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Jüdische Zeitung · 1917-02-23 · 8 (23.2.1917) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
8 (23.2.1917)
Date
1917-02-23
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Aus der zionistischen Partei Das Exekutiv - Komitee der Zionisten Oesterreichs in Wien hat vor kurzem, bewogen durch die unhaltbaren Zustände im Barackenlager für Flüchtlinge zu D e ü t s c h-B r o d, ein Gesuch um Aufhebung desselben an das Ministerium des innern gerichtet. Zionistische Konferenz in Ungarn. Am 25. Dezember 1916 fand in Budapest, zum ersten Male während des Krieges, eine Konferenz der ungarischen Zionisten statt. Den Vorsitz Fährte der Präsident des Ungarischen Zionisten-Verbandes, Herr A. Beregi, der in seiner Eröffnungsrede einen Bericht über die Tätigkeit während der Kriegsjahre erstattete und mit warmen Worten der gefallenen ungarischen Zionisten gedachte. Besondere Worte widmete er dem Andenken Dr. Ludwig Dömenys, der als Nationalfonds-Kommissär und .Mitglied des Zentralkomitees große Verdienste um den Zionismus in Ungarn hat. Dr. Joset Schönfeld erstattete ein Referat über die Lage des Zionismus in allen Ländern, wobei er insbesondere auf die Erstarkung der jüdischnationalen Idee in Amerika' hinwies. Herr M. Karner ergänzte in seinem Referat über die Tätigkeit des Ungarischen Zionistenverbandes die AusFührungen des Vorsitzenden. Er sprach insbesondere über das Zionistische Hilfswerk in Budapest für die galizischen Flüchtlinge, wofür der Landesverband ein besonderes Büro eingerichtet hatte. Vom ungarischen Zionistenverband ist ferner ein Kriegshospital. eingerichtet und erhalten worden. Audi zu Gunsten der internierten russischen Juden hat der Verband verschiedentlich Schritte getan. Dr. Ludwig S imon berichtete über die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds in Ungarn: Die Sammlungen im Jahre 1916 haben etwa 32.000 Kronen ergeben, d. h. fast doppelt so viel wie in Friedensjaliren. Besonderen Erfolg hatte die Kriegslandspende des JNF. Prof. Dr. Mv Rieht mann referierte über die Parteipresse. In der Diskussion wurde die Tätigkeit des Landeskomitees und des E. A. C. von dem ehemaligen Leiter der JNF.-Sammelstelle, Dr. J. Fichor einer scharfen Kritik unterzogen. Nachdem Ihm von verschiedenen Seiten entgegnet worden war, wurde der Tätigkeitsbericht •angenommen und der Leitung das Vertrauen ausgedrückt. Zum Gedächtnis an Br. Hugo Kauffmann, aus Mannheim, der am 10. November 1916 gefallen ist, haben seine Angehörigen eine Stiftung errichtet, die bisher Äfk 25.000 ausmacht. Die Stiftung,; über deren genauen Zweck erst nach dem Kriege Bestimmungen getroffen werden sollen, wird zionistischen Zwecken in Pa- ’ lästina dienen. Die Zionistische Vereinigung Basel hat einen Vortragszyklus zur Einführung in die Hauptfragen der Zionistischen Bewegung veranstaltet. .Der erste Vortrag fand am 21. Jänner statt und der Präsident der Vereinigung, Herr M. Levy, sprach über Theodor Herz!. Die Versammlung wurde von Herrn Dr. Arnstein geleitet. Ein zahlreich erschienenes Publikum nahm die Ausführungen des Vortragenden mit großem Beifall auf. Der nächste Redner wird Herr Dr. S. Brunsdiwig sein, der über das Thema „Die Kongresse“ sprechen wird. Die Verlegung der zonistischen Parteileitung nach Amerika befürwortet Dr. Felix Pinkus im „Israelitischen Wochenblatt für die Schweiz“, Nr. 5. Er unterbreitet den Antrag zu einer in diesem Sinne gehaltenen Resolution dem schweizerischen Zionistischen Delegiertentag, der am 18. Februar außerordentlicherweise Zusammentritt. ln Rom hat sich ein „Jüdischer Jugendverein“ gebildet, der Kurse im Hebräischen veranstaltet und auch Turnabendc eingerichtet hat. Die jüdische Oeffentlichkeit Roms, besonders die jüdischnationale Jugend hat durch den Vortragszyklus des Schriftstellers Dr. iB 1 u w,s t e i n Gelegen!/ heit, i hre Kenntnisse -deP jüdischen Geschichte und der Lage des jüdischen Volkes in der Gegenwart zu vertiefen. Die Vorträge finden unter dem Vorsitze des offiziellen Vertreters der italienischen Judenheit, des Advokaten Angelo Seren i, Präsident sämtlicher jüdischer Gemeinden Italiens, im Gemeindehaus zu Rom statt. Die erste Vorlesung hat am 14. Jänner stattgefunden und war außerordentlich gut besucht, ein Zeichen, dab auch in der italienischen Judenheit Interesse für die geistigen jüdischen Fragen vorhanden ist. Lodz. Am 20. Januar traf Dr. H a n t k e in Lodz ein. Wie die jüdischen Zeitungen mitteilen, wurde Herr Dr. Hantke von sämtlichen Mitgliedern des Lodzer zionistischen „W a a d haironi“ und von anderen angesehenen Vertretern des nationalen Judentums auf dem Bahnhot empfangen. Zu Ehren des Gastes verananstalteten der Gesangverein Hasamir un i der jüdische Turn- und Sportverein noch an demselben Abend Zusammenkünfte. Am 21. Januar besuchte Herr Dr. Hantke die jüdischen Schulen und 'Gymnasien. Nachmittags fand eine Sitzung des Wäad haironi statt und abends eine Beratung der Lodzer Zionisten, auf der verschiedene zionistische und allgemeinjüdische Tagesfragen besprochen wurden.1 ■ * Die Jahresversammlung des „Order of andent Maccaheans“ wurde am 24. und 25. Dez. 1916 in Manchester abgehalten. An Stelle des ani Ersdieinen verhinderten Präsidenten Herbert Bentwich führte Herr Sol Cohen den Vorsitz. Delegierte aller Beacons im vereinigten Königreich waren erschienen. Nach der Eröffn TOPISCHE ZEIT-UNO fftjj Nur noch eine geringe Zahl von Exemplaren des „Jüdischen Nationalkalenders“! Herausgegeben vonOtto.Abeles und Ludwig Batö> ist vorhanden. Zionistisches Jahrbuch von gediegenem Inhalte, reich illustriert, von der gesamten jüdischen Presse glänzend beurteilt. Preis inkl. Porto K 3.— Zu beziehen durch den„ VerlagJüdischeZeitung* Wien II, Zirkusgasse33 und durch alle Buchhandlungen. nungsrede des Herrn N. J. Adler gelangte das Begrüßungsschreiben des Kopenhagener Büros der zionistischen Organisation zur Verlesung, in dem der Arbeit des Ordens und besonders seinen Bemühungen für den Palästina-HilfS-Fonds volle Anerkennung gezollt wird. Die geschäftlichen Berichte wurden angenommen, und es wurde festgestellt, daß der Krieg, die zionistische Arbeit (des Ordens zwair gehindert, die Mitgliederzahl ungünstig beeinflußt, jedoch die finanzielle Lage des Ordens in keiner Weise berührt hat. Folgende Resolutionen wurden einstimmig angenommen. „Der Orden begrüßt die von den Leitern der nationalen Bewegung in Amerika unternommene Aktion-zur. Einberufung eines- Kongresses, der sich mit den jüdischen Lebensfragen, die sich aus der gegenwärtigen Weltkrise ergeben, zu beschäftigen hat, und drückt die Hoffnung aus, d aß die Verhandlungen des Kongresses in aktiven Maßnahmen resultieren werden, die die Errichtung einer nationalen Heimstätte für Juden in Palästina garantieren werden.“ Ferner: „Der Orden versichert aufs neue seine Treue zum zionistischen Programm, wue es von Kongreß zu Kongreß bestätigt wird, nämlich: die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina, und spricht die Hoffnung aus, daß die Zeit .nicht mehr weit sein möge, wo unseren Brüdern in der ganzen Welt volle (bürgerliche und politische Gleichberechtigung gewährt W'erden wird. ‘ Der Orden wird mit denjenigen Körperschaften, die nach den genannten Zielen streben, Zusammenarbeiten.“ Schließlich: „Die einzelnen Abteilungen des Ordens sollen überall an den Gemeinde-Geschäften und den Institutionen teilnehmen und'dadurch die öffentliche Meinung und’ die Anschauungen innerhalb der Gemeinden im jüdisch-nationalen Geiste beeinflussen.“ Die sehr gut besuchte Jahresversammlung schloß mit einer öffentlichen Versammlung, in der die Herren Sol Cohen aTs Vorsitzender, M. Sagarsky, E. Goldman und I. Wassilewsky Ansprachen hielten. Neue Jüdische Monatshefte. Heft 8 enthält ’ Aufsätze von Dr. Adolf Friedmann, Politisierung des deutschen Judentums; Dr. Eugen Lewicky, Die Ostjudenfrage; Staatssekretär Z'immermann über das neue Judengesetz in Polen; Jehuda Steinberg, An den Wassern zu Babel; Prof. Hermann Cohen, Betrachtungen über Schmollers Angriff; Dr. Franz Oppenheimer, Soziologische Tagebuchblätter; 7. Umschau und Literaturblatt. Das soeben erschienene Februarheft der „Moriah“, Monatsschrift der jüdischen Jugendi in polnischer '(Sprache, ist zum größten Teil A ch ad Haam gewidmet und enthält folgende Artikel: „Ein Gruß an Achad Haani“ von Dr. Osias . Thon, „Die Bedeutung Achad Haanis für die hebräische Literatur“ von Dr. Chaim Tartakower, „Achad Haam und der heutige Zionismus“ von Dr. Wilhelm Berkclhammer, „Lo seh hadereeh“ von Dr. Josef T e n e n b a u m, eine genaue Besprechung des Achad-Haam-Heftes des Juden und eine Uebersetzung des bisher nicht übertragenen Aufsatzes von Achad Haam: „Hahinuch hal’umi“ (Die nationale Erziehung). Daneben bringt das Heft den Anfang eines größeren Aufsatzes von N. M. Gelber „Ueber die neue Organisation der Judengemeinden in Polen“ und die Fortsetzung -der sehr interessanten Abhancfclung von Dr. Ignaz Schipper „Das polnischliterarische Judentum und Palästina“, ein Beitrag zur Geschichte der romantischen Epoche im Zionismus. Die Rundschau enthält eine kritische Besprechung der deutschen Zionistenkonferenz .und ein Referat über (die bisherige Tätigkeit der Jüdischen Toynbeehalle in Krakau, Die regelmäßigen Rubriken Bibliographie und Neue Bücher schließet! das reichhaltige Heft. Zu beziehen beim Verlag „Moriah“, jWien, II., Zirkusgasse 36-4. Aufruf! Das dritte Jahr bereits stehen viele Tausende - Bukow'inaer Juden im heldenmütigen Kämpfe fürs Vaterland im Felde. Von allen Seiten ist die hohe Bedeutung anerkannt worden, dem lesekundigen Soldaten für die Kampfpausen eine gute Lektüre in die Hand zu geben. Wie ganz besonders gilt dies vom jüdischen Soldaten, dessen geistige Bedürfnisse doch besonders stark sind! Ihm ein gutes Buch zunächst jüdischen Inha'tes zu reichen, an dem in der finsteren Erdhöhle er sich hie und da erho'en und aus dem er neuen Mut und Kraft zu weiteren Geduldproben schöpfen könnte, ist unsere heilige Pflicht, die Pflicht der Landsleute im Hinterlande. Das Unterzeichnete Komitee will sich dieser Aufgabe unterziehen. Wir richten daher an alle Bukowinaer Juden, die den Wert eines guten Buches zu schätzen wissen, die Bitte, uns durch entsprechende Beiträge die Möglichkeit zu geben, dieses Werk durchführen zu können. Mittreujüdischen Gruß und Hochachtung Das Bukowinaer zionistische Landeskomitee. Literarische Nachrichten Tagebuch für die jüdische Jugend 5677/1916—17. Zweites Tausend. Verlag R. wit, Wien, 1916. K 3.30. Vor uns liegt, ansprechend in Satz und stattung, 'ein kleines Buch, das sich, wie jetzt so viele andere, an die jüdische Jugend, wendet: ein Tagebuch für die jüdische Jugend. Seit man erkannt hat, daß die Jugend und nur die Jugend, unsere Zukunft und Rettung bedeutet, gibt es eine wahre Flut von Schriften, für und über Jugendliches. Dieses Buch zeigt zunächst einen (großen Unterschied von den üblichen. Junge Führer des Blau-Weiß-Bundes, jenes Wanderbundes, der die hoffnungsvollste, weil gesundeste und selbständigste Jugend umfaßt, haben unter Leitung von Joseph Marcus in Breslau das Büchlein für ihre Wanderer geschrieben; Es wird der Versuch gemacht, den alten jüdischen Kalender neu zu beleben; die Feste als’das zu "zeigen, was sie ursprünglich waren. Keine starren synagogalen Riten, sondern Feste eines Volkes, dasmit seiner Scholle verwachsen war und kriegerisch um . seine Existenz kämpfte. Von dem neuerwachenden Lehen im alten Lande spricht Moses Calvary in seinem Beitrag, der ins der beste des Buches scheint. Und die übrigen Aufsätze erzählen vom Blau-Weiß: Vom Wandern, vom geistigen und körperlichen Leben und Wollen der Jugend, die hier erwächst. Wo der Lebensquell dieser neuen Jugend entspringt, versucht Joseph Marcus im Vorwort zu sagen: In der Erkenntnis ihrer besonderen jugendlichen Art und ihrer Aufgabe als So-Jugendliche im Judentum. Lieder und Zeichnungen vervollständigen den Inhalt. Wenn wir das Buch kritisch betrachten, so möchten wir wohl manches anders und besser haben; so zum Beispiel die Zeichnungen. Wir teilen auch nicht alle Meinungen der Verfasser und wünschten dem Ganzen mehr Schwung und überzeugende Jugendlichkeit, von der so viel die Rede ist und die manchmal hinter Scliulmeisterlichkeit zurücktreten muß. Aber: Es ist ein erster Versuch. Er verspricht mehr und vollkommeneres und wird dies Versprechen halten. Und daß er . uns Willen uad Weg zeigt, dafür sei dem Herausgeber gedankt. Wien. Anne SaTflWdn'ßerrffe-ld Das österreichische Landeskomitee vom Roten Mögen David, Wien, II., Ferdinandstraße 23, sendet uns folgenden Aufruf ein: „Unser Zentralkomitee vom „Roten Mögen David“ in Luzern hat, wie für unsere österreichischen 'Internierten und Kriegsgefangenen indem feindlichen Ländern, so auch für die bei' uns in Oesterreich in Kriegsgefangenschaft und interniert Gehaltenen jüdischen Bekenntnisses einige tausend Kilo Mazzoth (Osterbrote) herstellen lassen, Für die bereits von der Schweizer Regierung die Ausfuhrbewilligung erteilt worden ist. Um den Kaufpreis dafür .rechtzeitig erlegen und die wichtige Sendung übernehmen zu können, bitten wir um gütige Geldbeiträge an eine der unterfertigten Adressen oder an die Redaktion^ dieses Blattes. Unserem „Oesterreichischen Landeskomitee“' entsprechend, besteht in Berlin ein deutsches, .unter dem Namen „Reichsverband für jüdische Kriegsgefangenen - Fürsorge (Präsident S. K fr s c h st e i n, Berlin) und in Verona ein italienisches unter dem Vorsitz des Advokaten Ängelo Sereni-Rom. Gez. Direktor J'. Brich ta, III. Estegasse 6. Rabbiner Dr. Grunwald, II., Ferdinandstraße 23. Hofrat Dr. J. Schlag, li., Obere Donaustraße 109. Zionisten im Felde Paul Neumann, Nationalfondskommissär aus Koste] wurde für taperes Verhalten vor dem Feinde mit -der bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. — Gg. . SUO. Feldwebel Menachem Mendel G o Itl s ch m i d.t aus Wiznitz Buk. Inhaber der brönz. Tapferkeitsmeidaille wurd.c neuerlich mit der silb., Tapferkeitsmeidaille dekoriert. Er steht ununterbrochen seit Kriegsausbruch im Felde. — Gg. Julius Marmorstem 'Vet.-Fhr. MS Prerau,. würde mit dem gold. Verdienstkreuz am .Banide der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Tretet dem Jüdischen Nationelverein bei! Jahresbeitrag 2 Kronen Anmeldungen: ZfrimsgasseNr. 39

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