Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 52 (28.12.1917)
- Date
- 1917-12-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ISr. 52 JÜDISCHE ZEITUNG Seite ä 1en Maktoatri fomrce, der das Judentum aus der Lethargie «der Emanzipation, dem scheuen Verkriechen und' Verstecken vor dem eigenen Volkstum, hinauiführen wollte zu offenem, mannhaften Bekenntnis: Ich bin ein Jude. Das Herzische Wort: „Wenn Ihr wollt ist es kein Märchen“, — es ist Wirklichkeit geworden. Die glänzenden Ausführungen des Redners lösten andauernden Beifali des Auditoriums aus. Die schon früher erwähnten Herren, unter Begleitung von Frl. Irma Neustaditl, trugen Sn prächtigem Zusammensprel Salamon Jadassohn: Quintett Nr. 3 in G-moII, op. 126 vor. Der Leiter der beiden musikalischen Vorträge, Herr Max Sonn und die anderen Mitwirkenden des Quintetts ernteten überreichen Beifall. Herr Regisseur Viktor Hartberg vom landschaftlichen Theater beschloß den Abend mit dem Vortrage von Mose nt hals „Heimat in der Fremde“ und einer Auslese Zuckermannscher. Gedichte. Ungeteilten Beifall erntete Herr Hantberg für alle seine Darbietungen; als er jedoch als Letztes Zuckermanns „Psalm“ brachte, riß er sämtliche Anwesenden mit zum Wunsche, zum Gebet, zum Schrei: „Erbaue Zion wieder“. Der Vortragende, von den Linzern auf der Bühne gefeiert, überraschte durch das tiefe Erfassen dter. jüdischen Dichtung. Der Abend war ein Triumph der Jugend. Was wir junge Juden, ausgestoßen von unseren Altersgenossen um unseres ‘Volkstums willen schon lang mit heißem Herzen geiühlt und erstrebt haben, es dämmert langsamer - auch der älteren Generation auf, die, erzogen in den! Zeiten des Liberalismus, lang an den in Kindheit und Jünglingsalter aufgenommenen Gedanken festhalten wollten. Der Krieg hat uns alle gereift und gestern kam allen klar das Bewußtsein: Nur im Zionismus liegt unsere leibliche und moralische Erlösung. Brünn. Was' für ein großes Bedürfnis unter unserer jüdischen Bevölkerung nach Betätigung ihres Judentums besteht, konnte man am 16. d. M. bei der Chanuk'ahfeier der hiesigen Örtsgruppe des Wanderbundes B1 a u - W e i ß feststeilen. Der große städtische Redoutensaal war überfüllt, kein Plätzchen leer. Knapp vor Beginn der Feier wurden Stehkarten versteigert. Besitzer von Ehrenkarten zogen sich auf Stehplätze zurück, um ihre Sitzplätze zugunsten des Vereines nochmals verkaufen zu lassen. Die Veranstaltung, um die sich der Spielleiter des hiesigen Stadttheaters, Herr Eduard Strauß besonders verdient gemacht hat, war überaus gelungen und rief in der jüdischen Bevölkerung das Verlangen nach engerem Zusammenschlüsse hervor, der seit Kriegsausbruch so sehr vermißt wird. Der Wanderbund kann mit Befriedigung auf sein erstes Auftreten in der Öffentlichkeit zurückblicken. Doch wollen wir hoffen, daß die nächste Veranstaltung ein Programm bringen wird, das der Eigenart der Blau- Weiß-Bewegung etwas mehr entspricht Olmütz. Am 15. d. veranstaltete der jüdische Wanderbund „Blau-Weiß“ eine Makkabäerfeier. Herr Bezirksrichter Meißner zündete die Chanukajilichter an und leitete die Feier mit einer kurzen, aber inhaltsreichen und begeisterten Ansprache ein. Die Festrede hielt Herr Lehrer Händel. Seine tiefschürfende Rede wandte sich an Vernunft und Herz zugleich und entfesselte einen Sturm von Begeisterung; es wäre zu wünschen, daß der „Blau-Weiß“ diese klassische Rede als Agitations-Broschüre herausgeben möchte. Eine hebräische Ansprache wurde von einer jungen Wanderin gehalten. Die Kleinen sangen hebräische Lieder. Dr. J. B. Wadowice (Westgalizien). Sonntag, den 16. Dezember hat die „Jüd. Lesehalle“ einen sehr gelungenen Makkabäerabend veranstaltet. Ehe Festrede hielt Gg. Dr. Jakob Brenner (Judäa- Lemberg). Die hebräischen und deutschen Deklamationen der Frl. Bronn er, Neuhert und Schönherz fanden ebenfalls reichen Beifall. Ein Teil des Reinerträgnisses, und zwar K 150.— fließt dem NF. zu. Erklärung Die „Arbeitsgruppe der Jüdischen Studentenschaft Oesterreichs“ ersucht uns um die Veröffentlichung folgender Zeilen: Löbl. Redaktion! Wir ersuchen höflich, Ihren Wiener Lesern mitzuteilen, daß von uns ans für die Wohltätigkeitsvorstellung zugunsten der Evakuierten Palästinas außer der Vorführung des Palästina-Films die des Stückes „Judith Simon“ vorgesehen war, wie ja aüch auf dem Programme zu lesen war. Wir sind an der Aenderung desselben völlig unbeteiligt Die Ersetzung des vereinbarten Films durch ein unpassendes Kinodrama fällt durchaus zu Lasten der Direktion des Zentralkinos, die angab, daß die bestellte Rolle auf dem Weg von der Leihanstalt gestohlen worden sei. Für die Veröffentlichung dieser Erklärung bestens dankend, zeichnet mit Zionsgruß i. A. der Arbeitsgruppe: Koretz. 1918 liüg Teweth—Jänner jgiii 5678 =h s na 15 30 M na 16 31 D V 17 1 M rr 13 2 D ta1’ 19 3 F 3 20 4 ® R2 21 5 fflö® Innerhalb der zu Purim 5678 stattfindenden Palästinawoche veranstalten die gefertigten Organizationen eine Jüdische jUissfeliung Es werden alle zur Teilnahme eingeladen, welche auf dem Gebiete der jüdischen Kunst, Literatur, Palästinakunde und Wissenschaft, jüdischen Heimarbeit, Kriegsgraphik, Kriegsgefangenenwesens usw., usw. 'Beiträge liefern können. Eheste Mitteilungen mit ungefährer Angabe des Lieferungstermines erbeten. Weitere Informationen erteilt: für die Ortskommission des „JUd. National-Fonds“, Zionistische Organisation: PAUL STEIN, LINZ a/0., Franz-Josefsplatz 29. Ich gratuliere meiner Kusine Mirjam Roht und Herrn Jakob Krochmal zu ihrer Verlobung und wünsche ihnen eine gute Zukunft. HALPERN Cafe „Marienbrücke“ I., Rotenturmstraße 31 RENDEZVOUS DER ZIONISTEN Hebräische Lehrkraft womöglich Kindergärtnerin nach Ungarn gesucht. Offerten an Dr. Tomaschoff Temesvar, Kossulh Lajosgasse. Privater Volksschulunterricht Zur Teilnahme einige Kinder jlid.-nat. Eltern im Alter von 6—6y2 Jahren gesucht. Gute Lehrkraft vorhanden. Gegend L, 2. u. 3. Bezirk. Zuschriften unter Chiffre »B. L.“ an die Exp. d. Bl. Wer noch einen ■ National-Kalenöer ■ zu bestellen wünscht, beeile sich, Öa nur noch eine kleine Anzahl zu haben ist. Ankündigungen Im Alten Herren-Verband wird nächsten Mittwoch Dr. Siegfried Bernfeld die Frage behandeln: „Welche Form soll das jüdische Erziehungswesen im Westen haben?“ In vierzehn Tagen wird Dr. Elias Tisch über „Mendele Mojcher Sforim“ sprechen, in drei Wochen Dr. Sal. Kaßner „Wesen und Ziel der politischen Autonomie“, erörtern. Die Mitglieder werden hievon mit dem Ersuchen verständigt, wie bisher recht zahlreich zu erscheinen. Die Abende finden bis auf weiteres im Cafe Marienbrücke allwöchentlich Mittwoch um 8 Uhr statt. Hatchijab, hebr. akad. Vereinigung. Sonntag, 15. Teweth (30. d. M.) findet ein Vortrag des Herrn Gg. Dr. Meir Geyer über „Scheelath hachinuch bahoweh“ im Saale, II. Praterstraße 9, um 7 Uhr statt Nur pünktlich erscheinende Gäste finden Einlaß. — Sonntag, 6. Jänn., Gedenkfeier für Mendele Mocher Sforim. Die Gedächtnisrede hält Dr. Abraham Sonne. Ort und Stunde werden noch bekanntgegeben. „Moriab“. Mittw., 2. Jänn., findet wie allwöchentlich die Zusammenkunft der Mitglieder um 7 Uhr statt. Frl. Singer wird über Mendelsohn referieren. Gäste herzlich willkommen! Vorträge über die Ethik des Judentums. Am Donnerstag, den 3. Jänner, beginnt der bekannte Wiener Geehrte Dr. Max Grunwald in der Wiener Urania seinen Zyklus „Die Ethik des Judentums“. Er behandelt am ersten Abend „Die Tradition“. Beginn %8 Uhr im Großen Saale der Urania. Karten an der Tageskassa. »* - Armen-Ambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchilinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsfliichtlingen ohne Unterschied der Nationalität oo oder Konfession oo Ordination täglich. — Sonn» und Feiertage ausgenommen — - w»» Wiener Morgenzeitung Jüdisches Tagblatt oo für. Politik, Volkswirtschaft und Literatur oo erscheint wieder ab 1. Jänner 1918. Abonnement: monatlich K 4.—, ‘/«jährig K 12.— Redaktion und Administration: Wien II., Taboratratse 52 b. :: Telefon Nr. 48082 Samstag, den 29. Dezember ö. J., präzise 7 Uhr abends im Großen Musikvereinssaale SynagogalnusiteRonzert Leitung; Prof. Jos. Sulzer, k. n. k. Hofmuaiker Mitwirkende: Martha Trebitseh, Mitglied des Deutschen Volkstheaters, Albert Bugelmann (Hamburger Oper), das Wiener Konzertorchester, die Chöre der beiden Wiener Hanptsynagogen, verstärkt durch Damen- und Herrenstimmen. Programm; 1. S. Sulzer (1804—1890). Psalm llt, fUrSoio. Chor und Orchester (komp. 18« an!, der Krönung weiland Sr. Malestat des Kasers rranz losen.). 2. Fr. Schubert, Psalm 93, fUr Solo und Chor. 3* Martha Trebitseh, Mitglied d. Deutschen Voikstheaters Bibelgedichte. 4. 3. Sulzer. a) Kol nidre, fUr Violoncell und Orchester. b) Psalm 21, tUr Solo Chor, Orgel und Harfe (komp. 1910 ani. der Krönung Sr. Maiestat d. Kaisers Karl). 5. Martha Trebitseh, Mitglied des Deutschen Voikstheaters. Rezitation. 6. S. Sulzer, a) Psalm 93, flir Solo, Chor und Orchester. b) Herr der Weit, für Chor a capella. c) Baum des Lebens, llir Solo. Chor und Orchester. Das Reinertragnis fließt der Tuberkutosenffirsorge d. Patriot. Hilfsvereines vom Roten Kreuze in Niederösterreich zu. Karten zum Preise von K 10-50. 8.50, 6.ÖO, 4.50 und 2JS0 zu haben im KartenbUro des Konzertreferates, t., Landskrong. i, im Konzertbüro Albert Gutmann. I., k. k. Hofoper, sowie an der Kassa der Gesellschaft der Musikfreunde,!„ Canovag 5. r Soeben erschienen Moses Ra«hfs Lehrbücher dei hebräischen Sprächet Nene vielfach verbesserte und vermehrt' Auflage des ns® a) Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit WörterverzeichnisnndSchlüsselvonMoses Rath. Das einzig praktische Lehrbuch mit deut- ScherUnterrichssprachezurvölligenErlernung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift auch ohne Lehrer. Einführung in die Literatur. Die gesamte Fach- und Tagespresse, sowie die „Histadruth lbrith“ in Berlin und Lemberg hat dieses Buch als bestes und für den Selbstunterricht geeignetstes anerkannt. Preis eines schön ausgestatteten, gebundenen Exemplares (400 Seiten stark) K6.—, mit Schlüssel K 7— Porto bei direkter Zustellung 40- Heller, rekommandiert 65 Heller, Nachnahme K 1_ b) Samouczek polsko-hebrajski Es ist dasselbe Buch, mit polnischer Unterrichtssprache. Preis geb. 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