Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 48 (30.11.1917)
- Date
- 1917-11-30
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Wien. Frau Anitta Müller eröfinete gestern zum dritten Male ihre Jahresausstellung „Die Kunst der Nade 1“. Ein gewähltes Publikum hatte sich eingeiunden und bewegte, sich mit lebhaftem Wohlgefallen in cferrstimmungsvöllen, 'nach den' künstlerischen Anordnungen Prof. K1 i n g e r s eingerichteten Räumen im „Trocadero“ in der Walfischgasse. Ein harmonisches Farbengewirre erfreute das Auge. Zarte Filetarbeiten» die duftigsten Stickereien verliehen " der Ausstellung die vorherrschende ■ weißfe Note, während zahllose Darstellungen in Petit-point-Arbeiten in den feinsten Abtönungen die . lichte Helligkeit schattierten. Zionistische Interessenten machen wir darauf aufmerksam, daß einige wenige ausnehmend hübsche Nadelarbeiten des „Bezalel“ zu sehen sind. Man hätte beinahe unter all diesen schönen Dingen den ernsten Hintergrund vergessen können, aus dem sie hervotgewachsen-waren:' Das dies’ nicht geschah, dafür sorgten einige Tabellen und bildliche Darstellungen an den Wänden. Die Hände von Flüchtlingen, die der Hingebung und Organisationsgabe Anitta Müllers ihre Geschicklichkeit verdanken, haben diese kunstvollen Arbeiten geschaffen. Wir wollen diese beredten Ziffern sprechen lassen. Im Jahre 1914 wurde die Arbeitsschule mit 852 Schülerinnen eröffnet. Bis heute haben insgesamt 3037 'Flüchtlingsfrauen und -mädchen dort ihre Ausbildung gefunden. Nach vollendeter Lehrzeit ist ihnen die Möglichkeit geboten, gegen gute Bezahlung weiterzuarbeiten. Es wurden. im letzten Jahre 70.959.08 Kronen an Löhnen 'ausbezahlt. Auch1 über die anderen Institutionen Frau Müllers fanden sich interessante Zahlen. So wurden in den Kriegsjahren für 1357 Säuglinge Fürsorge geleistet und 5768 Verpflegstage wurden den Müttern gewährt. Frau Müller gedenkt ihre Tätigkeit in nächster Zukunft hauptsächlich der Kinderfürsorge zuzuwenden. Sie verfügt bereits über 3 vollständig eingerichtete Villen in Hiitteldorf, die elternlosen Kindern und auch solchen, deren Mütter durch Tagesarbeit verhindert, ihren Sprößlingen die nötige Sorgfalt zuzuwciidcn,' eine Heimstätte bieten sollen. . .- .v. . . W—g. Wien. Der jüd.-akad. Juristenvereih Wien hat nach1 dreijährigem infolge der Kriegsverhältnisse hervorgerufenen Stillstand seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Nach vorangegangenen Vorbereitungen fand letztens die konstituierende Generalversammlung statt. Für das Studienjahr 1917/18 wurde folgender Ausschuß gewählt: Obmarin:'JUC. Na hum Blauer, ObmannstellVerfreter: 1. stud. jur. Simon Günsberg, 2. JUC. Anschel Dawid, Schriftführer: 1. JUC. Benedikt Blatt, 2. stud. jur. Chaim Gl ick, Kassier: 1. JUC. Josef Rosner, 2. stud.' jur. Dawid- Zieh ring. Mit einhelligem Beschluß der Generalversammlung wurde der Ausschuß von 1914, darunter der hier weilende Dr. H a m m e r s c h 1 a g, zu alten Herfen des Vereines ernannt. Frühere Mitglieder, die etwas über Verbleib von Büchern und anderen Wertsachen des Vereines wissen, wollen geil. Zuschriften an die Leitung des jüd.-akadem. Juristenvereines,' Wien, 1.; Universität, einschicken. Wien. Am 25. d. M. begann die hebr. akad. Vereinigung H a t p h i j a h ihre diesjährige Tätigkeit. Vor einem überaus zahlreichen Publikum, das der geräumige Saal kaum zu fassen vermochte, schilderte Herr Dr, B a r o n in einem ausführlichen Vortrage den Lebenslauf des Dr. Heinrich Gratz im Lichte seiner Zeit und es gelang ihm-so, die Bedeutung des Begründers der jüdischen. Geschichtsforschung dem Verständnis der Zuhörer näher zu bringen. Aus den Reihen dieser erhob-sich nun Herr Rab. Dr. Kaminka und dankte dem Referenten für den gelungenen Vortrag,' hob dieBedeutung der hebräischen Sprache für unsere nationale Wiedergeburt hervor und beglückwünschte die „Hatchijah“ zu ihrer fruchtbaren Tätigkeit. — Für die weiteren Abende haben die Herren Doz. Dr. Torczyner, Rab. Dr. Kam ink a, Dr. Sonne, Dr. Geyer, Silberbusch und andere ihre Mitwirkung zugesagt.- Kreiris a. D. Der Verein „Z i o n“ errichtete im September d. J. ein eigenes Heim, welches sich ait den wöchentlich ein- bis zweimal abgehaltenen Abenden guten Zuspruches erfreut. Die hiesige jüdische. Bevölkerung, welche von der übrigen Gesellschaft völlig abgesondert lebt, hat dadurch einen Sammelplatz erhalten, wo sie Gelegenheit hat, sich über alle jüdischen Fragen zu informieren und auszusprechen. Bisher wurden mehrere Vorträge gehalten, und zwar von Herrn .1. S ch w a r ^b a r t, Wien, Dr. M. G. Mehrer und Karl S ac h s, Krems, und zwar über Ch. Bialik und „Der Zionismus im Kriege“. Auch die Sammeltätigkeit für den N. F. hat seit Errichtung des Heimes eine wesentliche Stärkung erfahren und wird dank dem Pflichteifer der Mitglieder der Z. M. V. „Makkabäa“ immer mehr entwickelt 1917 Äiii; Kislewr—Dezember vv^ 5678 "fff s I’ 17 2 M!T 18 3 D E1 19 4 “IEE1 ^E n'EliTE M 3 20 5 nbstirn D IO 21 6 F 33 22 7 BL 33 23 8 2SH Es wird hiemit höflichst bekannt gegeben, daß die Trauung des Herrn SIMON PICKER mit Fräulein ELSA BLATT Sonntag, den 2. Dezember um ^3 Uhr nachm, im Tempel, Wien IX., Müllnergasse*21 (Eingang Grüne Torgasse 13) stattfindet Wien, November 1917. »■■■«■■■■■•■■■■■■■■■■■■■■■■■■•■■■■■■■■•■•••■«•••••••••■■■•HIB Wer die hebräische Sprache in Wort und Schrift schnell und leicht erlernen will, bediene sich des •*T in zwei Teilen da» soeben neu erschienen ist und von der gesamten Fach- und Tagespresse als das einzige und beste Lehrbuch anerkannt wurde. UriStl? ist mit seinen Bildern und seinen Erläuterungen die Zierde der hebräischen Unterricht s-Lit eratur. Ein jeder Teil kostet gebunden 4 R, bei Postzustellung 50 h Porto. AMKRAUT & FREUND Hebräische Buchhandlung in Przemysl An unsere neuen Abnehmer! Wie aus den Tagesbläiiern bekannt, arbeiten jetzt die Postsparkassenämter sehr langsam. Die Bezugsgelder laufen bei uns oft drei Wochen nach ihrer Absendung ein. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß wir erst nach Empfang derselben die Besteller in unsere Versandtliste aufnehmen können. Die Geschäitstelle. Der zweite Jahrgang begann am 1. Oktober NEUE JÜDISCHE MONATSHEFTE Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West Erscheint zweimal im Monat unter Mitwirkung von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Hermann Cohen Alexander Eliasberg — Dr. Adolf Friedemann Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs Prof. Dr. Franz Oppenheimer Die Zeitschrift brachte in ihren 34 Heften hervorragende Beitrage aus alten Lagern und erwies si<*h als ein vorneh * es neutrales Organ al er deutschen Juden. Alle ötro m uogen des j Udl * chen Lebe us kamen in ihr zu Worte, kein jüdisches Problem der Qegenwart blieb unerörtert. Auch im zweiten Jahrgang bleibt die Aufgabe der Zeitschrift, die Giobeit zu fordern und der Versöhnung der widerstrebenden Richtungen des deutschen Judentums zu dienen. Sonderheft: Der jüdische Sozialist und die Revolution in Rußland erschien als Nr. 15/11» im Mau Preis M 0.75 Mau abonniert die Neuen Jüdischen Monatshefte (erscheinen am IQ. und 25. jeden Monats) bei jeder Buchhandlung, bei de/ Pust oder direkt I eim Verlag * Bezugsbedingungen: Vierteljährlich M 3.90: halbjährlich M 5.80; ganzjährllch M 11.60; Einzelnummer 50 Pfennig. Vr-,1 Armen-Ambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsflüchtlingen ohne Unterschied der Nationalität oo oder Konfession oo Ordination täglich. — Sonn p und Feiertage ausgenommen t i - ■ - — e Cafe „Marienbriicke“ I., RotenturmstraBe 31 RENDEZVOUS DER ZIONISTEN JACOB ROTHBERGER k. k. Hoflieferant WIEN, I., Stefansplatz Np. 9 Herren-, Knaben- und Mädchenkleider Sportausrüstung Pelze Damenkostüme und Mäntel nach Maß r Soeben erschienen Moses Rath’s Lehrbücher der hebräischen Sprache: Neue vielfach verbesserte und vermehrte Auflage des 1 ttöj? naw a) Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit Wörterverzeichnis und Schlüssel von Moses Rath. Das einzig praktische Lehrbuch mit deutscherUnterrichssprachezurvölligenErlemung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift auch ohne Lehrer. Einführung in die Literatur. 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Zuschriften zu richten an Redakteur Max Hickl, Wien, VIII., Lercbengasse 6a ilVNOSTENSKÄ Wechselstuben in Wien: 1., Graben 15, I., Herreng. 12, 11., Praterstr. 24, III., Landstraße Hauptstr. 88, IV., Favoritenstr. 4, V., Margaretenstr. 71, VI., Gumpendorferstr. 100, VII., Mariahilferstr. 84, VIIL, Josefstädlerslr. 1Ö3, IX., Porzellangasse 9, X., Favöriteirstr. 95, XII., Meidlinger Hauptstr. 15. XXL, Am Spit? 15._ Kulante Besorgung aller Bank- und Börsentransaktionen. BANKA FILIALE WIEN Aktienkapital u. Reserven: Uber K103 Milionen. EINLAGEN Gii 01 auf Büchel P ID I.» Herrengasse 12 Zentrale in Prag, gegründet 1868. Filialen: Brünn, Budweis, Friedek - Mistek, Iglau. Karlsbad, Klattau, Königgrälj, Krakau. Lemberg, Melnik, Olmülj, Mährisch-Ostrau Pardubiß, Pilsen, Pisek, Prossnilj, Reichenberg, Tabor, Triest. Stahlkammer mit wer nietbaren Safes Abonnement von 7.— an. Herausgeber Alexander Geller, .verantwortlicher Redakteur Da id Nebenzahl. — Druck von Ignaij Spiß & Söhne Wien, II., Robertgasse 2.