Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 7 (16.2.1917)
- Date
- 1917-02-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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’ Seite 2 Die erste Sitzungdes Amerikanisch- Jüdischen Kongreßkomitees. Der 25. Dezember 1916 ist ein Kr die Geschichte der Juden Amerikas historischer Tag. Zwei Jahre dauerte es, bevor die erste Konferenz des Kongreß-Orgarisationskomitees zusammentreten konnte, die alle Parteien im Judentum vertrat. Colonel C u 11 e r, einer derjenigen, die am meisten dazu getan haben, den Ausgleich herbeizuführen, eröffnete die Sitzung und bat Herrn Rabbiner Dr. H. Pereira Mendes ein Gebei zu sprechen. Darauf wurden die Namen der Delegierten verlesen, die mit wenigen Ausnahmen erschienen waren. Die Morgensitzung galt hauptsächlich der Wahl des vorläufigen Präsidenten Kr das neue Komitee. Als erster Redner sprach Judge Julian W. Mack, der die Wahl von Louis M a r s h a 11, dem Vorsitzenden des Amerikanisch-Jüdischen Comites, Vorschlag. Diese Nominierung wurde von Jacob' P e n k i n unterstützt. Prof. K a 11 e n schlug Adolph Krause, den Grand Master des Independent Order B’nai B’rith vor. Als Vorsitzender des einzigen jüdischen internationalen Ordens, dessen Aufgabe es sei, Frieden und Harmonie innerhalb des Judentums zu verbreiten, gebühre der Vorsitz im Kongreßkomitee dem Präsidenten dieses Ordens. Judge Hugo P a m unterstützte diesen Antrag, ln namentlicher Abstimmung wurde Herr Adolph Krause (49 Stimmen) gegen Herrii Louis Marshall (45 Stimmen)" gewählt. Zum provisorischen Sekretär wurde Bernarid G. Richards ernannt. Hierauf wurden die verschiedenen Komitees gewählt; das Nominierungs-Komitee, dem C. L. Sulzberger angc-hört, das Zeit- und Ortkomitee, das Walilmethoden-Komitee und das Hilfsarbeit-Komitee, dem Dr. j. L. Magnes angehört. Die Nachmittagssitzung war den Berichten der verschiedenen Komitees gewidmet. Als erstes berichtete das Komitee, das die Frage der Zeit und des Ortes des Kongresses zu lösen hatte. Auf Grund dieses Berichtes wurde beschlossen: 1. Daß der Kongreß in Washington abgehalten werde, 2. daß die Wahl von Delegierten zum Kongreß sofort beginnen solle, sodab die gewählten Delegierten sich bereit halten können, auf Grund einer kurzen Verständigung zum Kongreß zusammenzutreten. Die Namen und Adressen der gewählten Delegierten sind sofort nach ihrer Ernennung dem Administrations-Komitee mitzuteilen, 3. dal! die Festsetzung des genauen Datums des Kongresses dem Administrations-Komitee überlassen werden solle, mit der Maßgabe jedoch, daß dieses Datum nicht später als auf den ersten Tag des Monats Mai 1917 falle, wenn nicht am oder vor dem 15. März 1917 das Administrations-Komitee, durch zwei drittel Stimmenmehrheit es Kr unzweckmäßig erklären sollte, den Kongreß vor dem 1. Mai 1917 einzuberufen; in diesem Falle soll das Exekutiv-Komitee am ersten Sonntag des April 1917 zusammentreten und das Datum des Kongresses endgültig festsetzen. Der Bericht, der vom Hilfsarbeit-Komitee erstattet.wurde, rief eine Diskussion hervor, die sich im wesentlichen da- rum drehte, ob der Kongreß, der im übrigen in seiner Behandlung der wiederaufbauenden Hilfsarbeit unabhängig sein solle, sich in diesem Punkte mit den drei bestehenden jüdisch-amerir kanischen Hilfs-Komitees in Verbindung setzen solle. Dr. .5 y r k i n trat dem entgegen, indem er aut die Möglichkeit hinwies, dab der Kongreß eine permanente Institution werden könnte. Eine andere Partei wünschte die Behandlung der Hilfsfrage durch den Kongreß, jedoch durch die Vermittlung der bestehenden Institutionen, man ihm abgehackt, "damit er vom Priestertum geschieden sei, und die Wunden mit Pech verklebt. Er war noch jung. Er hatte eine silberne Schale und einen Silberkrug vom Schatze des Heiligtums entwendet um eines Weibes willen, und mußte sterben. Das Volk hatte brüllend die Steinigung verlangt; aber der Rat der ältesten Priester zog vor, in dieser Notzeit kein Aergernis zu geben, und hielt ihn in der Zisterne gefangen, seit siebzehn Tagen. Der König sah ihn mit Schaudern an und trat zurück, denn er roch wie ein Aas. Er fragte ihn, ob er Kr Jahwe zeugen ■wolle, und der Sündige schlug die Fäuste an die Brust und rief heiser in den Lärm der Ketten, jes isei eine Gnade. Er .bereute. Der König befahl, ihn zu waschen und ihm Wein, Brot und Oe. zu reichen; darauf stiegen alle herab, gerade als am Rande des Himmels die letzte Röte fahl ward. Die Assyrer hatten noch keinen Graben und Wall iim ihr Lager gezogen; die hellen und ■ geflickten Zelte des rechten Flügels traten auf doppelte Pfeilschußweite an die Stadtmauern heran. In den Oeffnungen dieser Häuser von Leinwand und in den roh geordneten Straßen dazwischen liefen die Söldner nackt umher und bereiteten sich für die. Nacht, indem sie Korn zwischen Steinen zerrieben und Wasser herbeitrugen, in großen Tonschalen, die ihnen gepaart äh einem Holzarme von der Schulter herabhingen, anzusehen wie eine Wage. Sie hatten die Nachhut gebildet und erst heute das Lager erreicht, junge Krieger und zum ersten -Male in diesem Lande; nur einige Hauptleute hatten schon unter dem vorigen Großkönige gedient und vor drei Jahren Samaria erobert und verbrannt. Diese großgewachsenen Männer erschreckten, wenn sie Panzer und Kleider von sich warfen, die Einheimischen mit ihrer Haut von sonderbar weißer Farbe, ihren Haaren gelb -JÜDISCHE ZEITUNG ' _Nr.-7- | Voranzeige ■ | des Jüdischen Kriegsarchivs | Voranzeige II. Praterstraße 43 (Telephon Nr. 43319) P Nächste Woche erscheint jg 1 SonöepsDoppeliieff Nr.8|9 J | „des Jüdischen Kriegsarchivs“ j ■ ' mit jj | Originalberidil von Prof. S.Bromberg:Bythoushi | §j über n 1 Die Juden Lembergs unter der § 1 Russenherrschaft § S Preis des Doppelheftes K 1.— g ■ (zuzüglich Zustellung K 1.20) p Bll!liiSffllBlSlliMl!iIi!l!lII]!ilIljl!i)ir!jIirililBill!illlili!!illllBlillll!iPllI!!ll!Sli!!fl[Hl(nilf!ill!tliiiilK‘lii!!!(ili!iS damit diese Institutionen, falls die Hilfsarbeit für mehr als ein Jahr fortgesetzt werden muß, in der Lage sind, die Arbeit weiterzuführen. Ein Antrag von Dr. Harry r riedenvald wurde schließlich angenommen, daß die Frage des ökonomischen Wie de raufbaues auf der Tagesordnung des Kongresses zu stehen habe und dab.die Entscheidung über die Detail-Fragen de m Kongresse selbst überlassen werden solle. Auf der Abendsitzung wurde der Bericht des Wahl-Komitees entgegengenommen. Das ganze Land soll in Kongreß-Distrikte eingeteiit werden, und jeder Staat soll wenigstens eine Stimme haben. Jeder Jude oder jede" Jüdin über 21 Jahre hat das Recht zu stimmen. Die Wahl von permanenten Beamten wurde zum Teil in der Nachmittags-, zum Teil in der Abendsitzung durchgeführt. Das Nominierungs-Komitee erstattete abends seinen Bericht. Die Majorität des Komitees war für Adolph Krause als permanenten Vorsitzenden, während die Minorität d.ie Ernennung von Louis Marshall empfahl. Herr Adolph Krause führte darauf folgendes aus: Obwohl er sich der großen ■ Ehre bewußt sei, Präsident des Kongreß-Komitees zu sein, schlage er doch vor, falls sein befreundeter Rivale, Herr M a r s h a 11, mit ihm zusammen zurücktreten wolle, einen dritten Kandidaten zu wählen, dessen Wahl Kr alle annehmbar sei. Herr Marsh all erklärte sich "damit einverstanden. Dr. Stephen S. Wise schlug nunmehr Herrn Nathan Straus vor, Dr. J. L. Magnes nannte Judge Mack. Aber ehe noch irgend jemand um das Wort bitten konnte, beantragte Judge Julian Mack selbst von der Rednertribüne herab die einstimmige Wahl von Herrn Nathan Straus, die nunmehr auch erfolgte. Herr Krause stellte Herrn Nathan Straus der Versammlung als den „ungekrönten König der Juden in Amerika“ vor. Nathan Straus erwiderte: „Wenn ich auch 70 Jahre alt bin, so werde ich doch wieder jung sein, wenn mich die Pflicht ruft. Wir wollen Harmonie, und beide Herren, die vorgeschlagen worden sind, sind fähiger als ich bin. Ich verspreche Ihnen, dab ich mein Bestes tun werde, und sollte ich auch mitten im Wege einhalten müssen, — ich bin bereit!“ Als Vizepräsidenten wurden gewählt: Harry Cutler, Dr. Harry Friedenwald, Morris H i 1 q u i t, Professor Isaac H o u r w i t z und Leon Sande r s. Zum Schatzmeister wurde Adolph L evvisohn ^gewählt, zum Sekretär Bernard G. R i c h a r d s. Aus der jüdischen Welt * Die erste orthodoxe Tageszeitung in jitlischer Sprache stellt das seit dem 1. Februar in Warschau erscheinende Blatt „Das Jüdische Wort“ dar. Es ist das Organ derjenigen Kreise, die eine .Sammlung der Orthodoxie in einer Organisation anstreben. Das Programm der neuen Zeitung, erstreckt sich auch auf eine Verbindung mit den Orthodoxen außerhalb des Königreiches Polen, mit deren leitenden Männer es engste Fühlung hält. „Das jüdische Wort“ will hauptsächlich den Wiederaufbau der schwer betroffenen jüdischen Gemeinden fördern und U; a. ganz besonders die Schulfragen und die Jugendbewegung ihrer Wichtigkeit entsprechend behandeln. Schließlich sei erwähnt, "daß es beabsichtigt, der Auswanderungsfrage und der Arbeit in Palästina große. Aufmerksamkeit zu widmen. Die neugegründete Gesellschaft für Statistik der Juden in Petersburg wird ein biographisches Handbuch der jüdischen Statistik herausgebew . lind eine Enquete über die ökonomische Lage der Juden im Ansiedlungsrayon .erheben. Des ferneren sammelt sie Material über die Juden im russischen Heere und wird eine Untersuchung über die Lage der jüdischen Handwerker in Petersburg vornehmen. . Die Zulassung der Judeii zu den Semstwos wurde vor kurzem in den russischen parlamentarischen Fraktionen beraten. Die Vertretung der Ukraine und Weißrußlands, durch die Bauern, gerade der Gebiete, wo Juden wohnberechtigt sind, waren fürdie Zulassung; die Vertreter der polnischen Gouvernements, die die Mehrheit bilden, lehnten ab. Die Selbstbesteuerung. Das „M oskaucr Jüdische Hilfskoinite“ hat in seinem Bezirk folgende Skala für monatliche Seibstbesteuerung eingeführt, - die sich bestens bewährt hat: Bei einem Verdienst von 50 Rubel monatlich l°/o Selbstbesteuerung, bei 100 Rubel D/-, bei 200 2, bei 300 31/2, bei 500 4, bei 700 5, bei 1000 (>, bei überlÖOO Rubel Verdienst 7lVo Selhstbesteuerung. Diese Skala brachte folgende Resultate: Allein in Moskau, einer Stadt mit einer verhältnismäßig kleinen jüdischen Bevölkerung, bezahlten im August 1915 2102 Personen die selbst auferlegte Steuer, und der Totalbetrag für diesen Monat ergab S0.427 Rubel. Im A u g u s t 1916 zahlten 3792 Personen die Steuer, die in diesem Monat 108.S89 Rubel eipbrachte. Daraus geht hervor, daß die Zahl der Steuerzahler sich im Laufe eines Jahres um " S0-> und die gesammelten Beträge um 351.40/0 erhöht haben. Von Interesse sind auch die Gesamtsummen, die das Moskauer Komitee während der 20 Monate von August 1014 bis Afai 1916 gesammelt "hat. Die Selbstbesteuerung hat für die Stadt Moskau allein in dieser Zeit 1.03S.000 Rubel eingebracht, während die Summe die durch andere Wohltäsigkeitssanim’u "gen aufgebracht wurde, nur 22S.ÖÖ0 Rübe! ergab, also kaum mehr als ein Fünftel des erstgenannten Betrages. In Rußland ist die Selbstbesteuerung zu Gunsten der notleidenden jüdischen Bevölkerrung überall eingeführt, und es wäre wünschenswert, wenn die jüdischen Hilfskomitees in den anderen Ländern dieser Einrichtung ebenfalls ihre Aufmerksamkeit zuwenden wollten. Der' Verband der polnischen Juden in Amerika wandte sich gemeinsam mit der Gewie Mais und ihren runden Augen blaugrau wie Meerkiesel. Sie kämpften zu Fuß, gegliedert und geübt, dorische Hopliten von den Städten der Küste und von den ägäischen Inseln, manche selbst in Lakedämon geboren und darauf sehr stolz. Sie bückten nach der Stadt hinüber, begierig sie zu erobern, die voll sein mußte von Schätzen und Frauen; denn das ganze-Heer redete noch davon, daß Hiskija dem Großkönig jüngst, um ihn sich geneigt zu machen, dreihundert "Zentner Silber und dreißig Zentner Goid geschenkt hatte; und nach Frauen begehrten sie, weil Rabsake verboten hatte, welche mitzunehmen, als sie von Lachis aufbrachen, der Erstürmung wegen die Begierde zu stacheln; als einige dennoch nachliefen, hieß er die persischen Schützen sie mit Pfeilen erlegen. Das Heer dehnte' sich vor. Jerusalem in einer sichelförmigen Krümmung: an die weißen Zelte der Dorer schlossen sich die schwarzen der Amalekiter, erprobter Krieger, unDehelmt und ungerüstet aut Kamelen reitend und im Fernkampfe dünne Wurfspeere schleudernd, Hie sie an Leichen vergifteten; nebenan bauten sich. lederne und blau bemalte Hüften auf, Kr die assyrischen Edlen, die ganz gepanzert von Sichelwagen herab stritten und als Leibwache der Feldherren um die Wohnung Rabsakes und seiner beiden Genossen lagerten. Vom linken Flügel her wieherten die Pferde der Perser. Sie schliefen, ohne Zelte auf der Erde und kämpften beritten mit bogen und Pfeil, unter runden Helmen und im Panzer aus doppeltem Linnen, geKllt mit-Schafwolle; und den äußersten linken Flügel hielten die" Syrer, Fußvolk, bewaffnet mit dicken Speeren und Dolchen. Ihre gebogenen Säbel schliffen sie .an der inneren Krümmung, und sie schirmten sich" mit hohen Spitzhelmen, Panzern aus kupfer- . besetzten Riemen und großen Rohrschilden, - bezogen mit Antilopenfell. Sie waren als erste vor der Hauptstadt angelangt und stellten ihre Wachen in Gruben aus, die sie mit ihren Schwertern gegraben hatten. Die Griechen jedoch, erschöpft und schlafdurstig, nahmen sich dafür keine Zeit mehr. So ward bestimmt, daß ihre Posten in voller ' Rüstung wachen sollten, mit Panzern, Beinschie- nen, Helm und Schild, und alle drei Stunden abgelöst werden, obwohl an einen Ausfall niemand glaubte. Die Befehlshaber standen vor ihrem Zelte, nur mit dem Chiton bekleidet, und hörten zwei amalekitischen Häuptlingen zu, die ihnen in langsamer .Rede die Gebäude der Stadt beschrieben; ein Dolmetsch übersetzte Wort für Wort aus der rauhen Wüstensprache in die dorischen Laute — als würden aus Raupen geflügelte Falter. Sie hatten sich mit den wortkargen Kamelreitern auf dem langen Zuge hierher befreundet, und.-ihre Augen folgten stau- ■ nend den ausgestreckten braunen Armen, an deren Handgelenken mit kurzen Ketten Dolche angeschmiedet hingen. Sie sahen das Haus der Könige ‘glänzen, das der Krieger David vor langer Zeit erbaut und sein Sohn Salomo, der zauberkundige, weitgemacht und innen mit Gold ausgekleidet hatte, in e i n e r Nacht mit Hilfe schlangenköpfiger und geflügelter Seraphim; und auf dem Tempelberge ragte das Haus Jahwes, der dieses Landes Gott war und unsichtbar darinnen wohnte, in großer Macht und in Räumen ganz aus -Gold. Die Hopliten jauchzten, es zu plündern; ■ doch lachten sie verächtlich über den Gott, der sich niemandem zu zeigen wagte; weil jeder von ihnen wußte, wie seine Götter aussahen, alt oder jugendlich, Männer bärtig und .stark oder Frauen mit schöner Bfust.. Aber •.das; Haus Jahwes glühte noch ganz rot auf ■ seine'r. Höhe, als die Sonne längst, verschwunden war; und plötzlich zeigten sie einander eine große -Wolke im Osten, die sich rosenrot in