Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 16 (18.4.1919)
- Date
- 1919-04-18
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 JÜDISCHE ZEITUNG den Tisch, zögerte aber in Gedanken noch immer, so daß die Frau noch einmal zu ihm kam und ihren. Wunsch wiederholte. Sie stand auf und füllte einen Becher mit Wein, damiKer darüber iCiddusch mache. Er aber sah mit dem einen Auge auf den süßen lauteren Wein, mit dem anderen nach den sauber blinkenden Winkeln der Stube und-er dachte: „Wie schön ist doch die Stelle* an der die Hände einer Frau ruhten!“ Und er machte iCddusch, würzte seine Stämme mit den schönsten Trillern und sein Mund schwebte wie ein Lied über dem Becher; Sara-Lea lauschte und ward voller. Wonne und ihr Angesicht leuchtete. Ach, wie. schön ist■ die Stimme des Mannes, wenn er heilige Worte ertönen läßt! Also saß Jechiel-Michal, der Schuldiener, wie ein:König, wie jeder Mann in Israel, und vor ihm stand Sara-Lea mit dem Becken voll reinen Wassers. Jechiel-Michal wusch seine Hände und betrachtete das Becken, ein köstliches Gefäß. Wenn Gott, ihr die Gnade gewähren würde, daß sie nach Jerusalem käme, würde sie es für einen heiligen'Ort stiften, damit die Kohanim, die Priester, darin ihre Hände waschen, wenn sie zum Segen gehen. Schon hier hatte man.es ja an jedem Feiertagvom Hause ihres Mannes in das alte Beth Hamidrasch gebracht, . Jechiel-Michal hatte es' mit Wasser gefüllt und. die Kohänim hatten ihre Hände darin gewaschen. Und. jetzt stand die' Hausfrau -selbst vor ihm und bediente ihn mit diesem Becken! . . ...... ... Jechiel-Michal tauchte die Petersilie. ein, brach die Mazzoth und sagte die Hagadah. .Sara- Lea hört zu und schickt eia stilles Dankgebet zu “dem heiligen Gottesnamen empor, daß, er ihr beschießen hat,-in ihrem Hause.-einen richtigen Peßach mit allem, was dazu gehört, zu erleben. Vor - Jechiel-Michal weicht die-schwere Läst . und das- Leid,- er sitzt zurückgelehnt, sein schweres Haupt sinkt in die Kissen, der,; Schweiß ringelt seine Schläfenlocken.und es.scheint ihm,' als versinke er in einen-tiefen. Abgrund. Er weiß .nicht, wie ihm geschieht: en^weiß mir, daß.unendliche Gnade die MJelL-jimfängt Sein Blut pocht und stürmt, fast ’ems&idei,«,Bcfmpr7; allein .er fühlt das- Verlängern der Schmerz möchte ,tiefer werden, siebenmal tiefer, und er möchte in den Abgrund hinabfallen. -o —.. ... , . -- Das Städtchen.-xnht stille . und lautlos, unter ■dem fahlblauen Himmel, welcher de“ vielen Staub, -der - vor . Peßacb^uus. Häusern, pnd Höfen aufgestiegen, wie verschleiert jist. Der .Möncf bahnt sich einen Weg und , der. Himmel wird klar. Und die 'Nachtstrahlen, weben -einen Baldachin über dem . kleinen Müschen, das im die Heiligkeit des" Festes versinkt. En kühles. Frühijugslüffchen kommt .-.stiehlt sich durch eine Fensteröffnung, l>läst,einen„Aiigenblick-hereinTmd kämpft einen {deinen Krieg mit der warmen Luft im Zimmer; und In der Stube summt es wie .du Plätschern von Wellen und es dünkt ihnen, als führen sie: sie sitzen auf dem Schüfe, mitten, im . großen Meer, auf dem Wege nach Erez-lsrael, wohin ihre Seele sich sehnt; und allbereits' schmiegen sie;sich an die .heilige Erde und sehep die heiligen Stätten mit Augen. Die herabgebrannten Kerzen flimmern in den- Leuchtern, da das .Lüftchen sie trifft erheben,ihre Augen. und -blicken Jechiel-Michal und Sara-L sa .still, ins Gesicht J«Chi<^-JÄjChal .liest .idie HagadahTmd trillert mif semtr Stimme.und sagt: „Er baue sein Haus baldej“„ Alts .den Häusern der Gasse; trägt der Frühlingswind das Echo über' die ganze Stadt: £1 benej.el benej; baue, o Gott baue! Jechiel-Michal singt und sagt: „Leschanah habaah bijruschalajim!“ Und. die Phantasie, die dem- Menschen so tief’emgepflanzt ist läßt ihn denken,.: schon hier sei ein Stück Erez-lsrael; er fühlt schon die Luft des Landes; aus den Zweigen klingt daslsüße Zwitschern eines Vogels und im Hause Sara-Leas, der Witwe, singt eine Stimme Schir haschirim. Die Stellung % L pmz In ncujödlschen Literatur . , Von Dr, Einst Müller. * .. .Eine Blüte^anz origineller.Art hat die heue jüdische Erzählerkunst in. Joseph Leibusch Perez erreicht dem volkstümlichen Dichtender während der Wirren der Kriegsjahre fern seiner Heimat gestorben ist. Durch zahlreiche Uebertragungen sind ja seine Werke, deren meiste parallel in hebräischer und -jiddischer . Sprache geschrieben wurden, der? esteuropäischen Literatur erschlossen, ohne daß die ihnen eigene volkstümliche Kraft sund poetische Beseelung ganz ebenbürtigjwiederzugeben wären. H * ■ . Perez, der im.. Jahre 1851 in.,einem kirnen Städtchen des Lubliner Gouvernements geboren wurde, hatte als Rechtsanwalt später als Beamter der jüdischen Gemeinde in Warschau, sicher aber ‘noch mehr durch seine eigene ursprüngliche Art, wie Mendele,. sein klassischer Vorgänger, Gelegenheit gefunden, mit-allen Schichten des Volkes in Berührung zu kommen. Wie die , mästen jüdischen, Schriftsteller älterer Generation hatte! auch er sein^; . in gewisser Beziehung übrigens sein ganzes Leben beeinflussende Aufklärungszeit da, er Tendenzliferatur für das Volk schrieb und redigierte, Emanzipation predigte und nebenbei langatmige, an Heine anklingende Gedichfe verfaßte. Als'er aber dann daranging, gleichsam aus der Fülle des Volkes heraus Geschehnisse und Gestalten dichterisch zu formen, da hatte er manches, gewonnen, was' auch einem Mendele ver- -sagt blieb. Denn dieser letztere, wie malerisch, Wie, umfassend wahr und wie innig-menschlich auch manche seiner Schilderungen waren, beschränkt sich doch immer auf die Sphäre des Massenlebehs. von dem der Einzelne nur. Glied und Ausdruck -ist Perez aber entdeckte'gleichsam das Individuum inmitten des Volkslebens. Und es unterscheidet sich vielleicht seine Art vom Individualismus wie vom Naturalismus westlicher Literaturen gerade durch die aus psychologischen Impulsen vollzogene Synthese zwischen beiden. Seinen äußeren Rahmen fand dies ja in dem in den letzten Jahrzehnten so jäh vollzogenen Wandel. der ostiüdischen Verhältnisse. Jetzt galt es nicht mehr den äußeren Kampf der Haskala gegen die Orthodoxie, der Emanzipation gegen die Tradition, ja auch nicht mehr bloß des Nationalismus gegen die träge Beharrung. Ein ganzes Volk erscheint ' von einer Krisis sondergleichen ergriffen, und in solchen Zeiten treibt alles Individuelle aus immerhin harmonischer Gebundenheit an die “ Oberfläche. zur Vereinzelnung. zum seelischen Lebenskämpfe, zur Problematik.'Nicht als ob Perez gerade die modern problematischen Gestalten dichterisch ausschließlich bevorzugt hätte, im Gegenteile: er verweilt vielleicht mit mehr Vorliebe bei den Gestalten einer älteren Generation, aber seine Methode entwickelt sich gleichsam an der Psychologie der Zeit, um von hier aus alle seine Gestalten womöglich an ihrer psychischen Wurzel zu fassen. So tritt schon in den ersten seiner Bilder, die niemals zu Romanen, ja nicht einmal zur Erzählung sich ausspümen, der einzelne Mensch aus dem Volke in den Mittelpunkt, zumeist der leidende* in Geduld und Demut sich erlösende, wie z. B. jener Bofe, den in der Winternacht,' unter glückseligen Phantasien eines äußerlich'jammervollen Lebens, der Tod des Erfrierens ereilt .(„Der - Sendbote“). Zwei Themen treten in diesen früheren Bildern mit bewußter Tendenz besonders in den Vordergrund: das soziale und das der jüdischen Frau. Perez* Milieuschilderungen haben wenig Farbe, aber scharfe Konturen und eine Art magischer' Beleuchtung.' Wie sie da im der „Keilerstub“, dem .Massenqiiartier, nebeneinander hausen oder wie der'Klotz auf dem alten Marktplatz, seine Geheimnisse ausplaudert, das geht immer wie mit einem Schritte über das Milieuhalte hinaus^ am dem der Dichter manchmal nur wie ein Gast ita Fluge vorübergeht* um den Menschen zu suchen. Dieser aber ist ihm in allen Verkleidungen zugänglich, seien es Rabbis, Talmudisten, Sozialisten, Musikanten,, Lastträger, Kleinkrämer, Totengräber, Diebe. - Und oft leuchtet ihm da aus den Kreisen des niedrigsten materiellen Daseinsdruckes, ja mitunter selbst , menschlicher Irrwege, der Abglanz der Gnade entgegen.. Wenn nun in solchen Bildern der subiektivistische Dichter manchmal allzusehr neben seinen Gestalten sichtbar.;.wird, ihnen seine Worte auf eine halb maggidisöhe**) halb feüiUefönistische Art ln den Mund legend, so vielleicht noch mehr in dem Bilde der jüdischen Fjau, 'der an der Grenze der alten Zeit . stehenden, die'schon, . unter dem Banne eines, unnatürlichen Lebenszwiespalts der Geschlechter leidet, 'jener Ghettogewohnheit, welche häufig dem Mahne das Betfi-hä-Midrasch und dem Weibe-, die Berufsarbeit zuweist öder dem Manne ein ödes^Krämerleben und dem Weibe die Einsamkeit,.„wobei zu. häufig, auch unverstandene.. .Sehnsucht nach. Schönheit und Eigenwert verkümmern müssen. Und wenn solche Stimmung in; dem .innigem Wunsche" der froimnen Frau des Gelehrten, dereinst im Jenseits doch noch mehr als sein Fußschemel zu sein, humorvoll ausklingt, so verwandelt sie sich in dem düsteren Bilde der! „Verstoßenen“ zu herber Anklage. Mit besonderer Innigkeit hingegen schildert Perez das Liebesieben, wie es, von Dunkel und Häßlichkeit der äußeren Umgebung bedrängt, dennoch gerade in dieser, besonders lichtvoll sich entzündet Auch schon in seinen älteren Bildern rollt Perez häufig, wie dies manchmal durch das Milieu selbst bedingt wird, dunkle Tiefen des Seelenlebens auf. _ Psychologische Meisterwerke in dieser Beziehung sind , die'„Schreckehsnacht“ oder „Der verrückte Batlän“.**) Dort ist es ein „Zweiseelenmensch“, _|im äußeren Leben abgefeimter Wucherer, doch . , innerlich von.seinem Weibe wie von einem engel- > £ haften Wesen beherrscht, in welchem in der Nacht derWnach ihrem Tode der ganze Innenkampf seiner f?5Natur, gewaltsam ausbricht, hier ist es eine jener -r.probleinätisöhen Gestalten, wie sie das Ghetto ge- 6 \ Inert,. Welche. das Erlebnis des Ich in .seinen ' letzten Zwiespältigkeiten des Denkens und Handelns zu .grüblerischer Verzweiflung treibt Gewiß geht, es dem Dichter bei solchen Themen um mehr als „um-pathologische Interessen. Es ist nur der Mensch selbst, dessen Wurzeln hier berührt werden,.und wer zu diesen herabsteigt, kann — wie dies Shakespeare und Dostojewski beweisen — an der konventionellen Grenze des „Normalen" nicht haltmachen. Und hier stellt sich, das psychologische Interesse unmittelbar in die Zusammenhänge des Religiösen. Wie Perez im Volke den. einzelnen Men-' sehen entdeckt, hat konnte er wieder an dessen tiefste; V^esensseite, die; religiöse änknübfen. Hierin unterscheidet! sich wieder Perez so ganz: von' Mendele,, .dem Religion nur ejn Teil des Volkslebens, bestenfalls der mächtigste Ausdruck des volksseelischen Lebens ist für! den aber religiöse Wirklichkeiten wie für den echten Maskil kaum zu existieren scheinen. Nun ist ja auch Perez Skeptiker oder er scheint wenigstens verständesmäßig mit dem Skeptizismus zu spielen. Aber aus einem tief gefühlsmäßigen Instinkt gleichsam zeigt er sich schon in der Schilderung der Seele seiner schlichten Vclksgestalten religiös^ gerichtet (wie In dem bekannten „Bonze Schwas"), auch solcher Gestalten. die wie in verhaltener Extase und tiefer Ursprünglichkeit die selbst zur Sündhaftigkeit Anlaß sein kann, fremd von ihrer Umgebung sich ab- *) Maggädim sind ein bestimmter Typus von Volkspredigern, Welche sich eines ganz eigenen Stils bedienen. . .. **) Müßiggänger, aber gleichsam Müßiggänger von Beruf und aus Mangel jeglicher Anlage zum praktischen Leben. . _ Nr. 16 heben. Undso vermag wieder Perez in seinen edelsten Schöpfungen so tief in jene Sphäre " des jüdischen Lebens einzutauchen, in welcher^die Quellen des Religiösen vor kurzem noch am lebendigsten sprudelten, in die chassidische. Prächtig * spiegelt sich da in seinen „Chassidisch“ betitelten Bildern, welche nach der Seite des volkstümlichen Aspektes durch die „Volkstümlichen Erzählungen“ ergänzt werden, der Kampf zwischen stanrerOrtho- ''doxie und; Liebedurcbglühfer Volksgläubigkeit verkörpert in den Typen des '„misnbgdischen“*) Row und des cliassidischen „Rebbe“ die sich nach des religiösen Lebens und seiner Vertreter werden hier sichtbar, von dem in den Augen der Tradition heilig gehaltenen Lehren und Lernen bis zu dem Werke demütigen Menschendienstes („Wenn nicht noch höher“) und bis zu dem innerlich geschauten Wunder, das alle Himmel öffnet. Man denke da zum Beispiel an jene herrliche Stelle, (in: „Denn die Freude ist in seinem Reiche“), wie einer - alten Legende, nach der melancholische Königssohn dadurch geheilt wird, daß er einen Zaddik erblickt, der, ermüdet, durch einen frischen Apfel gelabt wird, oder wie ein;Baum-’im winterlich kahlen Walde, während' ein Ghassid-unter ihm betet, von Blättern und Blüten bedeckt erscheint, oder ah den seltsamen Tod-des Baßgeigers; während des Spieles beim chassidiscben. Hochzeitsmahl („Der Baßgeiger“). -Und;die- Speie: dieser . Sphäre, der er äußerlich entstammte, wächst gleichsam dem Dichter über-ihren Rahmen-hinaus. Denn in ihrem Lichte' erscheint wieder Aas gapzo Leben verändert, in wunderbare Zusammenhänge eingestellt („Die Seelenwanderung, einer Melodie“). •Perez wird in einem weiter.en.Rrei.se zürn Symboliken in richtigerer Bezeichnung als .den„des realistischen Romantikers; diejman in Analogie zu polnischen Schriftstellern äpi. ihn angewendet’ hat. zum realistischen Symbpliker., Hiemit. hängt das oft nur Flüchtige. Impressionistische, zusammen in der Art, wie er. Milieus. Situationen, Schicksale. Gestalten oft nur^wie von außen-streift, öfi kaieidorfcop'artig wechselt, als käme es;gär~mcHlT’'so sehr aur-.die sichtbar in Raum und Zeit entfalteten Zusamenhängean. In .solcher -Beziehung rückt er — wenn er auch zuwefien das . Symbolische zd derb akzentuiert — in Verwandtschaft zu Maeterlinck. Und er erweiternden Kräs'der' Symbolik in ferne Gegenden („Satie der Fischer“) und ferne Zeiten („Der Prozeß gegen den Wind“) öder er erhebt sie in allgemeinere Betrachtung. Was Perez eine'so eigenartige'literarische Stellung gibt, ist gleichsam die, Geberde seiner Darstellung, die kaum.vergess'en wird, wer ihrer einmal inne ward. Niemals reine Erzählung, fast immer spielen Funken der Beleuchtung' in das Geschehene hinein, sei es in Form herber Konstatierung sozialer Widersprüche oder melancholischer Selbstspiegelung der Gestalten oder ekstatp sehen Gefühlsausbrliches oder breit gesponnener uni disputäriig .geformter Lebensphilösophie. Und liie -und da verstärken sich 'solche Funken blitzartig und hervor, bricht. eine'ßesönd'erV drastische Wendung oder ein..tiefes:unä‘lächelndesWah^wört oder ein leuchtendes Bild. mäncEmal''das'Wunder selber; Peres..ist .nicht nur Erzählen ^sondern, auch — wenn wir von "seinen ^yöHKauMäpensclTen. Schriften; abseüen —- Lyriker und’“Dramatiker. Unter seinen Gedichten ist das ins Deutsche "übersetzte „An die Palme“ eine der“ wenigen“ ddlfeh Schöpfungen.; Seine. Dramen fragen“noclf jyeißger „dramatischen*' als seine Erzählungen 1,'erzähleaden Charakter“, Hier wie “dört gleicfiEfftige “Impressionen, nur in di esem.FaU'e'm sprechende'Personen. aufgelöst.‘Einige ältereWersu'cBe erscheinen , stärker und teilweise in freudloserem Suffie ‘reälistisch als. die meisten seiner' Prosäbfläer*“ (.‘.Die Schwestern*., „Was in der Geige steckt“)*. Der mehr symbolistischen“ Richtung' enbgjjre'dliön. 'die beiden ins Deutsche.'übersefzten DicKfirdken*;.Ehie Nacht .auf dem alten Märkte“, das' sSHöne" Vermächtnis Hügo. 'Zückermmms,' und' ,;Die" goldene. Kette“, ein Schmerzens- und Liebfin«rSWerk‘~des Dichters, der ihm sowohl'in'tiebrälscKdr* älkTn jiddischer. Sprache immer“ neüe‘Förinen‘'g'ab'.“Dort huscht in - einer Art' Notturno. * gleFcHSäm “VdnTehseits des ..Todes äüs gesehen. altes Mönche, "was an Gestalt en und'Pf oblemeh' die Welt äfeS'Diehtfcrs bevölkerte, wie Schätt’ea" an' uns'7VoifÖb'er:> '1Hier erhebt sich das Problem des'vdftälleÄfÖf IClraSsidismus. ein Synfl)oTrewiger .Uffra^öh'ft'ös Religiösen in der Geschichte ‘ vöh‘*vier"'Gieti'6t'äti(Äen, einer Zaddikimfamilie,' zur Höhe*‘Ailrer 'iirWolk^rmd Zeit hinäusgreifeiiäen Tragik. “ ’ 1; Uteratür-Hiisetgcr “-- ..... . . "V '“".T ‘ t.»-- Das VörSchlössene ' Buch. ’ Jüdische Märchen von 1 ima:S‘Zn.ger; Wien 1919, Verfüg!R./MWit. ■— Dieses' Buch bereichert den 'knappen Bestaind an jüdKch’en'KM'ädrbüSherni. Es ist'!einie\oti2iäeile Märchensammlüiig. ■' welche Kindern'. von : 8 - i: bis 10_.JäKfen ' viel Freude und; Anregüng •* bringen wird. Die ' meisten. Erzählungen ’rsind r'irachhan Inhalt,' gut; stilisiert1 und daher leicht-' verständlich. Einige -Märchen* leiden zwar' unter der«Tendenz, die zu stärk aüfgeträgen äst: (Worte "wräe Freiheit, Liebe zum Yölke 'üsw. kommien 'zu ‘ häufig vor), aber, das verletzt' mehr den G&chmaCkr'des Erwachsenen, Kinder gehen daran vorüber und finden daneben .-vieles, was inihrer1*'Phantasie ' weiterlebt. Kinder verzeihen sogar' die''unschöne Ausstattung des Buches. Sie vertrösten'sich auf. die zweite Auflage, die, hoffentlich bald " mit schönen Bildern und ohne'Mögen David auf dem Einband erscheinen wird. “ -G. 0. . *) Misnögdim wurden. die mehr--' stärr am äußerlichen; Gesetze Haftenden als' Gegnef ' der gefühlsgläübigen' Chassidim genarmt. ‘ ,