Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 12 (1918)
- Issue
- 16 (19.4.1918)
- Date
- 1918-04-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ytir. 16 JÜDISCHE ZEITUNG - - Seite 5 „ war man dreier, hpeihgeschränkter. ./„'ohne die vielen Befehler“. Und wurde befohlen, so brauchte es'rnoch' lange; iucht aüssrefüh'rt werden. Was wirkten rucht*efH paar Rubelch'etV, für Wunder. Und Jefzf? Elfi Jude .hätte hier ah' eine" Mllitäfkasse eine Sünime zu bezahlen und trug dabei verschieüfehe" Wünsche vor.1 Der-Oberst hörte ihn an itnü zählte’ dann "nach; ehe'er "den'Empfang bestätigte. Es--/waren fünfzig Rubel zii viel: '..Herr Oberstleben“,- war die verwunderte 'Antwort;' ärs er die Note zurückerhielt, ..bei den Russen hat es immer gestimmt!“ Großrußland :mit' seinen papierenen Theorien und'Gesetzen lind mit dem Glorienschein der neuen Freiheit ist Setzt das gelobte Land. Daß driibe’n auf so vielen Führerposten Juden sitzen.- erfüllt :die ’ ..uperlösten“ Stammesbrüder mit einem Taumel der sehnsüchtigen Begeisterung. Man sieht kaum ein freundliches Gesicht allüberall. Undyalle diese Leute haben einst Hurra geschrien und geiubelt als wir kamen. . . .“ — Nun wissen wir‘wenigstens, warum die Militärverwaltung unbeliebt: ist. Dehn die polnische' Bevölkerung im besetzten Russisch-Polen, die doch nicht ..einst tiurrä'geschrien hat“; hat offenbar umgelernt und die deutsche Militärverwaltung wahrscheinlich ob ihrer * Reinlichkeitsvorscliriften ins Herz geschlossen. Man muß nur scharfsinnig sein, wie es nur ein gründlich beobachtender Kriegsberichterstatter lst-.“üm' für alle^auffallenden Erscheinungen1 eine Erklärung zu finden.’ ' Vertreter‘der jüdischen Rellglonsgemeinschalt ins / -<! . preußische Herrenhaus. -“.'Wie aus Berlin geschrieben wird; kündigte der "Minister des Indern auf1 eine fortschrittliche Anträge an, üaß 'die' Krone auch Vertreter' der jüdischen Religionsgemeinschaft und zwar unter gleichmäßiger Berücksichtigung;der orthodoxen und der lib.era.leh Richtuftg ins Herrenhaus berufen livird. ' ( ■ ^us einem Gemeindeausschuß. :; Der .Gemeindeaus,schuß der Stadt Hartb/er g, beschäftigte sich"; gemäß dem uns vorliegenden Protokoll iii einer unter Vorsitz des Bürgermeisters Fritz Stachel stattgefimdenen Sitzung mit dem. ..Ansäßigwerden des Juden Reiriihger, Obst- und. .Mösthändlers“. Herr Negro stellte an den. Bürgermeister die Anfrage, „was .seitens! 'der. Gemeliidöveftretunff unternommen Wurde, urn'die Seßhaftwerdung des Juden in der ■ deutschen Stadt Hartberg, zii verhindern“. Der Bürgermeister berichtete hierauf über die unglaublichen'Persekutionen'. ' die er sich gegen den er- ’wälmten jüdischen Statsbürger erlaubt hat und 'ersucht, jedes einzelne . Mitglied des Gemeindeäusschusses möge dazu beitragen, die Ansiedlung .Von. Juden* in iHartberg' zu verhindern. Der Vermieter war nämlich auch Gemeinderat, ihn ersuchte "der Bürgermeister, die Entfernung des Juden schleunigst zu veranlassen. — Dies ist ein Bericht aus Oesterreich.anno domini 1918.. Hoifen wir, daß die Gleichberechtigung der Juden — in Rumänien rr. hurcbgesctzt "werden,.wird. ,; : i:S. ._■ . ._ Zionistische Bewegung , Vertrauensmännertagung der westr österreichischen Zionisten ";Das ‘Zionistische Zentralkomitee für;-West- ■Öesterfeich beruft'' hlemit eine Parteikonferenz für den 27. und 28. April ein. Dm Tagung findet 'im'‘Saale;des Jüdischen Jugendheimes, II. Obere Donaustraße 91, statt und hat folgende Tagesordnung: ' ■ ' Samstag, den 27. d. AL, um MI 8 Uhr abends: Eröffnungsansprache; Bericht des Z. K. und der D. Ks.; Debatte; lüstorische Bedeutung, auch einen aktuellen Kern erblicken wir, in ihr. — Den polnisch-jüdischen Verhältnissen \vidmet Dr.-.Michael Ri n gei, der;seit Jahren diese Frage studiert und über sie manches wertvolle verfaßt hat,'eipe größere Arbeit. ■Sie. ist ruhig, und sachlich geschrieben, erwägt ge- ‘nau alle. Argumente, .Ziffern iuid Tatsachen, die uro und contra sprechen.. und gelangt zu einer Synthese, in der dem Politiker manche bedeutungsvolle Andeutungen und. Winke geboten werden. ln derselben Materie, „Ueber den.Schutz der . jüdischen nationalen. Minderheit“ schreibt der ausgezeichnete Kenner' der jüdisch-polnischen Verhältnisse Drl Max'Rose nie Vd-. Anläßlich des 20jährigen Jubiläums des I.' Ziönistenkongressesschreibt Dr. B e r k el h am liier Und knüpft an seine Reminiszensen auch richtige Bemerkungen über die jetzige Lage des Zionismus an. Ueber die Aufgaben der jüdischen Frau schreibt eine unserer tüchtigsten 'Frauen in Galizien, Rosa Ponierb n z - M e 1 z er. - Mit großer Sachkenntnis, hiit .glühender Liebe und mit starkem Glauben sind diese paar Seiten geschrieben; worden. 'Wir .leseu'sie umso, eher, weil wir aus Erfahrung tvis- -sen; daff'Fräii Pomeräriz-Melzer nicht nur "gut ''schreiben kann, sondfern auch speziell in letzter 'Zeit sich': praktisch und organisatorisch im füdi- \sc|iep Leben außerordentlich ‘bewährt hat.' Drei feine. Skizzen Widmet Df;"Ä'btff e s 'den Flüchtlingen. Größes’-Mitgcfühl, gute Beobachtungsgabe zeigt sich auf diesen vier Seiten. Abeles, der ein starkes novellistisches "Talent hat, widmet es in den letzten Jahren fast ausschließlich der Schilderung des Flüchtlingsleids und Flüchtlingselends. Wir haben alle diese seine Arbeiten im National* kaleuder, in der „Jüdischen Zeitung“ und auch Sonntag; den 28. d. AL, um-*£10 Uhr vormittags: 1. Die Frage der Einberufung eines westösterreichischen Parteitages; 2. Referate; 3. Debatte; . . 4. Freie Anträge. - Mit Rücksicht auf die große Bedeutung der zur Verhandlung stehenden Gegenstände werden alle Ortsgruppen aufgeiordert, eigene Delegierten zu entsenden. Teiiriahmsberechtigt mit Sitz und Stimme - sind bei der Parteikonferenz: die Mitglieder des Zentralkomitees, die Alitglieder der Distriktskoifiitees, ferner Delegierte aller zionistischen Vereine und zwar für je 50 (auch nur begonnene) Vcreinsmifglicder, für die Schekel und Parteisteuer abgeführt wurde, eiu Delegierter. Sollte einzelnen Vereinen die Entsendung eines persönlichen Vertreters unmöglich sein, sojsf eine Vertretung durch in Wien oder anderswo""dömilizierende Gesinnungsgenossen zulässig. Im Interesse des persönlichen Kontaktes und der erfolgreichen Weiterführung unserer Arbeit wäre aber in Anbetracht der Wichtigkeit der Tagung die Teilnahme - aktiver Alitglieder der Ortsgruppen erwünscht. 'Zionistisches-Zentralkomitee iür Westösterrefch. ‘ Tschienow-Tag (Las Beomer). . Die Arbeitsgruppe der jüdischen Studentenschaft;Oesterreichs hat an alle Ortsgruppen und Vertrauensmänner im Einvernehmen mit der Leitung der Sammelstelle des J. N. F. die Anregung ausgegebeii. am Lag Beomer 5678 (30. April) einen Tschlenow- T a ff in der ganzen Monarchie zu veranstalten. Es sollen überall Gedenkfeiern für den verstorbenen Führer abgehalten und bei diesem Anlaß über den Plan der Errichtung eines lebenden Denkmals, der Tschleno-.v- K o 1 o n i e, berichtet werden. Alle Gg. müssen an die Arbeit,; um' Bausteine für dieses Denkmal zu sammeln. Die auf. Oesterreich "entfallende Quote muß in kürzester Zeit aufgebracht werden. Nähere Auskünfte erteilt die Arbeitsgruppe jüdischer Studenten. Wien. II. Zirkusgasse 33. Die Jahreskonferenz der EngHsh Zionist Federation Am 2. Februar fand in Queens Hall zu London unter dem Vorsitz von Dr. Cbaim Wetzmann die Jahreskonferenz der English Zionist Federation statt, die ein besonderes Gepräge trug. In der solennen Eröffnungsrede, die eine bedeutsame Kundgebung War. aus der wir einige wichtige Einzelheiten hervorheben wollen, wies Dr. Wcizmann auf die politischen Ereignisse hin und wandte sich dann der Lage der Kolonien zu. Natürlich herrscht auch dort große Not. Aber die britischen Behörden haben fn ‘ enger Zusammenarbeit mit unseren Freunden ihr* Bestes getan, um das Elend zu lindern und das Werk des Wiederaufbaues zu fördern. Vor einigen Monaten richteten wir einen Aufruf an die Judehheit der ganzen Welt, den palästinensischen Juden zu Hilfe zu kommen. Die Wirkung war zufriedenstellend. Wir vertrauen auf das Pflichtgefühl und die .Opferwilligkeit unseres Volkes. Unsere Kolonien leidem zur Zeit hauptsächlich unter dem Mangel an Menschen. Die früheren Leiter unserer Arbeit sind von Judäa nach dem Norden vertrieben worden. Nur wenige konnten bleiben, und aut ihnen ruht jetzt die ganze schwere Last. Die zionistische Organisation in Aegypten versucht* ihr Bestes, um, soweit es in ihrer Macht steht, diesen wenigen Arbeitern ihre Arbeitslast zu erleichtern. Die kritische Lage der Kolonien habe dazu gezwungen, der britischen Regierung das Verlan- -gen. zu: unterbreiten.- daß eine K omm i ss i o-n. die die Zionistische Organisation vertritt, sobald wie möglich., sich nach Palästina. begeben t^Srfe. I. Wiener JIM. Turnverein, IX., Lichtenateinatr. 20 1 Vorlesung Otto Abeles 0 r . . (Aua eigenen Schriften) Mitwirkend: Regisseur E60N BRECHER .-•■■■. Dienstag, den 30: April Festsaal des Ingenieur- und Architekteu- 2 Vereines, 1., Eschenbaohgasse 9 Sitzplätze: K2.50 bis 5.60. Stehplätze K1.50 Si-Karten. in der Buchhandlung R. Lüwit. l., Rofenturm- 5 Straße 22, lm Turn lokal an den Tumabenden, Im X Zion. ZentralbUro, II., Zlrkusgasse 55 und an der 0 - Abendkassa.? Dr. Weizirtann gab dann über Zweck und Ziel dieser Kommission nähere Erklärungen. Eine weitere wichtige Frage, die die sofortige Aufmerksamkeit unserer Organisation verlangte, war die Wiedereröffnung der A n ff 1 o P a i e s f i n e Company. Wir zweifeln nicht daran, sagte er, daß die A. P. C. dazu bestimmt ist. einen wichtigen Anteil an unseren Zukunftsplänen zu nehmen. Sie wird und muß das finanzielle Instrument unserer Bewegung werden. Es war daher eine gebieterische Notwendigkeit, diese Institution in den Stand zu setzen, ihre Arbeit sofort zu beginnen. Auch hierbei unterstützte uns die Regierung wieder im Geist der Deklaration. -Wir erhielten nicht nur die nötigeu Erleichterungen für die Wiederöffnung der Bank, sondern ich kann auch mit ftfeude feststellen, daß die Behörden selbst unsere Bank für ihre finanziellen Transaktionen benutzen. Die Frage des L a nd e r w e r b s ist gründlich studiert worden. Wir müssen mit unseren Plänen für die Zeitvorbereitet sein, wo der politische Horizont klar sein wird, aber - gegenwärtig müssen wir wenigstens schon die verhältnismäßig kleinen Landkäufe durchführen, die 1914 begonnen und durch den Krieg unterbrochen wurden. Auf der anderen Seite ist es eine absolute Notwendigkeit für die Zukunft des Landes, daß keine Ländspekula.tionen. in welcher Form auch immer, Platz greifen, und ich kann Ihnen zu meiner Freude raitteilen, daß diese Ansicht vollständig von der Regierung geteilt wird, die die Behörden angewiesen hat. diese Frage sofort in Erwägung zu ziehen und entsprechende Maßnahmen zur Verhinderung einer solchen Spekulation zu treiien. : Während esunmöglich ist. die agrikultureile Kolonisation auf einer breiten Basis heute schon zu beginnen, können andere Formen der jüdischen Tätigkeit in Palästina, sogar unter den gegenwärtigen Umständen, sofort entwickelt werden. Dr. Weizmann sprach dann ausführlich über den Plan der Errichtung einer jüdischen Universität in Jertisalem und teilte mit, daß' die; englische Regierung die Kommission ermächtigte, eingehende Untersuchungen betreffs der Ausführbarkeit dieses Projekts unzustellen und, vorausgesetzt, daß die militärischen und politischen Behörden keinen Einwand erheben, a 11e Schri11e ’zu tun, die i-iir den Beginn eines solchen Unternehmens notwendig sind. Zugleich machte er die Mitteilung, daß dank der Generosität des Herrn Isaak G o 1 d b c r ff bereits der Kauf des Baup 1 a t z e s tiir die Universität durehgeiiihrt werden konnte. Der Berichtwurde unter stürmischem Beifall angenommen und der Leitung der Föderation das Vertrauen ausgesprochen. In der zweiten Konferenz erstattete der Schatzmeister. Herr Joseph Co wen, den Bericht über die Finanzen der Föderation. - - Danach erstattete Ingenieur S. T o 1 k o w s k y ein ausführliches Referat über die Kolonisation in Paläiin „Aimäiiach“'mit großem, ja mit wachsendem Interesse gelesen; mit ebenso großem Interesse habe ich unlängst seihe Vorlesung im Ingenieüritnd Architektenverein angehört, und ich' freue mich sehr darauf, daß dieser Zyklus gesammelt und vergrößert 'bald in einem Bliche erscheinen wird. Wir gializischeh Juden werden es mit Rührung und Dankbarkeit lesen. Es ist Selbstverständlich. daß man in einem 'zionistischen Almanach auch über Herzt sprechen muß. - Herzl als Feuilletönisten widmet der Redakteur des Almaiiach Z. F.-Finkelstein eine größere literarische. Studie. Es ist' Finkeistein gelungen; in‘ das Innere Herzls eätfzudriiigeiu die Quellen, wo sefhe Beobachtungen'entstanden; zu entdecken und ihn auf seinem Wege mit Verständnis zir begleiten. Feine-Beobachtungsgabe- - und eine - sehr subtile Schreibart charakterisieren diese Arbeit. Der aktneUen Frage der Scbomrim widmen Dr. P ord e s und Sch. Hörowitz zwei gute Arbeiten. Ueber die Juden, der Bukowina , schreibt der bekannte Verfasser ‘ der Geschichte der Juden der Bukowina, Dr.’ Salomon Kassner. Wenn auch di# Arbeit kurz ist. enthält sie doch manch wertvolles Material.;,Die verlorenen Handschriften“, so lautet der Titel einer - Novelle Marek. S c h e r I a g s, die Seelenkehntnfs und Beobachtungsgabe11 verrät. Der bekannte1 Historiker ' Dr. Ignaz Schipper veröffentlicht im Almanach eine großel sehr wertvolle geschichtliche Arbeit über die Ansiedlüng der Juden auf polnischem und ruthenischem Boden. - . * “?z'5,Eiue Reihe-wertvoller ^rt^Sfen’habe icto dageuannt. Da ich den Leser nicht ermüden will, habe ich nur diese genannt, trotzdem sich auch andere gute Sachen im Almanach befinden. Der Aiinanach. dessen Lektüre wir dem. polnisch-iüdischen Leser besonders warm empfehlen, hat nicht nur einen vorübergeilenden, sondern auch einen-bleibenden Wert. Was die führenden Männer der modernen Judenheit fühlen, denken und empfinden, das haben sie hier klug und deutlich, klar und prägnant gesagt. Der Almanach darf in keinem noinisch-jüdischen Hause fehlen. ■ ■ Adolf Stau d. Zeitschriftenschau Ost und West. (Herausgeber Leo W i n z. Berlin W-15.) Heft 3/4 des 18. Jahrg. — Inhalt: Echiel Tschlenow;‘Von-Prof. D. Warburs. — Friedrich Adler. Von Max Schach, — „Wiener Juden." Von Lektor;-^.—Sein oder Nichtsein? II. — Dr. :S. Schifier: Rumänien und seine Juden. — S. Schheur: A Fröhliches (Chassidische Melodie). Die Weltbühne, der Schaubühne XIV. Jahr. Wochenschrift für Politik. Kunst. Wirtschaft, herausgegeben von Siegfried Jacob s o h n. enthält in Nr. 15 u. Aprilwetter in der .Wilhelmstraße. — Justizmord. Von Pancratius. -- Die Verkündigung. Von Alfred Polgar. — Hiob Sauer. Von S. J. — Ullsteins. Von Alfons Goidsehmidt. -- . Verlag- Charlottenburg. Dornburgstraße 25 In dem vorigen Heft der „Sozialistischen Mon a t sh ei t.e“ widmet Hermann K r a n o 1 d dem verstorbenen Zionistenführer Dr. Tschlenow einen warmen und verständnisvollen Nachruf. Verlanget regelmäßig unser Blatt in den Kaffeehäusern!