Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 43 (2.11.1917)
- Date
- 1917-11-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 jÖÖISeBE ZC1TÜNÖ Seite & Agentur, denn-dem' Gedanken der Bildung einer jüdischen Regierung in einem Teile unseres "Landes nachzulaufen, wäre eine große Undankbarkeit jder jüdischen Welt. Die Tausende von Juden, die aus ihren Ländern nach den Vorschriften Ignatiews durch die Russen, die heute Verbündete der Engländer sind, verjagt wurden, flüchteten zu uns. und dort, wo sie irgendwelchem Drucke ausgesetzt waren, fanden sie die volle Fürsorge unserer Regierung. Man kann ‘sagen, daß die osmanisdie Regierung die einzige ist, die den Juden den vollen Genuß ihrer bürgerlichen und politischen Rechte läßt. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat soeben die Pforte durch Vermittlung der sdhwedischen Gesandtschaft amtlich1 davon verständigt, daß Morgenthau keineswegs aus den oben erwähnten Gründen sich nach1 Europa un'd Ägypten begeben hätte, und daß seine Reise durchaus anderen Zwedken gedient habe. Dadurch Wird amtlich bestätigt, daß wir uns in 'unserer Annahme nicht . getäuscht haben.. England, das genau weiß, daß die Juden in Deutschland und Oesterreich-Ungarn (geachtet Sind, zielt mit diesen Umtrieben nur darauf, hin,, unsere Beziehungen, mit unseren Verbündeten Zu trüben. Ich hoffe zuversichtlich, daß die'jüdische Nation, die ein gewisses Element darstellt, in die ihr gelegte Falle nicht gehen wird/' Zionisten im Felde Als tapferer -an der-Spitze seines Zuges fiel bei einem1 Sturmangriff iwährend der 11. Isonzoschlacht . Gg; Lt. Karl Rächt aus Doma-. Watra (Buk.); verwundet wurden während der 11:. Isonzoschlacht die-Gg. Gg. K. Diekmann („Hasmonea“ Czemowitz) und Lt' Moritz Melier. — Das silb. Signum' laudis In. d. Schw;»erhielt Gg. CMArzt Dr. LaSzIo’ Szanto (besitzt bereits das bronzene Signum Taudis und dass-Kärltruppenkreuz); das bronz. Signum' laudis m.-d.SchW'-erhielt Gg. Lt. Hermann Singer. Berichte und Korrespondenzen . Wien. Samstag, den 21. v. Mts. hielt Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald in der „Urania“ einen Vortrag über „Palästina von heute“ den zahlreiche gut gewählte, zum Teil wenig bekannte,'fesselnde Lichtbilder begleiteten. Bevor sie Rabbiner Dr. Grunwald zeigte, sprach er vom ■Wesen der 'zionistischen Bewegung, von ihrer Bedeutung und der Entwicklung dies Kolonisationsweikes. Er führte u. ä. aus: „Als der Zionismus nufkam, war er nur Gegenstand des Spottes. Das hat aufgehört: Was will 'der Zionismus? Wenn1 Juden nur eine ökonomische! Zuflucht suchen^ dann-'ist noch immer von Palästina abzuraten, wenn man einen Staat gründen wollte, ließe sidhi dafür ein-'günstigerer Punkt auf der Erde finden. Die zionistische Arbeit in Palästina hat, wenn idh ‘sie recht* verstehe, einen tieferen Sinn und einen -höheren 'Zweck; Sie setzt sich die Wiederbelebung' des Geistes des jüdischen Altertums zum Ziel; gewissermaßen ‘ durch" die Errichtung eines Sanatoriums für unsere Jahrtausende langen Duden:<es handelt sich um die Schaffung einer jüdischen Musterwirtschaft. Es gibt Kreise, Weldhe gewisse'Erscheinungen in Palästinas Kolonien skeptisch gegenüberstehen, ich stehe aber auf dem - Standpunkt; daß das Kinderkrankheiten Sind, die sich beseitigen lassen, wenn man sie mit—rechten Mitteln;angreift. Denn in Palästina kamt man-nur als-Jude leben. Aber gleich viel, wieman-:zur - Palästinaarbeit steht, ein Vor-, wurf kann gegen den Zionismus überhaupt nicht mehr erhoben werden: der, daß er dem Vaterlandfeindlich1 gesinnt sei.“ Hierauf erörterte Dr. , Grunwald die weltpolitischen Aspekte der Palästinafrage, um darauf zu einer eingehenden Schilderung der wirtschaftlichen Lage des Landes überzugehen, die unseren Lesern zu bekannt ist, als daß., wir darüber.,,nochmals referieren müßten. Zum Schlüsse seines Vortrages kam' Rabbiner Dr.-Grunwald: auf, die Rolle zu sprechen, die . Oesterreich beim Aufbau des Heiligen Landes spielen, könne, das „seine Ziegel aus Marseille statt aus-Triest, die Stoffe aus Manchester statt jaus. Brünn, Glaswaren aus Frankfurt a. M. statt laiisi Eger. und Reiseandenken aus Ünteritalien stattaus HaUstadt“ beziehe. Oesterreich habe » isieh'äus Palästina -Schritt für Schritt von anderen Machten verdrängen lassen. Selbst .die einzige ^österreichische Schule, die; LämelsChule, sei in deutsche Hände übergegangen. — Es ist nur schade, daß der Vortrag Gnuwaldsschwach besticht war und die, die daraus hätten etwas . lernen können, Christen .und Juden, durch' Abwesenheit glänzten. Man sollte - meinen, daß, wenn der Rabbiner des (größten Stadttempels einen Vor-* trag hält, ihn ein etwas ansehnlicherer Teil seiner Gemeinde hören will. A.ußer ein paar „alten Juden“, die nicht wissen, wie sie ihre Zeit totschlagen sollen, folgten etliche Zionisten und die im Saal überwiegende Jugend interessiert den Ausführungen des Redners. Das möge ihm genügen! Seine. Saat wird aufgehen. -1dl« Ausweis des Wiener Zionistischen Büros ZentralforidS: Lt. Wolfgang Weisl, im Felde 8.40. Schekel 5677 iriklus. Parteisteuer: Innerösterreich: Zionistischer Zentralverein, Wien 228.60; P. Stein, Linz 5.10; Jakob Weiß. Wien 12.60; Otto Steinschneider, Kremsier 36.—; Lt Wolfgang Weisl 9.60; div. 5.80; zus. Schekel 171.60; zus. Parteisteuer 89.30; bish. Ergebnis: Schekel 904.30; Parteisteuer 509.70. Galizien: J. Perlberger 17.40; Einj.-Freiw. T. Muskatenblüth („Judäa“, Lemberg), Zurawica 53.—; Dr. Wahrhaftig, Krakau 157.32; J. Wistreich, Zmigrod 13.20; Mendel Reich, Lancut 84.—; E.-Fr. Samson Schächter' Zurawno 7.20; Josef Koppel, Neu-Zagorz 12.50; Mania Lieblich, Zolynia 10.—; Jakob iLanes, Zloczow 18.—; Osias Eberbach, Mosciska 88.90; Moritz Mittler- Liptoszen Miklos 18.—; Saul Reifeisen, Piesting 72.—; K. Goldberg, Wien 17.—; E. Johannes und Zwi Kopito; ijorlfce 60.—; Isidor Läufer; Komaronr 18.—; Elias Süßkind, Biecz 118.—; Chaja Köhn, Mielec 60.80; „Judäa“, Lemberg (Rest) 8.—; J: Lunenfeld 2.40; div. 5.40; zus. Schekel 565.—; Parteisteuer 175.52; bisheriges Ergebnis Schekel 3222.60; Parteisteuer 919.42. Polen: B. Krakowski, Skala 85.—; A. Silberberg, Chmielnik 170.—; Chiel Glückstein, Zarnowiec 20.—; M. Freitag,- Betchatow 18.—; D. Jakubowidz,- Sendrzyzow 30.—; Abraham Stark, Wolbrom 255.—; K. Sporer und H. Silberberg, Tomaszow 54.—; Israel Rosset, Zamosc 450.—; D. Ehrlich, Szczekociny 36.—; Josef Schnitzer,- Szczebrzeczyn 33.60; zusam. Schekel 749.40; Parteisteüer 367.20; bisheriges Gesamtergebnis: Schekel 2.039.20; Parteisteuer 867.90. Da das Schekeljahr 5677 abgelaufen ist, ersuchen wir die Schekelblockinhaber um baldigste Abrechnung derselben. Hilfsaktion für die Mädchenarbeitsschule „Beth-Melachah in Jerusalem“ Bisher ausgewiesen K 400.—. ' II. Ausweis: Zionist Frauenverein II. Rate 56.—; Rob. Guttmann, Prag 2.—; R. G. 2.—; Alexander Uri 12.—; Sammlg. Neure. Jehuda durch' Deutsch. Jos. Deutsch 2.—; Hans Glaser 1.—; Schön 1.—; Haimowitz 1.—; R. L. 3.—; durch Lauterbach: Weiß F..- Lauterbach A., R. K., Pächter H., Wollner R. je 1.— 14.—. Sammlg. Schomrim Zeire-Zion d. Salla Singer: Isak Brandstätter 5.—; Kohri (Prag) 4.—; S. H., W. Guttmann, HeL Brandstätter, Dav. Süßmann, N. N., Bernstein, Friedmann, Schiffer, Margulies, Katz, Sdhiffmanty Dr. Seidmann, Blankstein je 2.—; J. Tierschdorfer, Rosenbaum, Eilend, Brandstädter, Grau F.; S. D., Kornitzer je 1.—; div. —.40; zus. 42.40. Sammlg. Rahel Hartmanns: R. Komet 4.—; S. Kowter.- H. Herzka, R. Blaustein, L. Fürkl, R. Baron, S. Schabes je 2.—; S. Heß, Z. Segaf, R. Vogel, D. Scheir, G. Braun, M. Krater, L. Krontand St. Meursal, Weldler, R. Gelb, R. Schustermann, G. Weiß, F. Grünwald, Rokarfr, Sch. Chajm, Pinkas, M. Roth, St. Hesz,- Z. Muscfauk, R. Bäcker, R. Schabe, L. Scholem, J. Ungar je 1.—; div. —.50; zus. 40.50. Sammlg. Zilla Segalls: Ella Neumann,- R. Mendelssohn, J. Rosenfeld, J. Edelstein, Rabb. Halberstamm, Lisele Saumei. R. Kropa, R. Lipschütz je 2.—; Margit Klug, L. Haller, E. Stern, S. Roth je 1.—; zus. 20.—. Sammlg. Isidor Bermann: R. Bermann, M. K. je 5.—; Ungenannt 1.—; zus. 11.—. Div. 1.—; Endsumme 200.90. Hiezu bereits ausgeWiesene K« 400.— K 600.90. Die Inhaber Von Sammelbogen werden aufgefordert, umgehend Gelder und Belege einzusenden an!' Dr. H. Glanz; VIII.,'Langegasse 32; Konto Nr. 157.693. Der Jerusalemer Frauenverein Esrath-Naschim („Frauenhilfe“) eihält in dieser Schule, trotz der äußerst schwierigen Lage, 120 verlassene jüdische Mädchen durch Beschaffung von Nahrung, Kleidung und Arbeitsgelegenheit Lafut einem Berichte der Schulleiterin Frau Professor Margafith Mejuchas ist die Lage der Schule sehr ernst Geldspenden erbeten an obige Stelle. Armen - Ambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für KriegstlQchtlinge Wien, II. Taborstraße 20A Unentgeltliche ärztlich» Be- *- handlung von mittellosen Kriegsflüchtlingen ohne Unterschied der Nationalität oder Konfession. Ordination täglich Sonn- und Feiertage ausgenommen. Cafe „Marieiibrftcke* L, RotentnrmstraBe 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN Fürs Feld! LederrockK 22Q.— Wickelgamasche* KSi.— Lederhose, 90.— Lederstulpen. ,38.— Ledergilet, 62.— Lederhaube J24&— JAKOB RO THdERGER, k. u. k. Hoflieferant Wien; I. Stefansplatz 0 Verein für Jtebräifdie Sprache und Kultur. Oie Einschreibangenrin die hebräische Schule U., Große Mohrengasse 22* für Erwachsene und Kinder beiderlei Geschlechts finden täglich von 10—11 und 7—8 Uhr statt Oie Eiiuchreibungea» tadle Filiale XX., Denisgasse Nr. 33, . werden tägL v. 10—11 u. 3—4 Uhr entgegengenommen Din I •vschtonmft Moses Rath’s Lehrbücher hebräischen Sprache; Neue vielfach verbesserte und vermehrte Auflage des mrmp a) Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterrichtmit Wörter» verzelchnisundScfalüssel voa KemgaM». Das einzig praktische-. Lehrbuch. mit denk** - scher Unterrichtssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache in Wort und Schritt auch ohne Lehrer. Einführung-in die Literatur. Die gesamte Fach- und Tagespresse; sowie die ,Histadruth! Ibrith“ in Berlin und! 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