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Jüdische Zeitung · 1918-12-27 · 52 (27.12.1918) · p. Seite 1

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
52 (27.12.1918)
Date
1918-12-27
Page
Seite 1 (sequence 6)
Language
German
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hr. 52 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG <r Seite 1 \ -mm^82 DER JOD1SCHE NATIONALFONDS z&l™ Mitteilungen des Vereines Keren Kalemeth Lelisrael b und Palästina-Amtes « Redaklionsschluß am vorangehenden Freilag. Spüler einlautende Spenden werden erst im nachsten Ausweis veröffentlicht — Geldsendungen unr an das Postsp.-Kto 100.208 Tel.45-3-25. SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH WIEN ll/f. ZIRKUSGASSE NR. 53 Der .Jüdische Nationalfonds" Ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unrer äußerliches Eigentum desjUdiachenVolkea zu erwerben. Mitteilungen des Palästina-Amtes Unsere wiederholte Warnung, schon! jetzt die Reifee nach Palästina anzutreten und änsbesonders hiebei den Weg über. Triest zu nehmen, wurde leider nicht allgemein befolgt. Einige Trupjjs jünger Leute, vornehmlich aus Polen, and vielmehr entgegen dem uns gegebenen Versprechen nicht umgekehrt, sondern nach Triest wertergefahren. Wohl ist es ihnen geglückt, bis dorthin nach manchen Fähriichkeiten —; so blieben väeie von ihnen an der itaMenischen Demarkationdime Loitsch fünf Tage lang interniert! — sich durchzuschlagen. In Triest aber war bisher die Erlaubnis zur Weiterneise nach Palästina nicht zu erwirken und so blieben sie dort, in fremder Umgebung, unsere jungen Freunde, bisher 52 an' der Zahl, liegen; sich selbst und wahrscheinlich bald der Tniestmer Judenschaft <• zur Last Diese Daten entnehmen wir dem uns durch Boten zugekommenen Berichte vom 15. d. M. unseres Vertrauensmannes, den wir noch vor Wochen dorthin entsandt haben, um die geeigneten Vorbereitungen für die künftige Auswanderung zu treffen und die Triestiner Juden zur Hilfe für Ihre Brüder aufzurufen. Wir bringen den betrüblichen Fall jener 52 Auswanderer vor allem deshalb an die Oeffentlichkeifc weil' m weiten Gebieten, besonders des Ostens, die Gerüchte, daß die Fahrt nach Palästina und die Ansiedlung dortselbst offen steht sich mit großer Hartnäckigkeit behaupten. Es wurde von uns schon betont daß die Zeit des' erzwungenen Wartens deshalb nicht müssig verbracht werden soll und darf, weder von der Leitung noch von den Auswanderungsbereiten.- Unserem Palästina-Amt stehf ein großzügiger Han vor Augen. Dieser umfaßt, nebst der zunächst nötigen Inevideitznahme aller Palästtnainteressenten, nach ihren Kategorien geordnet nebst' Beschaffung von Information über Palästina und Erteilung einschlägiger Information an das breite Publikum in jeder Form, durch persönliche Beratung, durch Palästinavorträge und Kurse, sowie Herausgabe geeigneter Literatur. auch die ^Organisierung- -der. Mittel zur praktischen Schulung aller, besonders der für Landwirtschaft in betracht kommenden, arbeitswilligen Elemente. f Doch auch jeder Palästünainleressent muß spontan an seinem Platz, schon hierzulande sich für sein Ziel vorbereiten. Er muß sich dSe vorhandene Palästinaliteratur zu eigenmachen, sich mit CEeichstrebenden zu Gruppen (Achusoth, . Chahizim, Industrie und Handelsgesellschaften) zusammenschließen, jede örtliche Gelegenheit zur Ausbildung In dem für Palästina in Aussicht genommenen Berufe sofort wahrnehmen und — nicht zuletzt — das Hebräische erlernen oder pflegen. .* Jeder Palästänainteresseht hat sich, um mit der planmäßigen Ajteeiit der Partei in Fühlung zu : bleiben, unbedingt einem zionistischen Vereine; seines Wohnortes amzuschließen. Jeder dieser. Verjeme hat, durch Wahl aus .der Volksversammlung oder einstweilen aus dem Vorstand, einen Palästänakommissär zu bestimmen, der ach ausschließlich mit den Fragen der .Emigration und KoJonäsatäon befaßt. In Orten mit mehreren solchen Vereinen wird der Ortskommissär, wenn nicht eine mehrgliedrige Palästinakommission; aus der Mitte' der Vereinskommissäre gewählt Der Verkehr mit dem übergeordneten Palästina-Amt steht grundsätzlich nur dem Palästinakonmtissär, bezw. der Palästinakommission jedes Ortes zit D^.- noch, fehlenden Meldungen über die ,Wahl - von Palästinakommissären, bezw. -Kommissionen and unverzüglich nachzuholen! . Vor einiger Zeit ist der Landessammeistelle Oesterreich des JNF. vom Hauptbüro in Haag der Entwurf eine« englisch geschriebenen Werkes aus der Feder des bewährten Fachmannes Ing.-Azronomen J. Oettinger zugekommen, betitelt: „Ein jüdisches Palästina, Vorschläge für die Organisation der Wiederbesiedlung“'. Dieses ^treffliche Werk bespricht in sachlicher Kritik: dib; bisherigen Ansätze der verschiedensten Päästina.-; gesellscliaften und Kolonisationspläne. wietinsb^-’' sondere „Achusah“. „Achwah“. „Ir Gahim’V unif kommt damit gerade jetzt dem brennenden Bedürfnis aller Palästinainteressenten entgegen. Deshalb hielt das Palästinaamt Wien die rascheste Veröffentlichung der neuen Schrift Qettängers im allgemeinen nationalen Interesse und beschloß, sie in leichthandlichen populären Teilbroschüren ■ herauszugeben. Die deutsche Uebersetzung ist bereits fertiggestellt. , Da aber die zionistische Jugend, welche Erez Israel bloß ihrer Hände Kraft zur Verhütung stellen kann, drüben zunächst zur Arbeit berufen sein wird, und da wir die hochherzige Ungeduld dieser Jugend kennen und schätzen, wird schon in. der nächsten Zeitungsnummer — an dieser Stelle — aus Oettingers Werk der Abschnitt „Emigrantengesellschaft und Arbeitsheer“ wiedergegeben. * Junge Leute, die sich für Palästina schulen wollen, werden als Arbeiter für Obst- und Gemüsekonservenfabriken bei Wien und als landwirtschaftliche Hilfsarbeiter zum Rübengraben nächst Wien gesucht. Anmeldungen sind persönlich an unser Amt zu richten, wo nähere Aufklärung über die Bedingungen: erfolgt.. Jüdische Arbeitsgeber. Industrielle, Kaufleute, vor allem aber Landwirte, werden dränglichst ersucht, uns ihren. Bedarf an (männlichen und weiblichen) Arbeitskräften b ekann tzugeben! * Samstag, den 28. d M., um 6 Uhr abends, findet im Saale der „Reichshallen“, L Dorotheergasse 8. eine frei zugängliche Versammlung mit dem Thema „Unsere Vorbereitung für Palästina“ statt. ■;: -lihsHjl Redner: Adolf Böhm. Palästinareferent beim JNR.. und Dr. Emil Stein. Leiter des Palästinaamtes. - Regiebeitrag: 1 Krone. * Es wird ndüerdings darauf aufmerksam gemacht. daß die Versammlung der jüdischen Industriellen. Ingenieure und. Techniker Sonntag, den 29. d. M„ MIO Uhr vormittags im Saale des Bundes der Industriellen. Schwarzenbergplate, mit der > Tagesordnung: „Mitwirkung an dem Palästinakolonisationjwerke“ stattfindet *. Das Palästinaamt plant über Anregung des Vereines „Zion“ für den 16. Jänner (Chamischah Asar b‘schwat) einen „Palästinatag“. Da eine große Anzahl von Pronagandaversammlungen. besonders in Bethäusern, zu gleicher Zeit stattfinden soll, werden alle, die sich als Werberedner be-- rufen fühlen, höflich aufgefordert, sich unverzüglich bei uns zu melden. Wie uns mitgeteilt wird, bat sich aus dem Kreise'hier weifender Kaufleute und Landwirte ein Komitee zur Gründling einer Pflamzungsgesellschaft (Achusa) gebildet. Interessenten, welche über mindestens 25.000 Kronen flüssiges Kapital verfügen, nach.Palästina auswandern und dort den Boden selbst bearbeiten wollen, erhalten nähere Informationen jeden Sonntag und Mittwoch gegen 3 Uhr nachmittags im Cafe Commerzäai I„ Rudolfsplatz. beim provisorischen Komitee:. Moses Thune. Leon Inslicht. Josef Karrnol. Zwi Kohen- Jaffa. ■ Von den N.-F. Sam meisteile. Die N.-F.-Einnahmen im November beliefen sich auf Frcs. 154001 und verteilen sich folgendermaßen: Nordamerika. Doll. 6902, England Pfd. Sterl. 1357.17,5. Oesterreich K 82.453 u. K. 5895 (Polen). Deutschland Mk. 2I.S56. Schweden K 2913. Polen und Litauen Mk. 3179. Griechenland Pfd. Sterl. 135. Schweiz Frcs. 2318, Belgien Fl. 950. Aegypten Pfd. SterL 82,1.0. Frankreich Frcs. 1969. Dänemark K 762, Holland Fl. 454, Norwegen K 298. Südafrika Pfd. Sterl. 2,0.0. Anna Hirsch-Stiftung. Aus dem Nachlasse des kaiserl. Rates Karl Hirsch wurden anläßlich der Wiederkehr des ersten Todestages am 23. Dezember dem NF. das Legat von K 20.000 zur, Errichtung,von 10 Arbeiterhäusern auf den Namen der Witwe Frau Auna Hirsch übergeben, welche wir unten ausweisem Diese Stiftung gewinnt gerade jetzt wo wir vor eminenter Emigration nach Palästina stehen, an Bedeutung und wird hoffentlich viel Nachahmung finden. An die zionistischen Organisationen Wiens! Die NF.-Arbelt in Wien muß energisch aufgenommen werden. Wir wenden uns -daher an sämtliche zionistischen Vereine mit der Aufforderung. uns -die nötige Beihilfe zu stellen. In erster Linie müssen überall NF.-Kommlssäre gewählt . und uns namhaft gemacht werden. Ihre Aufgabe wird es sein, nicht nur in ihrem Kreise, sondern im betreffenden Bezirke - für uns tätig zu sein. - Jeder tue seine Pflicht. Kleine Mitteilungen. / Die Eingänge für. Tschlenow-Marken-werden summarisch unter der Rubrik Tschlenow-Kolonie ausgewiesen. , Unsere „Mitteilungen“ werden vorläiifig separat nicht verschickt. Der nächste Ausweis, .der letzte für das Jahr *1918. wird am 30. Dezember abgeschlossen: später einlaufende Gelder werden dem J^Jir 1919 'zugeschrieben. “ . - Rath‘s „Sfat amenu“, das beste hebräische Lehrbuch, ist bei uns erhältlich. . " ' V.... Aufruf. », Der Verein „Zion“ faßte den Beschluß, rite Errichtung eines „Haines“. im Herzlwaide auf Name« der den Pogromen zum Opfer gefallene» Juden durchzuführen. Wir wendeii sich daher an die jüdtCcfefr Oeffcntlichkeit uns durch reichhaltige Spende» die rascheste Durchführung dieser Aktion ztt ermöglichen. . Persönliche Entgegennahme der Spenden täglich zwischen 11 und 1 Uhr außer Freitajc tmd Samstag im Vereinslokale. 2. Bezirk. (Hocfcettgasse 30, Tür 12. Geldeingang vom 13. bis 2o. Dezember 1918. Innerösterreich ......... K 23.899,2& Mähren-Schlesien.. . „ 5.166.06' Galizien .. . „ 3.958.46 Böhmen ........ 31135 Polen ...••••» 130.— Summe . . ... . ~K 33.46720 NF.-Spenden im Jahre 1918 . . . d, 1,074.479,45 Arbeiter-Heimstätien-Fonds Inner Österreich: Wien: Testamentarisches Leerst. Carl Hirsch 10 Häuser a. N. Anna Hirsch ' 29.9M.— Tschlenow-Kolonie Galizien: Nowy Targ: D, Hakoah: Grey; St.— Wisnicz: Ges. d. Hofstätter: Ida Mandelbaum, R. Kichler, Günsberg, Leon Feig u. A. Langenthal 134—; L. Gleitmann 10.—; A. Menasclie 3.—: A Sokal 2.—; zus. 149.— Summe 169.— Imierösterrelch: Wien: Th. Kruh f. Tempelverein Beth-Hachneset 390.—; Erna Stein statt Einlösung d. Geföb-’ nisscheines 100,—; Ges. tL F. Metzger—D. Sprung * anl.-e. glückt Reise v. Budapest—-Wien ohne L £. Grenze revidiert zu werden Behälter 6.—; Ne^ 3.—; Lamm, Krouberg, Mittag, Goldberg, Zimmermann, Fried je 2.—; düv. 6.—,* zus. 27.—; 517.— * Mähren und Schlesien: Bielltz: D. Z. H. V. Emunah: Lt. Goldmanni 10a—; Oblt. Grün 26.—; E.-F. Schrötter, Li Better, Lt Baidinger, Lt Schanzer, Lt Lernet, Oblte Fink, Dr. Baum je 20.—; E.-F. Silbermann, Schnöder, Lt Elsner, Gutter, Färber, Messner, G. Laimpel, Prag, W. Pick je 10.—; Bleicher.-4—;; zus. 7 D. ai N. i i H. Ing. Georg Michnik s. A. 350.— Leipnlk: D. J. Hillel: H. Spitzkopf, cand. med. W. Rosenzweig* je 10.—; G. Lachs 5.—; zus. 25.— Summe 375.— Zusammen 1.061.— Bisher ausgewiesen 197.944.33 Somit bisher 199.005.33 Nachlahspenden; Mähren und Schlesien: Bielitz: D. NFK.: Smlg. .b. d. jüd. Volksversammlung am 17. XL . 1175.— Prossnitz: D. NFK.: als Kranzäblösungssp. Angestellten d. Fa. M. 6; J. Mandl zu Ehren I. verstorbenen Kollegin Martha Pollak; Br. Kleiner 10.—: N. N., Gröger, Hollek, Uni., Sturmann, N. N„ Süesz je 5.—; Pollak, Berger, Schnabel, Fluch je 4.—; Weinstein; Lasetzky, Hlowatzky, Rumber, Neumann je 3.—; Bolin, Spitz, Birnbaum, Sthrötter je 2.—; zus. 84—; Smlg. d. Parteirates v. 7, d. 10.—; insg. 94;— Summe 1269.— Dunamspenden Mähren uud Schlesien: Mähr. Ostrau: D. NFK.: Smlg. b. d. Hochzeit Klein—Lewkowicz 1 D. a. s. N. 58.— | Heldenhain des Herzlwaldes I Innerösterreich: Wien: Ivrlah-Hain; Dr. Binovici u. Frau 15 B. a. N. Fhr. ' Rudolf Landsmann s. - A.; anl. Nachricht a. d. Gefangenschaft 10 B, a. N. E.-F. Ernst Landsmann; zus. 25 B. 250.— Mähren und Schlesien: Luhatschowitz: Ivria-Hain: Dr. Siegmund Frankl 5 B. a. N. Nelly Ornstein 50.— Mähr. Ostrau: Hessianah Heldenteaih: D. NFK.: Wilhelm Gross anl. -1 einer guten NachV rieht v. s. Bruder Richard Gross 5 B. a. s. N. 50.—;• x ' Heldenhain Mähr.-Ostrau: SmUt b. d.. Hoclizeit Feiner—Grosser 3 B. a. N. d. Ehepaäres- Werbet KEitg'iieder für den „Jüdischer Natioual-Fouds“.

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