Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 12 (1918)
- Issue
- 48 (29.11.1918)
- Date
- 1918-11-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 48 .JÜDISCHE ZEITUNG Seile 5 Die Neutralität der jüdischen Miliz Als. am 31. Oktober in der« -Nacht «die Ukrainer Lemberg besetzten, ließeji sie. .die., jüdischen Parteien verständigen, daßT obwohl che ukrainische Regierung die^Verantwortung für das Verhütenihre»-Truppen"" dien Juden-gegenüber Bbernjjnmt,- sie außerstande ist, dafür _zu bürgen, daß,: nicht .- inrorganlsi^e-Banden Plünderungen und ’ Räubereien in dm' von"- Juden 'bewohnten Viertel' vornehmen «werden. Infolgedessen sind die Vertreter »Uer Jüdischen Parteien sogfeich'zu einer 'B er»tung jzusammenge treten,‘ in' der der Beschluß,; einen' jüdischen Sicherheitsäusschiiß zu gründen, gefaßt wurde. *Der SfcherheitsausSchuß in den die zionistische, die i üdisc h-söziä ICs tische, iie poalerzioiästäsche. die . misrachistische. Partei und' der? Kahaly ,-ihre^V^rtreter^enl^mgt' Jiäbfen^ hat, aus,1sicK.anen.'5VehrärisscTiuir äusgeschieden, der« soipri.^iif Ojganisjejimg'.^erner. jüdischen Mi- BZugesdhöttqr ist,. Öej^Siciierheitsa,usschuß häl! in sejitef» ers.tei^.5itzü^.., s^gl^ich Idie yö'nk'ömmj^n e 'IJjeyi^rali^gJ' in, dein'Kämpfe'zwischen Polens und, g§t. .Ukrjunern^bescKTossen und, .diesen Besshhiß^.durch, Delegationen'äii, demselben Tage der, jjikjalniscJign jind dem polnischen Nä#dnalk()piiteg,-zu5^.|CeiinSiIs gebracht!" äußert detüiiiaü^r/d^cb' pditisclieriikfämisclie undjüdfcsehe Aufrufe tjdpf .ganzen 'Bev^fcfenqäC’Lembein£s_ seitj^Pjog^mm, ...klar, ujul .'»fede'rgfelejit. Dj^seiben .Äufpiie @!Ijjtrjdjer "SicheiBciit^ausschuß dittchi .^arlänientäre' dem l'dnz wiscTifh. JirgainjsSö'- ^f-pplnijschgjj MiÜj^KÖ^^a^o',ub'efsei^£"!r_'.' t** Trotz.; tdiesea.; Bemühungen; -HsuteaUtät der Juden. Lembergs;alle».»politischen militärischen Faktoren,.,beKan&fczugeben,.., habe» die weitere» Ereignisse des^iuzwischen stark;, gesteigerten Kampfes, .bewiesen,, daß ,die Polen die Neutralität „der,-jüdischen. Miliz,-.„nicht schonen, aber?; jüdische, Miiizianten auch, hei -Verseilung der sanitären- und humanen Dienste gefangen nehmen,-..„sie .aufs schrecklichste mißhandeln, und internieren. . Um eine., definitive Klärung .des .Vejfaältoisses-.-.'zwischen dem jüdischen, Sicherheiteaussehusse und dem polnischen Kommando zu erzielen, -begaben sich Vertreter des ersteren zum Komitee der .polnischen nationale». Partei«?»- In .der, „abgehaltenen, Konferenz, .wurden von., den Vertretern : „des,. iüdischen..Sicherheitsausschusses aut- Grund vqu.: protokollarischen Zeugenaussagen die Klagen über, das., Verhalten, der polnischen Abteilungen gegen Patrouillen der jüdischen Miliz erhoben. Es wurde nochmals die vollkommene Jener ah tatder. jüdischen .Miliz -betont, die. lediglich .die ^Aufgabe, der .Sicherung von jüdischem Blut und Gut gegen. Plünderer , und Räuber hat, und strikte Erklärung verlangt, ob das polnische Sationalkomitee diese Neutralität anerkennt und ab. es gewilK ist, beim polnischen Kommando die Schonung dieser Neutralität durchzusetzen.' Die Berren;.. Abgeordneter -Dr. Adam, Dr. Stahl, und Ibi Glaschewski .haben nach Entgegennahme uu- -• seref" Dokumente .versprochen, am nächsten Tag He Antwort-des ■ Komitees dem jüdischen Sicherhehsaussebuß-zukommen z» lassen. Am Ochsten Tage verklärte Herr Dr. Adam, ’daß in der bereits. abgehaltenen Sitzung keine einzige Stimme die' Neutralität ‘ des jüdischen Sicher heitsausschuss:es in Frage gestellt' habe, umgekehrt, das Komitee anerkennt^ die Notwendigkeit der Existenz einert solchen Miliz und wird dem polnischen 'Militärkommando die strikte Weisung erteilen, -die Achtung;-tlef Neutralität zu sichern, lieber diese •'Beratungen sind zwei von den gekannten Herren gefertigte Protokolle' vor- JjajtdS;.». m„df$en.Jäy.~(U,e~Neutralität des jüdisch eik„rtSiche »hei tsausschuss$s Und der jüdischen Miliz' anerkennen, .das polnische Militärkommando und die ►olmschen Abteilungen zur Achtung .derselben und Jßcjit-^ntwaifünK - d^r jüdischen!_‘Mitizianten aufjntfeai.: -Am. ^nächsten Tage haben" steh Parlamentäre.; der, jüdischen ‘Miliz zum' polnischen MiKtärkommando ,be5eben, um die" Details des gegenseitigen Vefhäitmsseszu besprechen. Nach eüiwr mehrstündige» Konferenz würde eine '"Abmachung zwischen-V dem politischen Mibfärkommaijdo un<( dem Kommando der‘"iüddscheh Miliz verfaßt. und beiderseitfg gefertigt m'der ‘ die Verpflichtung der Neutralität der jüdischen MIEz, ’ihre^Bewaffnung, ihre' Aufgaben''und die. Raumbegrenzung, ihrer Tätigkeit .festgelegt wurden.' ' - Trotz allen diesen Bemühungen .und der peinlichsten, Beachtung dieser,Abmachung seitens ..der^ffidi^heh jMiliz~,srad immer, jneue. YMfflte der /)efqpgem^hme.,uTid ■ ftjllßhandluhg." von jüdischen ^Mifesoldaten vorgekoriunäh. Uni ‘doch’ das ,Verbeiderseits, aufrechtziierhalten, . hat das ' jüdische .h^zk.ominagMg^.lsich.^ej..diesen.träuri-;-gen.:YoHäilß8^^jhufieSien!T%btes^an, 'da^polj^ische MlÜfarkömmahdo beschränktTlTun' kamen jiiie polnischen-Linien an die-Ausläufer desjpdi- «ischen Viertels von Lemberg heran, und da,'*be- .-jann schon die Schauergeschichte des Befrefens . jgjter Bevölkerung .von Lemberg durch die pölni- «kschen Legionen. Es war am 15. November, .als r^ede Minute neue Deputationen -von jüdäsbhen .^Bürgern,.zum jüdischen Milizkommando kanten, jUmW Wernen und -Händeringea um Hilfe batet0hr \!sHab und Gut und ihr Leben gegen die polnische»... . »Plünderer" zu schützen. Der jüdische Sicherbeits- '«ausschuß hat sich abermals mit dem pöhuschen! ,?Nationalkomitee in Verbindung gesetzt, daßTdie- « i^ser .seinen Einfluß beim polnischen Militäf^pm- Sy^nando. in dem Sinne ausübt, daß den Plünderunüajgen ein Ende gesetzt wird. Es blieb nur bcjßjeei^ren .Versprechungen.! vj ' Am 16. und am 17. November haben di» . . Plünclerungen ihrert weiteren freien Lauf genom- Ifpacai and als äh diesem Tage gegen Mittag^di« jsä*rste Nachriokt. von 3 begwgenen^Mmdtateil i* der Zrodlanagasse durch die polnischen Legionäre an das Müizkommando gelangte, sah sich dasselbe vor die Entscheidung gestellt, ihre der jüdischen Bevölkerung .*■ feierlichst versprochene Pflicht zu erfüllen oder sieb aufzulösen. Es wurde, der erste Weg gewählt und eine starke PattQifillegegen“tBe' polniscbeh- Banditen^' dirigiget';Nach einem ^tündÜgeh Kampfe, in denr'4 Todesopfer, ,5 ScEwefvärwmiaaSir zü.^ beklagen wä^n,. \^tteäehwgle. JüdSsiClteif‘ Gtsseit'von -den Plünoe/ernf gesäubferti ■‘dre -Evakuierungder d<Ä£t,\^phnetfdäi5? jpidiscben'-BevöÄerung. vorge«- nonunefi: ’AIs sfeh nachher Vertreter des jücBschen SicföjrheitsäussShusse’s befm bößnschen Komitee ein^bfimden' haben, um diesen' Zwischenilai aufzuklären, hat Dr. Adam, ohne die Beweggründe dieses. Auftretens der jüdischen Miliz anzuharem die Korrektheit seiner Handlimgsweise ganz spontan. anerkamit. Er selbst sprach sein Befremden über das Verhaltender dort operierenden polrü-' sehen Abteilungen aus und versprach, beim polnischen Konimando zu erwirken, daß im Tagesbefehle die Anordnung verlautbart wird, daß ein jeder, der bei der Plünderung ertappt wird, der Todesstrafe zugeführt .wirdL ' ,-J)ie. -Vertreter, des . Sicherheitsausschusses haben darauf hingewiesem' daß die Verlautbarung als. solche nicht genügen wird, da: hinter den polnisbheh „IJnieh Posrr omaeitaTtion betrieben wird,r,’a» der auch die'poMscheo Offiziere teünahhten; und der als Sprachrohr das vom poltri- SQhen Kommando ' heraiisgegebene Organ ^Pobudka“ .^dient! ^Sie verlangten die Statmerung ein es: ’ Beispieles an den bereits der Plünderung überführteh'polnischen Legionälre. Weiters wurde die' Porderung gestellt1, daß‘ die im Judenviertel operierenden Abteilungen, -die zmn größten Teil aus _unyerläßlichen .Elementen, ja sogar aus vielfach yorb'estrafteri‘Individuen bestehen, in einen anderen Stadtteil" verlegt werden. Außer den Versprechungen ist leider nichts geschehen. Und als der am 17. Novemberum 6 Uhr früh begonnene Waffenstillstand am 20. November um 6 Uhr früh ' zu Ende ging, begannen die Plündereöen von Neuem. Dies war -aber nur' das Vorspiel der Tragödie die! anr nächsten-Tag früh nach-dem Abzug der ukrainischen -Truppen -mit dem Einmarsch« der polnischen Abteilungen ihren -Anfang nahm,'!-!' *•'- . - ' .. L.; " ‘ * Schilderungen von Augenzeugen. Als die erste».?wei Juden von Soldaten erschlagen worden waren, machten beherzte jüdische Milizsoldaten den Versuch, durch Gewehrfeuer die Soldaten zu vertreiben. Dieser Versuch mißlang und er” wurde zum,Zeichen für ein beispielloses Gemetzel, fn 'einer "geradezu glänzend organisierten und vorbereiteten Weise begannen die poinis'hen Soldaten die-'Straßen des Judenviertels äbzüsperren und Patrouillen gingen nun von Haus zu .' Hajfs! ..w a rf e n' B'f äri d b o m b e n und Granateii “in ’dFe H*austör e Und trieben mit B’aJone11s’t'icffe'if' und Gewehrteuer die Männer, Frauen und. Kinder, die, die brennenden Häuser verlassen wollten, zurück. Das Gemetzel dauerte von Freitag nachts bis Samstag" yofmitfaigs? " Sonntag vormittags gelang es mir, dos Judenviertel zu betreten. Nach flüchtiger Zählung standen am Sonntag-500 teiS‘'600 Häuser in Flammen. Auf denlStiaßen lagen 21 von mir gezählte "Leichen." Es-^waren dies jedoch nur Leichen' von Leuten, die entweder aus den Fenstern gesprungen oder auf der Straße totgeschtagen worden waren. Die brennenden und zum Teile schon7 vollständig niedergebrannten Häuser bergen Zweifellos •-noch Hu aderte von L e i cli Cn. 1 :. . Nach Schätzungen belaufen sich die Ziffern der Toten auf mindestens zwei- bis dreitausend. Die Jämmerszbnenr die ich im Ghetto miterlebt habe; wären zum Steinerweichen. Durch die brennenden Straßen' Hefen verzweifelt alte Männer, Ft'aüen 'ünd Kinder, die nach ihren Vermißten schrien, oder mit Bündeln auf dem Rücken einen Ausweg aus' dem Ghetto suchten, um irgendwohin äüszuwandern. Die Legionäre, die nunmehr die „Aufrechterhaltung: der/Ordnung" übernommen hatten, verhinderten jedoch die Leute am Verlässen des Ghettos; Viefe Tausende von Menschen sind bei einem Nachtfföst von 15 Grad Celsius unter Null im Freien Kegen' geblieben, da die verhältnismäßig” wenigen Häuser, die nicht in Flammen ständen, nicht genügten.' um ihnen Obdach zu gewähren.”’ Abgesehen.von diesen furchtbaren Pogroms durchzogen weitere sogenannte Patrouillen auch die Stadtviertel der Wohlhabenden, um angeselrene jüdische Familien zu brandschatzen. Es wurden den- Lebten Summen, die zwischen 100 Kronen und 50.000 Kronen schwankten, abgenommen und das alles mit vorgehaltenem Bajonett oder Revolver. Männer und Frauen der „besten1^ Gesellschaft Lembergs schauten dem Treiben der Soldaten zu und klatschten ihnen laut Beifall. Im^ganzen Ghetto, das einen beträchtlichen Teil Lembergs einnimmt, gibt es kein einziges Geschäft, das nicht vollständig ausgeplündert worden wäre. Abgesehen von den blutigen Verlusten sind ‘mindestens 20.000 bis 30.000 Personen an den Bettelstab gebracht. Nun wendet die polnische Regierung alles an. um einen Schleier über das furchtbare Geschehnis zu breiten. Ein anderer Augenzeuge der Metzeleien gibt dns folgende Schilderung: Der planmäßig organisierte Pogrom dauert» 48 Stunden, während .welcher Zelt alle Versuch* des jüdischen Ausschusses, den Kommandanten der politischen Legionäre zu einer Hilfeleistung zu bewegen, vergeblich waren. Der Kommandant erklärte einfach, er könne nichts machen, die Soldaten seien aufgehetzt. Das Beste sei, wenn die Juden in ihren Wohnungen blieben. Inzwischen gingen das Gemetzel und die Plünderungen ungestört vor sich: an-den Plünderungen nahmen-ehemalige polnische-Legionäre teil. Sie drangen mit ihren Offizieren in die Häuser ein und alle; auchdie Offiziere selbst, nahmen sich Schuhe und Kleider, die sie wegtrugen. Wer kein Geld oder keinen Wertgegenstand hergeben wollte, der wurde erschossen. Die Plünderungen gingen inr Judenviertel von Haus zu Haus, von Zimmer zu- Zimmer. Ein- Teil der polnischen Bevölkerung zeigte unverhohlene Freudeüber den Pögrrmr auch die „bessere Gesellschaft“, die Intellektuellen, erschienen7 auf — den Straßen-und sahen mit Schadenfreude dem Treiben der Plünderer-zu. ja ■vielfach haben sogar besser gekleidete Frauen mitgeplünderfc Als sie aber dann in das jüdische Viertel zogen, überkam sie angesichts der rauchenden Trümmer, der umherliegenden Leichen, des furchtbaren Elends und Jammers, angesichts der armen Judenfrauen, die halbnackt mit ihren Kindern auf den Armen sich auf der bitterkalten Straße befanden, das Entsetzen. Sie hatten sich-über das Plündern gefreut, schreckten aber jetzt vor dem schauerlichen Anblick zurück Viele polnische Frauen begannen zu weinen und zogen wieder-ab. D-ie Lerchen blieben-auf der Straße dr ei b is vier Tage la-nglretten:- viele von ihnen w a ren-»nbe^k lerd e t. nichtetwa deshalb, weil sich die Opfer ohne Kleider aus den Fenstern geflüchtet hatten, sondern weil die polnischen Soldaten den. Leichen, die Kleider und Schuhe ausgezogenhatten.-. Einschreiten der schwedischen 0T? Sozialdemokratie, Stockholm,;. 26;; November. (Tel. d. Jiid. Ztg.)... Der Parteivorstand der schwedischen Sozialdemokratie beschloß auf Anregung des poalezionistischen Verhandsbureaas bei einer gemeinsamen Sitzung, verschiedene Schritte zur Verhinderung weiterer Judenpogrome zu unternehmen und leitete die Aktion mit folgendem Telem gramin an Ministerpräsidenten Daszinsky ein: „Es;ist zu unserer Kenntnis gelangt, daß in der letzten Woche eine große Anzahl Judenpogrome in Westgalizien stattgefunden hat. Wir sind überzeugt, daß Sie Ihren großen Einftußvaufbietgri, werden, um , weitere' Exzesse zu verhindern, um so" mehr,, als solche unmenschliche Handlungen das Ansehen des polnischen Volkes als Kulturvolk ernst bedrohen. Es muß in Ihrem sowie im Interesse der von uns 'mit Jubel begrüßten Freiheit Polens liegen, die Rechte der nationalen Minderheiten im polnischen Gebiete zu schützen. In Vertretung der Parteileitung: B r a n t i n g, M o e 11 e r.“ Die Ausschreitungen in der .mährischen Slowakei. Von veitrauenswürdiker Seite wird uns gemeldet. daß in folgenden Dörfern des Kreises Unxar.-Hradisch,, Ausschreitungen und Plünderungen gegen di« Juden stattfanden: Kunovic. Altstadt. Neudorf. Kudlovic. Sverov. Gr.-BIatnitz. Hluk.- Spitinaiü Jaroschau. Ungar.- Ostra. Wessely a. M.. Provodov; Francova Lhota. Banov. Strany. Vollständig ausgeraubt wurden die Familien Grünfeld in Hluk. Braun und Kohn in Kunovic. Weitzmann in Neudorf, zwei Familien Donath, außerdem Köroner in Jaroschau (dabei schwer verletzt). Wolf in Svarov. Große Plünderungen fanden in Ungar.-Ostra bei Hahn. Grünfeld. Roseniekt statt Dabei warenhauptsächlich wohl« hahende Bauern aus der Umgebung beteiligt. Die Ausgeraubten mußten größtenteils flüchten In Ungar.-Hradisch selbst wurde bei Max Fürst, Schindler. Zweigehthat Grünhut Morgenstern. Lanzer. Jelinek usw. geplündert Die führenden tschechischen Kreise zeigten sich der Situation nicht gewachseft. In den tschechischfortschrittlichen Blättern fanden sich antisemitische Hetzartikel. In Ungar.-Hradisch kamen gelegentlich der Neuassentierimgen große Ausschreitungen durch die Soldaten vor. Bereits uniformierte und beeidigte neue Soldaten durchzogen gruppenweise die Stadt, sämtliche Jüdischen Kaufleute mußten gesperrt halten, die Soldaten raubten, erpreßten Branntwein, exzedierten dann als Betrunkene, la es kamen sogar offene Raubüberfälle von Soldaten an jüdischen Bürgern vor. Es herrschte völlige Anarchie. Tschechische Offiziere batten gar keinen Einfluß. Der Bolschewismus, der auch den tschecho-slowakischen Staat bedroht scheint hier seinen Ausgangspunkt zu nehmen. Die tschechische Intelligenz ist nicht Herr der Situation. Christliche Geschäftsläden können offen haben, nur die jüdischen müssen schließen, wenn sie nicht sofort ausgeplündert werden wollen.