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Jüdische Zeitung · 1917-06-01 · 22 (1.6.1917) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
22 (1.6.1917)
Date
1917-06-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE ZE1TUNO Nr. 22 bäum, Sarah Nußbaum, Abraham Weindling und Leib Salpeter in Mielec (Spezifikation folgt in der nächsten Nummer); je K 300.—: Leopold Louri£, Wien; K 200.—: A. Stern und Sohn, Wien; Kl08.—: Sammlung Sim'die Jakob, Nadworna (seine Spezifikation unten); je K 100.—: Heinrich Franck Söhne, Linz; Verbindung Judäa, Lemberg; K 66.—: Sammlung Dr. Marcus Spiegel, Krakau (Spezifikation folgt); K 53.—: Sammlung in der Res.-Off.-Schale I. R. 84. m Bruck; je K 50.—: S. Mattersdorf (Wien), Philipp Herschmann (Beneschau), Wilhelm Jelinek (Stokkerau); K 40.—: Dr. E. Müller (Baja); je K 30.—: Jakob M. Schönberg (M.-Ostrau), Laura Diamant (Wien); je K 25.—: S. Picker (Wien), Anselm1 Heinzei (Dittersbach); je K 20.—: Juli Maier (Neunkirchen), Lt. Max ' Bard (im Felde), Dr. Adolf Röder (Wien), Johann Kotänyi (Wien), Gustav Koenig (Wien), Rudolf R. von Kahler (Wien), Adolf Friwillig (Ober-Lanzendorf); K 12.—: Sammlung Moses Kriegei (Drohobycz); je K 10.—: Dr. Emil Kraus durch Fräulein Martha Schnabel, S. Kohn (Wien), Brüder Wiener (Wien), Marie Korkis als von Frau Pollak nicht angenommener, ihr gebührender Betrag, Theodor Ehrensiein (Wien), Marianne Fischei. (Wien), Heinrich Fischgrund (Nowytarg), Jonas Fischer und Sohn (Olmütz), Lazar Eppinger (Budapest), Fischer (Banialuka), L. Elbogen (Prag), Komm. Rat M. Jcss (Prag), Josef Fischl (Aussig), Fanny Freiwillig (Maria - Lanzendorf), D. Drucker (Brünn), Brüder Holzner (Hronow a./M.), Dr. Alfred Engel (Prag), Sammlung N. Siegelbaum (Leopold Weinberger 5.—; J. Sternbach 2.—, Siegelbaum 3.—); K 7.—: M. Lehrer (im Felde); je K 5.—: S. Redlich (Neunowitz), Ka^oline Altmann (Wien), Friedrich Landau (aus Leinberg), Bruno Hirsch (Prerau), Josef; Horn (Wien), Gefr. Efraim Heller (Batocina), Sigismund Heller (Königgrätz). Simon M. Engelberg (Nowv Sacz), Edmund Immergut (Wien), Komm. Rät Ph. Kahlmann (Wien); je K 4.—: Max Welt (M.-Ostrau), Ernst Zwicker (Zwlttau), Malachia Wachspreß (im' Felde); K 3.—: Dr .G. Hoze (Wien): K 222: Sammlung Osias Roth im Res.- Spital Stanislau 2; ie K' 2.—: Einj. Freiw. Zugsf H. Graf (im' Felde). Dr. Lüdwik Rieß (Wien), Marie Abelis (Wien),.J. Groß Nachfolger. J. Kuppert (Tesdhen); Selbstbesteuerung: Leonore Smölenskv für I. II. und III. 1917: K Eingegangen beim Jüdischen Nationalfond (s. Jüdische Zeitung Nr. 3 — 16) K 358.40 Gesammelt durch das Zionistische D.striktskonritee für Böhmen in Prag (s. „Selbstwehr“) K 1565.01 Zusammen K 4.014.63 Bisher ausgewiesen K 36.726 34 K 40.740-97 Gesinnungigenoisen! Höret auf den Notschrei aus Palästina! „Wie verschieden auch die waltenden Mächte in den nationalen Geschicken des jüdischen Volkes beschaffen waren — ob Gott, Fürst und König, ob Parlament und .Menschheit' — immer waren es heteronome, nicht autonome Potenzen, von denen die geschichtliche Entwicklung der Nation gelenkt und bestimmt wurde“ und „wir blicken noch immer — wenn nicht zu -Göttern, Fürsten, Parlamenten, so doch zu ‘Kongressen und Konferenzen, von wo aus wir unser nationales Heil“ erwarten.“ Der' Aufsatz Siegfried Ber nfelds „Die Assimilation um!, der Menschheit willen“ trägt Züge des intensiv Erlebten und ist von dem: warmen Wunsch durchzogen, abbröckelnde Teile dem Volksörganismus zu ererhalten. Max B r o d kontrastiert in „Zwei Welten“ das Taylorsche Arbeitssystem; das den Menschen zum Mechanismus macht mit der geistigen jüdischen Welt des Ostens. Moses S ch o r r gibt eine geschichtliche Darstellung der „Rechtsstellung und neueren Verfassung der Juden in Polen“. Adolf Böhm befürwortet in einem1'Aufsatz „Systematische Palästinakolonisation“ an der Hand der Oettingerschen Entwürfe „sofortige Inangriffnahme einer möglichst großzügigen Judenansiedlung“. Siegmünd Brom’berg-Bytkowski ■weist in der Kunst des jüdischen Handwerkers den Weg gesunder Sachlichkeit und zweckentsprechender Materialbehandlung und Leo B a e ck spricht über „Lebensgrund und Lebensgehält“ des Judentums. Arno Nadel konstruiert im' ^Ersten Satz der Bibel“ religiöse Gedanken aus einer neuen Anschauungssphäre in einer talmudisch anmutenden Methode. Ernst Müller veröffentlicht „Ueberträgmigen ausAfflem; Buch Sohar“ Gustav Landauer gibt in? „Strind- Jeder Zeit kann das Abonnement der Jüdischen Zeitung begonnen werden. Ein neuer Monat fängt an. Drei Kronen als vierteljähriger Bezugspreis für unser Blatt ist kein Geld Der Jüdischen Zeitung als Gegenleistung für die Lektüre jeden Monat eine Krone zuzuwenden, ist keine unbillige Forderung an die Parieidisziplin. An der Agitation der anderen Parteien für ihre Presse nehmt Euch ein Beispiel! Dringende Aufgaben Die wechselnden Ereignisse des Weltkrieges haben dem jüdischen Volke eine Fülle von Leiden und Erschütterungen, von subjektiven Erlebnissen und realen Umwälzungen beschert, die, was auch Ü'ie Zukunft bringen mag, unfehlbar bestimmt sind, in den Geschichtsverlauf unseres Volkes einzugreifen. Die katastrophale ■Wucht des Geschehens, die äußere Zersprengtheit und Losgerissenheit und namentlich die Störung des inneren Gleichgewichtes — all diese Umstände haben vielfach einen gewissen Zustand stumpfer Apathie gezeitigt, die erst;n ruhigeren und besseren Tagen klarerer Erkenntnis weichen wird. Aber wie sehr es ganz Sache des einzelnen ist, sich zu den Ereignissen ie nach seiner Lebensanschauung, Gemütsrichtung und der Widerstandskraft seiner Nerven zu verhalten, so wenig wünschenswert, man möchte sagen so wenig zulässig kann es erscheinen, daß ein Volk, und noch dazu ein Volk wie das unsere, Tatsachen, die an sein eigenstes Schicksal rühren, zur Kenntnis nehme,, ohne daß sich die unmittelbare Reaktion des Gesamtwillens in Gestalt einer dezidierten Stellungnahme- und konkreter Forderung einstelle. So wie ein gesunder Organismus seine Vitalität durch prompte Reaktion auf äußere Eindrücke beweist, müßte sich auch das Volk, dieser Kollektiv1organismus, verhalten. Ob wir, die wir In einem1 der 'entscheidendsten Augenblicke unserer Geschichte nur versprengte Glieder ohne einheitliche Willensrichtung'sind, in diesem Syine ein' wahrhaft organisches Volksgebilde darstellen, erscheint zumindest fraglich. Wohl bildet der Krieg selbst mit seinen zähllosen Beschränkungen und den an allen Grenzen starrenden Schranken ein Haupthindernis freier Betätigung und außerdem hat er unsere nationale Bewegung, die sich ihrer ganzen Natur nach Viel m'ehr als andere jüdische Organisation en^aus jüngeren Elementen' -zu-* * sanrtnensetzt, vielfach ihrer aktivsten Kräfte beraubt, aber trotzdem hätte manches geschehen müssen, und wir haben ein Recht, über schwere Versäumnisse zu klagen. Die amerikanische Judenschaft hat die Erfordernisse der Zeit zuerst begriffen und. in dem Kampf um den Kongreß und seine Durchsetzung kommt ejne wirkliche Zielsicherheit zum: Ausdruck. Berichte aus Rußland, wo man naturgemäß unter -dem' durch den Krieg noch verschärften Druck des Zarismus keinerlei politische oder nationale Tätigkeit entfalten konnte, entwerfen ein in Anbetracht der damaligen, Situation doppelt imponierendes Bild großzügiger charitativer Tätigkeit. Und wp bleibt die österreichische Judenheit, wo bleiben wir? Kein Versuch einer Gesamtvertretung, ja auch nur einer wirklich volkstümlichen, umfassenden Fürsorgepreranisation für Flüchtlinge mit einem' wirklichen Programm: alles vielmehr ein chaotisches bergs historischen Minjaturen“ des; Dichters Geschichtsansdir/uung von den Juden. Martin "Bube r hat in einer trefflichen „Vorbemerkung über Franz Werfel“ das Wesen dieses jungen Dichters vor uns h/ngestellt; eine Anzahl Gedichte aus einem noch nicht veröffentlichten Gedichtbuch „Der Gerichtstag“ führt uns in Werfels Lyrik ein. Es ist reine, subjektivste Ichpoesie, die alles Konventionelle vollkommen abgestreift hat und starker Empfindung voll ist Zum Schluß sei en bloc auf die „Bemerkungen“ und „Daten und Materialien“ hingewiesen, die des Anregenden und Belehrenden zur Genüge enthalten. Neuösterreichische Blätter heißt eine 'Monatschrift, deren erstes Heft dieser_ Tage erschienen fst Sie will als „unabhängiges Organ zur Förderung der Reichs1- und Volksinteressen“ die Angehörigen aller österreichischen Nationen zu den großen Fragen der neuen 'Reichspolitik Stellung nehmen lassen. In welchem' Sinne sagt das Geleitwort: „Was die innere Politik betrifft, so betrachten wir es als eine Existenzbedingung der Monarchie, daß einerseits alle Reichsteile straffer zusammengefäßt, die Reichseinheit gestärkt werde, daß aber andererseits den kulturellen Bedürfnissen aller Reicbsvölker -durch Verwirklichung der nationalen Autonomie entsprechend Rechnung getragen werde.“ Die Lösung des Nationalitätenrätsels durch Einführung der nationalen Autonomie Ist schon Genteingut der einsichtigen Politiker aller österreichischen Völker geworden. Davon legt .das erste. Heft der neuen Zeitschrift Zeugnis ab. Wir finden darin auch die Judenfrage entsprechend gewür- Durcheinander, worin jede Initiative dem' guten Willen und der . Einsicht Einzelner '(auch die „Allianz“ zum' -Beispiel ist hier nur ein ^Einzelner“) überlassen bleibt. Soll man ’ärst den Nachweis führen, wie dringend nötig wir heute, da wir 'unS täglich mehr dem Problem 'der Neugestaltung. Oesterreichs nähern, ei/te allgemeine Organisation der österreichischen Judenheit hätten? Die bisherigen Zustände sind unhaltbar: dje Gemeinden trotten mühselig und gedankenlos weiter in den Gleisen ihrer alten, kleinlichen Kahälwelt und wir Modernen — sammeln für Landspenden, Oerbäume und andere sicher sehr wichtige Dinge und geben im übrigen kein Lebenszeichen! Inzwischen nehmen die Dinge ihren Lauf, Galizien, die Heimat von 800.000 Juden und ‘ein jüdisches Kraftreservoir von dicht geringer Bedeutung, soll die tiefstgehenden Reformen erfahren, die verschiedenen polnischen Komitees machen Entwürfe über die Kraftverhältnisse der „beide n“ Nationalitäten im Lande, den Juden wird, wie man eines Tages erfährt, offenbar nach Warschauer Muster, ein Vivilistenpilatz zugedacht — und wir schlafen.' Haben wir wirklich ein Recht, uns izu beklagen, daß man völlig über uns hinweggeht, wenn wir, die Betroffenen selbst, auch nicht einmal den V e r s u dh machen, das unsere zu tun? Erst in Nummer 19 dieses Blattes finde ich (in Julius Löwys Leitaufsatz) einen. Hinweis auf dieses Problem1. Aber so wie 'Löwy meint, ist es. nicht zu machen. Die Schwierigkeit ist ‘und bleibt diese: Wir Zionisten allein sind dermalen zu realer politischer Betätigung zu schwach' und die änderen sehen entweder das jüdische Problem gar nicht oder Ihr Programm kennt überhaupt kein solches. Was wir tun müssen, ehestens tur. müssen, ist, eine a 11 g e me ine jüdische Organisation zu schaffen und sie auf ein Minimalprogramm' zu einen. Unsere nationalen Organisationen im Vereine mit einer — falls; die ihrerzeitige Totgeburt des Kultusgem'eiridebundes inzwischen endgültig'begraben sein sollte — neu zu Schaffenden Exekutive der Kultusgemeinden soll der Kern einer Organisation der österreichischen Ju-' denheit werden. In 'das Mindestprogramm1 würden die folgenden Punkte gehören: Kampf um1 die faktische Gleichberechtigung, Anerkennung der Juden Galiziens (Bukowina) als einer gesonderten Gruppe und damit Forderung nach Gruppenrechten (entsprechende Berücksichtigung der galizischen Juden bei der Schaffung der Wahlkreise und Schulautonomie), gesetzliche Reform-Und Erweiterung dps Wirkungskreises der Kultusgemeinden, - wirtschaftliche Institutionen .für*Galizien;'' tv das östliche und westliche Untcrrtcntspröblem, t Reform des Rabbinats (soziale Sicherstellung des Rabbiners und Abschaffung aller entwürdigenden und seine freie Stellung beeinträchtigenden „Emolumente“. Verbot der Annahme von Spenden und der bestellten Reden). gesetzliche Festlegung von Fonds für die gemeinsamen Zwecke „und Forderung jjach Beteiligung des Staates an der Erhaltung'der jüdischen Institutionen, Schaffung eines publizistischen Organs der allgemeinen jüdischen. Organisation (Tagblatt). Ich konnte hier nur Andeutungen geben. Auf Einwände bin ich gefaßt. Aber niemäha sage, d,aß dies keine zionistische Tätigkeit sei. Wenn wir „das Judentum' auf dem1 Marsche“ sind, So dürfen Wir der Etappen nicht vergessen. Den neuen jüdischen Menschen werden wir in dem Grade Schaffen können, als uns die Umgestaltung der Verhältnisse im' cjigt (z. B. im Beitrag „Neuösterreichische Staatsprobferne“ von einem1 deutschen demokratischen Politiker Schlesiens). Allein schon zeigen die Gedanken eines polnischen Politikers „zur Galizischen Fraget, in "der.von der polnisch-ruthenischen Verständigung die Rede ist, daß der große nationale Ausgleich 'auch komm'en 'kann, ohne daß die Juden als Volk anerkannt oder (trotz Anerkennung) berücksichtigt werden, wenn sie sich nicht selbst in nächster Zeit eine geschloSßerie Organisation, "deren Vertreter durch einen starken Anhang legitimiert sind, Schaffen. Gelingt es dem’ „Jüdischen Nationalverein für Oesterreich“ nicht, binnen kurzem seinen Mitgliederstand auf eine Achtung gebietende Höhe zu bringen, dann gehen wir — daran ist für politisch erfahrene Leute kein Zweifel — leer aus. 'Aus dem1 reinen Prinzip’ heraus wird man uns keine nationalen Rechte schenken; \vir werden sie uns unter'Nachdruck erkämpfen müssen, da man gewöhnt ist, die atomisierten Glieder' deS jüdischen Volkes als eine nicht zu veranschlagende Größe zu vernachlässigen. (Erscheinungsort Karlsbad, Preis vierteljährlich 2 K.) * Jomtowblätter in jüdischer Sprache. Soeben sind im Jüdischen Buch- und Kunstverlag, Redakteur Max Hickl, Wien VIII. Lerchengasse 6, die Jomtowhücher, Schewuothäusgabe in Schöner Ausstattung, erschienen. Band I. enthält Beiträge von Dr. M. Geyer, Dr. Nathan Birnbaü m', D. Silberb usch, Eisig König,.I. Wi tk o>- wer, Dr. ’J. F rä nk 1/Jakob‘M es t e I,'Eisig Weinstein, Jechiel .Le wi, Josef Holder, Nachum Sternheim1, L. Schussheim, Jakob Schmul Taub es u. v. A. Preis K 2.10.

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