Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 12 (1918)
- Issue
- 31 (2.8.1918)
- Date
- 1918-08-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5. sich anläßlich einer Oelbaumspende für den gefallen A. H. Lt. Rosenbaum, zum A. H. Lt. Vorzimmer, mit dem er bis zuletzt in der Front beisammen war, daß das von den A. H. gesammelte Geld von uns lieber zur Unterstützung armer, notleidender Juden verwendet werden sollte. Nun soll sein Wunsch erfüllt werden. Ruhe sanft mein Freund! Schalom! Den schwer geprüften Eltern des teuren Dahingeschiedenen wollen wir unsere innigste Anteilnahme an dem schweren und tiefen Verluste aussprechen. Viktor Hannak, Lt. Fähnrich Michael Werter. Auch wir Samborer nationalgesinnte Jugend haben wieder ein schweres Blutopfer aus unserer engsten Mitte zu beklagen. Es trifft uns die traurige Botschaft, daß unser unvergeßlicher Freund und Mitarbeiter Michael Werter, Fähnrich des k. u. k. Inf.-Reg. Nr. 55 in den letzten Kämpfen an der italienischen Front schwer verwundet im Feldspitale zu Triest verschieden ist. Kaum 20 Jahre alt, kurz vor dem Tode für tapferes Verhalten vor dem Feinde zum Fähnrich ernannt, hat dieser junge, unermüdliche Förderer unserer gemeinsamen Sache fern der Heimat auf fremden Boden seine junge Seele ausgehaucht. Dieser Verlust trifft uns unverhofft und umso schmerzlicher, als wir einen innigen Freund und treuen, wackeren Mitarbeiter verlieren. Mit ihm entriß der Tod unseren Reihen einen der Besten. Seinen Angehörigen möge es im tiefen Schmerze zum Tröste gereichen, daß derVerstorbene sich lebenslang dem Dienste seines Volkes weihte und er stets mit all seinen jungen Kräften dabei war, wo es nur galt, für unsere gemeinsamen Ideale zu kämpfen. Er hat es verdient, daß wir ihm ein innig treues Angedenken bewahren, daß er in unserem Kreise für ewige Zeiten unvergessen bleibt. Ehre seinem Angedenken! Friede seiner Asche! . Nun reift in uns, seinen nächsten Freunden, pflichtgemäß der Gedanke, diesen teuren Toten in würdiger Weise zu ehren. Im Lande der Väter .wollen wir ihn verewigen. Ein Garten (100 Bäume) werden auf seinem Namen im HerzLwalde gestiftet und wurde ein ansehnlicher Teil, wie mir aus Sambor mitgefeilt wird, bereits gespendet. Ich finde diese Stelle für die geeignetste, um alle Freunde, Bekannten und Gesinnungsgenossen, die den teueren Toten kannten, aufzufordern, uns in unserem Unternehmen tatkräftigst zu unterstützen und hiedurch zu ermöglichen, den Garten in kürzester Zeit auszubauen. Wenigstens auf diese Weise wollen und sollen wir dem Verstorbenen den letzten Dienst erweisen. Mayer Sperling. E.-F. Zgi. d. Sch.-Ers.-Baons 33 in Krakau. Juden im Felde (Aus einem Briefe.) Feldpost . . .. im Juli 1918. ... Unter 7 toten Offizieren, die das Infanterieregiment Nr. 15 während der letzten Offensive zu beklagen hatte, befanden sich 4 Juden, darunter Oblt. Schneck, der erste Oifizier. der beim Vormarsch im November die Livenza forcierte. Der Regimentsstab desselben Infanterieregiments wurde durch die kühne Tat des Offizierstellvertreters G r u b e r vor der Gefangennahme -gerettet. Der Held, ein Zionist, der die’ silberne I. Klasse. II. Klasse und die bronzene TapferkeitsmedaiLle (alle mit der Spange) schon besitzt, erhielt für seine Tat die goldene Tapferkeitsmedaille und wurde außertourlich zum Leutnant ernannt. Der Feldrabbiner . Aron David Deutsch der 10. Infanteriedivision übersetzte in schwerstem Trommelfeuer viermal die_ hochgehende Piave, begleitet von seinem Offiziersdiener, dem Infanteristen Salomon David Sack aus Kolomea. Der Feldrabbiner wurde binnen kurzer Zeit zweimal zur Allerhöchsten Auszeichnung vorgeschlagen, sein Diener erhielt sofort die •silberne Tapferkeitsmedaille II. Klasse. Dies einige Beispiele von vielen, die ich im Felde erlebt habe. Erich J u h n. Fähnrich. Zweierlei Recht Zu dem in der vorigen Nummer veröffentlich- -ten Aufsatz erhalten wir noch nachstehenden charakteristischen Zeitungsausschnitt: Die Tätigkeit des Kriegswucheramtes. Das Kriegswucheramt hat in der abge- Jaufenen Woche 71 Hausdurchsuchungen vorgenommen und dabei große Mengen von Bedarfsartikeln und Lebensmitteln saisiert. ln den Magazinsräumen der Speditionsfirma Schenker & Co. auf dem Nordwestbahnhofe wurden 94 Kolli mit Stoffen beschlagnahmt, die zum größten Teil schon vor Kriegsbeginn eingelagert wurden. Die Eigentümer sind zumeist feindliche Ausländer oder Internierte. Die Waren repräsentieren einen Friedenswert von ungefähr 300.000 K. Das Volksbekleidungsamt der Statthalterei wurde'verständigt. Beim Hausbesorger Karl Loschitza, . .Salmgasse 16, wurden in der Wohnung, im Keller, im Lichthofe und in verschiedenen Abteilungen des Dachbodens mehr als 300 Kilogramm Zucker, 100 Liter Speiseöl, 100 Kilogramm Mehl, 35 Kilogramm . Fett, 70 Kilogramm Seife, größere Mengen von Eiern, Soda, Kaffee, Feigenkaffe und Hafer saisiert. Die Ware wird dem Konsum zugeführt werden. Da Loschitza für alle Waren dieser Art Lebensmittelkarten bezog, wurde er dem Magistrat angezeigt. Am 8. d. wurde der beschäftigungslose Flüchtling Samuel Teitelbaum, Heinzeimannstraße 15, wegen Verdachtes des Kettenhandels mit Leder verhaftet. Bei der Hausdurchsuchung wurden eine Elefantenhaut im Gewichte von 120 Kilogramm, sowie 35 Kilogramm Kernleder beschlagnahmt, deren Herkunft Teitelbaum bisher nicht nach weisen konnte. Ein Teil der Elefantenhaut war an einen Schuster im zweiten Bezirk verkauft. Teitelbaum wird dem Landesgericht e i n g e 11 e f e r t. Wiener Nachrichten Oberrabbicer Dr. H. P. Chafes. Die Amtseinführung des stellvertretenden Oberrabbiners und Rabbiners am Stadttempel Herrn Dr. H. P. Chajes eriolgt Samstag, den 3. August 1918, 9 Uhr vormittags, beim Morgengottesdienste im Tempel der Inneren Staat, I.. Seitensteitengasse. Promotion. Oberleutnant i. d. Res. Fritz Kreit h, i. a. B. der akad. Verbindung „Libanonia“, wurde Montag, den 29. Juli um halb II Uhr vormittags im Senatssaale der Universität Wien zum Doktor der Rechte promoviert. Von der Sektion II des Z. Z. V. Der Verein bezog neulich ein eigenes Lokal, bestehend aus einem größeren Saale und einigen Nebenräumen. Am Chamischa asar b‘ab (23. Juli) wurde daselbst die Eröffnung einer Lesehalle feierlich begangen. Es kamen über hundert Personen zusammen, und mehrere Ansprachen wurden gehalten. Am 25. Juli hielt Herr M. Rosenblum einen Vortrag für die jugendlichen Mitglieder. Am 27. Juli hielt Herr N. M. Gelber einen Vortrag über die iüdtschpolnischen Beziehungen in historischer Beleuchtung, wobei sich Gg. aus verschiedenen Kreisen zahlreich einfanden. S. P. Jüdische Theatervorstellung. Die Sektion II des Z. Z. V. veranstaltet Donnerstag, den 8. August um 7 Uhr abends eine jüdische Theatervorstellung in der „Jüdischen Bühne“, II. Praterstraße 25, zugunsten einer öffentlichen Lesehalle. Zur Aufführung gelangt das beste Gordinsche Drama „Der Unbekannte“ in 5 Akten. Die Regie liegt in ausgezeichneten künstlerischen Händen. Karten von K 3.— bis K 10.— sind zu haben bei Löwit, Buchhandlung, I., Rotenturmstraße, im Cafe Müller, II,, Lilienbrunngasse 2, im Cafe WaUenstein, XX., Wallensteinplatz und in der Lesehalle, II., Glockengasse 30. Berichte und Korrespondenzen Zwittau. Vor kurzem starb E.-F. Gfr. Gottfried Zwicker, der einzige Sohn einer gut jüdischen Familie den Heldentod und wurde nachträglich mit der großen silbernen Tapferkeits-Medaille ausgezeichnet. Die Kameraden des jungen Helden stifteten seinem Andenken einen Garten im Heldenhain. Stryj. Hier ist ein Verein gegründet worden mit dem Namen „Zirei Jisrael“. Es sind bereits viele Mitglieder beigetreten. Der Verein hat zwei hebräische Kurse und einen Fachkurs. Das Vereinslokal befindet sich Krasinskigasse 2, 2. Stock, neben der Hauptpost. Jugendliche Gäste sind willkommen. Radautz. Nach einem Zeiträume von vier Jahren fand Sonntag, den 21. Juli auf dem hiesigen Sportplatz ein Fußballwettspiel zwischen der Jungmannschaft des jüd.-nat. Sportklubs „Blau-Weiß“ und der Mannschaft der Autokolonne 278 statt. Obwohl letztere aus lauter guten, älteren Spielern bestand, von denen die meisten Prager Sportklubs angehören, gelang es dem „Blau-Weiß“ durch eifriges wohlbedachtes Spiel den Sieg mit 3:2 Toren zu erringen. Jüdische Jugendliche! Wenn Ihr ein Sorachorgan besitzen wollt, in dem Ihr Eure Meinungen zu der Arbeit in den jüdischen Jugendgruppen aussprechen könnt. Wenn Ihr über das Leben in den jüdischen Jugendgruppen zuverlääsige Berichterstattung wünscht. Dann müßt Ihr die „Blätter aus der jüdischen Jugendbewegung lesen. Der Bezug für ein Vierteljahr kostet bloß 1 Krone! Einzelnummer 40 Heller. Aus dem Inhalte der Nummer 7/8: Zur Ausgestaltung dieser Zeitschrift — Der österreichische jüdische Jugendtag von Dr. S. Bernfeld. — Ein Brief an einen jungen Juden. — Nachrichten. — Uebersicht — Mitteilungen aus dem Jugendheim. — Berichte aus den Jugendgruppen. — Fragen an alle. (Nr. 1: Neulingsbehandlung: Nr. 2: Heimäbeudausgestaltung.) — Vorschläge. (Nr. 1: Jugendschutzbüro: Nr. 2: Zentralisierung des Vortragswesens für Wien.) — Gedanken. (Anmerkung zu einer „jüdischen“ Konfirmationsfeier.) — Gelesene Bücher. (Das neue Blau-Weiß-Liederbuch.) — L. F. Meyeris Gedichte. Schriftleitung: Robert Emil Weis s. Redaktion: Jüdisches Jugendheim. Wien II.. Obere Donaustraße 91. jggj 5678 |H Aw—August m 1918 ui s 72 26 4 M 72 27 5 D "2 28 6 M 122 29 7 P"27- D 30 8 iT“IYN 1. Neumondrag F 1 9 7"2 i77T 2 2. Neumondrag V 2 10 C,I22712 Herr und Frau Lt. Ing. Feuermann gratulieren herzlichst dem BB. Dr. Adolf Zahler anläßlich seiner Promovierung zum Dokter iuris. Z. 6. U. Hasmanaa, Brünn, im R. Z. t. P. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, allen unseren I. AH. AH., Bb. Bb., Freunden und Bekannten kund zu tun, daß unser lieber guter A. H. Verpflegsakz. i. O. R. Otto Hostowsky Besitzer Oes goldenen Verdienstkreuzes unO Oes Karl-Truppenkreuzes am 16. Juli d. J. in seinem 24. Lebensjahre bei einem Fliegerangriffe den Heldentod fürs Vaterland fand. Schalom! 1. A. des B. F. C.: a. h. HpIup Glogau a. h. Oiftfop Hannak? Armen - Ambulatorium1 des Zionistischen Zentralkomitees filr Kriegsflüchtlinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsflüchtlingen ohne Unterschied der Nationalität oo oder Konfession oo Ordinalion täglich. — Sonn- ■^und Feiertage ausgenommen^* - - -mfr Cafe zum Roten Turm Wien II., Obere Donaustraße 99 an der Marienbrücke Neues Stamm-Caf6 der Zionisten =MOSES RATH’S Lehrbücher der hehr. Sprache a) 1102 ras? Lehrbuch der hebr. Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit Schlüssel und Wörterverzeichnis. Es ist das einzige praktische Lehrbuch mit deutscher Unterrichssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache in Wort u. Schrift. Einführung in die Literatur. Soeben erschienen dritte verbesserte Auflage. Die „Histadruth lbrith“ in Berlin u. Lemberg, wie auch die gesamte Fach- und Tagespresse, hat das Buch als bestes und füp den Selbstunterricht als geeignetstes anerkannt. Preis eines schön ausgestatteten, 400Seiten starken, geb. Exempl. K12.—, Porto 80 h, Nachnahme K 1.20 b) Samouczek polsko-hebrajsfci Es ist dasselbe Buch mit polnischer Unterrichtsprache. Preis und Porto wie oben. c) 1Ü3J? naw nur hebräisch nach der Methode „Iwrith b'iwrith". Preis gebd. K 6'50, Porto 55 h, Nachnahme 85 h. Überall io% Buokbärndler-Kriegszusoblaa:. Zu bestellen bei Moses Rath, Wien I., Postg. 11 und in allen Buchhandlungen. y Soeben erschienen: - Jüdische - Neujahrskarten in biblischen, modernen und Genre-Dessins. 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