Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 36 (15.9.1916)
- Date
- 1916-09-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 1 _ Nr. 36 jÖDISCHE ZEITUNG hier entwickelt hat, so wird er eine so große Niederlage erleiden, wie sein heutiger Empfang überwältigend war. Auf dieser 'Konferenz zu erscheinen Und zu sagen: „Entweder kommt Ihr in Unserer Organisation hadh unserer Plattform öder Ihr könnt überhaupt nicht hineinkommen, das ist kein Weg, .Frieden und Harmonie zu schaffen.'1 (Stürmische Zurufe aus dem Auditorium verlangten die Zurücknahme dieser Worte). „ES tut mir leid, wenn ich beleidigt haben könnte“, sagte Dr. Al agn es, ,-,Sie beleidigten mich rriad, entgegnete Herr Srarid eis, aber Ihr Tonifflrirübt mich, denn ich fürchte, daß Sie nichtyMitaf^eit leisten wollen.'“ » AIS im' Laufe weiterer Zwischenbemerkungen Herr Samuel V Iad eck, Herausgeber des „Vorwärts^ den Zwischenruf machte: „Schließlich gibt, es noch höhere Dinge als den Obersten Gerichtshof in den Vereinigten Staaten“, verließen Herr Brandeis und die übrigen Mitglieder der Delegation den Saal. - Rabbi Shulman Unterstützte die Resolution von. Dr. Magnes. Er erklärte, daß er befürchtet hätte, die Juden könnten als eine Nation erklärt werden, u rid deshalb wurden die Worte: „einziger Zweck“ in die- Resolutionen eingefügt. Nur in Bezug auf die Hilfsaktion für die Juden auf der anderen Seite des Ozeans könnte Einigung erzielt werden, in keinem anderen Punkte. Viele andere Delegierte, unter ihnen die früheren Opponenten des Kongreises, sprachen sich für die Resolution, aus. Die Resolution wurde zur Abstimmung gestellt una angenommen, wobei auf Antrag Louis E. Levy nur Punkt 2 die folgende geänderte Fassung erhielt: . „Da die Sache, die in Paragraph 1 behandelt wird, bei den Juden völliger Einmütigkeit begegnet, begrüßt die Konferenz die Einberufung eines Kongresses der Juden Amerikas für den alleinigen Zweck, geeignete Schritte zu unternehmen, um eine derartige Aktion durchzuführen.“ Für 'die abgelehnten Amendements, die den Frieden herzusteifen geeignet schienen, stimmte eine Sehr bedeutende Minorität, unter ihnen die nafionalen Mitglieder der „Arbeiter-Komitees“. Die dritte Sitzung war mit Ausnahme schnell angenommener Resolutionen (Antrag Dr. Cyrus Adler: ''sofortiges Einsetzen der Kampagne für „Rechte“, Antrag Schalom Asch :• Dar- Idhensinstitut für die durch den Krieg in Osteuropa und Palästina betroffenen Juden) wiederum ausschließlich der Erörterung der in der vorigen Sitzung angenommenen Resolution gewidmet. Herr Leon Sanders (Mitglied der Delegation des Kongreß-Komitees) schlug vor, ein Komitee zu wählen, das am nächsten Tagender Sitzung des Kongreß-Komitees beiwohnen, möge. Dieser Antrag wurde aufs wärmste von den Herren Dr. Magnes, Schalom Asch, Rabbi Cohen, Dr. Solis-Cohen, Joseph Massel unterstützt, während Herr Marschall, die Vertreter der Arbeiter und Dr. Shulmann die Versammlung vor Nachgiebigkeit dem Kongreß-Komitee gegenüber warnten, die einen dauernden Frieden keineswegs gärantiere. 1 Der Antrag Sanders wurde dem Exekutiv- Komitee, bestehend aus 25 Mitgliedern, die von Herrn Marshah gewählt worden waren, überwiesen. Am folgenden Tage fand eine Sitzung des Exekutivkomitees der Jüdischen Kongreß-Organisationen statt. Als Repräsentanten der Konferenz der amerikanischen national-jüdischen Organisaitonen waren folgernde fünf Herren er-' 9'dhienen: Harry Cutler, W. Mack, Jacob Massel, Dr. F. F. Rosenblatt, Samuel Shulman. Der feste Willen, endlich den ersehnten Frieden innerhalb des amerikanischen Judentums herzustellen, beherrschte die Verhandlungen. Diese Delegation war von der Konferenz beauftragt: 1. den WunSch der Konferenz nach Frieden zum Ausdruck zu bringen, 2. einen offiziellen Bericht über die Verhandlungen des vorhergehenden Tages auszuarbeiten.' Die Delegation des Exekutivkomitees der Konferenz führte aus, daß die gestrigen Verhandlungen auf einer Basis geführt worden waren; die. so demokratisch wie möglich waren, um der amerikanischen Judenheit zu. zeigen, daß keine autokratischen Methoden beabsichtigt seien, um die Probleme, die in Frage stehen, zu lösen. Julian Mack hielt eine Rede, in der er wiederum die Notwendigkeit der Herstellung des Friedens betonte. ■Schließlich wurde ein gemeinschaftliches Komitee gewählt, n^it dem Aufträge, eine gemeinsame Plattform, auszuarbeiten, die geeignet wäre, die Differenzen im amerikanischen Judentum in der Kongreßfrage zu beseitigen. Dieses „Friedenskomitee“ hatte am Diens-. tag Abend ini der Aeolian Hall eine außerordentliche Sitzung. Sowohl die” Vertreter der Konferenz wie auch die Repräsentanten des Kongreßkomitees waren für die Abhaltung eines jüdi- Schen Kongresses in Washington in der Zeit zwischen dem 1. September und 31. Dezember 1916. Paläslinabilfswuti fOr die jüdistbea - ‘ ' .*) 16. Ausweis. Herrn. Pollaks Söhne, Wien 100.—, A. L. Honorar bei einem Schiedsspruch 60.—; Sammlung der Vorsteher der isr. Gemeinde in Andrychow 48.—, (s. Spezifikation unten); Einj.-Freiw. des k. u. k. I.-R; 84 (2. Rate) 44.—; Sammlung Jak Simon 40.— "(s. Spezifikation unten), Inspektor Wilhelm Hollitscher 26.—; A. Schleier, Rudki bei Sambor 23.70; Bernhard Zimmer ün Felde 15.50; Ludwig Bunzl, Wien 20.—; Gottlieb Taussig, Wien 20.—; H. Reif, Wien 20.—; Abraham Herscher, Mähr.-Schönberg 10.—; Wiih. Spitzer, Olmütz 10.—; Dr .Paui 'Berger, Wien 10.—; Franz Herzei, Fiume, drzt. Wien 10.—; Felix Taussig (Makkabi X) anl. einer guten Nachricht von s. Bruder E.-Fr. med. Ferdinand Taussig, Krgsgef. in Rußland 10.—;• Kari Stieber, Przemysl 10.—; Viktor Schwadron, Wien 10.—; Josefsthaler Gummi- und Asbestwarenfabrik, Wien 10.—; Adolf Nasch, Holleschau 10.—; S. E. u. H. Michelstädter, Wien 10.—; Max Samek .10.—; Emesta Freifrau von Merldl 10.—; E.-Fr. Zugsführer Schneer i. Felde 10.—; Dr. Maximilian Stieglitz 6.—; 'Dr. ‘"Max und Dr. Otto Werth eimer 6.—; Carl Anspach 5.—; Brüder Barber 5.—; Carl Stein, Groß-Schönau 5.—; Dr. Wilhelm Pappenheim, Wien 5.—; -Leopold Beer, Wien 5.—; Dr. Moriz Ludwig Weiß 5.—; Philipp Kohn, Wien 5.—; Frau Etee Hellere Frensdorff 5.—; A. Beamt Söhne, Wien 5.—; Julius Markstein 5.—; Eduard Immergut, Wien 5.—; Moriz Ländler, Strassnitz 4.—; H. Sonnenfeld, Wien 4.—; Rosa Löw, Wien 3.—; Siegmund Siebenschein, Wien 2.—; Kais. Rat Dr. Ludw. Stein) Purkersdorf 2.—; Moriz Winter, Wien, 2.—; M. Lederer, Karlsbad 1.—. Selbstbesteuerung: Sammlung Chaje und Scheindl Kohn im poln. Mädchengymnasium VIII., Albertgasse 92.80; Sammlung Dr. Rozia Weindling-Singer 18.—, (s. Spezifikation unten), A. Sch .2.—. Eingegangen beim Jüdischen Nationalfonds (s. Nr. 34 und 35 der „Jüdischen Zeitung“ 271.10 Summe 1:016.10 Gesammelt durch das Zionistische Distriktskomitee für Böhmen in Prag (s. Nr. 32, 33 und 34 der Selbstwehr) _394.50 Summe K 1410.60 Früher ausgewiesen K 29.493.47 Somit bisher K 30.904.07 Sammlung der Vorsteher der isr. Kultusgemeinde in Andrychow: Dr. Arthur Felix 20.—; Theodor Felix 15.—; S. Hammer 5.—; Nathan Grünspan, Theodor Felix a 3.—; F. Stamm-1 berger 2.—; zus. 48.—. Sammlung Jak Simon, Wien: Dr. Samuel Ornstein, Sanok 10.—: Leg.-Jak Simon, Osias Sternhell, Elkan Wickelberg, Hans Kovacs, Marie Ungar je 5.—; Moriz Kardermann, Siegfried Ramler je 2.—; Bronislaus Henner 1.—; zus. 40.—. Sammlung Frau Dr. Rozia Weindling-Sin-* ger (Bukowina): Dr. Rozia Weindling-Singer, Regina Weindüng, Löbl Rakower, Josef Caraco je 4.—; Dora Rabinowitz 2.—; zus. 18.—. *) Geld- und Briefsendungen sind zu richten an: Palästinahilfswerk für die jüdischen Kolonien, Wien. 18., Hasenauerstraße 43. Bei Einzahlungen im Wege der Postsparkasse bediene man sich mit entsprechendem Vermerk der Erlagscheine des Verbandes „Zion“ Nr. 47115. Burgfrieden. Wie es um den uns Juden gegenüber steht, wird sofort klar, wenn man eine beliebige Nummer der „Reichsnost“ zur Hand nimmt. Das .Jüdische Kriegsarchiv“ würde sich um die Aufklärung der Juden, welche dies führende christlichsoziale Blatt nicht zu Gesicht bekommen, wohlverdient machen, wenn es hie und da serienweise auch nur die Ueberschriften jener Artikel abdruckte, die in kaum verhüllter Weise gegen unsere Gemeinschaft als die angebliche Quelle allen Unglücks im Kriege hetzen. Die „Reichspost“ wird von einer stattlichen Anzahl anderer Zeitungen in dieser planmäßigen Betätigung akkompagniert. Darunter befindet sich auch die vom Deutschen Schulverein herausgegebene Monatsschrift für deutsche Schutzarbeit „Der getreue Eckart“, was deshalb unterstrichen werden mag, weil der Schulverein offiziell 'den Antisemitismus ablehnt und Judengeld noch immer annimmt Ganz beispielweise sei aus dem August- September-Heft der Artikel „Friedrich der Große una die Kriegswucherer“ herausgegriffen. Dar- Das „Friedenskomfitee“ resümierte das Ergebnis seinef Unterhandlungen in folgendem Bulletin: „Die Punkte des Ein verständnisges undder Differenzen wurden sorgfältig diskutiert.- Die Stimmung war für eine gemeinsame Aktion. Die Komiteemitglieder kamen über alle Streitfragen zu einer Entscheidung und gaben der sicheren Hoffnung Ausdruck, daß ihre Berichte von den in Kürze einzuberufenden Körperschaften, die sie vertraten, genehmigt werden würden.“ Nicht nur für die amerikanische Judenheit, sondern für die Judenheit der ganzen Welt ist es von höchster Bedeutung, daß auf diese Weise eine Einigung in der Kongreßfrage zustande gekommen ist. Bus Palästina. Die Jerusalemer hebräische Zeitung „Hacheruth“ meldet: Die Herren Etan Beikind und Jakob B a ch e r in Rischon-Lez;on erhielten die Auszeichnungsmedaille 1. Klasse für ihre großen Verdienste bei. der Bekämpfung der Heuschrecken. Beide Herren sind außerdem zu landwirtschaftlichen Sachverständigen ernannt worden, der erste in Chama, der zweite in Charar. # Auf Veranlassung Dschemal-Pascha's ist der Ingenieur Weid als Sachverständiger für den Bau von Bewässerungsanlagen nach der Türkei berufen worden. Herr Weid wiid die Aufgabe erhalten, die Wasserversorgung in den Provinzen Aleppo, Damaskus und Beirut sowie im Sandschak Jerusalem zu regeln. Die vielfach versumpften Landstriche sollen entwässert und durch neue Bewässerungsanlagen sollen weitere Gebiete der Kultur erschlossen werden. Der Chacham-Baschi Nissim Danon benachrichtigte die Juden Palästinas davon, daß er von der türkischen Regierung die Anordnung erhalten habe, daß am 22. Tammus (23.) alle staatlichen und privaten Schulen geschlossen sein müssen zur Erinnerung an die Proklamation der politischen Freiheit in der Türkei und daß alle Schüler an diesem Tage frei haben sollen. Anläßlich dieses Erinnerungstages erging eine allgemeine Amnestie für diejenigen Fahnenflüchtigen, die sich bis 14. Ab (13. August) zum Heeresdienst stellen. . 7464