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Jüdische Zeitung · 1918-12-27 · 52 (27.12.1918) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
52 (27.12.1918)
Date
1918-12-27
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. b2 JÜDISCHE ZETTUNG Seite fr In Polen. Am 11. Dezember 1. J. fand, in Warschau unter: dein Vorsitz des Ing. Slutzki die Gründungsversammlung der Gesellschaft zur Förderung von Industrie und Landwirtschaft in Palästina statt. Das Referat über die klimatischen und Lebensverhältnisse in Palästina, sowie über die Grundaügi der künftigen Arbeit dieser Gesellschaft hielt Ing Körner. Nach einer anregenden Diskussion wurde beschlossen, zwei Abteilungen zu öffnen, und zwar eine technische und eine für industriellfinanzielle Unternehmungen. Die Gesellschaft ist apolitisch und wird ihre Tätigkeit auf ganz Polen ausdehnen. Etile bemerkenswerte Anregung Tn Prijedör (Bosnien) fand eine. Jüdische Versajnmiung statt, an_der .sämtliche Juden (im gsfrjzeji 8 Familien) teiinahnien. Herr Gustav Seidemänn hielt eine Ansprache und unterbreitete Vorschläge, welche einstimmig angenommen wurden. Bemerkenswert ist der Beschluß, daß jeder Jude sich verpflichtet,. 10 Prozent von der Höhe der Staätssteuer für die.Zwecke der Errichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina zu widmen. Dieses Beispiel verdient als Anregung weitergegeben zu werden und sollte von möglichst vielen Gemeinden nachgeahmt werden. Wer K 1COO.— Steuer zahlte kann wahrhaftig noch K 100.— für Zion zahlen. Durch den Prijedorer Beschluß allein werden, wie uns mitgeteilt wird, etwa. K 4000.— für die Palästinaaktion aufgebracht werden. Zionistisches Laudeskomitee für Deutsch- ‘ Österreich. In der Sitzung vom 17. Dezember wurde über die Wiener Versammlunestätigkeit und über die Propaganda iu der Provinz.' namentlich über den Erfolg der Versammlung in Graz Bericht erstattet. Für die Herausgabe der kürzlich beschlossenen Broschiircnsümmlinvg wurde ein Redaktionskomitee, bestehend hus den Gg. Batö Br: Stein und Dr. Präger eingesetzt das in nächster Zeit folgende Brfechören erscheinen lassen Vird: ..Die Entwicklung des Ziongedankens“ von Dr. Wilhelm Stein: „Der Zionismus im Kriege“ von Ludwig Batö:!,Üie Besiedlung Palästinas“ von Dr. Egon Zweig: „Fläüohäle Minderheitsrechte in der Diaspora“ von 'Dr. ‘Robert Weltsch: „Jung- Jüdistlib Literatur“. Verfasser noch unbestimmt: ^LftBrätürVerzeichnis der jüdischen Bewegung“ von Tlr. Mayer Präger: ,;Die jüdische Jugendbewegung“ von Dr. Siegfried Bernfeld. Der Parteitag wurde endgültig-für den 19. Jänner 1919 mit der an anderer Stelle des Blattes mitgeteiiten Tagesordnung festgesetzt. Die -Verhandlungen ütjer, das Budget/^wurden fortgesetzt und eine Reihe von Jaulenden Angelegenheiten erledigt. - 'jildfÄhe Hbctischüleryersammlühg in Brünn. Aln -6. 'd. M. fand eine /Versammlung iüö: Hochschfiler statt, in der die'Gründung eines jüd. nat TecKnikerausscliusses. mit Hinzuziehung eines Vertreters der in Brünn weilenden iüd. nat. AkadeaMcer anderer Hochschulen •durdigeführt wurde. Als Vertreter des iüd. ..Volksrates waren die.Her'fen Dr. Sonnenfeld .und Dr. Löria zugegen^ Es-iwurde beschlossen, den Rektor der deutschen, tefchnischeu Hochschule injirünn eüt.Memörandbrri/Zh überreichen., in .dem. die sofortige Anerkennung der . jüdischen Nation gefördert wird. ' Hierauf vvürde eine Resolution gegen die Pogrome angöionunen. . , Unsere Toten Dr. jakob Sperber. 'Vor kurzem starb in Berlin an der Grippe im Alter von 28 Jahren Dr. Jakob Sperber, Dozent am dortigen Rabbinerseminar. Er stammte aus Czernowitz. studierte m Wien und nachher m Berlin -jüdische Wiss'ehscHaft und semitische Spcfgheh! Mit ‘besonderer Liebe hfng er an seinem Lefirer, .dem berühmten Orientalisten BarJJvÄäch dessen, jod» ^er mit 27 Jahren zu seinem Nachfqlggrals Dozent für Bibel und hebräische Sprachwissenschaft;amJRaßbinersemmär in Berlin-eri^pnt ffurile. Dem, Beispiel seiner Lehrer Barth m\d Hoffrr^aii'iolgentl, setzte er sich,als Ziel dfe wisserecigltliche. Beairbeitiing, der Bibel in luetischem ..Smiie.. _ Sein umfassendes , Wissen, sein klarer Forscherblick und sein rastloser Arbeitseifer-ließen auf diesem Gebiete vieles von ihm erhoffen. . . Er war von tadel- und selbstlosem Charakter, von einer Unverrückbaren Wahrheitsliebe und von einer wahren. Frömmigkeit Den zionistischen Gedanken verfocht er bei .jeder Gelegenheit und noch vor dem Kriege hoffte /er, nach Palästina kommen zu können. Während, seines Wiener Aufenthaltes ,war er Mitglied der Vereine „Theologin“ Süd ,;Hätchfia“. Alle, die ihn kannten, werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. je - ' .. :Dr, E,.Sonnenschein. Dr. Otto Wertheimer.. Unser teurer Freund, unser blühend junger Weggenosse ist ein Opfer der Kriegss'euche geworden. Kein Schmerz des Augenblicks kann ausdfücken, wie wir ihn dauernd beweinen werden. - . Ein ernster, bescheidener Kämpfer war Otto "Wertheimer von! .Anbeginn. Er stellte unerhörte Anforderungen an sich-selbst! Um sich das Studium zu-ermöglichen, arbeitete er tagsüber , als Bankbeamter, in den Abend- und Nachtstunden Jür sein Doktorat das er . rasch bewältigte. Bald über kam ilm die Erkenntnis, daß sein Platz" in der zionistischen Arbeiterbewegung sei. Von diesem Augenblicke an widmete ej sich der poaiezionistischen Bewegung mit all seiner edTen Kraft und Wärme. Sein hoher, reiner Charakter errang sich, bald inniges Vertrauen und Liebe im Kreise der Wiener Poäfe-Zion. Er war zur Führerschaft berufen. Hoch zufetzt wirkte er für die poaleziönisfisehe Idee im jüdischen Nationalrate, dem er "ein wertvolles Mitglied war, und als Leiter des jüd. Sozialist. ÄkäiTemikerbundes „Cherut“, den er zu heuen Leben erweckte. Sein Lebensabend war noch von der Revo-' Iution durchleuchtet die er begeistert mitlebte. Ihm. bedeutete die sozialistische Lösung des Zionismus letzte Konsequenz, d:e mit dem umgebenden er zu neuem Leben erweckte. . Dt. Otto Wertheimer wollte in Fortführung seiner jüdisch-ökonomischen Studien nach dem Osten, insbesondere nach Rußland den Weg zur jüdischen Volksmasse gehen, die ihn so anzbg. Nun Ist er den Weg zu unseren Vätern gegangen, frühe, vor seiner Zeit. So nehmen wir Abschied von ‘unserem treuen Gefährten. Wir betrauern tief den Tod Otto Wertheimers. Dr. H. G. Ankündigungen Jüdischer Turnverein Makbabl U. Um den Turn Schwestern und Turabrüdem Gelegenheit zu gebetn sich zu treffen. Wurde als Sammelplatz “äsCatcr.Industriellen. I.. Concordiaplate. festgesetzt und ist dort jeden Dienstag, Donnerstag und Sonntag nachmittags Zusammenkunft. Bei schönem Wetter finden Sonntag nachmittags Ausfluge statt Treffpunkt jeweils 2 Uhr nachmittags Stadtbahnstation Schottenring. — Der Turnverein geht daran, eine eigene Turnhalle zu beschaffen und werden Vorschläge bei dier demnächst stattfüidenden Generalversammlung erstattet werden. Diese findet am 6. Jänner 1919 im obgenannten Cafö um 3 Uhr nachmittags statt. V. Vortrag Oberrabbiner Dr. Chales findet Donnerstag, den 2. Jänner 1919. im Saale des Niederösterreichischen Gewerbevereines. 1. Bezirk. Eschenbachgasse 11. um Uhr abends statt. Thema: ..Eine unbekannte jüdische Sekte aus der Makkabäerzeit“. Karten im Vereinslokale der jüdischen Lese- und Redehalle: 9. Bezirk. Türkenstfäße 9. an Wochentagen veb 3 bis 4 Uhr nachmittags, und m der Buchhandlung R. Löwit. 1. Bezirk. Rotenturmstraße 22. . Lese- und Redehalle jüdischer flochschiiler. Sonntag, den 29. Dezember, findet im Saale des Niederösterreichischen Gewerbevereines, 1. Bezirk. Eschenbachgasse II. um 10 Uhr vormittags, ein Vortrag des Dr. Siegfried Bernfeld: „Der iüdische Student“ statt Eintritt frei. Jüdische Studenten erscheint fix Massen? .... Verein „Zion“. Samstag, den 28. Dezember 1919, um 3 Uhr nachmittags, wird Herr. Chanoch Albeck, im. Verein „Zion“. II.. Glockengasse 30. über „Nationalismus und Universalismus im alten jüdischen Schrifttum“ vortragen. m ZeniTijfstelfe jüdischer Jugendgrubpen In W]S?n. Sonntag. den 29. Dezember, um 6 Uhr ab'efids. spricht im Jüdischen Jugendheim. II.. Obere Donaustraße 91. Herr Ernst Czucka über das Berliner. Jugendheim. Gäste herzlich willkommen. — Die Heimabende, welche wegen der Lichtverordnung abgesagt werden mußten, beginnen nun wieder regelmäßig an Samstagen um 6 Uhr. Jüdische Jugendliche sind herzlich willkommen. ,, Pkfästidh -Triformätiö'ns6üro für Ifldische HocfaschÜler. Die jüdische Lese- und Redehalle hat . im Vereinslokäle. IX.,. Türkenstraße 9. 3,„!Stiege, Ün Einvernehmen mit dem Palästina- Amt ein Palästina-Informationsbüro für jüdische HdcHsQhüler errichtet fm Rahmen desselben werden Kuräe über Palästinageograbbie. Hebrpsch. jüdische Geschichte. etc abgehalten. Interessenten wollen sich beim Palästinareferenten MUC. Leiser Stamm. Dienstag und Samstag von 3 bis 4 Uhr nachmittags im Vereinslokale anmelden. „ Vortragszyklus der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Die Vereäiskonvente finden' allwöchentlich Samstag um %6 Uhr nachmittags im Vereänslökale. IX.. Türkenstraße 9. statt und werden jedesmal durch einen Vortrag eingeleitet. zu dem alle jüdischen Hochschüler und von ihnen eingeführte Gäste herzlich willkommen sind. Die obgenannten Vorträge finden wie folgt statt: 1. Vortrag: Dr. Chaim Tartakower: Neuhebräische. Literatur. 2. Vortrag: Dr. Saul Sokai: Poale-Ziohismus. 3! Vortrag: Dr. Z. F. Finkeistein: Entwicklungsstufen der jüdischen Literatur. 4. Vortrag. Dr. Juris: Das jüdische Volk und -die soziale Revolution. 5. Vortrag: Dr. Robert Weltsch: Die jüdische Mystik. Jüdische Länäarbeiterschait. Die vorbereitende Leitung teilt mit: Herr Eliiahn Rappaport trat Sonntag, den 21. Dezember, im Aufträge der vorbereitenden Leitung der J. L. _elne Organisationsreisc an. die den Zweck verfolgt, die allweltliche Organisation ins Leben zu rufen. Orts- und Landeskreise zu bilden und Studien zu machen. Die nächste Zusammenkunft des Ortskreises Wien findet Donnerstag, den 3. Jänner 1919, im Lokale der jüdisch - akademischen Verbindung „Ivria“, IX. Glasergasse 4 a, 5 Uhr nachmittags, statt Gäste sind willkommen. Versammlung für den 16. und 17. Bezirk.-; Samstag, den 28. Dezember 1918 Versammlung Samstag, den 28. Dezember 1918, 146 Uhr abends. Versammlung der Jiidischnätionalen Partei in den Brauhaussälen Hernals. Wien. XVII., Frauengas«e Nr. 27. Es sprechen: Dr.‘Schaßt Staatsbahnrat Stricker, Dr. Fritz Löhner und Frau Anita MüUer. Soeben erschienen; Die wlritsame UMr des von Ingenieur Robert STRICKER f*reis 40 Heller (bei Postversendung SO Heller) iFeriäg „Jwlisciie Zeitung“ | linfeir» II. Zirfcfa»tfaf*>* 3% Sport Hakoah schlägt Slovan 5:2 (3&l. Die Haftöäh erfocht in ihrem fetzten Weisterschäftsspiel einen imposanten Sieg. Gelaife 'es ihr doch, einem der stärksten Wiener Vereine <öe größte Abfuhr tiör Saison zu bereiten. Schon in der ersten Minute errhfgt Paruschek rach einem Fehler .der gegnerischen Verteidigung für die Tschechen die Führung. Die Hakoaiiner lassen sich iedoch nicht entmutigen. Die Flügelstürmer bringen -den Angriff immer wieder rach vome und. nach einem schönen Paß von links .gelingt Kate der Ausgleich. Bald darauf verschuldet Slovan einen „Elfmeter“, den Le>vftus> unhaltbar einschießt Auch weiterhin hat die Hakoah.mehr vom itS5i)ieL Ein .Durchbruch Hechte führt durch Trumrtret .zum. effektvollsten Treffer T^as. Koägp vor Halbzeit verscfiüld'et Leviths elztön „Elrer“. der den Tschechen durch Trnjla ras zweite und letzte Goal eintrug. — Nach der Pafee war die fTäkö’ah ständig leicht überlegen. Horwite leistete sich das Kabinettstückchen und erzielte von .der Cornerlinfe aus Punkt vier. Einen recht zweifelhaften „Elfmeter“, den Trmla rasant schoß, -meisterte Halpern in hervorragender Weise. Zehn Meuten vor Schluß überspielte Horwite die gesamte Hintermannschaft und sendete zum fünften Mal ein. Unter dem begeisterten Jubel der„,Atthänger verließ die Hakoah als Sieger den Kainpfpfatz. ..; . ... , F. B. iBrt^fkasteh der Redaktion 'Deäokrat Wenn bezahlt, dann nnt so schlüiimer. Das. ist das System traurigster Korndrtio^, für die. kc&e Redaktion die VeranitWoftiufe abfehnen kann. — Kranz. Dfe geschäftlichen Fähigkeiten des Dr. Kranz sind keine jüdische Angelegenheit. Wir glauben um so weniger Anlaß za haben, uns damit zu befassen, als uns die intimen Beziehungen des. Dr. Kranz zum Katholizismus wohlbekannt sind. .. Tieföle mLäffim&t Wilson tmä ttie rtrihähfeeffe ^attefifrage §tocltßolm. (Tel. d. „Jüd. Ztg.“.) Der „Verband. der rumänischen Juden“ in New-York richtete an den Präsidenten Wilson einen Appell, auf der Friedenskonferenz die jüdische Gleichberechtigung in Rumänien zu sichern. Wilson antwortete: „Ich hMie die. Dringlichkeit der Frage, auf die Sie meine .Aufmerksamkeit, gelenkt haben, in Erwägung^ gezogen, und ich werde sie auf der Friedenskonferenz. ernstlich behandeln.“ Der zionistische Delegiertentag in Deutschland Berlin, 26, Dezember. (Tel. d. „Jüd. Ztg,“.) Der am 25. Dezember in Berlin eröffnet^ fünfzehnte ordentliche Delegiertentag der zionistischen Vereinigung für Deutschland nahm in Anwesenheit von 140 Delegierten und 1500 Gästen nach dem Referat Dr. Hantkes über die politische Situation einstimmig folgenden Bschluß an: „Der Delegiertentag dankt dem EAC„ daß es ihm gelungen ist, im Kriege die Einheit und Neutralität der Organisation zu wahren, find gibt der Ueberzeiigimg Ausdruck, daß dfe ungeteilte Einheit der zionistischen Weltorganisaton auch fernerhin in ejder Hinsicht1 aufreclierhalten werden wird. Er fordert die möglichst schnelle Einberufung des zionistischen Zehtfalkomitees.“ Angenommen wurde ferner folgende Resolution: „Die deutschen Zionisten stehen in schmerzlicher Trauer an den Gräbern der Opfer der Pogrome in Galizien, Polen, Ungarn lind Tschechoslowakei In tiefgefühlter Verbundenheit schwören wir unseren Brüdern im Osten zu, daß wir uns bis zum Letzten dafür einsetzen werden, daß ihnen die neue Zeit volle Freiheit bringt Der Delegiertentag erhebt flammenden Protest gegen die schmachvollen Pogrome und verlangt von der Friedenskonferenz, daß der Friedensvertrag bindende Garantien dafür enthält, daß dfe bürgerlichen und nationalen Rechte der Juden des Ostens, insbesondere der Juden in Polen, Galizien und Litauen iiir alle Zukunft sichergestellt wird.“ Die jüdische Friedensdelegation. Der Sekretär des E. A. C., Herr Leo Herrmann. weilte diese Woche in Wien und hat mit dem Wiener Jüdischen Nationalrat wegen Zusammensetzung einer gemeinsamen Delegation aller jüdischen Nationalräte zur Friedenskonferenz Fühlung genommen.

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