Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 6 (9.2.1917)
- Date
- 1917-02-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 Nr. 6 ja gerade wegen seines Referats am meisten als ei.seid g ge .eigt, Qegens:anJ des Angriffes ist. Ich glaube, da 5 Abeies überhaupt die Berli er falsch beu/tei t. Er sieht vielleicht in gröberer Nähe Zio iste l, die ihren Zionismus allmäh'i h so nach gewissen Vorbildern „i 'eatisiert“ haben, daß voi Zion, dem Zion der Wirkli h!:eit «kaum roch etw^s übrig bleibt. Ich de :ke tai'slberondere an einen Arti'-.el von St'in, der vor etwa ei e.n halben Jahre in der „Jüdischen Zeitung“ erschien. Der erinnerte mich gar zu sehr an das .Zu ü.ksteTei des so-ia demokratischen Endziels zu Gunsten des Gcj/en.vartsp o ,'ramms. Solcher „Messia isanu;“ wird in'. Eerli i do h i:ht gep e "i;t. Wo egen sich die Kritik za ei en Teil wa idte, war dieses: dal das P. o;ra.mm der Ve i er’irhuig, der In ensivieruig zum offiziellen Programm des Zio ismus gemacht würde. Und das mit Recht. Was beim De'e iertenta j in den Reden Blunenfe ds, Schokkens, Calvarys uid vor allem Bubers geboten wu'de, si d Fordern gen, die denkende Männer als in I-te erse der zioustischen Eniwickl :ng lie e d erachte', sind Forde mn en, die der nnzel e Zio ist an sich stel en kann, an seine Lebensfüh u y. Der von Fe e ie-tentag.ein esetzle Ausschuß soll den ei zelnen Zio listen ii dieser Arbeit an sich, an der kommenden Generation unterstütze', soF ihn 'ehren, zu einem immer tietgrü :di eren Zionisten, Ju 'en zu werden, — wenn er das Verlangen danach hat — soll mei et\ve~en eine geistige E'ite in Zionismus he a zü hte Nie und nimmer kann das aber Pro ramm Fo_de u g '"es Zio i~mus sein. Fan ist ein Maxima'p o r-mm, das aus u'ü ire , dem rachzu’eben den Wo"en. der Ein i ht jedes Einzel e i übe lassen bleiben mul. Wer jedoch cVse Fordern i~e i nicht e-füllt, nicht an sich ste’lt, wird d-'du ch wohl ein pe~sö liches Manko h^ben, — a' er c bleibt Zio'ist, wenn er nur das “am’e- P ogra nm a e ke nk Die Bads des Zio ismus ’b’eibt dieses Mi im-Mp onamm. Daß man davo i cbgehe, woher eine Ten'enz zu zielen schien, dagegen wandte sich die Kritik nicht mit Unrecht. Wie weit aTe-di’gs ’-a'h dem Wunsche von Abe'es u’d an’e-er Pa’ästina ba'd un 1 schnell ein „Rettu tgsland für die große und gequälte Menge“ werden kann, diese Frage ließ der De'e ie-fentag wi klich u entschieden, ja unerörtert. Es wä-e aber auch bei einer Diskussion trotz besten Wi''ens nichts heraus'*e''ommen. Ueber so'che Fragen kann doch nichts du-ch Maioritätsbeschluß entschieden werden, hat e'nc Debntte von Leuten, die a'lesamt zwar vom besten Willen erfü'lt sind, der jüdischen Menge alle-sch e"sle s zu he fen, aber i-'einc Fachk nntrisse besitzen, keinen Zweck. £)an bewies schon die kurze Debntte. die rach meinem Referat stattfa’d, bewies die große Verstä dnis'o i «’keit ge e über, den Ausführun"en vo iTriet'cb. Wenn aber jetzt begonnen wurde, „Arbeitskreise“ für bestimmte Arbeitsgebiete im Z:o i mir zu schaffen, so ho'fe i’h, daß de- "ächste, der ins Leben Litt, defü" üe praktische Ko’o i'ationsarbeif sei wird. T ietsch hat siehe rc:ht. we m ee3 ai3 ej e. ushakb ren Zustand bezei Irete, daß na~h 20 Jah-en Zionis nus un' 9 Jahre nach Eem n der NF.-Tätigkeit in Pa’ästini immer noch kei i System unserer Arbeit, nicht ei 'mal ein Arbeits-Programm geschaffen wurde. tUeb-Hens fehlt dieser Pasnn von Trietsch’s Rede im Protoko!'.) Nun erschien gerade zum De’e iertectan das!’eues‘e Heit der Na'ionalfo ’dsißliotheki „Metho’en u-d Kapita'''e-'a-f jüdischer Ko’o isatioi in Paääina“ von Oettinger, ei'e überaus dankenswerte Arbeit. (Sie wurde, ii u'scer vo i ren Nummer von fachmännischer Seite bespräche •. Die Red.) Es ist zum ersten Male, daß -’ie’en Thema eise eingehende Fea bei ung au' unserer Seite Endet. Hier re 'et der Fachmann im Auft-a^e der Leitung unseres NF. und im Einvernehmen mit ihr, anscheinend auch mit der Leitung unserer Bewegung. Hat "-u Oettin~er mit a’lem was er sagt, abso'ut recht? Kami man wirklich die Kolonisation auf andere Weise als er es vorschkägt, in Pa’ästina nPht beginnen? Sind wirklich dazu die großen Mittel erforderjich, die er angibt? Oder hat Pallod, rach dem ei i viel geringeres Kapital für die Ansiellung erfo-derlich ist, recht? Ferrer: Muß' die Kolo isatioa'arbeit so „exten'iv“ be-on-en .werden, wie Oettiver es vorschlägt? Oder kann man auch „intensiv“ -anfangen, wie es nach dem großen Material, das Trietsch in langjähriger, mühse’i'rer Arbeit hierfür zusamme-’getragea (bofferTT:h erscheint bald sein lan~e gep'a^tes Fuch hierüber), möglich ist? Für die Zwecke mei es Referates beim De’e gierte’tag war das belanglos, wer da Recht .'hat. Aber für die. wi kiieh praktische Arbeit ist es durchaus nicht be’a ig’ö% Auf we'chem Standpunkt steht - U’ un~e e Lei utr^? Man wird mir wahrschei lieh antworten': Das ist durchaus nicht so klar, (denn „eines Mannes Rede ist keines Mar.r-es Rede.“ Hier spricht nuein Fachmann, und sei'enoch so hervo-rag'en 1 auf seirem Gebiet; Und ihm gegenüber stehen auf der an ’ere i Seite zwa- Theo-etiker, d> sich aber na:h'praktischen Erfahrungen überall utp-!Zur gfl. Beachtung! Wir können in dieser Woche wieder von einer erfreu!'eben Wlik ng innerer Aufforderung zur Di z.:hlu g der schuld’gcn Bezugspreise berichten, machen jedoch nochmals darauf aufmerksam, daS u ser Elatt vom Monat März an nudemjenigen Personen zugehen wird, die bis dahin ifren VerpfTchtung n für das erste Quartal nzchgekonnr.en sind. Dem keine solide Zeitschrift ist in der Lage, ihren Abonnenten einen lä ge-en Zeiraum für die Entrichten » des Bezug-p-eises zu gewähren, als die „Jiid'sche Zeitung“. Die Geschäftsstelle. gesehen haben (Ballod, TrietSch u. a.) und dabei zu ganz aideren Resultaten gekommen sind. Sie wä-en also wohl zu hören, ehe man sich entscheidet. Und man sollte bald mit der Entscheidung beginnen. Wer aber sind die, die sich zu entscheiden haben? Bei aller Anerkennung ihrer sonstigen Tüchtigkeit und Fähigkeit doch auf diesem Gebiet genau so Laien wie wir alle . . . Da um bedarf es zu ihrer Unterstützung wie in der Frage der Kultur auch in dieser der ba’di gen Schaffung eines sachverstä :di 'en Beirats, eines großen Kreises von Männern, die aut diesem Gebiete erfahren sind, sei es durch Praxis, sei es durch theoretisches Studium. Dann erst wird man an die Entscheidung •der Fragen he-a 'treten können: Wie großzügig könren wir be inne i? Wie vielen kö men wir mit u serer Arbeit helfen? Kann sie überhaupt ei..e Rettu :gsaktion sein? Angebliche Rückbeförderung der galizischen Flü htlinge und Evakuierten In verschiede-en Blättern, unter andern auch in ei :er Wiener jüdischen Korrespondenz, trat mit großer Bestimmtheit u’d ausführlichen Einzelheiten die Nachricht auf, daß die Regierung ei :e Wiederansiedlung der Flüchtlinge in Galizien durchführe. Auch die noch in Ungarn befindlichen Galizianer so'lten in nächster Zeit in die betref.e'den Bezirke umgesi’delt werde. Wir sind in der Lage, diese Nachricht mit Bestimmtheit als irrig bezeichnen zu können. Der Artikel der erwähnten Korrespondenz ist nur ei :e inhaltliche Reproduktion des Er'asses des k. k. Ministeriums des I’nem vom 30. November 1915, ZI. 60.745, welcher Westga'izien, respektive die in dem Artikel genannten Bezirke in den K'eis jener Län 1er einbezieht, in welchen die aus Ostga’izien gef ächteten und sich do't cu'hate dei Füshtünge Un'.erstülzung bekommen kö nen. in diesem Erlaß heißt es rusdrü.k'ich, c'a> Ueber-ied usgen aus Flüchtli igsgemei den des Hinterlandes in diese Bezirke Westgaliziens vorläufig nicht bewilligt werden. Staatssekretär Zimmermann über das neue Judengesetz in Polen Die Redaktion des „American Jewish Chronicle“ richtete an den amerikanischen Gesandten des Deutschen Reiches folgendes Schreiben: „Seirer Exzellenz Grafen von Bernstorff, Kaiserlich Deutscher Gesandter, Washington D. C. Bezugnehmend aut die Verordnung der deutschen Re-ieru g über die Organisation der jüdischen Re’imo :sgemeinschaft in Po en, welche in weiten Kreisen der amerikanischen Ju 'enheit Aufsehen erregt hat, bittet „The American Jewish Chronicle“ Ew. Exzellenz um Au'k’ärung über die Art und Bedeutu lg des erwähnten Gesetzes. Die amerikanischen Juden wünschen zu erfahren, ob das neue Gesetz über die religiöse Autonomie für die polnischen Ju ten die kulturelle Autonomie aut nationaler Grundlage einschließt, ebenso ob der oberste Rat der. Juden, der durch das Gesetz vorgesehen ist, in der Lage sein würde, an der künftigen Regierung Polens teilzunehmen, und ferner, ob es wahr ist, daß die polnischen Juden in die neue polnische Armee eingereiht werden sollen.“ Der Deutsche Gesandte übermittelte dem „Ameri an Jewish Chronicle“ daraufhin fol^enie Antwort, die vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Zimme mann, unterzeichnet ist: „Kaiserlich Deutsche Gesandtschaft, Washington D. C. 8. November 1916. An den Verleger des „American Jewish Chronicle“, Newyork. In Beantwortung Ihrer Anfrage über die Rechte, die den Juden in Polen gewährt worden Was haben die luden von den Polen zu erwarten? Diese brennendste Frage der jüdischen Gegenwart beantwortet Dr. Max Rosenfeld in Polen und Juden Zeitgemäße Betrachtungen Preis K 1.50 9! Oas Buch wird ungeheures Aufsehen machen! Es ist das Jüdische Rotbuch zur Poienfrage! i « R. Löwit Verlag, Wien K Wollzeile 6—8 Zu haben in allen Buchhandlungen / - _,_^ sind, gestatte ich mir, Ihnen die Abschrift einer Depesche zu übermitteln, die ich soeben von meiner Regieruig erhalten habe: I. Das neue Gesetz über die Verwaltung und Organisation der jüdischen Gemeinden in •Polen übertrifft nach übereinstimmendem Urteil aller Sachkenner bei weitem alle bisherigen Verfassungen für die Juden und vermeidet dadurch die durch die früheren Gesetze verursachten Fehler. Es gibt den Juden weitgehende Selbstverwaltung und die Möglichkeit zur Unterhaltung eigener Schulen aut Grundlage eines eigenen Unterrichtssystems. -II. Die Frage der nationalen Autonomie ist nur durch die polnische Verfassung zu lösen und konnte durch, das jetzige Gesetz nicht vorweggenommen werden. Hierzu ist eine vorhergehende Verständigung zwischen Polen und Juden erforderlich, um einen Inleressenkonflikt zu vermeiden. III. Jedenfa'ls ermög’icht die Verord ung die geruide Enhvi k’ung eines blühenden jüdischen Lebens und einer unbehinderten Vorwärtsentwicklung. Sie schafft Körperschaften mit Selbstverwaltung, die ihre Schu en organisieren, leiten, überwachen und den Lehrp'an bestimmen. Sie haben die Befugnis zur Erhebung von Steuern und bilden angesehene Körperschaften zur Wahrnehmung jüdischer Interessen. Die Verwaltungsräte der Kreisgemeinden und der Oberste Rat der Ju 'en, welche in dem Gesetz vorgesehen sind, ermöglichen den po'nischen Juden, an der kü fügen Regierung des Königreichs Polen teilzunehmen. IV. Eine Zwangsaushebung ven polnischen Juden erfolgt nicht. Nur treiwillige Meldung von Polen und Juten für die polnische Legion kommt in Frage. Der Umfang solcher freiwilligen Meldungen kann jedoch noch nicht übersehen werden. Zimmer m,a n n, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes.“ Spende Dr. Karl P o 11 a k, Präsident des Zionistischen Zentralkomitees tür Westösterreich,. dzt. 'u milit. Dienstleistung in Rzeszow eingerückt, spendete für Zwecke des Zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich: Aus Anlaß der Vermählung meines lieben Freundes und Bb. Dr. Emil Stein, Obmann der Lantessammelstelle des Jüd. Nätionalfonds K 50.— und aus Anlaß des Heldentodes der verdienten Gg. Gg. Dr. Albert Schönhot, „Ivria“ und Josef Stein, „HerzJkluh“, K 20.—; zusammen K 70.—. Aus der jüdischen Welt Cie ei-z'ge heb ä'sche Zeitu~g in Europa. Seit Ende des verf oisenen Jahres erscheint in Moskau die erste Nummer einer neuen hebräischen Wochenschrift unter dem Titel „Haam“. Sie ist reich an Beit’ären. Mende 1 e Moch e r-S e p h o r i m beginnt darin die Veröffentlichung eines groß an siegten Werkes, Ben- Elieser ist mit volkstümlichen Skizzen, Es ist höchste Zeit für die Säumigen, Ihr Abonnement zu begleichen