Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 6 (9.2.1917)
- Date
- 1917-02-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE ZEITUNG Nf. 6 Seite,4 Frisch mann und Frug mit Gedichten vertreten. Klausner und Grünberg geben Schilderungen vom Leben und Schaffen Frugs. Diese Zeitschrift ist jetzt, nach dem Eingehen der „Hazefira“ die einzige hebräische Zeitung in Europa. Das Wiener Hau; Rotschild wird sich mit 'einer aus 4-anderen Bankhäusern bestehenden .„österreich-ungarischen Gruppe für den Orient“ an der wirtschaftlichen Entwicklung der Türkei beteiligen. Interessant daran ist, daß das Haus S.; M. Rotschild; das seit einem halben Jahrhundert sich nicht an Geschäften in der Türkei beteiligte, nun sein Prinzip geändert hat. Eine Zusammenkunft der Vertreter jüdischer KriegshilMcomitees in Polen. fand kürzlich in Warschau statt. Unter anderem wurden folgende Resolutionen gefaßt: 1. Es soll eine Kommission laus fünf Delegierten aus Warschau, zehn aus der Provinz, drei Arbeitern und zwei Handwerkern gewählt werden,- um 'im Laufe der ( nächsten ,14 Tage sich an die Behörden, mit dem Gesuch zu wenden, der aus Brest, Pin.sk und anderen Städten evakuierten jüdischen Bevölkerung die Freizügigkeit in ganz Po'en zu gewähren. Sollten die Behörden durchaus darauf bestehen, die oben genannte jüdische Bevölkerung im Charakter der Internierten weiterzubehalten, so soll vo.rgeschlagen werden, die Evakuierten ihrem Wunsche gemäß nach anderen Orten zu bringen. 2. Es soll ein Zentralkomitee der - Hilfeleistung für die politischen Juden organisiert werden, in das sechs Delegierte des gegenwärtigen Komitees, sechs Delegierte der Kommission bei der jüdischen Gemeinde, sechs Arbeiter’elegierte aus Warschau und Lodz, drei Delirierte aus Lodz, je ein Delegierter aus den Kreisstädten und Vertreter der obdachlosen evakuierten Bevölkerung gewählt, werde'n sollen. Die Konferenz spricht den Wunsch aus, daß dieses Zentralkomitee in der nächsten Zeit organisiert wird. 3. Absendung ei~er Delegation nach Amerika zwecks Ark'nup'unn unmittelba-er Beziehungen zu den amerikanischen Spendern, damit das ga"ze für die pol-ischen und litauischen Juden bestimmte . Geld di-ekt an das zu gründende Zentralkomitee in Polen gerichtet werden könnte. Die Stadtcatwahlen in Pol an. In Wloclawek vollziehen'sich die Wah'en unter günstigen Auspizien für die Juden, ln 4 Kurien wurde ein Kompromiß mit den Po'en gescli’ossen. so daß hur in 2 Kurien ein Wahlkampf stattfin 'en wird. Doch ist dieser Kompromiß hier u-’g'eich günstiger für die Juden, als es das Bündnis der. Warschauer Juden mit den Polen war. fDie Juden bilden in Woclawek e:n Dritte' d:r Bevölkerung und. werden von den 24 Ratsmännern sicherlich acht wählen. Auch haben sie die Zusicherung erhalten, daß ihnen die nötige finanzielle Beisteuer zue Einrichtung und Führungihrer Schulen zu'Jebilügt werden wird. In Czenstochau besteht die Aussicht, daß die Juden 12 bis 13 Mandate in den ersten 5 Kurien gewinnen werden. In So ko low wurden 6 Juden gewählt, von welchen aber 3, die die po'nische Sprache picht beherrschen, durch Po'en ersetzt wurden. In Makow stehen die Aussichten für die Juden, dank de renerrischen Arbeit der Jugend sehr gut. In Wischegrad werden die jüdischen Ratsmä-’ner die überwiegende - Mehrheit bilden. In Gombis (Warsch.-Gouv.) wurden 12 jüdische, 3 deutsche und 3 polnische Ratsmänner gewählt. In Wi e I a n wurden 6, in O s o r k o w wurden von den vereinigten Deutschen und Juden 17, von den Po'en 7 Ratsmäwe", in Sgiersch wurden 9 Juden und 15 Ratsmänner von den anderen Parteien gewühlt. . Ei~e neue G-uppe von As-rimTn'en unter dem Namen Aktivisten hat sich in Warschau aufgetan, „um polnisch zu denken und fühlen.“ Sie betätigt ihren Aktivimus auch in einem Sportverein, der die jüdische Jugend aus dem jüdisch-nationalen Lager zu sich hinüber zu ziehen strebt. Zionisten im Felde Lt. Salomon Ko Iber, Besitzer der silb. Tapferkeitsmedaille IL Klasse, ist, nachdem er vor dem Feinde gefallen, mit dem Militär-Verdienstkreuz mit der Kriegsdeko-a'ion am Bande der. Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden. . Die Gg. N-a m a j Frey- und : Moses Schwarz wurden-zu Sanitätsleutnants ernannt.'- Fhr. i. d. R. Schaf fei Szeped wurde mit der silbernen Tapferkeitsmedaille I. Klasse dekoriert. Moritz Menkes, Fhr. des Inf.-Reg. 49, Mitglied der Verbindung „Judäa“ (Lemberg), der seit 2 Jahren im Felde steht, erhielt neuerlich die silb. Tapferkeitsmedaille II. Klasse. Oblt. Paul Lenk, Inf.-Reg. 14, a. B. der jüd.-akad. Verbindung „Ivria“ und Lt. Richard Tuttmann, i. a. B. der „Ivria“, erhielten für tapferes Verhalten vor 'dem Feinde das Signum laudis.. Gg. RUO. Ephraim Gottlieb (Stanisiau), der seit Kriegsausbruch im Felde steht, erhielt das silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille. E.-Fr. Zgsf. Hoffman n, Bursch der „Hasmonäa“ in Bielitz, erhielt für tapferes Verhalten vor dem Feinde die bronzene Tapferkeitsmedai'le und wurde zum Kadett-Aspiranten befördert. Ankündigungen Alter Herre-bu-d Zjcn'st'scher Hochschüler. Mittwoch, den 14.. Februar, Zusammenkunft im Dom-Cafe pünktlich 8 Uhr. Heb'.-akad. Vereinigung „Hatchijah“ Wien- Der letzthin angesagte Vortrag mußte aus technischen Gründen uiferbleiben. — Sams'a-r, den 10. d. M., um halb 8 Uhr abends, fi det im Lokale des Jüd. Ha-dlu 'gsgehi fenverban ’es, II., Ob. Donaustr. 65, der Vortrag unseres A.-H: Dr. Jakob Bronner über „Tarbutt arzoth, hamisrach“ statt. Hebräisch sprechende Gäste willkommen. — Samstag, den 17. d. M., spricht Herr Eüeser R i e g e r über „J’hudah L. Gordon b’thor m’schorer l’umi“. Die z'onistische Alrdche'-ve'e'nigung , Aloriah“, Wien, IX, Servitengasse 10, veranstaltet ih-en nächsten Vereinubend Donnerstag, den 15. d. M., präz. halb 8 Uhr abends. Es wi-d He-r Dn Siegfried B e r n f e 1 d sprechen. Gäste willkommen' Fi e YVohl'ät'gkeits-kadem'e findet So~n- Festsaal des Ho‘el Continental, IL, Tatag. den 25. Februar 1917, halb ’8 Uhr, im borstraße 2, mit folgendem Programm1 statt: Vorlesungen aus der Bibel und jüdischen Dichtungen von Frl. Lia Rosen, ehema'igem Mitglied des k. k. Hofbu-gtheaters, Vo’-'e'u-g eigerer Novellen von Herrn Efraim Frisch aus München, Frl. Sidoine Schwarz und Herr Schauspieler Deutsch von der Jüd.. Bühne, Vorträge jüdischer -Volks’ieder, Frl. Sandig am Klavier. Karten von K 1.50 bis K 4.— ererhält’ich im Vorverkauf bei R. L ö w i t. I., Rotenturmstraße 22. Das Renerträgnis fließt ei"eni Fonds zur Unterstützung galizischer K r i e g s i I ü c h 11 i n g e zu. Berichte und Korrespondenzen ' Ein Vortrag Dr. Fritz Löhners über „Natio arisrnu; und Internatiora i'mus“ fand Sams an, den 27. Jänner, im Klubheim der „H a k o a h“ statt. Der Redner erläuterte die Begriffe Natio ’, Internationalismus und Kosmopo'ilismus u;d spezifizierte ihre Ste'üng zueinander. Die geistvol’en und anschau iahen Aus'ührunnen fanden lebhafte Zustimmung. Eine anregende Diskussion schloß den gelungenen, zahlreich besuchten Abend. Der Mädche~verein Euo's Jerusa'em, in Rymattow veranstaltete zum 30. SchriHste'leriubiläum Acjtad Haams eine- Feier, an der Frl. Ester Ziskiner eine hebräische Rede hielt und eine Schülerin der hebräischen Schule zwei Gedichte von Achaü Haam vortrug. Sämtliche Schü'er der hebräischen Schule sangen zum Schlüsse das Od loj owdu. Der Abend hinterließ den besten Eindruck. Gesuchte Salomon Weinstein aus Monasterzyska (Galizien)' sucht seine 15jährige Tochter Chawe Weinstein und seine Schwester S c h e w e Du nai, beide sind aus Stanislau geflüchtet. Zuschriften erbeten an Salomon Weinstein, Inf.- Reg. 95, in Blauder bei Heilendorf, Mähren. ■■■IIII Armen - Ambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsflüchtlingen ohne Unterschied der Nationalität oder Konfession. Ordination täglich Sonn- und Feiertage ausge- „ nommen. Cafe „Marienbriicke“ .11, i-: I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN Soeben erschienen Neue vielfach verbesserte und vermehrte Auflage des ntw Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit VVörterverzeicimisundrichlüssel von Moses Rath. Das einzig p'uktisihe Lein buch mil deutscher Unten ichtssprache zui völligen Erlernung der hebräischen Sprache in Wort und Schritt auch ohne Lelver. E'nlührung in die Literatur. Die gesamte Fach- und Tagespresse, sowie d e „Histad u h ibrith“ in Berlin und Lembe g hat dieses Buch als bestes und für den Selbstunterricht geeignetstes anerkannt. 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