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Jüdische Zeitung · 1917-12-07 · 49 (7.12.1917) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
49 (7.12.1917)
Date
1917-12-07
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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kauf von Lebensmitteln für die polnische Bevölkerung in "Dänemark weilte, hielt Recjitsanwalt 01-s c h Wa n g'e r -' eine * Eröffnungsrede'. in 'hebräischer Spräche, in der-er sich vor den Manen Theodor..-Herzls; verneigte, dessen Prophezeiung häutete: '„An jenem Tage, an dem die Wahrheit unseres Programmes in das Bewußtsein des jüdischen -Volkes-undder Herrschenden Völker eingedrungen sein wird, werden wir unserem Ziel ,flicht" mehr fern sein.“ Im Namen der Anhänger einer zionistischen Weltanschauung begrüßte'er •die Staatliche Wiedergeburt der Polen, Von denen als eigentlichen Schicksalsgenossen zu erwarten •sei, daß sie' vice versa für die Lage und die Strebungen des jüdischen Volkes Verständnis ■zeigten. -Hierauf ergriff Dr. J: .0 o 111 i c b das Wort . zu einer großangelegten und reichgegliederten Programmredei : . ' ' •; - Er begann mit dem Satze,; „Zum ersten Male versammeln sich die gewählten: Vertreter der . zionistischen Bewegung in Polen, um von dieser Tribüne herab die Ford e r.u n g en d e r1 j üdisch e n B ev ölk e r u n g des Landes, ihre Hoffnungen und Bestrebungen, die die des ganzen üidiischen Volkes sind, \ offen zu Proklamieren.“'Aber über den Beziehungen zwischen den Poven und ihren jüd'schen Mitbürgern schwebten noch als- Nachwehen vergangener schwerer Zeiten dunkle .Wolken. Das hindere nicht, auf unserer Forderung nicht nur bürgerlicher Gleichberechtigung; sondern des vollen Rechtes der Selb st- -be s t i m m u n g unserer nationalen E i g e n a r t,-deT Selbstverwaltung uns e rer kulturellen 'Ang'elegenhei t'e n zu bestehen. Stürmische-Zustimmung erregte diese Erklärung, der die Mahnung folgte, daß die Polen v'erden einsehen müssen. das’Aufbliihen des neuen Polens sei abhängig von ehern friedlichen Zusammenleben aller neuen Bürger, und: sie nicht vor das Tribunal der Welt, von dem'sie Gerechtigkeit forderten, mit Schuld beladen tretendürften. Auf die Ereignisse, des letzten Jahres' übergehend, ■ sandte Dr. Gottlieb den russischen Brüdern die Grüße der Versammlung-und gedachte im Namen der selbst1 erst beireiten polnischen Juden voll Antei'nahme der rumänischen Volksgenossen, denen" der zukünftige Weltfriede mit Hilfe .-aller jüdischen Kräfte, jüdischen Einflusses und jüdischer Macht“ das unerschütterliche -Recht auf Leb.en und .Existenz gewährle'sten werde. Von'der herr- ‘schenäen Not und .H'lfstätigkcit berichtend, führte der ^Redner aus: „Es gibt'.keine' unricht'i yer eMeinung. als die zionistische;;Arbeit itr einen Gegensatz zur Qolii s ar b e i t o d e'r "u m gek e h r t zu bring e tt.“ Hierauf behandelte er ausführ.’ich die A uf- ■gaben der zionistischen Organisation in Polen (F-'lfstätigkeit, Wiederaufbau, zionistisches Schulwerk, Reorganisierung der Tidischen Gemeinden. Sicherung der nationalen Rechte, die,eng., verknüpft..sei,,njit.der .Demokratisierung der Politik,' und Ausbau des nationalen Lebens). Zu dem Kapitel Organisationsfragen erklärte Dr. Gottlieb: „Nach ihren• Statuten ist die Zionistische Organisation höchst demokratisch organisiert und die Konferenz wird Gelegenheit haben, einen Modus' zu finden, durch den die Tätigkeit der zukünftigen zentralen Leitung sich unter ständiger Kontrolle einer großen Zahl von Vertretern der ganzen Organisation und aller ihrer Mitglieder befinden wird. Um die Z!eie zu erreichen, die wir uns .steilen, müßten wir eine Macht sein, eine soziale' Kraft. deren Wirkung im Leben offenbar, wird und die Respekt und Vertrauen erweckt, ln ' erster Linie müssen wir uns das V e r, t raue n, •';'dfe. Sympathie und die Mitwirkung ';d’£ r‘ b r eit' en -jüdischen'Volksmassen '■erwerben und in diesem Sinn muß auch, unsere ^organisatorische Tätigkeit demokratis’ert werden.“ ■'(Lebhafte Zustimmung bei den Demokraten.) " ' ■ ' Bezüglich der Stellung .der Zionisten •zu den anderen' jüd.rsche'n Parteien betonte Dr. Gottlieb: „Wir sind' bereit, uns' mit 'anderen jüdischen Parteien auf. Grund einer ge- .meinsäm ausgearbeiteten und'akzeptierten Plattform zusammenzutun. aber innerhalb unserer. Bewegung; in der-Organisation selbst müssen wir Nathan G r o.ß’ in diesem Hefte nicht ungehört Tassen werden, den „Pionierbeitrag“ zum Genössenschaftsfonds mit ganzem Herzen zu leisten. - " Wenn wir z;nn Schlüsse die sehr interessanten "Besprechungen des in diesem Blatte bereits gewürdigten trefflichen Buches von Oettinger „Methoden und Kapitalsbedarf jüdischer Kolonisation/in Palästina“, welche Julius Simon "in seiner Arbeit-,,Kapital, Erbpacht und National- ‘ fond“, und der Arbeiten von Dr. Leon Schulmann-j.Zur türkischen - Agrarfrage“ und Reinhard Junge ..Das Problem der Europäisierung ' orientalischer Wirtschaft“, welche uns Nehemia de^Lieme in. seinem Beitrage „Zur türkischen ' Agrarfrage“ bietet, erwähnen, den Vorschlag /Hugo Schachteis zur Organisierung der A’gitatieiisarbeit. für den Jüdischen Nationalfonds allen Zionisten zum Nachdenken empfehlen, die Lektüre des lehrreichen Rückblickes auf 15 Jahre Nationalfonds jedem anraten, so haben wir bei weitem nicht den .Inhalt .des zweiten Heftes von „Erez Israel“ erschöpft, auf .welches das Haupt- 'bureau des Jüdischen Nationalfonds, stolz sein Eänri und für w.elches wir ihm stets warmen. Dank -wissen werden. . . , Dr. Leo Goldhammer. unserem Programm und unseren Prinzipien treu bleiben“. Er bezeichnefe die Verständigung als Vorstufe zu einem jüdischen 'Kongreß in Polen, der nicht zuletzt unsere Förderungen für Palästina verkünden müsse. Nach der Schilderung der kritischen Lage der .palästinensischen Juden, fuhr der Redner fort: „Die zionistische Arbeit und die Zionistische Organisation haben ständig eine strenge Neutralität bewahrt. Wir hatten stets unser eigenes Ziel vor Augen und unsere Tätigkeit hat niemals den Zweck gehabt, den Einfluß von irgend jemand in Palästina zu vergrößern. Unsere kolonisatorische Arbeit war ständig von einer absoluten Loyalität gegen die ottomanische Regierung .getragen und es ist uns niemals in den Sinn gekommen, unsere Hoffnungen mit den Plänen von irgendjemand zu'verbinden, die Einheit und .Souveränität des türkischen Staates auch nur im mindesten anzutasten. Wir .fordern für die jüdische Kolonisation in Palästina ■ freie Entwicklung unten geordneten und gesicherten rechtlichen Verhältnissen unter türki- .scher .Oberhoheit. Wir werden ' in das türkische .Reich einen frischen Zustrom menschlicher und finanzieller Kräfte bringen, das Halbwüste' Land in einen fruchtbaren und iiidustriereichen Boden verwandeln. Wir wollen das Wohl des türkischen -Staates nicht beeinträchtigen,' sondern es vermehren. Wir protestieren energisch gegen jeden Versuch, unsere zionistische Forderung mit unehrlichen imperalistischen Plänen irgend eines fremden Staates zu verbinden. ' Unsere Hoffnungen stützen sich auf keine bewaffnete Macht, sondern auf friedliche Arbeit und s:nd auf den Prinzipien der Gerechtigkeit und auf der politischen Klugheit des türkischen Volkes gegriindei.“ (Größer Beifall.) Die Rede Dr. Gottliebs wurde mit großer Begeisterung eingenommen. Der zweite Tag stand im Zeichen emsigster Arbeit. AlIS dem Tätigkeitsbericht sei hervorgehoben: Es gibt jetzt in über 200 Städten des deutschen Okkupationsgebietes zionistische Ortsgruppen. Das Palästinaplebiszit hat in Warschau 9S.000, in der Provinz 140.000 Unterschriften ergeben. Die Generaldebatte ergab die Unzufriedenheit dreier Gruppen mit der Leitung. Große Debatten galten' dem Verhältnis zum Misrachi.- Der dritte Tag brachte Palästinareferate von .1. Nissen bäum: . „Die Lage in Palästina und die Palästinaarbeit in Polen“ .und Selig Weizmann über-„Unsere Pflichten' gegen Pa'ästina“. Am Nachmittag und am vierter. Tage wurde die Schulfrage behandelt. Der fünfte Tag war der Debatte über den Vortrag des Rechtsanwalts Apolinar Hartglas aus Sziedlce über den „Zionismus und die jüdischen Forderungen in Polen“ gewidmet. In.' der letzten Sitzung ..wurdedas neue Zentralkomitee und das .Schulkuratorium gewählt- Das Zentralkomitee hat folgende Zusammensetzung: Vorsitzender: Färb stein;-Mitglieder: Dr. Klume 1. Dr. Por.tner, Rechtsanwalt Olschwanger, Schalk.owitsch, Dr. Gottlieb, Le-' w in-E'p.s t e in („Misrachi“). Dr. Br au d e, Dr. Jakob Kahani Dr. Hurwitz. Dr. Schvarzwasser; W e i n r e b, P. Percimut t.e r, Rechtsanwalt H a r t gl a s. Rabbiner Kowalski,- Rabbiner Slotnik, M. Rechter m a n n und M. S a lz s t e i n. Ueber die-Ergebnisse der fünftägigen Tagung unterrichten am besten die a.uf ihr gefaßten Resolutionen und Beschlüsse. Sie lauten: P o 1 i r i s c h e F r a g e n. A. Allgemeine Resolutionen: 1. Die dritte Zionistische Landeskonferenz in Polen konstatiert, daß das Bas'er Programm in irchts die Rechte und Pflichten der Juden als Bürger ihrer Wohnländer beeinträchtigt. 2. Die dritte Zionistische Konferenz in Polen schließt sich den nationalen Forderungen des jüdischen Volkes an. Bei der Regelung der internationalen Fragen muß auch das Recht der Juden auf Palästina und das Se’bstbestimmungsrecht der Juden anerkannt werden. B. Resolutionen zur jüdisch-polnischen Frage: 1. Die dritte Zionistische Konferenz in Polen protestiert energisch dagegen, daß die polnischen Richter veraltete Gesetze anwenden, die die jüdi- . sehen Rechte beschränken, indem sie z. B. Juden aus Doriern’auf Grund alter russischer administrativer Verordnungen, die in Rußland selbst bereits in ' gesetzlicher Weise abgeschafft worden sind, .vertreiben. 2. Die dritte Zionistische Konferenz in Polen protestiert gegen die Verordnung, daß 'für kranke Juden in den allgemeinen Spitälern besondere Abgaben zu zahlen sind, da die Juden ja außer den allgemeinen Steuern noch eine besondere Spitalssteuer zahlen. 3. Nachdem für beide Okkupationsgebiete eine polnische Zentralregierung geschaffen worden ist,' bevollmächtigt die dritte Zionistische Konferenz das Zentralkomitee, sich an die Zentralregierung mit dem energischen Vorschlag zu wenden,-die erwähnten Beschränkungen abzuschaffen. _C. Resolutionen die Stellung der polnischen.Zionisten zu anderen jüdischen Parteien betreffend: 1. Um die Vereinigung der jüdisch-pationalen Parteien, aus der sich allmählich eine jüdische Repräsentanz entwickeln soll, zu verwirklichen, muß am Sitz des Zentralkomitees der Zionistischen Organisationein national-politischer Klub geschaffenwerden. Dabei ist das Zentralkomitee verpflichtet,_in keinem.Fall aui’die zionistischen ’ Prinzip'en zuverzichten; ' aaiaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa An unsere Bezieher! Es ist eine aller Welt bekannte Tatsache, in wie schwere Bedrängnis das gesamte Zeitungswesen durch das Steigen aller Preise und neuerdings durch drückendsten Materialmangel geraten ist Die „Jüdische Zeitung“ hat bisher im Gegensatz zu allen anderen jüdischen Blättern nicht den Ausweg, betreten,-das Abonnement zti erhöhen. Sie konnte davon absehen, weil unsere Gesinnungsgenossen im laufenden Jahr durch fleißiges Werben neuer Abnehmer zii einer entsprechenden Erhöhung der Auflage beigetragen haben. Aber das weitere Hinauischnellen aller Kosten, darunter die unerläßliche Notwendigkeit' der Vermehrung des Personals, zwingen uns, eine vierzig;. prozentige Steigerung der Bezugspreise eintreten zu lassen, so daß das Abonnement / vom 1. Jänner 1918 ganzjährig K 14.— : halbjährig K 7.— . . . . vierteljährig . K 4.— betragen wird. Dieser Prozentsatz entspricht keineswegs der eingetretenen .Teuerung, Wir rechnen aber damit, daß sich alle Zionisten oh me Ausnahme auch weiterhin die Verbreitung ihres Parteiorgans als eine der ersten Pflichten, die sie haben, angelegen sein lassen, damit unsere Idee die weitesten Jüdischen Kreise erfasse. N u-r dann kann unser Blatt, dasja kein Geschäfts- Unternehmen ist, sondern ein Instrument der zionistischen Bewegung bedeutet. an dem Grundsätze volkstümlicher Preise' festhalten. Zionisten! Wir erwarten von Euch allen, daß Ihr Euch ohne Unterschied mit nicht versagendem Eifer der Werbung neuer Abnehmer, widmen.- werdet. Organisiert in allen Zirkeln und Gruppen die Propaganda für die Jüdische Zeitung! ' : ' Die .Verwaltung. TTywyTfTfyTmfTTfTwmTfyfm - Nationaljüöische Buchhandlung R. LÖWI r, V/Ien I., Rotenturmstraße. 22. . ■ Empfehlenswerte Geschenkwerke für - - CHANUKACH - Des Jizchok Leit» Perez- CHASSIDISCHE GESCHICHTEN. Gebunden K- 8.-- ■ Jizchok Leib Perez DIE GOVDEHE KETTE Luxusausgabe K 25.— Hugo Zuckermann GFDIlCHTE Gebunden K 9.60 Soeben ist erschienen- , Archiv für jüdische Eamliienforschung,'- 2.. Jahrgang. Nr. 1-3, K 3.— - - Nationaljüöische Buchhandlung - R. LÖW1T, Wien I-, Rotenturmstraße 22... Die ersten Pressesti.mmen :zum Jüdischen Nationälkalender auf dzs Jahr 5678 „Mit Umsicht und Geschmack walten »;die Herausgeber' zum dritten .Male ihres Ehrenamtes, den jüdischen Lesern ein köstliches- Neujahrsgeschenk zu bieten, wofür ihnen Dank - gebührt;“ Die Neue Zeit. ' , : „Die Aufsätze sind meist recht .lebendig geschrieben. einiges ist belehrend, anderes‘ unterhaltend. Die Ausstattung ist sehr gut, viel besser, als sie bei derartigen Unternehmungen sonst - Zu sein pflegt: einzelne Bilder sind ganz vortrefflich. Ludwig Geiger in d. Allg. Ztg. d. Judentums. „Den Wert des Buches sehen wir darin, daß es dem Nachdenken über die jüdische Gegenwartslage und Zukunitsirage Richtung uiid Anregung gibt“ F r a n k f ü r t e r I sr. .F a in i 1 i'e ltb 1 a 11. . /; „Es sind hier Arbeiten vorhanden, die dü'tch hohen sittlichen Ernst, durch strenge, wissenschaftliche Exaktheit und durchdringende, Klarheit weit den Rahmen' eines „Kalenders . '. überschreiten.“ Oesterr. WochenschruL. „Auch heuer ist‘s ein prächtiges- .Büchlein geworden, das eine Fülle anregender. -Beiträge aktuellen Charakters -enthält“-A d.o-1 f-, B ö.h-m: in der „Jüdischen Zeitung“. ... ’. i-r. '. „Ein Kalender voll reicher Information, 'Anregung und künstlerischen Geschmacks.*,-:Da>s Jüdische Eclro. - ' . „Dieser schön und reich ausgestattete Kalender ... ein überaus reicher Und wertvoller Inhalt.“ Isr. WochenbT. f. d.'ScfTw ei'z. / •„Der dritte Jahrgang hat nicht nur..eine kunstsinnige und gesch'mackvbH’e Ausstattung, auch sein Inhalt ist sorgfältig gewählt und verrät außerordentliche Routine der Herausgeber.“ „. N.e u e 111. Zeitung. ... ( ... . „Der heurige Nationalkalender. bHdet-,wieder eine neue . Stufe der Vervollkommnung.“. . Di e y/ah r heit. .. -- .> -v , Diese Urteile mögen alle .Gesinnungsgenossen, die sich den J. N. K. noch nicht angesebafft. haben, veranlassen, ihn sofort beim. V e r I a g: der^ Jüdischen Zeitung gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Betrages von:K 4.— zu bestellen: '

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