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Jüdische Zeitung · 1918-08-02 · 31 (2.8.1918) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
31 (2.8.1918)
Date
1918-08-02
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Nr. 31 Nummer 31 DER JÜDISCHE NATION AIFOND— Mitteilungen des Vereines „KEREN KAJEMETH LEJISRAEL“ SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben im Aufträge der öst. Kommission des Jüdischen Nationalfonds, Jl/X, Zirkusgasse 33 Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreidi eingelanglen Nationalfonds-Spenden Redaktionsschluß vorangehenden Freitag. Später einlaufende Spenden werden erst im nädisten Ausweis veröffentlicht. Tel.45-3-25. Postsp.-Kto.100.208 WIEN II/,. ZIRKUSGASSE NR. 33 Der .Jüdische Nationalfonds0 ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jUdischenVolkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß (1901) gestiftet, hat er jetzt schon 8 Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten Jahre (1917) zweieinhalb Millionen Kronen betrug Die Statistik der Nat.-Fonds Galizien Eingänge für das erste Halb Jahr 1918 Ortsgruppe 1917 191S II. Seines!. l.SeiTUSt. i Differenz Das letzte Halbjahr unserer Bewegung stand unter dem Eindrücke der prozionistischen Erklärung B a 1 f o u r s, der die der französischen und italienischen Regierungen gefolgt sind. Diese Zusicherungen der Entente-Mächte entwickelten den Palästinagedanken bei den Juden aller Länder, (he jetzt stets größeres Interesse an dem Fortschritt des Kolonisationsproblems bezeugen. Außerordentlich stark tritt das in Rußland aut, wo trotz der fortwährenden Umwälzungen mehrere bedeutende Paläsiinagesellschafren mit Millionenkapital gegründet wurden zwecks Hebung des Verkehres zwischen Europa und Palästina, zwecks Drenage des Bodens, weiter Industrialisierung des Exportes und weiters als Achusahgesellschaften. Noch stärker sehen wir das ln Amerika, wo für den Palästina-Auibaufonds, der 10 Millionen Dollar betragen soll, sehr intensiv gearbeitet und gesammelt wird. Aber auch in Oesterreich bemerkt man ein Anisteigen des Interesses für Palästina. Man vernimmt öfters Nachrichten, daß eine Gesellschaft iür Lederindustrie, Marmeladeiabrikation in Palästina gegründet wird, aber insbesondere herrscht großes Interesse für die Achusahbewegung. Unser Okkupationsgebiet Polen ist daran sehr interessiert. Leider konnte man bisher ein diesbezügliches Programm nicht ausarbeiten. Hoffentlich wird dies in Bälde geschehen. Daß der Nationalfonds daran stark beteiligt ist. beweisen die Arbeiten seines Agronomen Ing. O e 11 i n g e r, der auch Mitglied der Palästinakommission ist, die jetzt in Palästina tätig ist. Wenn wir jetzt zu Betrachtungen über die Entwicklung des N. F. in Oesterreich zurückkommen, müssen wir vor allem bemerken, daß trotz der bedeutenden Steigerung seiner Einnahmen, seine Bedeutung noch nicht voll eingeschätzt wird, denn sonst müßten wir jetzt bei der Entwertung des Geldes nicht eine halbe, sondern mehrere Millionen zu verzeichnen haben. Aber immerhin sind wir im Fortschritte. Was nicht vor langer Zeit den Gesamteingang des N. F. der ganzen Welt darstellte, ist heute Ergebnis des letzten Halbjahres in Oesterreich. K 264.000, mehr wie im ersten Semester des Jahres 1917, K 150.000 mehr wie im zweiten Semester des Jahres 1917 sind bei unserer Sainmelstelle im letzten. Semester eingelaufen. Das gibt zu hoffen, daß im zweiten Halbjahr d. J. mindestens K 600.000 eingehen werden, wodurch die Jahresstatistik mehr als eine Million wird aüfweisen können. Uebersichtstabelle 3 © "w O ß- . Ger.iet 1917 ll.Semest. 1918 1. Semest. Dißerenz Kronen l Galizien. 104.791 164.181 + 59390 2 Innerösterreich 85.040 152.430 + 67.390 3 Polen 45.748 44.185 - 1563 4 Feld u. Garnisonen 31.899 44.127 + 12.228 5 Mähren-Schlesien - 24.402 36.429 +12.027 6 Böhmen ••••■• 20.771 20.000 — 771 7 Bukowina - 600 4.787 + 4.187 8 Diverse (S. Sl.L.) 4.845 861 — 3.984 Summe - j 318.096 1 467.0001+148.9C4 Daß die Ziffern die Intensität einer Sache bedeuten, beweisen am besten die nebenstehenden Tabellen. An erster Stelle, wie stets, steht Galizien mit K 164.000, -um zirka K 60.000 mehr wie im vorigen Halbjahr. Einerseits ist dies dem Ausbau unserer N. F.-Orgänisation, die jetzt dort 137 tätige Ortsgruppen zählt, zuzuschreiben, andererseits der Intensität, mit welcher die N. F.-Arbejt dort, gleich nach der Befreiung, geleistet wurde. An erster Stelle wieder Krakau, wenn auch mit K 2000 weniger als vorher; dieses kleine Defizit ist persönlichen Umständen zuzuschreiben und wird wohl nächstens ausgeglichen werden. Lemberg hebt sich allmählich. Nach der jetzigen Arbeit beurteilt, wird es wohl weitere Fortschritte zeitigen. Tarnow, Jaroslau, Stanislau, Boryslaw, Neu- Sandez, Drohobycz, Sambor entwickeln sich recht schön. Auch in Rzeszow, Przemysl sind Fortschritte merkbar. Der Rückgang in Stryj ist wohl einem Zufalle zuzuschreiben. Besonders aber wollen Wir die N. F.-Arbeit in den kleineren Städten Galiziens hervorheben, wie in Bolechowr, Turka, Grodek, Buczacz, Borszczow, Brzezany, Dynow, Dolina und Sniatyn. Dagegen sind gefallen: Jaworzno (um K 900), Gliniany (um K 828.—) und Gorlice. Jäslo hat fast nichts gegeben; angeblich wird dort eine Sammlung geleitet, die vorläufig mit dem N. F. nichts zu tun hat. Einige Orte fehlen noch in der Statistik, einige wie Kolomea sind noch Kronen 1 Krakau . 19.300 17.118 — 2.182 2 Lemberg .... 10.074 14.906 + 4.832 3 Tarnow -..••• 4.053 10.887 + 6.834 4 Przemysl . 7.188 8344 + 1.356 5 Rzeszow . . 6.210 8.196 -fl.986 6 Stryj. 9.471 8.167 — 1.304 7 Jaroslau. 2.985 7.374 + 4.389 8 Drohobycz .... 4329 7.350 + 2.821 9 Stanislau .... 2.755 7.061 + 4.306 10 Boryslaw .... 716 4.674 + 3.958 11 Sambor . 1.782 3.788 + 2.006 12 Neu-Sandec 381 3.708 + 3.327 13 Bolechow .... 1.968 3.422 + 1.454 14 Sanok . 2.745 3.161 + 416 15 Turka ...... ,1320 2.887 + 1.367 16 Tarnopol . 1.472 2.751 4-1.280 17 Grodek Jag. . 904 2.089 + 1.185 18 Oswieeim .... 971 2.049 +1.078 19 Zloczow. 1.474 1.902 + 428 20 Mielec. 1.147 1.809 + 662 21 Gorlice. 1.947 1.669 — 278 22 Nowy Targ - - 950 1.611 + 661 23 Chrzanow .... 890 1399 + 709 24 Buczacz ..... 222 1.494 + 1.272 25 Bochnia. 1372 1.408 + 36 26 Czortkow . 861 1362 + 501 27 Borszczow .... — 1353 +1.353 28 Brzezany’ .... 51 1.344 +1.293 29 Dynöw . . 87 1.211 +1.124 30 Dolina . . 58 1.074 4-1.016 31 Wadowice . 874 1.067 + 193 32 Strzyzow ... . 368 1.065 4- 697 33 Skole .. 525 1.030 + 505 34 Rozwadow . - 599 983 + 384 35 Mosciska - . . 451 978 36 Lubaczow .... 647 932 + 285 37 Sniatyn ..... — 888 + 888 38 Kety 150 883 + 733 39 Wieliczka . — 875 4- 875 40 Jaworöw .... 322 849 + 527 41 Lezajsk ..... 247 821 I 574 42 Sedziszow .... 393 691 + 29S 43 Tlumacz. — 670 + 670 44 D^bica . . 421 660 + 239 45 Kamionka ... - 646 + 646 46 Jaworzno. 1.499 599 — 900 47 Frysztak . 402 849 4. 447 48 Rudki. 70 586 .4 516 49 Lancut. 404 549 + 145 50 Podwoloezyska — 549 + 549 51 Rawa-Ruska ... 70 524 + 454 52 Rymanow - 116 520 + 404 53 Sokal. 304 513 + 209 54 Andrychöw ... 142 453 + 311 55 Alt-Sandec 129 445 + 316 56 Rohatyn . - 434 + 434 57 Zölkiew 65 429 + 366 58 Tarnobrzeg 163 406 + 243 59 Radymno - 53 402 + 349 60 Kolomea ., . - 387 + 387 61 Ustrzyki-Dolne . _ 370 + 370 62 Nizankowice . 164 361 + 197 63 Lisko. 113 315 + 202 64 Zmrigröd - 322 310 — 12 65 Biecz . 201 303 + 102 66 Mikullnce . - — 282 + 282 67 Janöw . - — 280 + 280 68 Zurawno .... 303 279 — 24 69 Przeworsk 127 278 + 151 70 Greböw . — 254 + 254 71 Krystynopol ■ ’ - 243 t 243 72 Lawoczne .... -- 243 + 243 73 Podchojce . . __ 232 + 232 74 Strzeliska .... — 231 + 231 75 Dobromil _ 223 + 223 76 Lacko.. 6 202 + 196 77 Ty§mienica ■ — 202 + 202 7f Zywiec .-.••• — 200 + 200 79 Kalusz . 50 199 + 149 80 Stary-Sambor - 114 196 + 82 81 Rozniatöw . — 181 + 181 82 Ulanöw . — 177 + 177 83 Trzebinia . — 171 + 171 84 Radomvsl-w. 83 162 + 79 85 Kozowä. — 160 + 160 86 Kolbuszowa — 150 -t- 150 87 Laszki-Dolne . — 143 + 143 88 Sgdowa-Wisnia 255 139 — 116 89 Wislica . - - — 138 4- 138 9C Schodnica - — 137 + 137 91 Zabornia . 211 130 - 81 92 Witköw-Nowy - —: . 123 + 123 92 Kosöw. — 120 + 120 94 Jezierzany 110 + HO 95 Zakliczyn 271 110 - 161 96 Ropczyce . - — 105 + 105 97 Limanowa - - . — 105 + 105 Forll.Znhl Ortsgruppe 1917 ll.Semest. 1918 1. Semest. Dißerenz Kronen 98 Gliniany ..... 933 105 828 99 DolgobyCzöw * - — 104 104 100 Baranöw .... — 100 100 101 Grzymalow — 100 + 100 102—137 Orte mit Einnahmen unter K 100.—, geordnet nach der Höhe der Eingänge: ■ Lubkowce, Strusöw, Nadworna, Przemyslany, Gwozdzic, Bobiatyn, Rudnik,' Tyrawa Woloska, Pruchnik, Oleszyce, Zolynia, Jamnica, Pilzno, Krechowice, Jordanöw, Jaslo, BJazowa, Krosno, Zakopane, Nisko, Brzesko, Ülez, Tustanowice, Czemichöw, Delatyn, Skaiat, Glogöw.Mosty Wielkie, Bircza, Stara-Söl, Ottynia, Horodenka, Zablotöw, Wielkie-Oczy, Lnbien-Wielkie. schwach repräsentiert. Hoffentlich werden sich aber auch bald in diesen Vertrauensmänner finden, die die N. F.-Arbeit aufnehmen, respektive ausgestalten werden. Die zweite Stelle in der Statistik nimmt Innerösterreich ein. Hauptsächlich kommt hier Wien in Betracht mit zirka K 136.000; zirka K70.000 sind der Initiative unseres Mitarbeiters Dr. B eigel zu verdanken; der Rest verteilt sich auf verschiedene Posten: Reinerträge aus Materialien — Verkäufen — künftighin werden diese nicht ausgewiesen, sondern dem Rropagandafonds der Sammelstelle zngeführt — und Eingänge aus verschiedene Länder (Südslav., Ungarn). Eine regelmäßige Arbeit wurde von der Sektion II des Zentralvereines im II. Quartal aufgenommen und schöne .An- Innerösierreich Forll. Zahl Ortsgruppe 1917 11. Semest. 1918 1. Semest. Dißerenz Kronen 1 Wien 73.550 185.828 + 62.278 2 Graz. 1.207 3.640 2.433 3 Linz . 2.802 2.992 + 190 4 Triest.. 4.974 1.529 3.446 5 Wöllersdorf . _ 1.167 + 1.167 6 Innsbruck .... 198 598 + 400 7 Grimmenstein ■ 65 514 + 449 8 Blumau . 111 328 217 9 Baden ....... 51 328 + 277 10 Krems -..••• 330 264 66 ll Salzburg ..... 131 204 + 175 12 Hohenau ..... - 190 + 190 13 Amstetten 119 185 4" 66 14 Wiener-Neustadt 80 175 + 95 15 Steyr 74 165 + 91 16 Alland. 32 143 + Ul 17 Stockerau .... 352 140 212 18 Gmünd . — 109 + 109 19 Wieselburg —: . 102 + 102 20—52 Orte mit Einnahmen unter K 100 geordne* nach der Höhe der Eingänge: Urfahr, Lang Enzersdorf, Klosterneuburg, Lassee. Herzogenburg, Marchtrenk, Groß-Waltersdorf, Pichl, Petzenkirchen» Hinterbrühl, Knittelfeld, St. Pölten,' Mautbausen, Bad Hall, Thomasroit, Waidhofen, Laibach, Bruckmühl, Hart bei Amstetten. Wörgl, St. Paul-Pragwald. Ried, Leopoldsdorf, Persenbeug, Bruck a. L. Rossbach. Purgstall. Steinabrückl, Brunnenthal. St. Georgen, Aschach, Rotschbach, Mitterndorfiangsertolge gezeigt, ein Verdienst des unermüdlichen Vorsitzenden der N. F.-Kommissiön des Vereines David Horowitz. Bei weiterer Entwicklung dieses strebsamen Vereines wird die N. F.-Arbeit in Wien wohl größere Erfolge aufweisen. Die Arbeitsgruppe der jüdischen Studentenschaft hat sich durch einige große Veranstaltungen verdienstlich gemacht. Die Jugendorganisationen — außer Schomrim — haben nicht viel geleistet. Nur die Selbstbesteuerung wurde hei mehreren durchgeführt: Von den akademischen Vereinen hat nur die zionistische Sektion des jüdischen Medizinervereines gearbeitet. — Wohl wird, die Zentralstelle der jüdischen Jugendgruppen für die Verbreitung des N. F. in Wien Sorge tragen. — Graz ist'ansehnlich gestiegen. Triest stark gefallen. Linz hat sich wenig, Innsbruck mehr entwickelt. Die anderen Städte sind ziemlich im Fortschritte, nur Krems ist gesunken. Die Sammlung in Wollersdorf, Blumau haben unsere dort eingerückten Gg. durchgeführt. Aus Mödling ist nichts eingelaufen. . Polen (österreichisches. Okkupationsgebiet) nimmt mit zirka K 46.000 die dritte Stelle' ein. Zum Vorjahre ist leider ein kleiner Rückgang bemerkbar. Mangel an Organisation, schwierige politische

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