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Jüdische Zeitung · 1918-10-04 · 40 (4.10.1918) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
40 (4.10.1918)
Date
1918-10-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 40 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 JLinz; Theodor Gernikovski, Zugsführer, Linz; Max Ortmüller, Klaviermeister, Pergkirchen; Ernst Weinzinger, Hotelierssohn in Linz; Alois Füchsel, Schriftsetzer, nach Vichtenstein zuständig. Ferner wurde der Fleischhauer und Gastwirt Alois Schrefler in Sankt Peter, Gemeinde Linz, eingezogen. Ueberdies sind noch andere Personen in Linz, sowie auch Bauern aus der a Umgebung in die Angelegenheit verwickelt. Bisher sollen schon 300 Anzeigen erstattet worden sein. England * Lloyd George und der Zionismus. Reuter meldet: Manchester, 12. September. Lloyd George nahm heute Adressen von Deputationen des armenischen Komitees entgegen. Die Deputationen wurden ihm durch den bekannten Orientalisten Sir Mark Sykos vorgestellt. Die Adresse der jüdischen Deputation, an deren Spitze der bekannte Zionist Nahum S o k o 1 o w stand, sprach ihre tiefe Dankbarkeit für die historische Erklärung der Regierung vom 2. November und für die Hilfe aus, die sie dem jüdischen Volke bei der Wiedererlangung seines alten nationalen Heimes gewährte. In. seiner Antwort erklärte Lloyd George, daß er die Adresse mit der größten Genugtuung entgegennehme. „Das Streben, das Ihr mit vielen Eurer Rasse, die über die ganze Welt zerstreut sind,' teilt, fand eine natürliche Antwort in den Auffassungen von jenen, die für die Regierung dieses Landes verantwortlich sind!, weil sie in dauernder Uebereinstimmung mit den Empfindungen des Volkes von Großbritannien sind. Ich hatte heute die Ehre, die Adressen von Vertretern von 3 Elementen zu empfangen, die zunächst interessiert' sind bei der Schaffung von Ordnung und Gerechtigkeit in dem Gebiet, das bisher eine Beute von Tyrannei und Verbrechen war. Die Erfüllung der historischen Hoffnung und Eures Strebens ist die erste Folge der. Befreiung der unterdrückten Völker des neuen Ostens. * Achad Haams Stellung zur neuen Lage. Die Anglo-.i ewisli Press Agency in London teilt mit: Achad Haam hat zur Grundsteinlegung der Hebräischen Universität Herrn Dr. Weizmann einen Glückwunsch zugehen lassen, in dem es heißt: „Seit dem Beginn unserer nationalen Bewegung in Verbindung mit der Kolonisierung Palästinas'haben wir — einige unter uns unbewußt — immer gefühlt, daß die Wiederherstellung unseres nationalen Lebens nur auf geistiger Grundlage möglich ist und daß infolgedessen die Bildung einer derartigen Basis mit dem eigentlichen Kolo-, nisationswerk Hand in Hand' gehen muß. In der ersten Periode, da das ganze Palästinawerk noch leiem und in seinen Bedingungen mißlich war, war die kulturelle Arbeit in der seinerzeit sehr volkstümlichen Hebräischen Schule in Jaffa konzentriert, die eberfso arm und wenig standfest war wie- -die- Kolonisation selbst. Im der folgenden Periode, WO' das Kolonisationswerk merklich verbreitert und verbessert wurde, fühlte man auch immer mehr das Bedürfnis nach kultureller Arbeit, als deren F.rgebnis die Gründung des Hebräischen Gymnasiums in Jaffa anzusehen ist. Nun stehen wir wiederum vor einer neuen Periode unseres nationalen Werkes in Palästina und werden bald Probleme und Möglichkeiten von unsäglicher Tragweite vor uns sehen. Wir wissen nicht, was uns die Zukunft bringt, aber das wissen wir wohl: Je heller die Aussichten für unsere nationale Wiedergeburt in Palästina werden, desto drin- ' gender zwingt die Notwendigkeit, die Geistesarbeit in dem gleichen Maße wie die materielle zu fördern. Und dies kann allein durch eine Hebräische Hochschule erreicht werden “ Rußland * Beendigung des Setzerstreiks in Warschau. Der Streik der jüdischen Setzer in Warschau, demzufolge die dortigen jüdischen Zeitungen , 8 Wochen lang nicht' erscheinen konnten, ist nunmehr beendet. Wir erhalten soeben die neu erschienene Nr. 172 . der jiddischen Tageszeitung „Moment“ vom 27. September. An der Spitze des Blattes befindet sich eine Erklärung der Herausgeber über die Gründe der zeitweiligen Einstellung. Palästina * Die jüdische Nation in Palästina. Dem Jüdischen Korrespondenzbureau in Haag wird . aus Jaffa berichtet: Die Juden werden in Palästina nicht nach ihrem Herkunftsland, sondern nur als Mitglieder der jüdischen Nation registriert. * Die Einkünfte des Zionismus. Als Jahresbudget für 1918/19 hat die amerikanisch-zionistische Organisation den Betrag von 3 Millionen Dollar bewilligt. Dieser Betrag ist 60mal so groß wie der des Einkommens der amerikanischen Zionisten noch vor fünf Jahren war, und sechsmal so groß wie das Einkommen der. gesamten zionistischen Weltorganisation zur Zeit des letzten Kongresses. * Das jüdische Volk als Friedensvermittler. Bei der Konferenz der Arbeiterpartei „Hapoel hazair“ in Palästina ergriff zum Schlüsse Herr Joffe das Wort zu einer bemerkenswerten Erklärung. Der Redner wies auf die schweren Folgen des Weltkrieges hin, unter denen die ganze Menschheit seufze. „Die ganze Menschheit sehnt sich nach Frieden. Es ist aber nicht zu sehen, welche politische Macht gegenwärtig Mut und Kraft besitzen sollte, die kämpfenden Parteien zur Besinnung zu mahnen, um der Welt den Frieden wiederzugeben. Das jüdische Volk, . das ideale Friedensv'olk, habe jetzt die Aufgabe, als der berufene Friedens Vermittler aufzutreten.“ Zionistische Bewegung Kriegsbeitrag 1918 Trotz der wiederholten Urgenzen ist der Kriegsbeitrag bis heute'nicht von allen Zionisten entrichtet worden und nicht in angemessener Höhe. Angesichts der großen Aufgaben, die der zionistischen Leitung gerade im gegenwärtigen Moment erwachsen und zu deren Erfüllung selbstverständlich beträchtliche finanzielle Mittel erforderlich sind, fordern wir neuerdings alle Gesinnungsgenossen dringend auf, den Kriegsbeitrag sofort an das Zionistische Zentralbureau in Wien, II. Zirkusgasse 33, abzuführen, damit die Arbeiten keine Störung und keinen Aufschub erfahren müssen. Das Zionistische Zentralkomitee beabsichtigt, vor allem die Propaganda auf eine breite Basis zu stellen und kann nur bei Vorhandensein genügender materieller Mittel dieser wichtigsten Aufgabe gerecht werden. Gesinnungsgenossen werden ersucht, die Organisationsbeiträge nach Möglichkeit zu erhöhen, da bei der immerwährenden Preissteigerung auch der Etat des Zionistischen Bureaus sich ständig vergrößert. Wir hoffen, daß dieser Appell genügen wird, alle Zionisten an ihre Pflicht zu erinnern. Zur Frage der Vereinigung:der österreichischen Organisation (s. d. Artikel „Zurück zur Einheit“ in Nr. 35 der „Jüd. Ztg.“) äußert sich im „Lemberger Tagblatt“ Meier H e n i s c h in folgendem Sinn: Die Wiedervereinigung der zionistischen Organsationen Oesterreichs ist von großer Wichtigkeit. Eine geschlossene ganzösferreichische Zionistische Partei ist ebenso eine Notwendigkeit für das österreichische Judentum als auch für den Zionismus überhaupt Es genügt aber nicht, diese Notwendigkeit blos anzuerkennen, wig müssen die richtigen Wege und Mittel suchen, diesen Zusammenschluß auch herbeizuführen. Gerade der jetzige Moment ist in Anbetracht der Vorbereitungen zur Ueberprüfung der österreichischen Verfassung und der Nationalitätenprobleme hiezu besonders geeignet. Die Zersplitterung der zionistischen Organisationen in Oesterreich bedeutet nicht nur eine Schwächung unserer Kräfte, sie ist auch eine gefährliche Waffe gegen unsere Forderung, als nationale Einheit anerkannt zu werden. Auf die Frage, wie diese Vereinigung durchzuführen ist. ist nur eine Antwort möglich: durch Einberufung eines allgemeinen gesamtösferreichischen Parteitages, von allen österreichischen Zionisten beschickt Dieser Parteitag hätte auch noch viele andere Fragen programmatischer und ■ taktischer Natur zu ordnen! Das veraltete Krakauer Programm muß in manchen Punkten revidiert werden, zu dcfi FrägeiT'tldr Verfassungsreform, zum Plan der Teilung Galiziens usw. muß von zionistischer Seite Stellung genommen werden. Wir wissen, welche Hindernisse der Einberufung dieses Parteitages gerade jetzt im Wege stehen, dürfen aber trotzdem das angeschnittene Problem nicht vernachlässigen. Wir müssen die Vorbereitungen zu dem gesamtösterreichischen Parteitag sofort energisch in Angriff nehmen und sollte es uns . trorzdem nicht gelingen, denselben schon während des Krieges em/.uberufen. werden wir zumindest für die Zeit nach Friedensschluß dazu vorbereitet sein. Jüdische Jugendkurse Die Zentralstelle jüdischer Jugendgruppen in Wien (II. Obere Donaustraße 91. Bureaustunden 3—7 Uhr nachm.) versendet folgenden Aufruf: Junge Juden! Euer langgehegtes Verlangen nach Vertiefung in das Judentum und in seine Aufgaben erfüllt sich. Unsere Jugendkurse sollen eine begeisterungsfähige Jugend sammeln, ihre Herzen den Werten und Idealen des Volkes wieder nähern. Es genügt nicht, daß wir uns jüdische Jugend nennen. Um diese wahrhaft zu sein, müssen alle alten und neuen Ziele des Judentums in uns. der Jugend, Leben und Tatkraft erhalten. Kein Zwang einer Schule führt Euch zu uns. Euer Lernen bekundet den WUIen zum jüdischen Volke. Lehrer, die unserer Jugend nahestehen, werden die Aufgabe haben, . unser Jugendheim zur Heimatstätte jüdischen Geistes zu gestalten. Eine geschlossene, wahre- Gemeinde von Lehrern und Schülern soll aus unserer Mitte erstehen, die einst das Ideal der jüdischen Jugendschule verwirklichen helfen wird. * Dem Prospekt entnehmen wir folgendes Programm: I. Jüdische Kurse: 1. Hebräische Sprache (für Anfänger und Vorgeschrittene). Zweimal wöchentlich je 1J4 Stunden. 2. Aus der Bibclkunde. 1 Stunde wöchentlich. 3. Jüdische Kulturgeschichte 2 Stunden wöchentlich. 4. Jüdische Gegenwartskunde. 1 Stunde wöchentlich. 5. Palästinakunde. 1 Stunde wöchentlich (im II. Semester). II. Allgemeine Kurse: Dieselben werden über besonderen Wunsch eingerichtet, sobald sich eine genügende Anzahl von Teilnehmern anmeldet. In Aussicht genommen sind bisher: 1. Einführung in die modernen Geisteswissenschaften. 2. Mathematisch-naturwissenschaftlicher Kurs. 3. Orientalische Kunst mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Kunst. III. Akademische Seminare (nur für Hochschüler): In Aussicht genommen sind bisher je eine jüdischrechtliche, nationalökonomische, sozialhygienische und judaistfsche Fachgruppe. Als Kurs- und Seminarleiter werden unter anderen wirken die Herren: Adolf Böhm, Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes, Professor Dr. Bernhard Geiger, Dr. Heinrich Glanz, Eugen Höflich, N. Kestenbaum. Dr. Leo Mayer, Moses Rath, Dozent Dr. Harry Torczyner, Dr. Robert Weltsch. Einschreibungen finden bis Dienstag, den 8. Oktober schriftlich oder mündlich (an Wochentagen von 3 bis 7 Uhr im jüdischen Jugendheim) statt. Beginn der Kurse: Dienstag, den 15. Oktober. Nähere Prospekte stehen jedem Interessenten auf Wunsch zur Verfügung. Innerösterreichischer Distriktstag Der von der Obmännerkonferenz vom 1. September beschlossene inner-österreichische Distriktstag findet Sonntag, den 13. Oktober 1918, 10 Uhr vormittags im Jüdischen Jugendheim, Wien, II. Obere Donaustraße 91, statt. _ Tagesordnung: 1. Eröffnung. 2. Wahl des Bureaus. 3. Referat über Organisation und Kulturangelegenheiten (Ludwig Bato). 4. Referat über Palästina und Nationalfondsarbeit. 5. Jugendarbeit (Dr. Bernfeld). 6. Debatte. 7. Wahlen. S. Eventualia. Wir fordern die Vereine und Schekelzahlergruppen wiederholt auf, Delegierte zu wählen und das Ergebnis der Wahl bis 9. Oktober dem Bureau des Distriktskomitees, Wien. II. Zirkusgasse 33, bekanntzugeben. Gemäß § 9 des Organisations-Statuts entsenden die Vereine mit 15 bis 25 Mitgliedern l Delegierten, 26 bis 50 2 Delegierte, 51 bis 75 3 Delegierte usf. bis zu 150 Wählern, mit 151 bis 200 Wählern 7 Delegierte, 201 bis 250 8 Delegierte usw., wobei jeder angefangenen 50 1 weiterer Delegierter entspricht. Außer den Delegierten nehmen auf dem Distritkstag mit Sitz und Stimme teil: 3 Mitglieder des D. K„ der Präsident des Zentralkomitees für Westösterreich oder dessen Stellvertreter, die westösterreichischen A. C.-Mitglieder und die Mitglieder des E. A. C. Wir machen ausdrücklich aufmerksam, daß im Sinne des § 8 des Statuts nur die Delegierten jener Vereine zum Distriktstag zugelassen werden, die die Parteisteuer für das laufende Distriktsjahr voll entrichtet haben. Zionistisches Distriktskomitee für Innerösterreich: Ludwig Bato m. p. Österreichisch-jüdischer Opfertag Büro: Wien, II., Glockengasse 30 Adresse fUr Geldsendungen: Bankhaus Adolf Brecher, Wien, IX., Pereeringasse I, Postsparkassenkonto 16-601. (Dieselben sind ausdrücklich mit dem Vermerk .Opfertag“ zu versehen. Bekanntmachung. I. Von der beabsichtigten und begonnenen Veröffentlichung spezifizierter Spendenausweise in den Zeitungen müssen wir wegen technischer Schwierigkeiten absehen. Wir werden nur mehr die von einzelnen Sammlern abgeführten Beträge in ihrer Gesamtsumme, sowie die Namen der Sammler m den Zeitungen publizieren. Dies wird gleichzeitig als Bestätigung des Empfanges sowohl für die Sammler als auch für die Spender gelten. Hingegen werden wir nach Abschluß der Sammlungen einen spezifizierten Ausweis aller geleisteten Spenden veröffentlichen. II. Als Endtermin für den Abschluß der Sammlungen und Spenden ist der 20. Oktober 1918 bestimmt. Wir ersuchen daher alle unsere verehrten Komitees und Vertrauensmänner dringendst, die Sammlungen so rasch als möglich, spätestens aber bis zum 20. Oktober abzuschließen und die gesammelten Beträge samt spezifiziertem Spenden-Ausweis (Sammelbogen) unverzüglich an uns einzusenden. III. In Orten, wo bis jetzt noch keine Aktion für den Opfertag eingeleitet wurde, bitten wir sehr, dies noch jetzt, in letzter Stunde, durch opier- und arbeitswillige Personen zu veranlassen, und werden wir denselben auf Verlangen das erforderliche Agitations- und Sammelmaterial zur Verfügung stellen. In den Orten hingegen, wo überhaupt keine Lokalagitation für den Opfertag eriolgt ist, bitten wir alle jene Personen, welche die Zwecke des Opfertages fördern wollen, ihre Spenden direkt an uns einzusenden. (Der 3. Spenden-Ausweis mußte wegen Raummangel zurückgestellt werden.) An unsere Abonnenten! Mit der heutigen Nummer beginnt ein neues Quartal. Wir ersuchen unsere Abonnenten, die Bezugsgebühren sofort zu überweisen, da sonst eine Unterbrechung in der Zuweisung der Zeitung unvermeidlich erscheint. Die Bezugsgebühren betragen: Ganzjährig.K 24.—. Halbjährig.K 12.—. Vierteljährig . . . . K 6.—. Ausland ganzjährig . K 30.—. Einzelnummer 50 .Heller. Diejenigen unserer Bezieher, welche das Abonnement bis Ende des Jahres bezahlt haben, wollen den Differenzbetrag auf die erhöhten Gebühren umgehend einzahlen. Die Verwaltung.

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