Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 33 (18.8.1916)
- Date
- 1916-08-18
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 dasblosse Voihandensem ewiger Mensdhheitswerte in seinem Schrifttum irgendwie -auf die Völker wirken soll, und er weist für die Entstehung der „jüdischöl Wissenschaft“ den organischen Zusammenhang nach zwischen der Negier rung des jüdischen Volkstums der Gegenwart und der bloß historischen Betrachtung des -.'Ju-| demtums. Besonders schroff tritt er gegen den- Jargonismus auf wie gegen jede Richtung,-weldhe das jüdische Volk aus Bedingungen seines^ Lebens von heute oder gestern umwandeln oder neu - aufbauen iwill. Vielfach wira gegen die achad haamistiSpbft; Geistesrichtung der Vorwurf erhoben, daßhie-' wohl für; ein' hohes Ideal Begeiferung Tyt wedcen vermag, abergewissermaßen ferne phd daher ohne Wirkung bleibt gegenüber'dem chap- . tischen Schicksal und dem -chaotischen Kräftedrängen innerhalbdergegenwärtigen jüdischen Generation. Gewiß ist diese Lehre kein Reiz, aber auch kein Trost für die VolksmaSsen. Und an Grunde erscheint sie auch in sich selbst nicht, abgeschlossen, indem, sie den, Gejst eines, neuen Judentums, fast nur in seiner, F o r m. zum Ausdruck bringt. Dennoch, ist. von ihr eine, moralische, und mehr als dies, eine, geistige Kraft-, welle ausgegangen, weiche indirekt gewiß, weiteste. Kreise’ergriffen'hat „Nicht, groß ist, Meister, deine Schar, aber hinter-uns stehen viele“ sagt; sein Schüler Biaük. von ihm. Die junghebnä.ische. Literatur auf der einen, die Palästinaliebe auf der anderen Seite wären, vielleicht in, ihrer heutir. gen Art. ohne Achad Haam undenkbar.. Er hat den. neu-hebräischen Gedankenstil in seiner klasr siseben Forme) geschaffen, welche die geistige Wärme-alter Zeiten, mit der modernen Derikmcihode z u leb endeger Sy-nth.e Se bringt. Una weder in Dingender Literatur, die er nur als Teil der geistigen Kultur gefördert: wisr sen -will, noch in Fragen der Kolonisationist seine unermüdliche: Kritik negativ geblieben — sie hat überall bessernd, befreiend'*und bjs zu einem gewissen Grade organisierend, sie'hat stets, auch veredelnd gewirkt ’ Gewiß enthält " seine - Lehre mamche-'-anfeditba're Voraussetzungen,, sind .mandie seindr -Cjedanken nicht bis an ihr Ende, gedacht .und zu Formen der Wirklichkeit verdichtet. Aber weder, ihr Inhalt noch ihre Form, sondern in.entschiedenerem Sinne der. ganze Geist, dem sie entspringen und der sittliche Ernst der von Ihnen ausgehenden Richtung läßt unsl in. Achad Haam einen Führergeist des Ostjudentüms und des nach.. Wiedergeburt strebenden Judentums überhaupt, erkennen. Wir begreifen die höhe Verehrung, welche dem Dichter die Worte eingaben: „Una. cOenn in unserem Gesdhlechste noch manchmal aufblitzt, das Licht unseres heiligen Geistes und in der Seele eines Juden sich offenbart, daüin. ist'es ln keinem der Söhne der. Verbannung so strahlend emporgeleuChtet, wie in deiner grdßeg. Seele.“ Zioiisfisdier Oelegiertentag in PMIaöelpHa. Der 19. Delegierten,tag, der Federation o.f American Zionists wurde am Sonntag, den 2; Juli, in Gegenwart von mehr als 500 Delegierten und über, 1000: Gästen in Philadelphia, eröffnet. Den; Vorsitz führte Herr Dr. Harry Friedentwald, Präsident der 'Amerikanischen Zionistischen. Föderation. Im Namen der Zionisten von Philadelphia ricntetC rterT Dr. Solomon Solits-Cohen eine Begrüßungsansprache an den Delegiertentag,, ih . der. er ausführte, daß; Einigkeit unter, dpr Amerikanischen Judenheit herrschen, müsse, wenn, sie’ sich' der großen Aufgaben gewachsen zeigen soll, die ihrer jetzt harren. Erforderteimbesonderen-das American-JewishiCommitteezu einen Versöhnlichen Haltung aut. - Dr.!d' e S o La. P o o i-gedachte.» den im-letzte». Jahre Verstorbenen. Er nannte Sdialom- Alejchemj Dr. Solomon Schechter, Dr. Moskowit^. im Par ' e) Interessant, in dieser Beziehung, sind.schon, die. Titel seiner Aufsätze,, dje oft in. äußersten' Knappheit sehr viel besagen,» z. Bi „die Lehr«!, des, Herzens“,. „«Gesetzlichkeit, und. BarmherZigr keit“, „autonome. Provinzen“, die Verneinung^ des Golus“ u a. . f ' / JÜDISCHE ZEITUNG lästina und den jungpn Dichter Hugo Zu'ckermanri, der auf dem S'chiachtfelde gefallen isrt. Er sprach auch vonden anderen zahlreichen jüdischen J Helden, die auf den verschiedenem Schlachtfeldern ihr Leben gelässen'haben. lmf Namen des) engeren Aktionskomitees begrüßte Herr Dr. Schm arja Lev in die Delegierten. Er würdigte die Leistungen der amerikanischen Zionisten, die ejer Bewegung unter Führung von Herrn Brandeis in schwerer Zeit unernfeßliChe Dienste geleistet haben. Er betonte, daß die; Augen des gesamten Judentums auf die Amerikanische Judenheit, gerichtet sind, .in. deren Mitte, jetzt der Kampf zwischen Nationalisten und Zionisten gegen das Assimilations-Judentum ausgefochten wird und-zueinem: siegreichen Ende ftir den Zionismus geführt werden miiß. Es folgten eine, Reihe weiterer Begrüßungen, darunter von Josef, B a r, on d e ss, Miss Henriette Sz o ld,. Lou i s Edward Levy. *Die Begrüßungsschreiben des Ä k t i o ns -Komitees und des Kopenhagener Bureaus wurden' verlesen, Nach der Sitzung fand ein Aufmarsch von .mehrals 10.000 jüdischen Kindern, die weiß gekleidet waren und amerikanische una zionistische Flaggen, trugen. Abends war im Metropolitan-Operä-House -eine- Massenversammlung, der mehr als 5000 Personen beiwohnten. Der Hauptredner, des Abends war Herr Ihr. Harry F rjed enwäl d,._ den die Bestrebungen des Zionismus und die jüdische Entwicklung in- Palästina darlegte, um schließlich kura zu, betonen,, daß sich glänzend vor aller Augen, erwiesen habe, daß Zionismus und Amerikanismus wohl zu vereinen sind. Ausführlich' über diese letzte Frage sprach Richter J u- ,, a n W. M ack aus Chicago. Nach seiner Rede erschien-.- Herr Lou is D. Brandeis auf der Tribüne^ dem, begeisterte. Ovationen dargebracht wurden-. Dr. B e n z i o n M o S s i n s o h n sprach über das Leben in ^Palästina und-forderte zun Unterstützung des Kolönisationswerkes auf. Ein flammender Appel an die Versammelten von Dr. S t. eph en. 8 Wise hatte zur Folge, daß an diesem Abend von Zionistischen Organisationen und Einzelpersonen 160.000 Dollar für Zionistische Zweckebewilligt wurden. Am zweiten Tage der Konvention erstatteten die Vertreter der Zionistischen Organisationen Berichte, über deren Tätigkeit. Im Namen des- Aktipnskomitees, sprach Herr Dr. Sch mar j a L ev i n. Seine Mitteilung, daß das. Aktionskomi-r feie eine Resolution angenommen habe, die seine Sympathien (mif;def^AbIer-ikanisc;h-jüdiSchenKongräbewegu'ng- -;züni, Aufdfück' bringt, wurde mit Begeisterung; ehtgegengenommeji. Den Bericht des[ Provisorischen Exekutiv-Komitees legte dessen. Sekretär, Herr Jacob de Haa S, den Bericht über Palästina Herr L e v i n - E p ste i n vor. Ueber die Tätigkeit des Order Knigts ofl Zion berichtete dessen Präsident, Herr Max S'hu 1 man aus Chicago. Dr. Margoli s aus Cleveland sprach über die Arbe>ten in Ohio und Dr. Gol dberg verlas einen Bericht über die Arbeiten in Virginia. Alle diese Berichte stellten. eine rapide Entwicklung des Zionismusin allen. Ländesteilen fest. Dr. Ma.r, gol.is brachte eine Resölution ein, die die: Sympafhieen des Delegiertentages) zur Kongreßidee aussprach. Es folgte eine lebhafte Debatte, bei der der Präsident dieser Tagung, Herr Louis Lipsky, besonders die Gegner der Kongreßbewegung, deren Hauptredner Herr Dr. Solls,-Cohen, war, zu Wort kommen ließ. Die.Herren!Jos ef Bar o ndess und Morris Rot henberg beschränkten sich auf kurze Erwiderungen; in denen sie hervorhoben, daß die Leiter der' Kongreßbewegung ihr bestes getan hätten, um zu. einer Verständigung mit dem American Jewish. Committee zu gelangen, dessen Leiter jedoch für alle Argumente zugunsten eines jüdischen Kongresses auf. demokratischer Basis kein. Verständnis gezeigt, hätten. Die Resolution von Dr. Margolis Wurde mit allen gegen -10. Stimmen angenommen. Miss H e n r i e 11 a S z o 1 d, als Vorsitzende der Hadasisah, erstattete; einen Bericht über die Tätigkeit dieser Organisation und besprach dann die gegenwärtigen sanitären Verhältnisse in Palästina. Sie verlangte die Sammlung eines Betrages: von 25.000 Dollars für die Entsendung einer, medizinischen Hilfsexpedition nach -Palästina, die nicht später als im September ab-' •gehen sioll. Der Delegiertentag ' faßte einen- Beschluß! in diesem Sinne und ein erheblicher Teil dieser- Supupe wurde in wenigen Minuten, gesammelt. Den Bericht; der Sammelstelle des Jüdischen. Nationalfpnds. in Newyprk erstattete deren Leiter Herr Rubin- Er. stellte fest, daß die Mehrein■». nahmen des Jüdischen Nationalfonds in Amerika . im letzten-Jahre-trotz, so vieler anderer SammlungenftLQOO; Dollars betrugen.. Dr; Eps fein; der. vom, Hauptbüro.'des Jüdischen Natiorialfonds im- Haag nach Amerika gesandt worden war, berichtete über das Ergebnis seiner Propagandareisen-. Herr Harry, Kaplan sprach über „die Möglichkeiten einerindustriellen Entwicklung in. Palästina“. Nr. 33 Große. Begeisterung erweckte eine Mitteilung von HerrnTRosenblatt, daß Frau Jos eph'F efs, Mitglied des Provisorischen Exekutiv-Komitees, eine Million Dollar gespendet habe, um eine jüdische Kolonie in Palästina zu errichten. Die letzte Sitzung besühäftgte sich mit der Frage der Organisierung der hebräischen Bewegung in Amerika. Es wurden Resolutionen angenommen, in denen die Unterstützung der hebräisenere Presse in Amerika, sowie der offiziellen, zionistischen Organe,„Das Yiddische Folk“ und „Maccabaean“ beschlossen wurde. - Von besonderer Wichtigk-.-it ist ein Beschluß des! Delegiertentages, e in e - Gese 1 I sch af t mit "einem a-u to.risi erten' Kapital von e iper M illion Dollar zu begründ en, z u.d e m Zw e c k, die jüdischen Kolon i e e n i n;P a 1 ä S t i n a z u erhalten und die ö konom, isch'en Hilfsquellen diese s L ä n d e s a u f einer geschäftlichen. Basis zu entwickeln. In einer mit lebhafter Zustimmung angenommenen Resolution wurde beschlossen, 'dem. State Department in Washington den''wärmsten Dank der ämerikaniskhen Zionisten zum Ausdruck zu bringen,. we’il. es dje Bemühungen des Provisorischen Executiv Komitees, der notleidenden jüdischen Bevölkerung fi Palästina Hilfe zu bringen una die jüdischen Kolonieen und nationalen Institutionen im heiligen Lahde zu schützen und zu erhalten, in hodilierziger Weise gefördert hat. Besondere Dankesvoten wurden fe-ner beschlossen "für Herrn Henry Morgenthau, den früheren Botschafter der Vereinigten Staaten in KonStahtinope«, die Amerikanischen Konsuln ,in Jerusalem, Jaffa und Alexandria, die das Jüdische Hilfsw'erk - auS^ Amerika ebenfalls in hervorragender Weise gefördert haben, schließlich für der Kapitän und die Offiziere deS Kriegsschiffs „Tennessee“, das die 'palästinensischen Flüchtlinge seinerzeit von Palästina nach Alexandrien gebracht hat. Bei den Wahlen wurden Dr. H.ar ry Frieden wal d zum Präsidenten der Federation, Louis Lipsky zum Vorsitzendendes; Exe. cutiv-Komitees und-Louis Robinson zuin Schatzmeister einstimmig wicdergewählt. - •. . . Anläßlich des Deiegirtentages veranstaltete die Young Men. Hebrew Associatjon in Philadelphia einen Empfangsabend, bei dem die Herren Dr. Margolis, Dr. Harry Friedenwald und andere Ansprachen hielten. Montag. Abend fand ein. Bajikett. statt, bei dem Dr. Harry Friedenwald präsidierte. Ansprachen hielten' Herr Scheinkin aus Palästina in hebräischer Sprache, ferner die Herren Dr* Melamed, Dr. Schmarja Levin, Louis Lipsky und viele andere. Dienstag Nachmittag fand eine "Beratung der hebräischen Lehrer statt, in der Fragen 'des hebräischen Unterrichtes erörtert wurden. Es wurae ein Komitee ernanrit, das sich mit der kürzlich gegründeten „Hebräischen Föde-ation“ und der „Ämerikaniskhen Zionistischen Föderation“ wegen der Begründung einer „Vereinigung der hebräischen Schulen in Amerika“ in Verbindung setzen soll. . Dienstag Abend fand der in unserer letzten Nummer angekündigte sogenannte „Hebräische Tag“ statt,, an dem mehr als 500 Delegierte und Gästeteilnahmen. Herr, Scheinkin präsidierte..Dr. Sdhmarja Levin sprach über die Notwendigkeit, die Kenntnis der hebräischen Sprache in Amerika zu verbreiten. Dr. B. -MoSsinsolin hielt einen Vortrag über „Land, Volk und Sprache“. Rabbi. Levinthal aus Philadelphia begrüßte die Versammlulig in emer. meisterhaften hebräischen Ansprache. Im Namen der Poale-Zion sprach Ben Gurion, im Namen des Misrachi Herr Meier Berlin. Es wurde beschlossen, ein Begrüßungsschreiben an den Dichter Ch. 'N. Bialik anläßlich seines Ute-? rarischen Jubiläums zu .richten. Herr R. Weit-; man berichtet'über die Tätigkeit der hebräischen Föderation und legte einen Arbeitsplan für die Zukunft vor. Eine reguläre hebräische Konferenz wira von der Hebräischen Föderation für Mitte Dezember einberufen werden. Zwangsöienst für russinhe Inden in England. Die Einführung der Militärpflicht für die nach England eingewanderten russischen Juden scheint, nunmehr, eine Frage sehr kurzer Zeit zu sein. Nach der bekannten Rede des Ministers des Innern, Sam u -e 1, in 'welcher er die Alternative — Eintritt in die englische Armee oder zurück nach Rußland (— hoch als, seinen, persönlichen: Vorschlag bezeichnete,. hat sich das- Unterhaus; und aüCh. das Oberhaus wiederholt, mit dieser Frage beschäftigt .Die Vertreter der Regierung haben Haber den- Standpunkt- Samuels schon, "als den; der;Regierung bezeichnet. In beiden» Häusern haben: die“ russischen Juden christliche- Fürsprecher gefunden. Anläßlich; der. Militär-Kreditdebatr