'politisch-soziales (bourgeoises oder sozialistisches) Programm; ich' verstehe darunter lediglich,' daß man der. Jugend zum Bewußtsein ' bringt sie habe nicht abseits der Partei und fern von der Politik sich lediglich mit sich selbst zu beschäftigen, sondern sie habe in die Gesellschaft, <L h. in die Partei hineinzugehen und die Betätigung in dieser (sei es in bourgeoisem, sei es in sozialistischem Sinne) als Hauptaufgabe zu betrachten. Bernfeld lehnt das ab, weil er „darüber mit sich selbst nicht völlig ins Reine gekommen ist welche Funktion in der gegenwärtigen europäischen Politik die zionistische Partei auszuühen hat“. Und in diesem Stadium der Unklarheit will er nicht „von der Jugend einen An-, Schluß an unsere Partei fordern“. (Uebrigens: meint er die Landespartei oder die Weltorganisation?) Ich aber denke, daß die Frage des Verhältnisses vom Aktionskomitee zur Weltpolitik nicht von Einfluß auf die Frage sein darf, ob die Jugend zum Anschluß an unsere Partei erzogen werden soll oder nicht Der Zionismus ist weit genug, um alles, was jüdisch ist in sich einbezieben zu können Und es gibt nichts Sozialistisches, was sich nicht in seinem Rahmen verwirklichen ließe. Der Fehler liegt darin, daß sich Beraield nicht nur über die Eingliederung der zionistischen Weltorganisation in die Politik, sondern überhaupt über das Verhältnis der Jugend zur Politik im -Unklaren Ist Jugendbewegung als Jugendlichkeitsbewegung, als Bewegung der Jugend gegen die Erwachsenen hat ihren Sinn verloren — sie hat nur noch Sinh als eminent politische, auf die Gesellschaft bezogene Tendenz. Ich habe einen kurzen Nachweis hiefür in meinem Aufsatz „Bernfeld und Arlosoroff“ (Heft 6/7 der „Jüdischen Jugendblätter“) versucht und gleichzeitig darauf hingewiesen, wie Bernfeld selbst in seinem Buche dieser Erkenntnis zwar sehr nahe kam, jedoch nicht die gedankliche Konsequenz aufbrachte, sie zu einer klaren Formulierung durchzuführen. Die Unklarheit und Verwirrtheit der Jugend .besteht noch — auch bei Ihren Führern — nach wie vor, die Jugend hat sich noch, nichts weniger als „zu einem klaren zionistischen Bekenntnis durchgedacht“ (hätte siees, so ließe sich vortrefflich politisch mit ihr arbeiten), sie weiß noch -nicht, was sie will und ist noch ganz in einem Chaos von Mystik und Nebelhaftigkeit befangen, das. wie erwähnt, sich im Laufe der Entwicklung den Begriff „Kulturzionismus“ usurpiert hat Gegen diese begriffliche Unk.larhe-ft nicht gegen ihr eventuelles sozialistisches Ziel .habe ich stets angekämpft und mir sie ist schuld an der Parteimüdigkeit. Die nicht ganz richtige Darstellung läßt es so erschönen, als ob jedßT, der gegen diese ParMmüdigkeit ist, gegen die „Verinnerlichung" und . gegen, die „Beschäftigung mit geistigen Din¬ JÜDISCHE ZEITUNG gen“ sein müsse. Darum muß ich es hier noch einmal aussprechen: nicht die Vergeistigung mache ich Berafeld und seiner Jugend zum Vorwurf, sondern daß er diese Vergeistigung nur als 'unpolitisches und antipolitisches Etwas; als Loslösung und Abkehr von,-als Feindschaft gegen die „Realität“ (in diesem Falle gegen die politische Tätigkeit unserer Partei) gezüchtet hat. Das war eine Verirrung, das war der Ruin und die Ursache dafür» daß es mit der heutigen Jugend in Wien so unsagbar jammervoll bestellt ist! „Kulturzionismus“ (man verzeihe dem, der vor 10 Jahren bereits im Dienste dieses Wortes stand, einen Hinweis auch auf' seine Genealogie.) verstanden wir einst als das Bestreben, nicht nur durch einen „Willensakt“, sondern durch die mühselige Arbeit wieder jüdisch zu werden und sich durch jüdisches Wissen jüdische Inhalte anzueignen; darüber hinaus aber alle diejenigen gedanklichen Fragen zu studieren, ..die dem jüdischen Fragenkomplex anliaften: damals stand von diesen Fragen das Problem des deutschjüdischen Kulturchaos im Vordergrund, nationalitäten-theoretische Fragen, die noch heute ungelöste Frage nach dem Wesen des Judentums, dann kamen Kolonisationsfragen hinzu und schließlich die sozialen und politischen.Dinge. Mit einem Wort: das Bestreben, ans dem. gedanklichen Chaos, das uns notgedrungen umgab, zu einer klaren Erkenntnis zu gelangen, um diese wiederum der Partei dienstbar zu machen. Nie waren wir gegen die .Partei, gegen die Politik, wir wollten nur, daß die. Parteipolitik von solchen Menschen geleitet werde, die sich mit jenen geistigen Dingen beschäftigt haben, ohne deren Erkenntnis jede Politik nur Bäerbankpolitik bleiben muß. Was aber ist aus diesem Kulturzionismus*) geworden? Ein Problem, das, nur ein Problem des E r kenne ms war, wurde durch Gläubigkeit, Mystizismus, durch allgemein sittliche Postulate gelöst, durch Dinge, jdie sich mehr und «mehr gegen das Wesen einer Partei und der Politik überhaupt richteten. Der vielversprechende wissenschaftliche Skeptizismus, in dessen Zeiten wir mutig auszogen, das Problem Judentum endlich zu erfassen, wurde vorzeitig durch eine Art religiösen Positivismus abgebogen, der nicht nur auf ein schwächliches Geschlecht hindeutete (und nur das war der Sinn meines Wortes vom „Weg nach Damaskus“), sondern der sich über sein eigenes Wesen noch so sehr im Unklaren war, daß er über den primitivsten Wortfetischismus nicht hinauskam. Und selbst wenn Bernfeld davon spricht, daß die Jugend schon zu sehr auf Palästina eingestellt ist, als daß sie noch Gegenwartspolitik treiben könnte, so ist auch das zum Tleil nur Ausfluß dieser Ungeklärtheit So sehr man es begrüßen muß,- daß die Jugend Palästina in stärkerem Maße als es bisher der Fall war in ihr eigenes Leben InneinsteUt, so muß man es in gleichem Maße bedauern und bekämpfen (und Bernfeld sagt ja, daß er es auch bekämpft), wenn diese Entwurzelung in Formen geschieht die mit deni wirklichen Leben fücKts mehr gemein-haben. Nur wer sich mit Wolkenschleiern umgibt,- nur wer ach Palästina als. jenes Himmelreich auf Erden, jenes bessere Jenseits vorgaukelt; das ihn als Jungbrunnen von dten Sünden Europas befreit, nur wer sich asiatischen Hochmut konstruiert, um Europa restlos verdammen zu können, nur dar wird der Gegenwartsbetätigung gegenüber eine solche Passivität und Resignation an den Tag legen, wie es die jetzige Jugend tut. In der Parteimüddgkeit sehe ich nichts als einen Teil der in der Buber-BerrifeJdschen Jugend allgemein und modern gewordenen Europamüdigkeit und in dieser wiederum nichts weniger, als ein Zeichen von -sieghafter Stärke, sondern nur ein Zeichen jenes Nihilismus und Ressentiments, das schwächlich und impotent, gewordene Menschen Sn die Klöster treibt Und darum erkläre ich, daß mir diese Art großtuerische Gebärde: man ginge ja morgen doch nach Palästina,, umso weniger imponiert. als zwischen den' Worten und der Tat noch immer die gleiche Kluft besteht wie in den früheren Jahren. Sollte es sich erweisen, daß die Jugend ernstlich gesonnen ist ihre bisherige Ungeklärt- -heit durch eine klare sozialistische Einstellung zu überwinden, so würde ich das als Brücke zur erstrebten Politisierung der Jugend aufs wärmste begrüßen. Im Streite zwischen Berafeld und mir kommt nun alles darauf an» daß er selbst aus der in seinem Buche gestreiften, in seinem Aufsatz deutlich ausgesprochenen Erkenntnis vom Sozialismus als Ziel und Inhalt der Jugendbewegung zur klaren und konsequenten Zielsetzung führt. Und darin sehe Ich die Brücke zwischen uns beiden: erkennt er, daß die Jugend sich bisher an Unklarheit verlor, so Hegt darin ein Eingeständnis und implicite die Billigungdes von mir geführten Kampfes um Klärung der Begriffe. Formuliert! er als das Programm, in welches diese Unklarheit endlich' einmündet, den Sozialismus, d. h. einen klar formulierbaren politischen Standpunkt, so erkenne ich dies meinerseits rückhaltlos an und wir könnten, so scheint es mir, uns nunmehr dazu *) Hier ist unseres Erachtens dem gesch. Autor em terminologischer Irrtum unterlaufen. Niemals wurde von irgendeiner befugten Seite die Bezeichnung „Kulturzionismus“ für die Jugendbewegung (Berafeld) angewendet. Das Programm des historischen „Kulturzionismus“ wurde längst von der offiziellen Partei akzeptiert. (Zum Beispiel hebräisch usw.) Dagegen müssen wir für die Parte! Verwahrung dagegen entlegen, daß behauptet wird, daß „sittliche Postulate“ mit dem Wesender Partei in Widerspruch stehen. D. Red. Nr. 20 vereinen, diese Entwicklung nach Möglichkeit zu fördern und vor den noch Immer einflußreichen - Tendenzen zur Verwischung des Problems bewahren. Ich würde mich dann freuen, ihn darin unterstützen zu können, daß er die Jugenderz i e h u m g, in welche ihm drainzureden mir jegliche Prätention fehlt, als eine Erziehung zum Sozialismus betrachtet, wofern er nur den Sozialismus als ein sachlich und konkret zu erörterndes Programm versteht, — und er seinerseits könnte mich dann bedenkenlos darin unterstützen, daß ich versuche, diese Jugend als politischen Faktor in unsere Gesellschaft, d. h. in unsere Partei einzügliedern. RUNDSCHAU Tumulte in der Odessaer jüdischen Gemeinde Slatopolskl und Persitz verhaftet^ Anfangs April fand, wie wir jetzt erst eiageiangten Berichten der jiddischen Zeitungen entnehmen, eine ungewöhnlich stürmische Sitzung des Rates der Odessaer jüdischen Gemeinde statt Den Anlaß bildete eine Interpellation der Vertreter der linken Fraktionen hinsichtlich der Bemühungen des Präsidiums zugunsten der Befreiung der wegen des Verdachtes der Preis-, treiberei verhafteten jüdischen Bankiers H. Slatopolski und Per sitz. Dr. Schwarzmann verteidigte den Schritt des Präsidiums, den er sowohl vom moralischen als auch yom gesellschaftlichen Standpunkt aus für richtig hielt. Die Verhafteten wurden der Preistreiberei nicht beschuldigt sondern nur verdächtigt. Es gehe .aber nicht an. daß von den vielen Preistreibern bloß die Juden herausgegriffen werden. Es müßte daher eine gerichtliche Untersuchung gefordert werden, was diese Intervention auch bezweckte, was jedoch noch immer nicht angeordnet wurde. In demselben Sinne sprach auch ein anderes Mitglied der Delegation. Brodsky. Unser Interesse. sagte er. gelte nicht den Bankiers Slatopolski und Persitz, sondern diesen auf dem Gebiete des jüdisch-gesellschaftlichen Lebens verdienten Persönlichkeiten. Im weiteren Verlaufe der Sitzung kam es zu einem ungeheueren Tumult Es wurde beantragt, über die Interpellation zur Tagesordnung überzugehen. Die Vertreter der Linken protestierten dagegen und hielten Obstruktionsreden. Infolge vorgerückter Stunde mußte schließlich die Sitzung vertagt werden. Auf Initiative der Gesellschaft für jüdisches Handwerk und Ackerbau murde letztens unter den Odessaer Juden eine Sammlung eingeleitet die die Schaffung eines Fonds zugunsten des Wiederaufbaues der während des Krieges zerstörten jüdischen Werkstätten bezweckt , Bis jetzt wurden in Odessa für diesen Zweck eine halbe Million Rubel iun-d in Kiew 350.000 . Rubelgesammelt An derSpitzeder zeitweiligen zentralen Fondskommission stehen Bramson. Gurewicz. Grusenberg. Temkin u. a. In der Zeiten Hälfte April fanden in Odessa „Abende“ zugunsten der Schüler der jüdischen Gemeinde statt, an denen sich u. a. Bialik und Grusenberg beteiligten. * Die letzte Plenarsitzung des Jüdischen Nationalrates. Bei der Plenarsitzung am 7. ‘ Mai nahmen zum erstenmal Vertreter der sephardischen Judenschaft Präsident Heim und Sekretär Dr. Haifon teil. Dagegen sind die Poale Zion infolge ihrer Schwenkung zu den Kommunisten aus dem Nationalrat ausgetreten. In der Sitzung wurden Referate des Unterrichtsamtes, des sozialen Organisationsamtes, des Berufsamtes und der Gewerbesektion erstattet Ferner berichtete Dr. Berafeld über den Plan einer jüdischöl Schulsiedlung. Ans diesen Referaten war ersichtlich, daß die Tätigkeit des Nationalrates darauf ausgeht durch planmäßige organisatorische Maßnahmen und Schaffung von Institutionen das jüdische - Leben zu normalisieren. Insbesondere der Berufsumschichtung und Anleitung zu produktiven Berufen, ebenso der Beseitigung des jüdl-, sehen Elends durch richtiggeieitete soziale Fürsorge sind Aufgaben, welche ungeheure organisatorische und materielle Kräfte in Anspruch nehmen. Es ist sehr zu begrüßen, daß gerade dieser Sitzung Herr Meier Giilis, Vertreter des . American Jewish Joint Distribution Comittee als Gast beiwohnte. Aus den Verhandlungen wird er den Eindruck geschöpft haben, ein wie gewaltiges Tätigkeitsfeld^das soziale Werk unserer ämeri-, kanischen Brüder auch in Deutschösterreich findet — Ueber die politische 1 Tätigkeit. des Nationalrates unterrichtete außer dem Präsidialbericht auch das Referat der Beamtensektion, das Ingenieur Ackermann erstattete. Diese Sektion bat besonders schwierige'Arbeit zu leisten, wes die Konfusion in den verschiedenen Aemtern und Behörden trotz der bereits mehrfach gegebenen Aufklärungen nicht aufhört. Von besonderer Bedeutung ist die nunmehr erfolgte Ausschreibung der Wahlen. Dabei wird Gelegenheit sein, auch die breitere Oeffentlichkeit über die bisherige Tätigkeit und die Aufgaben des Nationalrates zu informieren. * Wo bleibt die; Kultuswahlreform? Zur Charakteristik des Langmutes der jüdischnationalen Partei ist es notwendig, immer wieder darauf hinzuweisen, daß der Kultusvorstand am 5. November -1918 mit dem Jüdischen Nationalrat' den'Vertrag geschlossen hat, wonach binnen acht Wochen eine demokratische Wahlreform durchgeführt sein sollte.' Seither sind mehr als sechs" Monate verstrichen und man ui-