Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 8 (23.2.1917)
- Date
- 1917-02-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 INDISCHE ZEITUNG Saite 5 Einsendung Auch ein Kriegsgewinner. Wie uns' von glaubwürdiger Seite mitgeteilt wird, berechnet die Buchhandlung Sehie Singer heim Verkauf hebräischer, in Rußland gedruckter Bücher, den Rubel mit se-chs Kronen. Man kennt die materielle Lage der Kreise,- aus denen sich die- Käufer hauptsächlich' rekrutieren und vermag die Opfer zu ermessen, die sie sich auferlegen müssen, -um einem religiösen oder sonstigen "geistigen Bedürfnisse zu genügen. 'Um so schärfer wird man Stellung nehmen gegen diese schamlose Ausnutzung der Konjunktur. Ankündigungen Hebr.-akad. Vereinigung „Hatchijah“ 2. Bez., Ob. Donaustraße 65, Samstag, den 24. d. um halb S Uhr .aibends findet die Fortsetzung der Diskussion über den Vortrag Rieger statt. Samstag, den 3. März hält Herr stud. phil. Brück seinen Vortrag über „Chusch hamdini ezel haj’- hydim“. Alter Herrenverband. Die Zusammenkunft findet nächsten Mittwoch abends 8 Uhr im Cafe Marienbrücke, Ob. Stock, statt. Berichte und Korrespondenzen / Die Bilanz des Jüdischen Rettungskomitees in Stryj für das verflossene Halbjahr weist auf eine erfolgreiche soziale Tätigkeit hin, die (die Linderung des durch den Krieg hervorgerufenen Notstandes (oezweckte. An der Spitze des Komitees standen die Herren: Advokat Dr. S i n g e r, Prof. Dr. JM. Bienenstock, Prof. A'. Spät und Advok.-Kandidat Zwilling. Zu seinen Mitgliedern gehören die angesehensten- Bürger beider Geschlechter, die mit bewunderungswürdiger Ausdauer ihre mühseligen Pflichten erfüllen. Die Tätigkeit des Komitees zerfiel in vier Abteilungen. 1. Es unterstützte die hiesigen Armen teils id urch Naturalien, teils durch Geld, wobei sich die Ausgaben auf 6000 K beliefen. -Außerdem subventionierte es die Teehalle der jüdischen Kultusgemeinde und gründete für die Wintermonate eine Volksküche, in der täglich ca. 300 Portionen zu 30 Heller verabreicht werden. Schulkinder, bei 100 an der Zahl, gemessen die Wohltat umsonst. 2. Die Anzahl der Flüchtlinge, die im Herbst unsere Stadt passierten, betrug einige Tausend. Das Komitee versah die Hilfsbedürftigen dreimal täglich mit warmen Speisen, viele erhielten Kleider oder Geldunterstützungen. Die Ausgaben betrugen in dieser Sektion 4000 K. 3. Den Kriegswaisen widmete das Komitee besondere Aufmerksamkeit. Mit Hilfe des Zentralkomitees gewann es für sie von der Statthalter» ständige Monatsbeiträge und Kleidungsstücke, die ärmsten wurden im Waisenhaus zu Ernsdorf untergebracht. Außerdem hat das Komitee Schritte zur Gründung eines eigenen Waisenhauses eingeleitet, die einen guten Erfolg versprechen. 4. Im Rechtshilfsbureaü fand jeder ohne Unterschied des Glaubens unentgeltlichen Rechtsbeistand. Im Allgemeinen betrugen die Ausgaben 15.000 K, die Einnahmen 18.000 K. Die Letzteren bestanden aus Subventionen der Isr. „Allianz“ in Wien, des hiesigen Bezirksausschusses, Magistrats der Bezirkshauptmannschaft und Platzkommandos, wie auch aus Mitgliedsbeiträgen. Allen, die auf irgend eine Weise die Tätigkeit des Komitees förderten, sei auf diesem Wege herzlichst gedankt! Die jüdische Jugend in Lasy dankt Herrn Leo Jüngster im Momente seines Scheidens für die opferwillige Arbeit, die er ihr zwei Jahre lang gewidmet hat. Brünn. Am 1. Februar fand An Künstlerhaus ein vom zionistischen Mädchenverein „Deborah“ veranstalteter Wohltätigkeitsabend statt. Er galt der Unterstützung der Ausspeisung jüdischer Flüchtlingskinder aus Galizien und der Bukowina, eine Aktion, die von der Frau Oberrabbiner Dr. L ö w y und Frau A. Schnabl geleitet wird. Die Veranstaltung, die durch die mühevolle Arbeit der Präsidentin der „Deboräh“, Fräulein Grete Cuck a, ermöglicht wurde, war sehr gut besucht und brachte einen Reingewinn von über 1000 Kronen. So. weit wäre alles in Ordnung, wenn nicht im Programm selbst Fehlgriffe getan worden wären, daß man sich manchmal ‘fragen mußte, ob die Auswahl wirklich von einem zionistischen oder gar jüdischen Verein getroffen Worden ‘wäre. Auch ein anderer Verein hegt die Absicht, :durch eine Veranstaltung die Aktion für die Flüehtlingskinder zu fördern. Die Z. F. V. H a s m o n ä a im K. Z. T. V. plant zu Gunsten der Ausspeisung für den Monat-April eine Max B ro d-Vorlesung. Druckfeklerberichtigung Im Aufsatze „Nebengedanken zum Thema ,jDer Weltkrieg und die Juden“ Nr. 6, S. 2, Z. 1, muß es statt „Volksbewußtsein“ „Wertbewußtsein“ heißen. - Jüdischer Sport! . Leichtathletische Wettkämpfe der Hakoah. Das am Sonntag, den 11. d. M. vom Sportklub „Hakoah“ veranstaltete leichtathletische Meeting für Turner, nahm im Saale des I. Wr. J. T. V. einen in jeder Beziehung gelungenen Verlauf. Die Leitung, die in den bewährten Händen der Herren Prof. Guttmann, Dr. Ta glicht und Fhnr. B a a r lag, sorgte für rasche Abwicklung des Programmes, so!daß den Zuschauern stets ein neues Bild geboten wurde. Mit den erzielten Leistungen kann man recht zufrieden sein. Insbesondere im Hochsprung vom Stand, Kugelstoßen und Stabhochspringen wurde Ausgezeichnetes geboten. Der Sieg Hirschlers kam nicht überraschend, da er vor allen Konkurrenten die Routine voraus hat. Ein vielversprechendes Talent ist Weiß, dessen Leistungen unter Lampenfieber litten. Recht gut schnitt Großmann ab. — Im Dreikampf für Knaben unter 16 Jahren gab |es einen scharfen Kampf zwischen Sch a- 1 i t und Sachs, den ersterer knapp für sich entscheiden konnte. Die Technik Sachs im Ho:hspringen erregte Sensation. — Die weitaus beste iLeistung vollbrachte Erich Friedmann, der im Fünfkampf außer Konkurrenz die meisten Punkte erzielte. Die Ergebnisse 'waren: Fünfkampf offen für alle: Hochsprung mit Anlauf: I. HirschTer (1.70 m) 2. Weiß (1.65 m); 3. Alth (1.60 m); Hochsprung vom Stand: 1. Hirschler (1.40 m);- 2. u. 3, Weiß und Großmann (1.35 m). — Weitsprung mit Anlauf: 1. Großmann (5.49 m); 2. Weiß (5.30 m); 3. Hirschler (5.27 m). — Kuge’stoßen: 1. Weiß (9.50 m); 2. Großmann (8.7S m); 3. Hirschler (8.65 m). — Stabhochsprung: 1. Hirschler (3 m); 2. u. 3. Großmann und Alth (2.50 m). — Endergebnis: 1. Hirschler (77 Punkte); 2. u. 3. Weiß und Großmann (67 Punkte). Außerdem starteten noch: Alth (59 P.); Unterberg (49.5 P.); Karpath (47.5 P.); und Perlitz (26.5 P.). — Außer Konkurrenz erreichte Erich Friedmann 92 Punkte mit folgenden LeistungenHochsprung mit Anlauf (1.70 m); Hochsprung vom Stand (1.45 m); Weitsprung mit Anlauf (5.70); Kugelstoßen (10.58 m) und Stabhochsprung (3m). — Dreikampf für Jugendliche unter 16 Jahren: Hochsprung mit Anlauf: 1. Sachs (1.50 m); 2 Ai. 3. Schallt und Stern (1.40 m); — Weitsprung vom Stand: 1. Scheu (2.53m); 2. Raubitschek (2.40 m); 3. Schalit (2.32 m). — Weitsprung mit Anlauf: I. Schalit (4.52 in); 2. Raubitschek (4.32 m 3. Scheu (4.30m). — Endergebnis: 1. Schalit (36 P.); .2. Sachs (35.5 P.); 3. Raubitschek (33 P.) Außerdem starteten noch: Scheu (31 P.), Stern (29.5 P.) und Klein (28 P.J. — Gegen den ^dritten liegt Protest vor. F. B. Seide Kreisel aus Kossow, Gal., sucht seine beiden Söhne, Meschulem Kreisel, geb. am 15. April 1891 in Krzyworowina, Korp. heim I.-Reg. 24, Feldpost 26, vermißt seit 29. Oktober 1915, und Abraham Kreisel, geb. am 15. Juni 18SS in Krzyworowina, k. k. L.-lnf.-Reg; 22, Feldpost 26, vermißt seit Dezember 1916; Zuschriften an Adele Kreisel, Wien, L, Gonzagagasse 3 4. Cafe „Marienbrücke* li t-: I.. Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. v - - - Cafe City, I, UerMorgaue 3 ■ Sitz der Hakoah. Rendezvous der ■ Zionisten. Vorzügliche Getränke, i 2 Zivile Preise. J i 7 Billard Tel. 18716 l MIDB1BBB lllllllilllll ■■■■■■■■■■■■ | Armen - Ambulatorium ■ b des Zionistischen Zentralkomitees ■ ■ für Kriegsflüchtlinge 5 ■ Wien, II. Taborstraße 20 A ■ a Unentgeltliche ärztliche Be- ' ■ J handlung von mittellosen 5 ■ Kriegsflüchtlingen ohne Un- ■ 5 terschied der Nationalität ■ ■ oder Konfession. 5 : s ■ Ordination täglich ”; Sonn- und Feiertage ausge- 5 ■ nommen. 5 5 ■ giiianiiiasiiiiiiimiiiiiBiiii Franzensbad (Schlada) -«ttt Restauration, streng•-.»2, über die Saison zu verpachten. Komplette Einrichtung vorhanden. — Zuschriften erbeten an die Administration dieses Blattes. Soeben erschienen I. Neue vielfach verbesserte und vermehrte Auflage des m? rav Le^c buch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit WörterverzeichnisundSchlüssel von Moses Rath. Das einzig praktische Lehrbuch mit deutscher Unterrichtssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift auch ohne Lehrer. Einführung in die Literatur. 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