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Jüdische Zeitung · 1917-06-22 · 25 (22.6.1917) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
25 (22.6.1917)
Date
1917-06-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nf. 25 lud ein zeichnet Kr i e g s a n I ei h e! Angehörige der k. ju. k. Armee im' Felde stehen, interniert wurden. Die Interpellanten fragte, ob die beiden Minister geneigt 'sind, bei der kompetenten Stelle — es isst den Interpellanten nicht bekannt, ob dies das Ministerium des Aeußern oder das Kriegsüberwachungsamt: ist — in entsprediender Weise nadidnückliehst vorstellig izu werden, damit schleunigst alle.-jene rumänischen Untertanen jüdischer Konfession,: welche seit Jahren in Oesterreich wohnhaft waren, sich hier einwandfrei benahmen, ja sogar;: dem! österreichischen Staate Dienste leisten, aus. der? Internierung ihrem bisherigen Berufe zurück- ■ ggreben. werden. t Zionistenkongreß in Petersburg* Rotterdam;! 15.; Juni. In Petersburg wurde ein Kongreß der; russischen Zionisten eröffnet, an dem' fünfhundert Delegierte aus den verschiedenen Gegenden Ruß.- Iands beteiligt sind.; Ein altrussischer Kongreß des Judentums*= Das russische Preßbüro meldet unterm 13.,Juni: Jn‘Petersburg fand eine Versammlung von ‘.Vertretern der jüdischen - politischen Parteien und gesellschaftlichen Organisationen statt, die die Einberufung - eines allrussischen. Kongresses des Judentums beschloß. Wegen ■ Meinungsverschie- .denheiten bezüglich des Programms des einzuberufenden Kongresses wird der „'Bund“, die großejüdisdie sozialistische Partei, an dem Kongreß nicht jeilnehmen Die Beteiligung der Zionisten ist wegen Ausschlusses der Palästinafrage vom Kongreßprogramm ungewiß. Eine offizielle Erklärung der russischen;Regierung Zur Judenfrage. Das Jüdische Korrespondenzbureau im Haag wandte sich an die russische Regierung unter "Hinweis auf die Tatsache, daß bisher die jüdischen Forderungen in keiner offiziellen Note oder Erklärung über die Friedensbedingungen erwähnt werden, mit dem' Ersuchen ihre Haltung gegenüber auf die Friedenzkonferenz geridbxeten jüdischen Wünsche zu bestimmeh. Daraui empfing aas Bureau folgendes Telegramm, datiert vom 24. Mai. „Die provisorische Regierung überläßt es dem' jüdischen’ Volk, nach seinem ‘Belieben zu bestimmen, öb es sich, als konfessionelle Einheit oder Nationalität betrachten muß, Die Regieriing wird sich' beglückwünschen, Sich die Mitwirkung dieser'Nation an dem Werke der internationalen lfiid sozialen'Regeneration* efer Menschheit zu sichern. Tertschenko, Minister für auswärtige Angelegenheiten Rußland, Nr. 3097.“ Die Wilnaer Hilfskomitees an den Reichskanzler- Das zentrale jüdische Hilfskomitee in Wilna bat in .Gemeinschaft mit dem polnischen Komitee, der litauischen Gesellschaft für agronomische und juridische Hilfe, dem weißrussisehen Komitee und den professionellen Vereinen dem Fürsten Ysenburg ein Telegramm überreicht mit der Bitte, es dem Reichskanzler eiligst zu übermitteln. Gleichzeitig wurde dem Fürsten Ysenburg -von diesen Institutionen, die alle dortigen Nationalitäten vertreten, ein Memorial' übeigeben. Die Befreiung der aus Potdnl Vergichidcten soll, wie die in Rußland erscheinenden polnischen Zeitungen melden, durch den Justizminister Kerenski angeordnet worden sein. „Gegen die Verdeutschung .und Verjudung“ bat sich in Dänemark ein „Dänischer Verein zur Begrenzung der fremden Elemente“ gebildet. Zionistische Bewegung Die zionistische Vereinigung für Polen wurde legalisiert Dadurch werden gegen 100 zionistische Vereine unter ein Zentralkomitee mit dem Sitz in Warschau vereinigt. Man bereistet' eine zionistische Konferenz dieser Einzelvereiae in etwa 2—3 Monaten vor, um’ die äkiuellen zionistischen Fragen zu besprechen. — -Auch das zionistische Wahlkomitee für die kommenden Gemeindenwählen in Warschau wurde ^legalisiert. Es wird dieser Tage eine Flugschrift über die Bedeutung der Wahlen herausgeben.. Die Schekeltage in Warschau fanden von 4. Juni an über eine Woche lang dtatt, mit reger Beteiligung der Jugend an'Versammlungen, 14 denen Gottlieb und .Nissenbaum sprachen^ und erfolgreicher Sammeltätigkeit. i Die Verhandlurgea der Warschauer Zionisten, haben bereits dazu geführt, daß auf der landwirtschaftlichen Schule der Ica in Czenstochau das Hebräische uno'die Geographie Palästinas als: Unterrichtsfächer eingeführt wurden. Die Verwaltung der Ica kümmert sich seitdem Kriege .nicht mehr um dieses Institut und allem Anschein mach werden es me : Warschauer Zionisten in ihren Besitz bringen. ‘England. Der Präsident der Eaglislchen Zionisteo-Foderation, Prof. Dr. C. Weizm'ann, hielt am 15. April eine Vorlesung im Lyceum Clüb. -Danach sprach — zum .ersten Mal in einer zionistischen über: die „Zukunft des Heiligen Landes“. -Versammlung—Tierr James "de "R ot h s c h i 1 d •Außer diesen beiden Rednern, die große Begei- -Sterung hervorriefen, sprächen noch' Dr. E. W. Mastermann und Canon Parfitt. — Am darauf;, folgenden Tage;präsidierte Professor Dr. W e iz m ä n n bei einer rSitzung des Palästina Komitees für die Förderung der Jüdisch-ökonomi- ‘ sehen Interessen in* Palatina. Ein Entwurf der Englisch Zionist Föderation, in welcher Weise praktische Hilfe denjenigen Juden zu gewähren., sei, die sich in Palästina njederlassen wollen, wurde gebilligt. Folgende Mitteilung des Palä-, stina-Komitees wurde beschlössen uira versandt: „Es ist zu hoffen, daß dieses Komitee, das sich aus Geschäftsleuten, Ingenieuren und Wissen^ schaftsmännern zusanünensetzt, im stände sein wird, allen denen nützlichen Rat-und Hilfe zu erteilen, * die «an Palästina interessiert sind oder die sich dies Interesse zu erwerben geneigt sind. Doch ist es nicht überflüssig .zu ‘betonen, daß dies Komitee für die Zionistische Bewegung im allgemeinen auch von großer Bedeutung ist. Der erste Schutz gegen Fehlschläge aller .Art ist die Schaffung einer gesunden finanziellen und technischen Grundlage. Das Komitee, das1 danach streben wird, “innere Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, wird die Grundlagen aller Projekte kritisch prüfen, und ganz1 besonders diejenigen, die mit öffentlichen Mitteln verwirklicht werden sollen Das Komitee stellt Privatpersonen und Komitees die Fachkenntnisse-seiner Experten gern zur Verfügung. Mitteilungen sind zu richten än Arthur D. Lewis, 450 Mansion House Chambers, Queen Victoriastreet, EC 4.“ Der Zionismus in Griechenland' Auf 9. April fand in Saloniki der jährliche Sdhekeltag statt, dessen Erfolg weit-über die bisherigen Schekeltage ging. 1700 Schekolim' wurden verkauft, eine Sonderausgabe der Zeitschrift' „La Esperanza“ wurde in 3000 Exemplaren verteilt und ^rächte Artikel in französischer, hebräischer und in jüdisdh-spaniolischer Sprache. Am' Abend fand ein großes-öffentliches Meeting statt, an dem'-mehr als '2000 'Menschen teilnahmen, Ts -hielten Ansprachen: Frau Srialom, die Herren Davad FIorentin, Elie Barzilai, Aron PardOj Abram' Recanäti und Josef Usiel. Ein ‘ ungenannter Spender schenkte 1000 Francs zur Vergrößerung der zionistischen Arbeit. Die Versammlung .nahm folgende-Resolution an: „Die am 17 Nissan — 9. April in Saloniki versammelten 3000 Zionisten, durchdrungen von 'der außergewöhnlichen Wichtigkeit der gegenwärtigen Stunde für’ die Beendigung ‘des unverdienten 1 Upglücks des jüdischen Volkes und Jur Öle Realisierung seiner tausendjährigen Hoffnungen, verlangen die volle Vereinigung aller Kräfte des Judentums und die warme Unterstützung der Auslese der nichtjüdisdien Welt für diese Arbeit der Gerechtigkeit . und der Wiederherstellung des ältesten Volkes durch - seine Wiedergeburt in Palästina.“ Amerika* Das Zionistische Provisorische Exekutiv-Komitee hat eine große Propaganda-Tournüe für eine Anzahl führender Zionisten ärraifgiert, die sehr viel Erfolg zu bringen scheint. Dr. Ben Z i o n M o s s in so hn besuchte kürzlich Tennessee, nachdemer vorher auf Meetings in Nashviüe, Memphis und Chättanooga gesprochen hat. Von hieraus wird er nach'' Virginia reisen. Herr Louis Li psky, Herr Ja tob de . Haas, Herr Charles A. Coweij, Herr Solo m o n; F r a n k e 1 bereisen gleichfalls zu propagandistischen Zwecken verschiedene "Gebiete der Verinigten Staaten .Fräulein Eva Leon und Fräulein Henrietta Szold sind auf Reisen, Propaganda für „Hadassah“ und den Palästina- Notstands-Fonds zu machen -Herr Scheinkin hat im1 April eine Reise .nach Ost-Pensylvania unternommen; an dieser Tournee nimmt auch Herr Ben Avi teil; Das Palästina Bureau des Provisorischen Exekutiv-KomiteeS wird die Vereinigung der „AChoozas“ auf folgender Basis vornehmen: ,L) 'Wahl von Vertrauensmännern, die die verschiedenen Achuzoth' -repräsentieren, und die autorisiert sein sollen, Landkäufe für die verschiedenen Achuzoth in Palästina durchzufüh-! ren.-2.) Jede Achuza. hat 10 °/o ihres Kapitales zu : deponieren. 3.) Die Vertrauensmänner sollen ei-: nen Plan für eine „Kredit-Basis“ ausarbeiten, um ‘ Darlehen auf von der Achuzä gekauftes Land.; zu erhalten; diese Darlehen sind für die Ent- : Wickelung des Landes zu' verwerten. 4.) Die; Vertrauensmänner haben die einzelnen. Vereine j über Palästina fortlaufend zu informieren und "die j Entwicklung anderer Achuzoth zu fördern. Die-j ser Plan wird in einer der nächsten Sitzungen den ’ Repräsentanten aller Achuzoth vorgelegt und nach! ihrer Billigung realisiert werden i Canada* Der Besuch vom "Dr. Ben-Zion M o s-j s i n s o h'n in Cahadä hat nicht nurdie bewährten - Zionisten enger Z usammengesthlossen -und die; Vereins- und Versammlungstätigkeit, die Propagandavorträge und / jüdischenVorlesungen -zu' neuem' Leben erweckt, sie hat auch einen ganz! besonders tiefen Einfluß auTdie jüdiSkh'e Jugend-: bewegung in .Canada genommen. UeberaH entftfe-; hen jetzt Jüdische Jugendvereine, die' Mitglieder von 12—-19 Jahren aufneh'm'en. Alle Vefeine sind in der ,,Jung-Jüdischen'Nationalen Liga“-, ver-1 . eint und streben danach, ohne eigentlich' Pro-; paganda für den Zionismus zu machen, ihnen ‘das; jüdische Milieu. in ihrer Umgebung zu ..schaffen,. dassie von selbst zpm Zionismus bringen muß. Aegypten* Nach einem 'Bericht des Zionistischen Zentralkomitees für Aegypten wurden dort 2000 Schekel verkauft. Das Zentralkomitee hatte unter besonders schwierigen Verhältnissen zu arbeiten, der Präsident und zwei Mitglieder des. Zentralkomitees wurden mit Kriegsbeginn zu den Waffen gerufen .Trotzdem’ gelang, es den zwei id ortgebliebenen" . Zentralkomitee- Mitgliedern die Zionistische Organisation, in Aegypten aufrecht zu . erhalten. Besonders Anerkennenswertes leistete das Komitee in der: Flucht? lingsfürsorge. Für den-Nationalfonds wurden trotz der großen Hilfsaktionen T8.081 Francs gesammelt. m Erfolge des Ziotrsmus in Amerika < Der Zionismus in Amerika ist in siegreichem Fortgang begriffen. Zwei der bedeutendsten, und hartnäckigsten Gegner der zionistischen Idee haben sich ihrer unwiderstehlichen Kraft unterworfen. Einer telegraphischen Mitteilung des Newyorker Korrespondenten 'der Petersburger Telegraphen-Agcniur zufolge erklärte Jakob Schiff auf einer Versammlung, die der Würdigung der Judenemanzipation ln Rußland gewidmet war, daß er sich der zionistischen Organisation anschließe,. die er bis jetzt bekämpft habe. Mit dem Verschwinden des Ghetto .in Rußland verschwinde zugleich das einzige große Zentrum1 des' Judentums, das nicht den Gefahren der, Assimilation aus'geselzt war IEs müsse daher, erklärte er, ein neues gesichertes jüdisches Zentrum' in Palästina geschaffen werden, das seine geistige' Wirkung auf die .gesamte Diaspora aüsüben wird. Ferner: Die Jahreskonferenz der Newyorker Jüdischen Gemeinde, die eine Bevölkerung von li/a Millionen Juden repräsentiert,.‘befaßte sich' am: 27. April mit den jüdisch-politischen : Fragen der Gegenwart. Palästina als Kulturzentrum1 'des Judentums war der VortragUes Vorsitzenden des American-Jewish-Comitees,Louis Marsh'all betitelt, der unter anderem1 sagte, daß Palästina unter der Wirkling ider neuen Verhältnisse zurffZe.utrum1 der jüdischen Kultur werden wird, das huf die Juden aller Länder seihen ‘Einfluß .ausüben wird. „Ich weiß nicht“, sagte er, „ob dies Zionismus ist. Falls ja, so war ich, stets Zionist.“ Im Anschluß an diese Verhand’ung wurde einstimmig , folgende Resolution gefaßt: „Wir bestätigen unseren Glauben an die baldige Erneuerung ■ von Zion; Wir, drücken d?n VeremigtenjStaqten unser volles Vertrauen aus, daß sie Tkßes in ihren Kräften Stehende tun werden, .um die Hoffnungen des. jüdischen Volkes aiif dje Herstel'ung einer freien;und öffentlich-rechtlich anerkannten jüdischen Heimstätte in Palästina zu verwirklichen.“ Bemard Rotfeld BeniOi R o t f e 1 d ist tot. Die ■ offizielle Nachricht, laufet, idaß -der Ing. Artl. Leuthanf Bernard Rotfeld, 25 Jahre alt, aus Lemberg , an der italienischen Front seinen - Heldentod gefunden hat. : Wir - aber Gesinnungsgenossen und Freunde wurden einer starken Seele, deren Schwingen nur das Große, Ideale, und Edle berührten, eines Herzens, das glühend und treu für .das jüdische Volk schlug, eines stählernem Willens, der sich' im tatkräftigen H^pdeln erprobt, beratibt. Am Tage der Mobilisation, zwei Wochen nach' Beendigung seiner Fachstudien, ist er eingeiückt und stand So wie zahlreiche seiner Volksigenossen durch die ganze Kriegsdauer in den Reihen der mutigsten Kämpfer.’Mit einer Fuß Verwundung vom serbischen Kriegsschauplätze zurückgekehrt, war er trotzdem1 voll Lebenslust und Kampfesfreudigkeit, versorgte durch längere Zeit den Küstendienst. Detfschäumende, burschikose Jüngling, : mitjdem schonen lockigen Haare, reifte* schnell während idieser Zeit zum : ernsten -Manne.'7n zahlreichen > Briefen behandelte .er hauptsächlich zwei Fragen: die durch den Krigg geschaffene traurige Lage 'des jüdischen Volkes, wie auch die Pflicht des bewußten Jüdisch- •natfonalen Soldaten durch treue Pf'ithterfüllung1 ‘ bis in den-Tod, .die Ehre des jüdischen Volkes seinen Hassern gegenüber hoch zu halten. Der mhige Küstendienst entsprach Picht seinem' Temperamente und so kam er. auf sein eigenes dreimaliges Ansuchen zurück ins Feld. Sein teueres rotes’ Blut Jhat er.lbewüßt vergossen, um Jien.un- •verwisthharen > Beweis der .jüdischen Tapferkeit •und des -jüdischen Heldenmuts zu geben. — Als Gymnasiast für die poafezionistische Idee tätig; kam er als Akademiker in die Lemberger '. Verbindung Emuu äh, deren Programm für ihn keine verhallenden;Worte, . sondern den ■ Inhalt seines Lebens bildete.'Es'gelang ihm auch' während seiner Seniorenzeit inder Emunah oftmaßgebenden Einfluß auf Tdas Parteileben auzuübe'n. 'Als Dr. :Z i pp e r seine bekannt1 erfolgreiche-Tätigkeit Tür'das palästinensische Gymnasium entfaltete,'fand; er in - der Person des -Verstorbeneh "einen .unermüdlichen Mitarbeiter. Auf zahlreichen Volksversammlungen in ganz: Galizien - in-

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